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FiiO BTR5 im Test – USB-DAC mit MQA-Support & LDAC

In der ChinaHandys.net HiFi Corner und darüber hinaus haben wir uns in den letzten Wochen und Monaten sehr ausführlich mit dem Thema Sound beschäftigt. Welche Kopfhörer oder Lautsprecher sind besonders gut, wie steht es um die Konnektivität und was taugen teure Multiroom-Systeme? All das sind spannende Fragen, aber letztlich ist der Klang immer nur so gut wie das Quellmaterial. Der beste Lautsprecher kann aus einer grässlichen Datei kein gutes Lied machen.

Prolog: Warum eigentlich ein externer DAC?

Hochwertiges Quellmaterial ist dank einiger Streamingdienste wie Qobuz, Tidal und Deezer nicht schwierig zu bekommen. Allerdings haben alle Besitzer von Android-Smartphones ein Problem, nämlich dieses Material verlustfrei an die eigenen Kopfhörer zu übertragen. Bluetooth komprimiert die Dateien verlustbehaftet und oft mit einer eher schwachen Bitrate – aptX Lossless soll bald zumindest ein bisschen Abhilfe schaffen. Der klassische Klinkenanschluss ist bei vielen Handys gestrichen worden – auch diese Möglichkeit zur Übertragung fällt also weg.

FiiO BTR5 Test 2

Damit bleibt USB-C – der Anschluss, der mit entsprechender Anbindung eigentlich alles kann. Ich kann externe Grafikkarten per USB-C an mein Laptop anschließen, da wird Musikübertragung in hoher Qualität wohl kein Problem sein? Nun, mit Android leider schon. Das Betriebssystem hat aus welchen Gründen auch immer ein Resampling für alle Audioinhalte, die den USB C-Anschluss verlassen. Auch so könnt ihr Musik also nicht in höchster Qualität genießen.

FiiO BTR5 Test 24

Abhilfe schaffen externe DACs, die ihr an den USB-Anschluss eures Smartphones anschließen könnt. Der FiiO BTR5 ist ein solcher DAC – er unterstützt MQA und kann deswegen Musik von Tidal in voller Qualität abspielen. Das geschieht mithilfe eines kleinen Tricks, welcher dem DAC direkten Zugriff auf den Audiostream der App gewährt, ohne dass Android seine Finger im Spiel hat. Wie gut das tatsächlich funktioniert und ob es den hohen Preis von 130 Euro wert ist?

Abmessungen, Design & Bedienung

Das Design des FiiO BTR5 ist schnell beschrieben. Es handelt sich um eine längliche, schwarze Box mit einem kleinen Display auf der Vorderseite. An der Seite gibt es ein paar Tasten für die Bedienung, oben und unten sind die Anschlüsse. Ihr steckt das mitgelieferte USB-C-Kabel mit dem korrekten Ende – das ist durch Pfeile markiert – in euer Smartphone und das andere Ende in den FiiO BTR5. Oben sitzen zwei Klinkenanschlüsse – klassische Klinke mit 3,5 Millimeter Durchmesser und symmetrische Klinke mit 2,5 Millimeter Durchmesser. Dort steckt ihr euren Kopfhörer ein und der Aufbau ist abgeschlossen.

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Ein wenig mehr müssen wir uns um das Gehäuse des FiiO BTR5 trotzdem noch kümmern, bevor wir zur Bedienung und den Funktionen kommen. Auf die Waage bringt der externe DAC genau 44,4 Gramm, was in Anbetracht der Abmessungen von gerade einmal 70 x 38 x 12 Millimeter mehr ist, als ich erst vermutet habe. Das Display auf der Vorderseite ist winzig und kann nur rudimentär kurze Texte darstellen. Gestört hat mich das kaum, nach einem einmaligen Besuch in den Einstellungen funktioniert der FiiO BTR5, ohne dass ich mich durch Menüs kämpfen muss.

FiiO BTR5 Test 25

Die Tasten am rechten Rahmen haben einen ausgezeichneten Druckpunkt. Die Anschlüsse haben allesamt die korrekte Größe, auch hier gibt es nichts auszusetzen. Das Gehäuse wartet mit einem Rahmen aus Aluminium und Vorder- und Rückseite aus Glas auf, die Haptik ist dementsprechend hervorragend. Im Lieferumfang befindet sich zudem ein kleiner Clip, mit dem ihr den FiiO BTR5 an eurem Gürtel befestigen könnt. Hier wurde wirklich an alles gedacht!

Bedienung

Wie bereits angeschnitten, glänzt das Display nicht unbedingt mit einer hohen Auflösung und Größe. Da eigentlich jeder wichtigen Funktion ein Knopf zugewiesen ist, hat das im Alltag keine Probleme bereitet. Die Navigation durch die Menüs geschieht nach sehr kurzer Einarbeitung in Windeseile und überraschend intuitiv. Das liegt aber auch daran, dass es insgesamt nicht allzu viele Einstellungen gibt. Verschachtelte Menüs würde ich mir auf dem Mini-Bildschirm nicht antun wollen, aber das halbe Dutzend vorhandener Funktionen durcharbeiten ist wirklich kein Problem, das ich als Kritik ankreiden würde.

FiiO BTR5 Test 14

Die angebotenen Einstellungen reichen von dem verwendeten USB-Standard bis zur Helligkeit des Displays. Zudem könnt ihr auswählen, ob der FiiO BTR5 Strom ziehen darf, wenn er gerade am USB-Anschluss eures Smartphones hängt. Das schont natürlich den Akku des DACs, der aber ohnehin schon mit einer sehr passablen Laufzeit glänzt – dazu später mehr.

FiiO BTR5 im Praxistest

Kompatibilität

Zuerst habe ich den FiiO BTR5 an meinem Google Pixel 6 Pro ausprobiert, natürlich mit dem Wissen, dass er nicht vernünftig funktionieren wird. Dafür kann FiiO überhaupt nichts, es handelt sich um ein Problem in der Software der Pixel-Smartphones, das Google seit nunmehr neun Monaten nicht lösen konnte oder wollte.

Trotzdem haben einige Dinge schon überraschend gut funktioniert. Ich kann den FiiO BTR5 zum Beispiel per Bluetooth mit meinem Pixel verbinden. Das geschieht dann über aptX HD, aptX LL, AAC oder LDAC. Ich habe mich für letztere Option entschieden – LDAC und LHDC gelten als die besten Bluetooth-Codecs auf dem Markt. Dann stecke ich einen Kopfhörer in den BTR5 und der Spaß kann beginnen.

FiiO BTR5 Test 8

Ja – zwischendurch einmal ist diese Option sicherlich hilfreich, immerhin ist sie sehr komfortabel. Allerdings kaufe ich mir keinen DAC für 130 Euro, um dann doch wieder via Bluetooth verlustbehaftet auf das eigentlich verlustfreie Quellmaterial zuzugreifen. Also musste ein anderes Handy her – das Redmi Note 11 Pro Plus hat sich als Kandidat angeboten, was ich dankend angenommen habe.

Verbindung per Kabel

Anstelle der Verbindung per Bluetooth entscheide ich mich mit dem Redmi Note 11 Pro Plus für das beiliegende USB C-Kabel. Nachdem ich das Kabel eingesteckt und den FiiO BTR5 gestartet habe – das Hochfahren dauert übrigens gerade einmal fünf Sekunden – starte ich die Tidal-App. Sofort werde ich durch ein Fenster darauf aufmerksam gemacht, dass ein externes Gerät auf den Audiostream zugreifen möchte. Das akzeptiere ich und schon werden auf dem kleinen Bildschirm des BTR5 die drei Buchstaben MQA angezeigt.

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Sicherlich ist MQA kein perfekter Codec, aber er ist definitiv ziemlich gut. Und der FiiO BTR5 ist nun in der Lage, das volle Potential der hochauflösenden Audiodateien auszuschöpfen. Schnell schließe ich meinen Master & Dynamic MW65 an den DAC an und los geht der Spaß!

Bevor wir uns diesem Spaß widmen, will ich ein paar allgemeine Gedanken zur Kompatibilität mit euch teilen. Das Google Pixel 6 (Pro) unterstützt den vollen Funktionsumfang des FiiO BTR5 nicht. Vorherige Pixel-Generationen hingegen schon. Alle anderen Smartphones müssten mit dem DAC kompatibel sein. Allerdings kann der Hersteller nicht jede Kombination aus Smartphone und Betriebssystem auf Kompatibilität testen – ein gewisses Risiko, dass etwas nicht funktioniert, besteht also auch dann, wenn ihr kein aktuelles Pixel-Smartphone habt.

Musikhören mit dem FiiO BTR5

Der Master & Dynamic MW65 klingt beim Betrieb per Kabel signifikant besser als via Bluetooth. Woran genau das liegt, kann ich nicht beurteilen. Allerdings ist es natürlich sehr positiv, dass ich mithilfe des FiiO BTR5 das gesamte Potenzial des Kopfhörers ausschöpfen kann. Zudem ist die maximale Lautstärke im Betrieb per Kabel weitaus höher.

FiiO BTR5 Test 34

Dank des kleinen Clips kann ich den FiiO BTR5 am Hosenbund befestigen und dann meine Kopfhörer aufsetzen. Geladen wird während der Musikwiedergabe. Möchte ich das nicht, kann ich auf den integrierten Akku des FiiO BTR5 zurückgreifen. Der hält rund sieben Stunden beim Verwenden von MQA und kann innerhalb von anderthalb Stunden aufgeladen werden. Kritisieren möchte ich allerdings, dass keine genauen Daten zur gerade abgespielten Datei angezeigt werden – zumindest nicht, wenn MQA zum Einsatz kommt. Bei einer FLAC-Datei werden Bittiefe und Abtastrate hingegen angezeigt.

Nicht ausprobieren konnte ich den symmetrischen Klinkenanschluss, da mir ein entsprechendes Endgerät fehlt. Allerdings handelt es sich dabei um einen großen Pluspunkt, der sicherlich auch teilweise für den eher hohen Preis verantwortlich ist. Extra für den symmetrischen Ausgang hat FiiO in den BTR5 nämlich zwei D/A-Wandler integriert – genauer gesagt zwei ESS ES 9218P.

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Der FiiO BTR5 glänzt mit einer hervorragenden Verarbeitung, tollem und unaufgeregten Design sowie einer einfachen und intuitiven Bedienung. Vor allem deswegen kann ich eine Kaufempfehlung aussprechen – zumindest dann, wenn ihr euch sowieso einen mit MQA kompatiblen, mobilen DAC kaufen wollt. Den allermeisten Leuten dürften mittelmäßige bis gute Bluetooth-Kopfhörer für den Musikkonsum reichen. Es gibt zwar ohne Frage klangliche Unterschiede, allerdings ziehe ich vor allem unterwegs den Komfort von kabellosen Alternativen einem etwas besseren Sound vor. Ein Großteil des besseren Klangs kommt in meinem Setup daher, dass der Master & Dynamic MW65 per Kabel grundsätzlich besser klingt.

Dennoch – ich habe ein Tidal-Abo und bezahle Geld, um Musik in hoher Auflösung hören zu können. Dementsprechend möchte ich, dass mein Endgerät diese Qualität auch an mich weitergibt. In Zukunft werde ich Zuhause den FiiO BTR5 verwenden und mich unterwegs auf die Bluetooth-Funktionalität meines Kopfhörers verlassen.

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ManU L.
Autor
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ManU L (@manu-l)
6 Tage her

An alle die nicht viel Geld ausgeben möchten und trotzdem den Sound vom eigenen Handy boosten möchten können sich gerne das hier mal anschauen :

https://a.aliexpress.com/_uHDoD5

Ein mini DAC für type c.
Das Datenblatt passt, wird wohl erheblich besser als der eingebaute DAC sein und kostet ein Bruchteil von dem oben beschriebenen Hitech Teil.
Ob die klanglichen Unterschiede dann auch noch hörbar sind kommt am Ende dann auf eure Anlage und Ohren an. Messbar wird der Unterschied höchst wahrscheinlich schon sein.

LG

Letzte Änderung 6 Tage her von ManU L

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