Hinter dem Markennamen LEMFO verbirgt sich die 2008 gegründete ShenZen Wayforward Electronic Co., LTD, die sich bereits seit Firmengründung auf Wearables spezialisiert hat. Die LEMFO LEM X ist das aktuelle Flagship der Marke und nichts Geringeres als die wahrscheinlich größte Smartwatch der Welt. Wir haben die Uhr ausführlich für euch getestet und zeigen, ob es noch weitere Superlative zu verleihen gibt.

Spezifikationen

Ähnlich wie bei den Flagship-Smartwatches der Konkurrenz, setzt auch LEMFO auf viel Power für die LEM X. Angetrieben wird die Uhr von einem Quad-Core MTK 6739 Prozessor, der mit maximal 1,5 GHz taktet. Dazu kommen 1 GB RAM sowie 16 GB ROM. Damit ist die LEM X ähnlich gut ausgestattet wie einige Budget-Smartphones und bietet genügend Leistung für die gängigen Anwendungsszenarien unter Android 7.1. In Sachen Schnittstellen stehen WLAN, Bluetooth 4.0 und sogar mobiles Internet samt LTE Band 20 zur Verfügung. Daneben sind natürlich auch ein Schrittzähler, GPS sowie die optische Pulsmessung mit an Board. Wie bei vielen China Smartwatches hat auch die LEM X eine Kamera spendiert bekommen, die mit 8,0 Megapixeln durchaus für gute Schnappschüsse sorgen sollte. Der Akku ist mit 900 mAh der größte Akku, den wir jemals in einer Uhr testen konnten und sollte für eine gute Laufzeit sorgen. Das eigentliche Highlight der LEMFO LEM X ist aber definitiv das 2,03 Zoll große LC-Display mit dem die Uhr aktuell nichts geringeres als die wahrscheinlich die größte Smartwatch der Welt ist. Leider ist die Uhr „nur“ nach Schutzart IP67 zertifiziert und daher nicht zum Tragen beim Schwimmen geeignet.

LEMFO LEM X Lieferumfang

Geliefert wird die LEM X samt Ladekabel, Schutzfolie, Schraubenzieher, kurzer Bedienungsanleitung und einem Silikon- sowie einem Lederarmband.

Design und Verarbeitung

Das Design der LEMFO ist recht simpel und minimalistisch gehalten, sodass die Uhr elegant und auch sportlich getragen werden kann. Das recht einfache Design kann jedoch nicht über die schiere Größe dieser Smartwatch hinwegtäuschen. Mit 5,6 cm im Durchmesser und 1,8 cm Dicke ist die Uhr einfach extrem mächtig und wirkt auch an sehr breiten Handgelenken sehr klobig. Mit 94 g ist sie zudem auch alles andere als ein Leichtgewicht.

LEMFO LEM X HandgelenkLEMFO LEM X am Arm

Der Uhrenkörper ist aus Kunststoff und verläuft zum Display hin in einer recht scharfen Metall-Kante, während er nach unten in einer Rundung zuläuft. An der Unterseite findet man die Ladepins, den Pulsmesser sowie eine Abdeckung für den SIM-Karten Slot. Auf der linken Seite der Uhr befindet sich ein etwas größer roter Metallknopf sowie der Lautsprecher. Auf der gegenüberliegenden Seite des Uhrenkörpers findet man die 8,0 MP Kamera sowie das Mikrofon. Die Position der Kamera direkt über dem Handgelenk macht das Fotografieren, wie auch beispielsweise bei der Thor Pro von Zeblaze, doch recht schwierig. Die Qualität der Aufnahmen in guten Lichtverhältnissen ist jedoch wirklich in Ordnung (siehe Sample links). Bei weniger Licht tritt allerdings zunehmend stärkeres Rauschen auf (siehe Sample rechts). Insgesamt ist dies aber trotzdem eine der besten Kameras die wir bisher in einer Smartwatch testen konnten.

LEMFO LEM X Kamera Sample 2LEMFO LEM X Kamera Sample

Die Übergänge vom Uhrenkörper zu den Armbändern sind leicht rund und deutlich filigraner ausgeführt als bei vielen Modellen der Konkurrenz. Bei der LEM X kommt sowohl ein Silikon- als auch ein Lederarmband mit der Uhr. Beide haben eine klassische Dornschließe und liegen angenehm am Handgelenk an. Sie sind mit 28 mm natürlich recht breit, aber ein dünneres Armband würde bei diesem mächtigen Uhrenkörper ohnehin unpassend aussehen.

LEMFO LEM X LinksLEMFO LEM X Rechts

Insgesamt wirkt die LEMFO LEM X trotz der guten Verarbeitungsqualität einfach sehr mächtig und klobig. Unter langärmligen Hemden lässt sie sich kaum tragen bzw. stört dann einfach am Handgelenk. Natürlich hat man mit der Uhr die wahrscheinlich größte Smartwatch der Welt am Arm aber die Frage ist, ob man das wirklich braucht. Die außergewöhnliche Größe macht die LEM X leider nicht sehr alltagstauglich.

Display

Das Display ist quasi das Highlight der LEM X und das vor allem aufgrund seiner Größe. Die 2,03 Zoll sind einfach eine Ansage und mit einer Auflösung von 640 x 590 Pixel ist dies ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Verbaut ist hier ein „normales“ LCD-Touchdisplay, dass jedoch durch eine schöne Farbdarstellung sowie gute Lichtstärke überzeugen kann. Die Auflösung ist für eine Smartwatch extrem hoch und das Bild daher auch gestochen scharf. Im unteren Bereich ist das Display leider durch eine Bezel begrenzt. Das sieht nicht wirklich schön aus und ist auch absolut untypisch für Smartwatches. Der Digitizer funktioniert generell recht gut – alle Eingaben werden flüssig umgesetzt. An den Rändern des Displays sinkt jedoch die Genauigkeit der Umsetzung von Eingaben.

LEMFO LEM X Display

Leider mussten wir bei unserem Testmodell einen kleinen Fehler am oberen Displayrand feststellen. Es wirkt hier so, als wäre das oberste Glas an dieser kleinen Stelle nicht richtig mit den weiteren Schichten verbunden. Sowas hätte einer gut funktionierenden Qualitätssicherung eigentlich nicht durchrutschen dürfen.

Betriebssystem und Apps

Die LEM X gehört zu der aktuellen Generation an chinesischen Flagship-Smartwatches, die bereits mit Android 7.1 ausgestattet sind. Optisch sind in der Menüführung im Vergleich zu dem sonst oft verwendeten Android 5.1 durchaus einige Unterschiede zu erkennen und die neuere Version weiß dabei durchaus zu gefallen. Leider ist aber auch Android 7.1 nicht weiter für das runde Smartwatch-Display optimiert und so fällt die Bewertung des OS eigentlich sehr ähnlich aus wie in unseren letzten Testberichten zu anderen Android-Smartwatches.

Über den vorinstallierten Playstore kann die große Vielfalt der App-Welt aus dem Smartphone-Bereich installiert und genutzt werden. Die nötige Power dafür hat die LEM X alle Mal. Jedoch werden die Apps an den oberen und unteren Rändern durch den runden Screen abgeschnitten und sind somit zum Teil nur eingeschränkt nutzbar. Jedoch verfügt auch die LEM X über einen zusätzlichen eckigen Darstellungsmodus, der die Darstellungsgröße der Inhalte zwar verkleinert aber wenigstens den gesamten Inhalt der App korrekt darstellt.

Eigene Apps zum Messen der Herzfrequenz oder für das Fitnesstracking sind gut gemacht und auch deutlich besser an das runde Display angepasst als die Apps aus dem Playstore. Während der Schrittzähler recht gute Messwerte liefert, hat die Pulsmessung doch erhebliche Probleme: schon im Bereich des Ruhepuls sind die gemessenen Werte teilweise fehlerhaft, während sie bei größerer körperlicher Belastung zunehmend (sehr) ungenau werden. Da die LEM X nicht zuletzt aufgrund ihrer Größe nicht wirklich für den sportlichen Einsatz zu gebrauchen ist, könnte man darüber jedoch hinwegsehen.

Der Fokus liegt bei dieser Uhr ganz klar auf dem riesigen Display. Natürlich sind auf dieser Smartwatch sämtliche Inhalte durch das große Display deutlich besser ablesbar als auf Modellen mit den sonst üblichen 1,39 Zoll. Trotzdem will mit Stock Android 7.1 keine richtige Freude bei der Benutzung von Menüs und Apps aufkommen. Hier sind Wear OS oder gut gemachte proprietäre Betriebssysteme einfach die besseren Lösungen.

Konnektivität

In Sachen Konnektivität lässt die LEMFO LEM X eigentliche keine Wünsche offen. Die Verbindung mit der App „WiiWatch 2“ wird per Bluetooth 4.0 hergestellt. Das klappt auch problemlos, wobei die WiiWatch App wirklich sehr dürftig ist. Das wiederum stört nicht wirklich, da die Uhr ja eigentlich für die Standalone-Nutzung als eine Art Smartphone-Ersatz gedacht ist.

LEMFO LEM X WiiWatch 2 MainLEMFO LEM X WiiWatch 2 Settings

Über Bluetooth lassen sich beispielsweise auch Kopfhörer mit der Uhr verbinden, was in unserem Testfall (Anker SoundBuds Flow) problemlos funktionierte. Des Weiteren kann die LEM X per Nano-SIM Karte und mobilem Internet auch unterwegs als Handyersatz dienen. Als eine der ersten China-Smartwatches hat die LEM X sogar das bei uns in Deutschland oft sehr wichtige LTE Band 20 an Board. In unserem Test hatten wir tatsächlich ordentlichen 4G Empfang und konnten somit problemlos mobile Daten nutzen. Mit eingelegter SIM-Karte ist es natürlich auch möglich zu telefonieren und SMS zu verschicken. Beides funktioniert ebenfalls gut.

Nach Verbindung mit dem Smartphone können alle möglichen Benachrichtigungen direkt auf der Uhr empfangen werden. Leider werden Emojis und Bilder dabei nicht angezeigt und ein Antworten auf Mails oder WhatsApp-Nachrichten direkt mit der Uhr ist in diesem Modus nicht möglich.

Das vorhandene GPS kann z.B. in Verbindung mit Google Maps genutzt werden und funktioniert zufriedenstellend. Leider wird beim Fitnesstracking kein GPS-Signal verwendet, was wiederum nur zu Schätzwerten bei der Geschwindigkeit und Streckenlänge führt. Von einem Flagship hätten wir uns hier durchaus mehr erwartet.

Akku

Neben der Displaygröße ist auch der Akku eine Art Highlight der LEMFO LEM X. Mit einer Kapazität von sagenhaften 900 mAh ist er der größte Akku in einer Smartwatch, den wir bis heute gesehen haben. In Verbindung mit einem Smartphone und bei aktiven Benachrichtigungen aus WhatsApp, Mail-Cleint und einigen anderen Apps hält der Akku gute 1,5 Tage durch bevor er ans Kabel muss. Wenn man die Uhr jedoch aktiv z.B. mit eingelegter SIM-Karte nutzt, kommt man mit der LEM X kaum über den Tag. Geladen wird per Magnetkabel und ein kompletter Ladevorgang ist bereits nach ca. 90 Minuten abgeschlossen. Die Akkulaufzeit hätte bei dieser Kapazität also ruhig ein wenig üppiger ausfallen dürfen – wenigstens ist der Ladevorgang recht schnell.

Fazit und Alternative

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Jens:

Die LEMFO LEM X ist momentan wahrscheinlich die größte Smartwatch der Welt. Leider ist das aber auch der einzige Superlativ, den diese Uhr wirklich verdient hat. Das große Problem von Android-Smartwatches wie der LEM X ist und bleibt das Betriebssystem. Auch Android 7.1 ist immernoch nicht für den runden Screen einer Smartwatch optimiert und somit bleibt die Bedienungsfreundlichkeit erneut auf der Strecke. Die LEM X ist außerdem einfach zu gewaltig am Arm. Dazu kommen Schwächen im Detail wie das Fitnesstracking ohne GPS-Nutzung oder die ungenaue Pulsmessung. Eine Kaufempfehlung können wir bei einem Kaufpreis von ca. 150 EUR also nicht wirklich aussprechen und schlagen als sinnvolle Alternative eher die Zeblaze Thor Pro vor.

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