Meizu hat in der Vergangenheit, neben Smartphones, auch immer wieder durch gute Kopfhörer im Preis/Leistungssegment auf sich aufmerksam gemacht. Die EP-52 sind der neuste Streich der Reihe und kommen diesmal in einer Sport-Variante als Bluetooth Kopfhörer daher. Der direkte Vorgänger die EP-51, konnten damals nicht vollständig überzeugen: eine niedrige Spielzeit, mäßige Konnektivität und wenig Bass waren nur einige der negativen Aspekte. Die EP-52 sollen ansetzten, wo die EP-51 Schwächen hatten. Dabei geht man auch den Weg einer leichten Preiserhöhung und verlangt nun um die 35 €.

Schafft Meizu es auch die Schwächen der Vergangenheit auszubügeln? Wir finden es im folgenden Testbericht heraus!

Design, Verarbeitung und Komfort

Meizu EP 52 In Ear review 1

Meizu bleibt mit den EP-52 der grundlegenden Optik treu und auch die Zusammensetzung des Materials ist nahezu identisch zum EP-51.
Nach außen hin wird der Klangkörper (3,1 g pro Seite) durch einen Aluminiumblock verstärkt und aufgewertet. In diesem Block befinden sich auch Magneten. Diese dienen in erster Linie dazu, dem Verknoten von Kabeln entgegenzuwirken und erleichtern das Verstauen in der beiliegenden Tragetasche. Meizu hat sich obendrein noch eine sinnvolle Erweiterung überlegt, dazu später mehr. Der eigentliche Klangkörper besteht aus Plastik. Das Kabel ist am Lautsprecher etwas verstärkt, an der Innenseite der Verstärkung ist der Buchstabe für die jeweilige Seite eingelassen. Einen richtigen Knick-Schutz sucht man aber leider vergebens.

Die Öffnung für die Ausgabe ist, im Gegensatz zum EP-51, stark zusammengeschrumpft, wodurch man einiges an Platz für die verschiedenen Aufsätze spart. Diese werden nun direkt über den Klangkörper gestülpt und schließen mit dem Aluminiumteil ab. Die Bügel, die für einen besseren Halt im Ohr sorgen sollen, sind ebenfalls wieder mit von der Partie und erfüllen ihren Zweck ganz ausgezeichnet.

Das Kabel selbst ist 80 cm lang und von einem leicht biegsamen Gummi umgeben. Da es sich hier um reinrassige Sport-Kopfhörer handelt, gibt es nach einem kurzen Kabelstück einen Übergang in ein wesentlich dickeres Gummistück. Hier sind der Akku und die Fernbedienung verbaut. Eine kleine LED die in Rot, weiß und blau leuchten kann, zeigt verschiedene Situationen an. Rot und blau abwechselnd heißt, es wird nach einem Host gesucht, rot alleine zeigt an, dass der Füllstand sich dem Ende neigt, usw.

Die Fernbedienung setzte Klicks recht zügig um und ließ sich sehr gut bedienen. Durch den Wulst Meizu EP 52 In Ear review 5im dickeren Gummiteil war diese schnell zu finden. Die Tasten selber hoben sich leicht von der Oberfläche ab und sind dadurch schnell und gut ertastbar. Etwas gewöhnungsbedürftig war, dass die Taste zum leiser stellen oberhalb vom Start/Stopp Knopf war, die Taste zum lauter schalten befand sich darunter.

Angeblich sollten die Kopfhörer von alleine die Musik anhalten, wenn von den Magneten im Alu-Teil Gebrauch gemacht wird und fortsetzen, wenn die Stecker wieder im Ohr landen. Dies funktionierte aber nur unter der Voraussetzung, dass die Musik bereits einige Minuten lief. Wurde die Musik gestartet und die Kopfhörer sofort miteinander verbunden geschah gar nichts! Wurde die Unterbrechung durch den Magnetismus ausgelöst, stoppte das aktuelle Lied nicht nur, die Kopfhörer schalteten sich gelegentlich auch komplett ab, was nach Meizus Datenblatt erst nach 5 Minuten hätte geschehen dürfen. Eine Fortsetzung des zuletzt gehörten Stückes, nach Trennung der beiden Speaker, konnte ich nicht feststellen. Der automatische Stopp, des aktuellen Liedes oder Anrufs, bei Nutzung der Magnete, ist eine nette Idee, die aber noch etwas Feintuning gebraucht hätte.

Komfort

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Design technisch hat man sich für die EP-52 viele Gedanken gemacht, die in einem grundsätzlich verbesserten Layout der Kopfhörer resultieren. Die In-Ears selber wirken eleganter und nicht mehr ganz so klobig wie die Vorgänger. Durch den kleineren Radius der Stecker passen die In-Ears nun auch in kleinere Ohren. Das Gesamtgewicht ist mit 22,6 Gramm gestiegen, was aber an dem größeren Akku und der dicken Gummiverkleidung liegt. Während des Tragens merkt man von dem Gewicht nichts, da das Band auf dem Nacken liegt. Im Ohr selber fallen die leichten Kopfhörer nicht weiter auf.

Lieferumfang

Meizu EP 52 In Ear review 16

Die wiederverschließbare Verpackung der In-Ears fühlte sich sehr wertig an und beinhaltete, neben den Kopfhörern selber, folgende Beilagen:

Qickstart Guide (Chinesisch)
Micro-USB-Kabel
• Aufsätze mit Bügel
• Aufsätze für das Ohrinnere
• Tragetasche aus Gummi

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Klang und Gesprächsqualität

Der Tragekomfort konnte also schon mal überzeugen. Doch wie sieht es mit dem Klang aus? Das finden wir heraus, indem wir die EP-52 gegen ein paar 1More Quad In-Ears antreten lassen. Die 1More Quad sind recht neutral abgestimmt und sollen hier nicht als Kontrahent, sondern vielmehr als Basis dienen. Den EP-52 kommt dabei zugute, dass sie apt-X zertifiziert sind. Sie nutzen also einen qualitativ hochwertigen Audiocodec, anstatt den gewöhnlichen den Bluetooth bereitstellt. Als Testgerät kommt ein OnePlus 3 zum Einsatz. Dieses hat bekanntermaßen eine 3,5 mm Klinkenbuchse, stellt aber auch den High Definition Wireless Audio Codec apt-X bereit.

Als klangliche Beispiele werden unter anderen Liedern von Two Steps From Hell, Lindsay Stirling und den normalen Albumcharts verwendet. Natürlich dürfen auch ein paar rockige Vertreter nicht fehlen. TSFH dient dabei, ebenso wie einige Soundtracks aus Filmen und Spielen, als Klassik-Vertreter. Frau Stirling fordert, mit viel Dubstep, gepaart mit dem hohen Geigenanteil, dem Bass und der Dynamik einiges ab. Rock und Charts testen die Allrounder-Qualitäten. Wer eine grundlegende Richtung vermisst, darf diese gerne in den Kommentaren nennen.

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Den Start macht der untere Frequenzbereich. Bei den EP-51 konnten wir noch über den mageren Bass meckern. Die EP-52 zeigen sich hier kraftvoller, wenn auch nicht perfekt. Oft überlagern die Tiefen etwas den Rest des Klangbilds. Der Bass ist dabei allerdings nicht so voluminös und klar wie man es von Bass betonten Hi-Fi Hörnern kennt. Vielmehr versucht er, das ganze Klangbild anzutreiben.
Die Höhen stechen im Gegenzug nicht gerade hervor. Zu viele Elemente aus den Mitten und Tiefen überlagern die ansonsten sehr saubere Wiedergabe. Erst mit sehr hohen Lautstärkepegeln tritt eine Verzerrung auf. Die EP-52 fangen dann an zu zischen und zu kratzen. Der Griff zum Equalizer, um die Tiefen etwas zu zügeln, bewirkt hier oft Wunder.
Die Mitten bleiben oft unauffällig im Hintergrund während sich Höhen und Tiefen um die Vorherrschaft ringen. Dabei werden Stimmen und untermalende Instrumente durchgehend sehr klar und differenziert dargestellt. Auch hier hilft es mit dem Equalizer etwas nach zu justieren. Ganz herausstellen lassen sich die Mitten aber nicht, übertreibt man es überlagern sie, zusammen mit dem Bass, letzten Endes die Höhen. In den orchestralen Klängen von TSFH vermisst man etwas den Klassik Touch. Mit den normalen Chart-Hits kommen die EP-52 besser zurecht.

Erstmal wirkt diese Aufschlüsselung sehr kritisch, werden hier doch auch günstige Bluetooth Kopfhörer gegen sehr viel teurere Klinke-stöpsel gestellt. Die Frage ist doch, macht es Spaß mit dem EP-52 Musik zu hören – vorzugsweise beim Sport – und welche Richtng eignet sich den nun besonders?

Den ersten Teil der Frage kann nur ich nur mit einem Ja absegnen. Die EP-52 verrichten ihr Werk sehr zufriedenstellend. Wer analytisch klare Töne mit großen und weiten Bühnen will, der ist hier fehl am Platz und muss sich vor allem in höheren Preisklassen umsehen. Wer aber das Adrenalin mit starkem Beat antreiben will, um auch noch das nächste Set im Fitnessstudio zu schaffen, der ist hier ganz richtig. Die EP-52 fallen dabei niemals störend auf, selbst bei viel Kopfbewegung bleiben die In-Ears bombenfest an Ihrem Platz und nach einigen Sekunden hat man vergessen, dass einem ein Kabel um den Nacken hängt. Kabelgeräusche entstehen nur, wenn man aktiv an den dünnen Stücken des Kabels rumfuhrwerkt. Auch wenn die Bässe nicht ganz die Tiefe oder Genauigkeit von Hi-Fi Kopfhörern erreichen, treiben sie einen doch weiter an. Das hat der EP-51 nicht geschafft. Nach einigen Liedern beschloss ich also auf viel treibender Fitnesstracks umzusteigen. Hier konnten sich die EP-52 voll entfalten und fühlten sich sofort zu Hause – um auch den zweiten Teil der Frage zu beantworten.

Meizu EP 52 In Ear review 8

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch das Telefonieren möglich war. Beide Gesprächspartner konnten sich gut verstehen. Die Qualität der Sprachausgabe war einwandfrei.

Konnektivität

Technisch ist man mit apt-X Unterstützung gut aufgestellt. Die 32 Ohm können auch von Smartphones befeuert werden, die Lautstärke war definitiv ausreichend.
Als Bluetooth Version kommt 4.1 zum Einsatz. Die Verbindung zum Smartphone wurde augenblicklich hergestellt, wenn beide Geräte eingeschaltet waren. Eine Ladestatusmeldung wird hauptsächlich über den Balken neben dem Bluetooth-Symbol in der Schnellstartleiste des Smartphones abgebildet. Die Reichweite war gut. Mit dem OnePlus 3 konnte ich mich auf freier Fläche über 10 Meter entfernen. Wände oder Etagenunterschiede lagen der Verbindung aber weniger.

Akkulaufzeit

Dadurch, dass sich die Kopfhörer beim Einsatz der Magneten selber ausschalteten, kam man mit dem 130 mAh Akku locker über den Tag. Die Ladezeit an einem USB-Anschluss betrug dabei ca. 2,5 Stunden. Angegeben werden die EP-52 mit doch recht realistischen 8 Stunden. 6,5 bis 7 Stunden Laufzeit, je nach Lautstärke, waren dann auch tatsächlich drin.
Nach den wenigen Wochen Testzeit ist es schwer auf die Haltbarkeit der EP-52 zu schließen. Auf mich machten die In-Ears aber einen stabilen und soliden Eindruck. Abnutzungserscheinungen hatte ich in dieser Zeit keine. An den Kabeln muss wenig bis gar nicht gezogen werden und Knicke des selbigen entstehen wohl nur beim Wegpacken. Somit lässt sich wohl ein frühzeitiger Kabelbruch ausschließen. Schweiß bereitete den EP-52 auch keine Sorgen, ebenso wenig wie vorsichtiges Reinigen mit Wasser.

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:

Ich bin eigentlich kein Fan von Bluetooth Kopfhörern. Selbst mit dem hochwertigen apt-X Codec war das Vernommene eher Durchschnitt. Meine Klinken-Kopfhörer halten so lange, wie der Akku meines Smartphones oder MP3-Players, was 7 Stunden Spielzeit locker aussticht. Was spricht also für die EP-52? Zuerst einmal wohl der vorzügliche Halt im Ohr. Während ich bei anderen In-Ears oft erst viel mit den Aufsätzen probieren muss, war das bei diesen Vertretern recht simpel. Ab ins Ohr damit und gut. Des Weiteren war der Komfort, die Kopfhörer einfach am Hals baumeln zu lassen, deutlich höher, als das sich ewig wiederholende Kabelwirrwarr bei Klinkensteckern. Klanglich konnten mich die EP-52 nicht zu 100 % überzeugen, ich hatte aber auch schon deutlich (deutlich) schlechteres im Ohr.
Wer einen günstigen Einstieg in die Welt der Bluetooth Kopfhörer will, der macht mit den Meizu EP-52 gewiss nichts verkehrt. Fürs Fitnessstudio, beim Joggen oder Radfahren machen diese – sprichwörtlich – eine super Figur und erhalten darum von mir eine Kaufempfehlung.

86%
  • Klang 80 %
  • Tragekompfort 100 %
  • Funktionsumfang 80 %
  • Verarbeitung und Haltbarkeit 90 %
  • Akku und Konnektivität 80 %

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Andre
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Andre

Benutze die Kopfhörer seit Februar zum Joggen. Klanglich um Welten vor Sennheiser Sport, Sitz im Ohr ist auch perfekt wie im Test beschrieben. Leider ist es mit der Haltbarkeit nicht weit her. Vor 2 Wochen haben Sie mit Aussetzern angefangen, bis zur Abschaltung. Ein paar mal ließen Sie sich noch durch langes Laden und neu koppeln zum arbeiten überreden, mittlerweile gehen sie nicht mal mehr an. Beim Vorgänger EP 51 gab es auch schon ein Haltbarkeitsproblem. Schade, für 4 Monate nicht lohnenswert trotz Top Sitz und Klang