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Rabbit R1 – KI Hardware als Smartphone-Ersatz?

Künstliche Intelligenz wird immer wichtiger. Das wissen wir spätestens, seit das amerikanische Unternehmen OpenAI seinen KI-unterstützten Chatbot ChatGPT vorgestellt hat. Bisher kennen wir solche künstlichen Intelligenzen vorwiegend als Software – ob als Chatbot oder Bildgenerator. Doch es gibt immer wieder Vorstöße von verschiedenen Herstellern, KI nicht nur als Software zu verkaufen. Da gibt es zum einen den Ai Pin von Humane, der die KI in Hardware verpackt. Zum anderen kommt einem da aber auch der erst kürzlich vorgestellte Rabbit R1 in den Sinn. Dieses Gerät wird vom amerikanischen Unternehmen Rabbit hergestellt.

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Design des Rabbit R1

Man könnte das Gerät auch als ein Smartphone mit künstlicher Intelligenz bezeichnen. Wie jedes normale Smartphone besitzt auch der Rabbit R1 ein Display, eine Kamera und sogar einen SIM-Karten-Slot. Trotzdem erinnert der Anblick bei Weitem nicht an ein Smartphone. Während Smartphones immer schicker werden und immer mehr hochwertige Materialien verbaut werden, handelt es sich hier um einen „Plastikbomber“. Das orangefarbige Plastikgerät wirkt also eher wie ein Spielzeug und wurde in Zusammenarbeit mit Teenage Engineering designt. Teenage Engineering ist eigentlich für hochwertige Designs von Musik- und Soundgeräten, wie Synthesizern und Rekordern bekannt.

Rabbit R1 rotational eye

Auf der Vorderseite finden wir ein 2,88 Zoll großes TFT-Display vor, welches von dicken schwarzen Rändern umgeben ist. Daneben sitzt in einem breiten orangen Balken die 8 Megapixel-Kamera, welche sich um 360 drehen lässt. In der Theorie ließen sich hiermit also Selfies und Landschaftsaufnahmen machen. Darunter sitzt eine Art Mausrad, mit dem man durch Menüs scrollen kann. Während die Unterseite komplett blank gehalten ist, befindet sich auf der rechten Gehäuseseite ein sogenannter „Push-to-Talk“-Button, über den man schnell mit dem Gerät via Sprache kommunizieren können soll. Oben sind die dafür benötigten Mikrofone verbaut. Links finden wir schließlich den USB-C-Port und einen SIM-Slot vor. Auf der Rückseite sitzt unterhalb des Scrollrades ein Lautsprecher. Die Abmessungen betragen 7,8 x 7,8 x 1,3 Zentimeter und das Gerät wiegt 115 Gramm.

Rabbit R1 abmesungen

Technische Daten

Unter der Haube arbeitet ein MediaTek Helio P35 mit einem maximalen Takt von 2,3 GHz. Der Prozessor wäre für heutige Smartphones bei Weitem nicht ausreichend, für die Tätigkeiten des R1 reicht die Hardware aber scheinbar aus. Vorteil hierbei dürfte sein, dass die meisten Aktionen ohnehin über die Server ausgeführt werden. Genaue Antworten können aber nur Tests zeigen.

Rabbit R1 usbc

Für die Internetverbindung stehen WLAN und 4G zur Verfügung. 5G wäre an dieser Stelle wahrscheinlich deutlich zu viel gewesen. Welche WLAN-Technologie unterstützt wird, gibt Rabbit leider nicht an. Wir gehen hier aber von WiFi 5 aus. Bei der Bluetooth-Version setzt man ebenfalls lediglich auf Version 5.0.

Der Akku misst 1000 mAh und wird über USB-C aufgeladen. Wie schnell die Aufladung möglich ist, gibt Rabbit hier leider nicht an. Ebenso tappen wir im Dunkeln, was die Akkulaufzeit angeht. Wie lang man mit einer Ladung auskommt, ist leider nicht angegeben. Der interne Speicher beträgt 128 Gigabyte und der Prozessor wird von 4 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt.

Was ist der Rabbit R1

Rabbit R1 lam

Beim Rabbit R1 handelt es sich also nicht nur um Software, sondern ein KI-Gadget. Google hat seine Pixel 8-Reihe aber auch als KI-Smartphones vorgestellt und Samsung hat mit der S24-Reihe (zur Ankündigung) erst kürzlich das Zeitalter der AI-Phones ausgerufen. Wo ist also der Unterschied zwischen solchen Smartphones und dem Rabbit R1 – genauer gefragt: Was bringt mir der R1? Der Unterschied liegt besonders darin, dass die Rabbit-Hardware nicht App-basiert aufgebaut ist, wie es bei Smartphones der Fall ist. Vielmehr basiert das Gerät auf einem Action-Model, welches Aktionen ausführen kann.

Rabbit OS

Rabbit R1 rabbitos

Das Betriebssystem hört auf den Namen Rabbit OS und basiert auf dem angesprochenen Action Model. Während Sprachassistenten wie Gogle Bard oder ChatGPT auf ein Large Language Model (LLM) zurückgreifen, tauft man das eigene Modell bei Rabbit als Large Action Model (LAM). Dieses Modell ist der Dreh- und Angelpunkt des Gerätes und soll lernen, menschliche Absichten zu verstehen und auf deren Grundlage zu handeln. Im ersten Moment erinnert das ein wenig an die bekannten Assistenten (Google Assistant, Alexa etc.) – das LAM geht aber viel tiefgreifender. So soll das Gerät unter anderem eigenständig Reisen buchen und darüber hinaus die Dinge umsetzen können, an denen bisherige Assistenten scheitern.

Rabbit R1 howitworks

Spannend ist auch die Funktion, die Kamera auf den Kühlschrank zu richten. Dabei erkennt das Gerät die Lebensmittel und macht Rezeptvorschläge. Das funktioniert zwar bereits auch mit ChatGPT, hier muss man die Lebensmittel aber eigenständig auflisten.

Rabbit Hole

Rabbit R1 rabbit hole

Beim Rabbit Hole handelt es sich um eine Weboberfläche, über die es möglich ist, dem Rabbit R1 diverse Handlungen beizubringen. So kann man etwa eine bestimmte Aktion in einer App oder auf einer Website aufzeichnen und der Rabbit R1 ist zukünftig in der Lage, diese Aktionen eigenständig auszuführen. Hier ist es auch möglich, seine Anmeldedaten für bestimmte Anwendungen zu hinterlegen. An dieser Stelle spielt natürlich der Datenschutz eine große Rolle.

Datenschutz beim Rabbit R1

Rabbit versichert beim Thema Datenschutz, dass man keinerlei Passwörter für Drittanbieter-Apps wie beispielsweise Spotify speichert, wenn diese im Rabbit Hole hinterlegt werden. Zudem bekommt jedes Gerät ein eigenes LAM, welches abgekapselt von anderen LAMs auf den Cloudservern von Rabbit gehostet wird. Aber auch gegenüber Dienstanbietern versichert man, dass man keine Spam-Konten erstellt, sondern eben die vorhandenen Konten der Nutzer verwendet.

Rabbit R1 datenschutz

Man geht offen damit um, dass man mit Partnern zusammenarbeitet, um die Sprachintelligenz weiterzuentwickeln. Hierbei sei ein primäres Ziel, dass keiner der Beteiligten Zugriff auf personenbezogene Daten (Name, Mail-Adresse, Telefonnummer) erhält. In diesem Zusammenhang verpflichtet man sich auch dazu, dass diese Daten unter keinen Umständen und nur mit explizierter Erlaubnis des Nutzers an Dritte verkauft werden. Das sollte unserer Meinung aber auch selbstverständlich sein.

Primär sollen die Daten auch nicht einmal an das Unternehmen selbst gelangen, sondern lediglich auf dem Rabbit R1 und im Rabbit Hole gespeichert sein. Inwiefern das der Wahrheit entspricht, lässt sich aber schwer sagen. Fakt ist aber, dass Rabbit sich bemüht, transparent zu sein.

Unsere Einschätzung zum Rabbit R1

Löst der Rabbit R1 jetzt das Smartphone ab? Nein, er ist vielmehr eine Erweiterung. Beim Rabbit R1 handelt es sich um eine interessante Neuvorstellung, das Smartphone wird man aus verschiedenen Gründen aber vorerst nicht ablösen können. Cool ist, dass man die Möglichkeit hat, eine SIM-Karte einzustecken und die Funktionen klingen vielversprechend. Ein Smartphone kann hiermit aber allein deswegen nicht ersetzt werden, da jegliche Art an Unterhaltung (Video-Streaming, Spiele, soziale Medien) nicht unterstützt werden oder auf dem Display einfach nicht ansehnlich sind. Somit dient das Gerät stand jetzt lediglich als smarter Begleiter zusätzlich zum Smartphone.

Wie es sich letztlich durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Denn auch Google arbeitet Berichten zufolge daran, den Assistant mit Bard zu erweitern oder durch Bard zu ersetzen. Außerdem stellt sich die Frage, warum man die Funktionen des Rabbit R1 nicht einfach in eine Smartphone-App integrieren könnte. Inwiefern die Möglichkeiten des Rabbit R1 auf lange Sicht einzigartig bleiben, bleibt also unbekannt.

Rabbit R1 Banner

Ebenso bleibt abzuwarten, wie sich die Hardware im Alltag schlagen kann und ob sich die (verhältnismäßig geringe) Investition von knapp 185 Euro (199 Dollar) lohnt. Wenn ihr Interesse an einem Testbericht habt, hinterlasst uns einen Kommentar. Momentan ist aber nur eine Vorbestellung möglich. Der Versand erfolgt frühestens ab März in den USA. Einen genauen Termin nennt man für die globale Auslieferung nicht. Ein Vorteil ist zudem, dass man nur einmalig zahlen muss. Ein Abonnement gibt es nicht und soll es auch in Zukunft nicht geben.

Quellen


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2 Kommentare
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Chris
Gast
Chris (@guest_105226)
20 Tage her

Ein Test wäre toll, da mir noch nicht ganz klar ist, was genau das Teil (besser) kann (als ein Smartphone). Bitte bringt da Licht ins dunkle Rabbit hole 😂

Therealstb
Gast
Therealstb (@guest_105224)
20 Tage her

Testbericht, bitte, bitte, bitte 😉

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