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Teclast F7S Testbericht

Getestet von Benjamin Kalt am
Vorteile
  • schickes Design, solide Verarbeitung
  • gute Tastatur, großes Touchpad mit Windows-Gesten
  • helles und gut ablesbares, scharfes Display
  • sehr starke Akkulaufzeit
Nachteile
  • Auswahl an Anschlüssen ist etwas mager
  • Leistung liegt unter dem Durchschnitt der Klasse
  • Scharnier ist schwer zu öffnen
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Günstige Notebooks sind so eine Sache. Oft konzentrieren sich die Hersteller auf irgendein Feature und vergessen dabei, auch drumherum einen guten Laptop zu bauen. Ein schlechtes Touchpad hier, zu wenige Anschlüsse dort, ein zu lauter Lüfter da. All das sind vielleicht keine Dealbreaker, schmälern das Nutzungserlebnis aber ohne Frage.

Mit dem Teclast F7S startet der Notebook- und Tablet-Spezialist aus China nun einen weiteren Versuch, den besten Laptop für unter 250€ zu bauen. Wie gut das gelingt, schauen wir uns in diesem Testbericht gemeinsam an.

Übrigens: Seit einigen Wochen testen wir Notebooks nach einem einheitlichen Verfahren mit festgelegten Bewertungskriterien und standardisierten Benchmark-Durchläufen. Aktuell sind es aber ausschließlich hochpreisige Notebooks, die wir mit dem neuen Verfahren unter die Lupe genommen haben. Deswegen schneidet das Teclast F7S in einigen Graphen sehr schlecht ab – zum Vergleich stehen dort doppelt bis viermal so teure Notebooks.

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Design & Verarbeitung

Das Teclast F7S besteht aus einem Mix aus Metall und Kunststoff. Der Deckel und ein Teil der Bodenplatte sind aus Aluminium, der Bereich um das Touchpad und die Tastatur herum aus Kunststoff. Das fühlt sich natürlich nicht so hochwertig an, wie bei einem vollständig aus Metall gebauten Notebook, stört in der alltäglichen Benutzung auch nicht weiter. Außerdem hilft es dabei, das Gewicht gering zu halten. Das 331 x 220 x 15 Millimeter messende und 1,5 Kilogramm schwere Gehäuse ist angenehm portabel – perfekt für die Schule, Uni oder Arbeit.

Ganz allgemein ist die Verarbeitungsqualität des Teclast F7S ziemlich gut, aber nicht perfekt. Die Kanten sind teilweise etwas scharf und unsauber gearbeitet und das Scharnier ist etwas schwergängig. In neun von zehn Versuchen lässt sich der Deckel mit einer Hand öffnen, gelegentlich klappt es aber nicht, die Bodenklappe bewegt sich mit nach oben und knallt dann auf den Tisch zurück. Das ist nervig, dürfte sich aber mit ein wenig Schmieröl beheben lassen.

Besonders der Deckel des Teclast F7S wirkt sehr stabil, das Display hat nahezu überhaupt keinen Flex. Das verwendete Metall fühlt sich kalt, aber ausgesprochen hochwertig an. Die Bodenplatte ist hingegen etwas weicher verarbeitet und macht einen weniger robusten Eindruck. Das ist aber bei der Verwendung von Kunststoff unumgänglich und kein schwerwiegendes Problem.

Lieferumfang des Teclast F7S

Abgesehen von dem gut eingepackten und durch Folien geschützten Notebook befindet sich Folgendes in der stabilen Verpackung aus harter Pappe:

  • Netzteil mit Anschluss für mehrere Netzstecker und fest verbautem Kabel
  • drei verschiedene Netzstecker: EU, UK und CN
  • vier verschiedene Sets mit Tastaturaufklebern inklusive QWERTZ

Es fehlt allerdings eine Bedienungsanleitung. Wir hätten außerdem gerne ein Netzteil mit abnehmbaren Kabel gesehen – fest verbaute Kabel sind eigentlich nie eine Bereicherung. Die Idee mit den verschiedenen Steckern und die beigelegten Tastaturaufkleber bewerten wir hingegen als sehr positiv.

Anschlüsse

Im Detail liegt der Teufel begraben. Bei den Anschlüssen könnte das Teclast F7S nämlich wirklich mehr bieten. Verbaut sind folgende Ports:

  • USB-A (3.0) (2x)
  • Mini-HDMI
  • Micro-SD
  • 3.5mm-Klinke für Headsets
  • DC-IN

USB-C sollte mittlerweile zur Standardausrüstung eines jeden Laptops gehören, im Idealfall mit Power Delivery-Support zum Aufladen. Ein Mini HDMI-Anschluss ist ebenfalls eher nervig – ich zumindest hatte kein passendes Kabel Zuhause liegen. Ein Full Size HDMI-Anschluss wäre die angenehmere Wahl gewesen. Selbiges gilt für den TF-Slot – ein vollwertiger SD-Slot anstelle von Micro-SD hätte mir persönlich besser gefallen. Kleinere Karten lassen sich bei einem großen Slot ja immer noch mithilfe von Adaptern einschieben.

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Ein Lob gibt es hingegen für den zusätzlichen SSD-Steckplatz. Als Erweiterung für die bereits verbauten 128 Gigabyte ROM kann unten am Notebook eine Klappe geöffnet und eine M.2-SSD eingebaut werden.

Eingabegeräte: Tastatur & Touchpad des Teclast F7S

Teclast verbaut im FS7 eine unbeleuchtete QWERTY-Tastatur. Der Druckpunkt ist deutlich, der Anschlag aber relativ “weich”. Das ist schwer zu beschreiben, ich versuche aber einfach mal mein Bestes: Drückt man die Taste ein wenig runter, ist schwer einzuschätzen, zu welchem Zeitpunkt der Anschlag erfolgt. Das Gefühl ist ein wenig schwammig und verglichen mit der Tastatur meines Mi Notebook Pro GTX wenig präzise. Sobald der Anschlag aber erfolgt ist, wird das durch ein eindeutiges Klicken und Feedback in der Taste deutlich gemacht.

Hier ist es vermutlich eine Geschmacksfrage, ob man lieber auf einem hart oder auf einem weniger hart eingestellten Keyboard tippt. Keine Geschmacksfrage ist hingegen der trotz des kompakten Gehäuses mehr als ausreichende Abstand zwischen den Tasten – ungewünschte Doppeleingaben sind damit nahezu nicht möglich. Der Powerbutton ist leider Teil der Tastatur und nicht ausgelagert, ich habe ihn dennoch nie versehentlich angeschlagen.

Das angenehm große Touchpad hat eine Oberfläche auf Kunststoff. Die Maus lässt sich sehr präzise bewegen und Windows Multi-Touch Gesten werden ebenfalls unterstützt. Der Druckpunkt der rechten und linken Maustaste ist angenehm und deutlich, das Klickgeräusch klingt aber irgendwie ein bisschen billig.

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Display

Das 14,1 Zoll große IPS-Display des Teclast FS7 löst mit 1.920 x 1.080 Pixel auf und wird von schmalen Rändern umgeben. Die Bildwiederholrate liegt bei 60 Hertz, die von uns gemessene maximale Bildschirmhelligkeit bei durchschnittlichen 260 Lux. Dabei scheint das Display relativ gleichmäßig ausgeleuchtet zu sein. Sogar das Backlight Bleeding ist weniger ausgeprägt, als bei vielen anderen IPS-Displays.

Ich persönliche habe das Display des Teclast FS7 während des Testzeitraums immer sehr positiv wahrgenommen. Es ist zwar nicht sonderlich farbstark, war aber immer hell genug und scharf. Es gibt keinerlei Pixelfehler und insgesamt haben wir es hier wirklich mit einem soliden Panel zu tun. Die spiegelnde Oberfläche erlaubt allerdings keinen Einsatz in der prallen Sonne – im Schatten lässt sich der Bildschirminhalt aber gut ablesen.

Leistung des Teclast FS7: der Flaschenhals hört auf den Namen Celeron N3350

Verglichen mit dem direkten Vorgänger, dem Teclast F7, verbaut der Hersteller in diesem Modell einen schwächeren Prozessor. Diese Entscheidung ist für uns wirklich unverständlich und eine schlechte war sie auch noch obendrein. Der Intel Celeron N3350, ein Dual Core-Prozessor, stammt aus dem Jahr 2016. Und wie die Benchmarks zeigen, ist der Chip nicht gerade gut gealtert.

Geekbench Single Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis 3DMark Timespy Ergebnis

Klar, im Vergleich mit den teureren Modellen von Redmi und Honor sehen die Ergebnisse des Teclast F7S unterirdisch aus. Doch auch im Vergleich mit anderen aktuellen Budget-Notebooks und sogar im Vergleich mit dem Vorgänger sind die Ergebnisse (teils signifikant) schlechter. Und das merkt man sogar im Alltag!

Das Betriebssystem läuft selten richtig flott und flüssig, jeder Programmstart ist mit Wartezeiten verbunden. Bei mehreren geöffneten Browsertabs gerät das System ins Stocken. Gaming kann man natürlich komplett vergessen – 3D-Spiele laufen selbst auf niedrigen Einstellungen nicht flüssig. Wenn ihr keine allzu hohen Ansprüche an die Leistung eures Notebooks habt, ist das kein Problem. Läuft Office einmal, läuft es auch. Wenn ihr flottere Systeme gewohnt seid, wird euch die Performance aber relativ schnell anfangen zu nerven.

SSD Benchmark (read) Ergebnis SSD Benchmark (write) Ergebnis

Und ja, auch der 128 Gigabyte große integrierte Speicher ist nicht gerade flott. Das Hochfahren geschieht trotzdem überraschend zügig – eine hochwertige SSD ist hier aber offensichtlich nicht verbaut. Sehr schön ist allerdings, dass das Teclast F7S über ganze 8GB RAM verfügt. Somit nimmt die Geschwindigkeit auch nicht allzu schnell ab, wenn man mehrere Programme oder Browser-Tabs im Hintergrund geöffnet hat.

Betriebssystem

Auf dem Teclast F7S befindet sich ein aktiviertes Windows 10 Home, das man selber installieren kann. Das erspart einem das Erstellen eines Installationsdatenträgers – ich persönlich würde aber sowieso ein frisches Windows 10 Pro auf das Laptop installieren. Ein entsprechender Key kostet gerade einmal 5€ auf ebay.

Akkulaufzeit des Teclast F7S

Der 38 Wattstunden große Akku soll laut Herstellerangaben für sieben Stunden Laufzeit im Nutzungsmix ausreichen. Überraschung – in unserem Benchmark schafft das Teclast F7S sogar eine Stunde mehr. Und auch im Gaming-Benchmark ist die Akkulaufzeit sehr solide. Ein perfektes Ergebnis ist das jeweils nicht – in diesem Preisbereich und dafür, dass das Notebook so leicht ist und so einen kleinen Akku verbaut hat, ist das schon ziemlich gut. Das vollständige Aufladen dauert 2:45 Stunden.

PCMark Gaming (Akkutest) Ergebnis PCMark Modern Office (Akku Test) Ergebnis

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Das Teclast F7S ist ein rundum gelungenes Notebook. Positiv vermerken wir das kompakte Gehäuse mit dem hochwertigen Metalldeckel, die solide Tastatur und das große Touchpad, das überraschend gute und helle Display und die sehr gute Akkulaufzeit. Soweit kann man sich für unter 250€ wirklich nicht beschweren. Der Flaschenhals ist leider die Leistung, die nicht nur in den Benchmarks zu wünschen übrig lässt. Klar – Office und im Internet Surfen ist mit der einen oder anderen Wartezeit möglich, aber viel mehr darf es auch nicht sein. Und auch bei den Anschlüssen gibt es noch einigen Raum zur Verbesserung – ein vollwertiger SD-Slot, USB-C und ein großer HDMI-Anschluss anstelle von Mini-HDMI wären meine Vorschläge.

Unter dem Strich haben wir hier ein Problem. Ein so gutes Gesamtpaket aus Display, Akkulaufzeit und Verarbeitungsqualität kriegt man aktuell bei keinem anderen Notebook für unter 250€. Auf der anderen Seite ist die Leistung nur für Standard-Office Aufgaben geeignet. Den heiligen Gral haben wir hier also leider immer noch nicht gefunden und ob wir hier eine Kaufempfehlung aussprechen oder nicht hängt davon ab, wie ihr das Notebook einsetzen wollt und wo eure persönlichen Präferenzen liegen. Ein perfektes Notebook gibt es zu diesem Preis einfach nicht.


Gesamtwertung
69%
Design & Verarbeitung
80 %
Display
70 %
Anschlüsse
60 %
Tastatur & Touchpad
75 %
Leistung
35 %
Akkulaufzeit
70 %
Preis-/Leistungsverhältnis
90 %

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Peter
Gast
Peter (@guest_69847)
4 Tage her

Mich wundert, dass das 7 plus nicht als Test herangezogen wurde.

Igor
Gast
Igor (@guest_69312)
17 Tage her

Ein Normales gutes Notebook hat halt seinen Preis, man kann nicht einfach ein gutes Gehäuse, Tastatur und Display verbauen und dann extrem beim Prozessor sparen um den Preis zu drücken.
Ob man das mit dem CPU macht oder bei einer anderen Komponente, am ende wird das nichts gutes und man wird sich Täglich darüber ärgern müssen.
Unter 400€ bekommt man halt kein gutes Notebook.

Tommy
Gast
Tommy (@guest_67392)
2 Monate her

Teclast 7 s……. “testen”….

Robbi
Mitglied
Mitglied
Robbi (@robbi)
3 Monate her

Ein Test wäre durchaus nett. Gerade, was man für ein Gesamtpaket bekommt, wäre interessant bei diesem Budget.

ThomasK
Gast
ThomasK (@guest_66568)
3 Monate her

Neben den ganzen 10″ Tablets, die gerade für 120€ vorgestellt werden, ein weiteres interessantes Budget Gerät 🙂 Lässt der HDMI Port auch als Input und das Notebook somit als externer Monitor für einen Desktop PC nutzen? Das wäre für mich ein großer Mehrwert.