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Smartes Türschloss von WE.LOCK im Test – Fingerabdruck statt Schlüssel

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • schneller Entsperrvorgang
  • genauer Fingerabdrucksensor
  • 2 Fernbedienungen im Lieferumfang
  • faire Preis/Leistung
  • unspektakuläres Design
  • umfangreicher Lieferumfang
Nachteile
  • schlechte App
  • Versicherung und Sicherheit??
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Auf Amazon Deutschland gibt es schon länger smarte Türschlösser von der Marke WE.LOCK. Diese Schließzylinder mit Türknauf bieten App-Unterstützung, Entsperrung per Fingerabdruck und teilweise auch per Pincode. Für unseren ersten Test eines elektronischen Türschlosses haben wir uns für das Modell Ai.one entschieden. Dieses Schloss kann mit Fingerabdrücken die gewünschte Tür öffnen. Was man eigentlich unter einem smarten Türschloss versteht, ist jetzt die Frage. Bei WE.LOCK gibt es jedenfalls nur Bluetooth und keine Anbindung ins WLAN. Unterwegs hat man also keinerlei Einfluss auf die eigene Haustür. Vor Ort hat man die Wahl zwischen App, Finger und Fernbedienung.

Inbetriebnahme und Einbau

Normalerweise beginnen wir mit ein paar Worten zum Design und der Verarbeitung. Aber das WE.LOCK Türschloss mit Fingerabdrucksensor ist denkbar unspektakulär. Silbernes Metall sorgt für ein hochwertigen haptischen Eindruck und der Rest ist aus glänzend schwarzem Kunststoff gefertigt. Der Fingerabdrucksensor ist klar erkennbar auf der Oberseite angebracht und ein kleines Display liefert sämtliche Informationen, die man beim Entsperren und der Einrichtung benötigt. Im Lieferumfang ist mit 2 Inbusschlüsseln, 3 AA Batterien und SIM-Nadel alles enthalten, was Ihr für den Einbau benötigt.

Das WE.LOCK Schloss besteht aus einem simplen Schließzylinder und zwei Türknäufen. Außen wird die Seite mit dem Fingerabdrucksensor angebracht und innen der einfache Türknauf. Der nach innen gerichtete Türknauf wird durch eine Feststellschraube an Ort und Stelle gehalten. Los geht es mit der Einbauanleitung.

  1. Feststellschraube des Türknauf (Innen) lösen
    WELOCK intelligentes Türschloss Test 10 WELOCK intelligentes Türschloss Test 9
  2. die kleinen Schrauben des Türknauf mit Fingerabdrucksensor (Außen) lösen, 3 AAA-Batterien einsetzen und wieder verschließen.
    WELOCK Türschloss 1 WELOCK Türschloss 2

Jetzt geht es an die eigentliche Tür, in die der neue elektronische Schließzylinder eingesetzt werden soll.

  1. Die Schraube auf dem Stulp-Blech lösen, die den aktuellen Schließzylinder fixiert.
    WELOCK intelligentes Türschloss Test 7
  2. Jetzt kann der alte Schließzylinder mit dem Schlüssel entnommen werden. Einfach den Schlüssel auf 11:00 Uhr ausrichten und den Zylinder herausziehen.
  3. Jetzt können wir den WE.LOCK Schließzylinder einschieben und mit der zu Beginn entfernten Schraube fixieren.
  4. Zuletzt noch den Türknauf (Innen) mit der Stulpschraube wieder anbringen.

Ersteinrichtung des WE.LOCK Türschlosses

Eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache liegt dem Paket bei. Die Übersetzung ist nicht gerade gut, aber man versteht jeden Punkt. Ich gebe euch hier die wichtigsten Optionen mit, alles Weitere könnt ihr der Anleitung entnehmen.

Nachdem das Schloss eingebaut und die Batterien eingesetzt sind, kann es auch schon losgehen. Das Schloss ist grundsätzlich ausgeschaltet und nur ein Auflegen des Fingers reicht auch nicht aus. Man muss den Knopf (Touch-Button) unterhalb des Fingerabdrucksensors drücken, um das Schloss aufzuwecken. Dieses meldet sich dann umgehend mit dem Aufleuchten des Displays und einem Geräusch. Zu Beginn funktionieren einfach alle Fingerabdrücke, deshalb muss zunächst ein Admin-Fingerabdruck festgelegt werden. Bis zu 3 verschiedene Admin Fingerabdrücke können festgelegt werden und einer davon ist immer notwendig um weitere Einstellungen vorzunehmen.

Durch das Menü der WE.LOCK Smartlock navigiert ihr mit der beigelegten SIM-Nadel. Dafür die Nadel einfach in das linke Loch an der Vorderseite des Außentürknaufs drücken. Mit jedem Drücken landet ihr bei der nächsten Systemeinstellung. Wenn ihr einen der Punkte ausführen wollt, einfach kurz warten und die Einrichtung beginnt. Folgende Punkte stehen zur Auswahl:

  1. Admin Fingerabdruck einrichten
  2. Benutzer Fingerabdruck einrichten
  3. Benutzer Fingerabdrücke löschen
  4. Alle Fingerabdrücke löschen
  5. Fernbedienung anmelden
  6. Fernbedienung löschen
  7. Sprache wechseln (nur englisch und chinesisch stehen zur Auswahl)
  8. Entsperrzeit festlegen (wie lange nach dem Entsperren der äußere Türknauf genutzt werden kann)
  9. Auf Werkseinstellungen zurücksetzen

WELOCK intelligentes Türschloss Test 12 1

Im Lieferumfang des WE.LOCK Türchlosses sind 2 Ersatzschrauben, eine Sim-Nadel, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und 2 Bluetooth Fernbedienungen enthalten.

Einrichtung der Entsperrung mit der App

Die App ist ehrlich gesagt mein größter Kritikpunkt am gesamten Schloss. Die App stürzte im Testzeitraum mehrmals ab und die erste Einrichtung ist trotz Anleitung sehr kompliziert. Man könnte das auch als Sicherheitsfeature sehen, aber ich halte es auch für unpraktisch die Tür mit dem Handy, anstatt mit dem Finger zu entsperren.

Zunächst könnt ihr die WE.LOCK App hier herunterladen. Die 2,4 Sterne Gesamtwertung im Playstore bestätigen auch meinen Eindruck. Sobald die App installiert habt, müsst ihr euch einen Account erstellen. Anschließend oben rechts auf das Scan-Symbol und den QR-Code außen am Türknauf scannen (Bluetooth muss auf dem Smartphone aktiviert sein). Nun werdet ihr nach einer ID gefragt, die ihr auf der Verpackung findet (siehe Bild unten). Anschließend bekommt ihr euer Schloss mit der ID angezeigt und könnt draufklicken. Dann werdet ihr beim ersten Entsperrversuch noch die Verbindung mit eurem Admin Fingerabdruck bestätigen und anschließend ein neues Bluetooth Passwort vergeben. Von nun an könnt ihr mit einer Bluetooth-Verbindung und eurem Smartphone das WE.LOCK Schloss entsperren.

Funktionsweise und Praxiseinsatz des smarten WE.LOCK Türschloss

Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Man tippt auf den “Aufwecken” Button und legt anschließend seinen Finger auf. Alternativ nutzt man nach dem Aufwecken die Handy-App oder eine der beigelegten (und registrierten) Fernbedienungen. Wenn man berechtigten Zugang erhalten hat, dann kann man das Schloss manuell entsperren und schon ist man in seiner Wohnung oder im Haus.

WELOCK intelligentes Türschloss Test 6

Durch den Fingerabdruck, die Fernbedienung oder das Smartphone wird das Schloss hier nur entriegelt und die Tür muss dann manuell “aufgesperrt” werden. Sobald weniger als 20% Akku verfügbar sind, leuchtet die LED Warnung. Ohne Strom kann das Türschloss nicht mehr entriegelt werden. Die Batterien halten laut Hersteller bis zu einem Jahr durch. Das kann ich leider nicht bestätigen, da das Schloss erst 4 Wochen im Einsatz ist. Bei mir sind noch 83% Akku übrig, also von einem Jahr bin ich weit entfernt, wenn es so weiter geht. Die Akkulaufzeit ist letztendlich auch stark davon abhängig, wie oft ihr eure Tür absperrt.

Sicherheitsbedenken und Versicherungen

Das soll jetzt keine Einbruchanleitung für meine Wohnung werden, aber dem Einbrecher würde ich in meinem Fall einfach die Terrassentür empfehlen. Mit einem Brecheisen und etwas Kraftaufwand sind sämtliche Türen und Fenster wohl der deutlich einfacherer Weg, als das Hacken eines elektronischen Türschlosses. Dennoch sind Sicherheitsbedenken völlig angemessen und Funkverbindungen können manipuliert werden. Anstatt den Schlüssel zu verlieren, kann man hier sein Smartphone verlieren oder die Funkfernbedienung. Am meisten Angst hatte ich aber tatsächlich davor, dass plötzlich mein Fingerabdruck nicht mehr erkannt wird. In den vier Testwochen habe ich beide Fernbedienungen, die App und drei Finger mit dem Schloss verbunden und alle Möglichkeiten zum Öffnen bestehen bis heute.

Zum Schluss bleibt noch die Frage, ob Versicherungen Einbrüche abdecken, wenn entsprechende smarte Schlösser zum Einsatz kommen. Je nach Versicherung ist der Einsatz solcher Produkte sogar gewünscht, da sie ein Sicherheitsplus darstellen können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Nachteile, dazu das Blog Home & Smart:

Der Versicherungsschutz greift im Falle eines Einbruchs nur, wenn auch entsprechende Spuren feststellbar sind. Bei elektronischen Türschlössern besteht die Angst vor Hackern. Wird das Schloss über die Funkverbindung geknackt, fehlen Beschädigungen an der Tür durch z. B. einen Hebel.

Letztendlich empfehlen wir also, bei Eurer Versicherung nachzufragen und das exakte Modell zu nennen, das Ihr einbauen wollt.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Bei dem hier getesteten Schloss handelt es sich wie so oft um ein chinesisches OEM Produkt. So findet man dieses Schloss auch unter dem Namen SOREX FLEX bei Amazon. Das hier getestete WE.LOCK Schloss kostet meist um die 150€ und ist damit im Vergleich zu vielen anderen chinesischen smarten Schlössern nicht gerade das günstigste. Dennoch kann ich nach 4 Wochen bestätigen, dass das Schloss hält, was es verspricht. Es ist durchaus praktisch in wenigen Sekunden mit seinem Finger die Tür zu entriegeln. Klarer Minuspunkt ist die zickige App, die manchmal einfach gar nicht funktioniert. Die Akkulaufzeit sieht nach 4 Wochen noch gut aus, ist aber dennoch von einem Jahr bei meiner Nutzung weit entfernt.

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Dennis
Gast
Dennis (@guest_74889)
1 Stunde her

Hi! Ich habe das WE Lock jetzt schon ein Jahr Zuhause herumfliegen und möchte es nach dem Sieg um den Kampf des Einbaus mit meiner Frau endlich einbauen. Habe mir einen Account zugelegt das Schloss eingescannt und jetzt soll ich die ID eingeben. Im Bericht steht das diese auf der Verpackung steht dich ich finde sie nicht. Kann mir da jemand helfen?
Danke schon einmal im Voraus

Arnooo
Gast
Arnooo (@guest_73351)
1 Monat her

Was soll denn eine “Stuhlplatte” sein? So etwas gibt es nicht. Gehalten wird der Schließzylinder (nicht(!) das “Schloß”) mit der STULP-Schraube. Das, was man sieht, ist dementsprechend das Stulp-Blech.
Und ich hätte bei solchen Zylindern, deren Komponenten doch oft aus Chinesium bestehen, keine Angst vor “Hackern”, sondern schlicht davor, dass jemand den kompletten, hervorstehenden Knauf abbricht oder abtritt und den Zylinder dann einfach mit Schraubendreher oder Zange dreht.
Und alleine die Tatsache, dass man sich für die Nutzung eines derartig unsmarten Gegenstandes irgendwo “registrieren” muss, wäre für mich schon Ausschluß-Kriterium beim Kauf.

Matthias Philipp
Gast
Matthias Philipp (@guest_73359)
1 Monat her
Antwort an  Arnooo

Habe das Schloss seit über einem Jahr mit den ersten Batterien es ist seit jeh an der aussentür bei Wind und Wetter bin eigentlich sehr zufrieden

Andi666
Gast
Andi666 (@guest_73362)
1 Monat her
Antwort an  Arnooo

Hi,
Registrieren muss man sich bei smart Home Sachen ja fast immer. Das ist für mich eher nicht das Problem. Ansichtssache.
Was das Abtreten des Kaufes angeht ist es so, dass dann der herausguckende Vierkant durchdreht. Die “Greifmechanik” ist im Zylinder. Da guckt dann ein abgerissenes Kabel raus, was richtig bestromt werden muss, damit es greift. Dann kann man mit einer Zange drehen. Aufwendiger als unser vorheriger Zylinder ist das schon. Ferner guckt da ne Cam.
Entscheiden muss jeder selber, Meine Kommentare sollen nur helfen.
Gruß
A

Andi666
Gast
Andi666 (@guest_73349)
1 Monat her

Moin,
Ich besitze dieses Schloss ebenso, allerdings auch nicht länger als Jonas. Ergänzen möchte ich, dass man den Griff mit Fingerabdruck-Sensor ebenfalls lösen und etwas herausziehen kann, für dickere Türen. Unsere ist 110mm stark.
Die App ist ziemlich mies, das stimmt, ehrlich gesagt benötige ich diese aber auch nicht, also egal. Geschmackssache.
Bis dato sind wir sehr zufrieden. Die Fingerabdrücke der Jungs (4 & 8 Jahre) werden zuverlässig erkannt, sowie natürlich auch die von Mama und mir.
Gewöhnungsbedürftig ist, ohne Schlüssel die Tür hinter sich zu zu ziehen.
Das Schloss hat natürlich CE.
Gruß
A