Amazfit Bip S Testbericht

Getestet von Erik Zürrlein am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • perfekt ablesbares Display
  • 30 Tage Akkulaufzeit
  • viele „Smartwatch“ Funktionen
  • Kompakt & angenehm zu tragen
Nachteile
  • wenig Neuerungen
  • Mi Band 5 besser?
  • nur ein „Fitnesstracker“
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Die Amazfit Bip ist nun schon gut zweieinhalb Jahre auf dem Markt. Die Hardware erfüllt aber noch immer ihren Zweck im Sortiment. Deshalb frischt man sie nun als Amazfit Bip S etwas auf und verkauft sie zum gleichen Preis, zwischen 50 und 70€. Wir haben uns das neue Modell im Praxistest genauer angeschaut und klären, ob Hardware und Software noch immer angemessen sind!Amazfit Bip S Testbericht Bilder 2

Auch bei der neuen Amazfit Bip S von Huami handelt es sich um das Einsteigermodell im Sortiment der Fitnesstracker / Smartwatches. So bekommt man viele Funktionen zum Tracking von Gesundheitsdaten und Sport „ans Handgelenk“ und darf auch ein bisschen mit dem Smartphone interagieren. Im Sortiment folgt darüber die Amazfit Verge Lite mit größerem und besserem Display.

Die Neuheiten sind schnell aufgezählt: es kommt nun der neue Bluetooth 5.0 Standard zum Einsatz, der Biotracker zur Pulsmessung wurde verbessert, das transflektive Panel ist auf Wunsch immer an (Always-On-Display) und die Software wurde mit neuen Features versehen.

Zusätzlich verkauft man derzeit noch die Amazfit Bip Lite, die ohne eigenes GPS auskommen muss. Deswegen Augen auf bei der Bestellung – Eine Übersicht der drei Amazfit Bip Modelle:

Amazfit Bip SAmazfit Bip LiteAmazfit Bip
Display:1,28“ Zoll, Transflective TFT, 176 x 176, Gorilla Glas 31,28“ Zoll, Reflective TFT, 176 x 176, Gorilla Glas 31,28“ Zoll, Reflective TFT, 176 x 176, Gorilla Glas 3
Maße:42 x 35.3 x 11.4mm, 31g42 x 35.3 x 11.4mm, 32g42 x 35.3 x 11.4mm, 32g
Sensoren:BioTracker Optical Sensor, Beschleunigungssensor, E-KompassPPG heart rate sensor, BeschleunigungssensorPPG heart rate sensor, Beschleunigungssensor, E-Kompass, Luftdruck-Sensor
Konnektivität:Bluetooth 5.0, GPS + GLONASSBluetooth 4.1Bluetooth 4.0, GPS + GLONASS
Akku:200mAh200mAh190mAh

Design, Verarbeitung & Display

Zu den kompakten Fitnesstrackern gehört die Amazfit Bip S definitiv: gerade mal 30,8g wiegt sie komplett und der Tracker alleine 18,8g. Der Tracker misst 35 (37mm mit dem Button) x 42mm und ist 11mm dick. Wasserdicht ist die Bip S bis 5ATM und dadurch auch zum Schwimmen geeignet – der entsprechende Sportmodus steht ebenfalls bereit.

Das Armband ist 115mm + 85mm lang, die maximale Bandlänge liegt bei 193mm und minimal bei 113mm. Mit meinen „zu großen Handgelenken“ sind es 184mm und ich bin im viertletzten Loch. Zusammengehalten wird sie durch eine normale Dornschließe. Durch die Größe liegt die Amazfit Bip S sehr angenehm an. Das Silikonarmband ist auch schön biegsam. Gefertigt ist die Bip S komplett aus Kunststoff, nur der einzige Button an der Seite ist aus Metall und das Display wird durch Gorilla Glas 3 geschützt. Zum Rahmen hin ist das Displayglas abgerundet.

An Farben stehen Carbon Black, Warm Pink, Red Orange und White Rock zur Verfügung (*Die Produktfarben können je nach Region variieren). Das Armband lässt sich aber auch ganz einfach austauschen und gegen ein anderes mit 20mm Breite ersetzen. In den Online-Shops findet sich Modelle aus Leder, Metall, Mesh oder Stoff.

Display der Amazfit Bip S

Auf der Front misst das quadratische Display mit Touchscreen 1,28 Zoll und löst mit 176 x 176 Pixel auf. Dabei handelt es sich um ein transflektives Display: dieses hat den Vorteil, dass es sowohl durch die Hintergrundbeleuchtung ablesbar wird, als auch Sonnenlicht reflektiert. Das Ergebnis ist ein Fitnesstracker, der sich einfach nur perfekt im Freien ablesen lässt! Umso mehr Sonne, desto besser wird es. So hat man mit dem Always-On-Display z.B. beim aktiven Sporttracking das „Statusdisplay“ perfekt ablesbar am Handgelenk. Dicke schwarze Ränder um das Display gibt es allerdings auch zu bestaunen.

Bedient wird die Amazfit Bip S über den Touchscreen, der sich mit Swipes und normalen Berührungen versteht. Mit einem Smartphone Touchscreen kann man das nicht vergleichen, das kleine Display ist nicht so „reaktionsschnell“. Mit ein bisschen Gewöhnung klappt die Bedienung aber sehr gut und man findet sich auch zurecht. Der physische Button an der Seite dient zum Entsperren der Amazfit Bip S oder als „Zurück“-Taste.

Zusammenfassung:

Bei den Materialien und der Größe der Amazfit Bip S muss man aber auch vermerken, dass man keine herkömmliche Uhr erwarten sollte. Es ist ein kleiner leichter Fitnesstracker: beim Sport merkt man ihn kaum und im Alltag stört er nicht. Wirklich hübsch ist die Bip S aber auch nicht. Das Display ist klar nicht das „Brillanteste“, Farben sind eher blass und die Auflösung gering, aber dem Preis durchaus angemessen und es erfüllt seinen Zweck – Plus: Super in der Sonne!

Ausstattung & Praxisnutzung

Mit dem Smartphone wird die Amazfit Bip S über Bluetooth 5.0 LE (Low Energy) verbunden. Die Amazfit App blendet von Haus aus stets eine Notification hierfür ein mit „Uhr verbunden“ oder „Uhr nicht verbunden“ – dies kann man unter Android auch deaktivieren, ohne, dass die Verbindung gekappt wird.

Ganz klar ein Argument für die Bip S ist GPS und die Möglichkeit, Strecken beim Joggen oder Radfahren aufzuzeichnen. So kann man die Strecke im Nachhinein abrufen und auch dazu die Geschwindigkeit / den Puls für den jeweiligen Streckenabschnitt einsehen. Das Tracking übernimmt ein „28nm Sony GPS-Chip“, der von einem 3-Achsen Geomagnetsensor unterstützt wird.

An Sensoren kommt noch ein klassischer Schrittzähler dazu sowie ein 3-Achsen Beschleunigungssensor. Um den Puls aufzuzeichnen, steht die aktuelle Generation an PPG-Biotrackern von Amazfit bereit. Dies geschieht „optisch“. Die Hardware arbeitet soweit gut und in der Praxis gab es keine Aussetzer.

Nun zur Software auf der Bip S. Das Menü ist recht ähnlich zu Googles Wear OS aufgebaut. Vom Homescreen (dem standard Ziffernblatt) kann man nach links oder rechts “wischen” um die einzelnen Funktionen aufzurufen. So hat man:

  1. Musik mit Titelname und Interpret sowie Buttons für Play / Pause, Titel vor / zurück und Lauter / Leiser

    Ziffernblätter

  2. Übersicht der geleisteten Schritte, gelaufenen Metern, verbrauchten Kalorien und „zu langen Sitzungen am Schreibtisch“
  3. Menü mit Pai und den Score
  4. Pulsmessung, Puls im Tagesverlauf  und die Pulsbereiche in Prozent
  5. Das aktuelle Wetter und Übersicht der nächsten Tage.

Swiped man nach oben, dann gelangt man zu seinen Notifications und nach unten zu den Schnelleinstellungen. Drückt man auf dem Homescreen den Button an der Seite, gelangt man ins Menü, wo man durch die Liste an Funktionen durchscrollen kann. Zu den Seiten auf dem Homescreen kommen hier noch Training, Timer, Wecker und Kompass hinzu.

Das Ziffernblatt kann man sich je nach Geschmack in der App aussuchen oder auch online noch Weitere herunterladen. Je nachdem, was man sich raussucht, sind auch Shortcuts (z.B. Wecker, Sport, Schritte) möglich. Zwei der Ziffernblätter lassen sich sogar individualisieren („Widget“ austauschen).

Amazfit App

Die Amazfit Bip und Bip Lite sind mit der Mi Fit App (im Play Store) nutzbar, die Amazfit Bip S ist noch nicht verfügbar, sollte aber noch kommen. So muss man bislang auf die Amazfit App (im Play Store) zurückgreifen, die aber zur Mi Fit App recht ähnlich ist.

So hat man eine Startseite, die direkt den Überblick über alle Fitnessdaten gibt: Geleistete Schritte, den PAI (Persönliche Aktivitätsintelligenz) Wert, Schlafpunktzahl und Herzfrequenz. Hier kann man auch auf die wichtigsten Werkzeuge zugreifen (u.a. Joggen starten, Wecker einstellen, Ziffernblatt wechseln).

Im zweiten Reiter nimmt man die Einstellungen für die Amazfit Bip S und legt die „Sport“-Ziele fest. Unter „Profil“ hat man nochmal die Uhr inklusive Einstellungen, kann das Amazfit Konto verwalten oder mit anderen Konten koppeln.

In der Praxis kommt man gut mit der Amazfit App zurecht und kann Einstellungen schnell vornehmen. Wer sich die gerne am Morgen die Analyse des Schlafs oder den PAI Wert zur Kontrolle anschaut, bekommt dies übersichtlich dargestellt. Alternativ koppelt man einfach mit Google Fit und bekommt die Daten synchronisiert. Ansonsten musste ich in der Praxisnutzung selten die Amazfit App öffnen und konnte alles über die Uhr regeln.

Sportmessung & Gesundheitsdaten

Vorrangig ist die Amazfit Bip S ein Fitnesstracker. Klar hat sie grundlegende Smartwatch-Funktionen, die im Alltag schon viel bringen, aber im Grunde nur das Standard-Programm sind. Auch bieten die teureren Smartwatches und Fitnesstracker deutlich mehr Sportmodi und Sensoren zum Tracken.

Man darf also selbst entscheiden, ob man z.B. auch die Frequenz beim Rudern aufzeichnen muss, oder ob der Puls reicht mit der Bip S. So stehen 10 Modi bereit, wobei man mit „Freistil“ im Grunde alles tracken kann, um den Puls zu messen. Die Modi: Outdoor-Laufen, Indoor-Laufen, Radfahren, Indoor-Radfahren, Freistil, Gehen, Offenes Gewässer, Schwimmbad, Crosstrainer, Yoga.

Im Vergleich zur Fossil Sport mit Wear OS fällt auf, dass seltener der Standort aufgezeichnet wird. Bedeutet, die Route ist etwas abgehackter: z.B., wenn man die Straßenseite wechselt, zeichnet die Bip S dies nicht auf. Bei 20km auf dem Rad sind dies 400m, die verloren gehen.

Auch braucht das GPS je nach Standort ein bis zwei Minuten, bis die Position gefunden wurde – Das sollte man vor dem Start beachten. Einfach das Training auswählen beim Schuhe binden, dann sucht die Amazfit Bip S schon mal den Standort und dann kann man vor der Tür schon den Startbutton drücken.

Was mir fehlt, ist ein Barometer, um die Höhenmeter aufzuzeichnen. Das Barometer bekommen erst die teureren Amazfit Modelle und meine Fossil Sport hat es auch an Bord.

Ungemein praktisch ist aber das Display – Oben habe ich es schonmal angesprochen. Das transflektive Always On Display ist im Freien perfekt ablesbar und ein super Statusdisplay unterwegs. So hat man Zeit, Strecke, Geschwindigkeit und Puls immer im Blick. Die Geschwindigkeits-Anzeige ist allerdings gut 10 Sekunden verzögert und kann keinen Fahrradcomputer ersetzen.

Eine Funktion, die zwar gut gemeint ist, aber mich tierisch nervt und nach dem ersten Training deaktiviert wurde: Beim Joggen oder Rad fahren pausiert das Training automatisch, wenn man anhält. Dies wird durch eine Vibration signalisiert, ganz dem Motto „Wie du machst schon wieder Pause?“ – Dann stoppt auch die Pulsmessung.

Akkulaufzeit

Ganz klar der schwierigste Punkt des Testberichtes: es dauert ewig, bis die Amazfit Bip S leer ist! Angegeben ist der Fitnesstracker mit bis zu 40 Tagen mit dem 200mAh Akku. Die größten Akkufresser sind die permanente Pulsmessung sowie Streckenaufzeichnung mit GPS – natürlich beides nur wenn aktiviert. Hochgerechnet über eine Woche kommt man so mit täglichem Joggen / Radfahren von einer bis anderthalb Stunden, permanenter Pulsmessung und allen Smartwatch-Funktionen mit Notifications auf gut 25 Tage mit einer Akkuladung. Lässt man es normal angehen mit jeden zweiten Tag Sport, mal ohne GPS, und ohne dauernde Pulsmessung, dann landet man zwischen 30 und 35 Tagen.

Zum Aufladen steht ein neues magnetisches Ladedock bereit, in das man die Amazfit Bip S einfach reinlegt. Dieses verbindet man mit einem beliebigen USB-Ladegerät und kann so den Fitnesstracker in zweieinhalb Stunden komplett vollladen.

Testergebnis

Getestet von
Erik Zürrlein

An sich ist alles an Bord, die Hardware ist noch immer angemessen für die benötigten Funktionen und der Preis in spitze. Das kleine Facelift schadet der Amazfit Bip nicht und sie hat ihren würdigen Platz im Huami Sortiment. Auch nach über zwei Jahren noch.

So kann man Sport gut tracken – natürlich wie hoch die Anforderungen sind – und Puls- und GPS-Daten sind im Vergleich auf einem brauchbaren Level mit der Konkurrenz. Klar ist die Anbindung und Integration des Smartphones mit dem proprietären System nur beschränkt möglich sowie das Touchdisplay und die Bedienung etwas fummelig. Entschädigt wird man durch die phänomenale Akkulaufzeit.

In Acht nehmen muss man sich aber vor der Konkurrenz aus dem eigenen Hause! Amazfit fertigt für Xiaomi das neue Mi Band 5, das man aufgrund der enormen Stückzahlen auch viel günstiger anbieten kann. Hier wird der Praxistest schon bald klären, ob das kompaktere und preiswertere Mi Band 5 nicht die Amazfit Bip S überholt hat.

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SteffenK
Gast
SteffenK (@guest_65729)
1 Monat her

Ich hätte ja gern die neue Firmware auf meiner normalen BIP…
Zumindest könnte man diese mit Zusatzfunktionen versehen:
https://youtu.be/AcT2R10nRXs
Finde ich schon cool!

idur
Gast
idur (@guest_65713)
1 Monat her

Hab seit ein paar Monaten die Verge und benutze die eigentlich nur um GPS Tracks vom Handy auf die Verge zu laden und dann diesen Track abzugehen bzw. mit dem Rad nachzufahren. Hochladen geht mit der Amafit App unter Profil, Amazfit Verge, Dateien, GPX. Geht das bei der BIP S auch, oder klappt nur der Export der aufgezeichneten GPX Dateien?

Jolanta
Gast
Jolanta (@guest_65661)
1 Monat her

Das Mi Band 5 hat eben kein GPS. Für mich sind die Produkte nicht fair vergleichbar. Bin mit der Bip S sehr zufrieden, das Band 4 habe ich zurückgeschickt.