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Der Untergang des größten China Shops: Ist Gearbest pleite?

Gearbest ist bereits seit einigen Monaten fast komplett von unserer Seite verschwunden. Das lag vor allem daran, dass es keine guten Angebote und auch kaum noch empfehlenswerte Produkte im China Shop zu kaufen gab. Vieles spricht nun dafür, dass Gearbest gar nicht mehr zurückkommen wird. Unser ehemaliger Kontakt hat uns bestätigt, dass der Onlineshop endgültig pleite ist.

Versucht man die Seite zu erreichen, begrüßt einen die Meldung “Invalid URL”. Ihr kommt also gar nicht mehr auf die Website, eine offizielle Erklärung von Gearbest gibt es momentan nicht. Gearbest war bereits vor einer Woche kurzzeitig nicht zu erreichen. Zwischenzeitlich schien man allerdings wieder auf die Website zugreifen zu können. Inzwischen führt der Link wieder einfach ins Nirgendwo. Anders sieht es in der Gearbest App aus. Die läuft wie geschmiert, es gibt weiterhin Angebote, selbst der Kaufvorgang scheint zu funktionieren. Zur Kasse kommt ihr jedenfalls, weiter habe ich mich nicht getraut. 🙂

Pleite des Mutterkonzerns

Gearbest Finanzen 1

Der Grund für die Probleme bei Gearbest ist allen Anschein nach die Insolvenz des Mutterkonzerns Globalegrow. Dieser scheint bankrott zu sein und hat Insolvenz angemeldet. Schon im letzten Jahr lief es nicht gut für den Betreiber unterschiedlicher E-Commerceseiten. Während das Gros der Online-Plattformen von der Coronakrise profitieren konnte, ging es für die Globalegrow Shops steil bergab. Der Aktienkurs des als Global Top E-Commerce gelisteten Unternehmens ist eingebrochen und der Umsatz stark zurückgegangen.

Gearbest Finanzen 2

Bei Gearbest selbst lief es in letzter Zeit auch nicht gerade rosig. Ein Blick in die Bewertungen der Gearbest App im Playstore zeigt fast nur ein oder zwei Sterne Bewertungen. Oft wird sich über nicht gelieferte Ware beschwert. Wir nutzen Gearbest auch schon seit längerer Zeit nicht mehr, da die Preise einfach nicht mehr dem entsprochen haben, was die Konkurrenz zu bieten hat. Damit nimmt einer der größten chinesischen Onlineshops ein jähes Ende und überlässt das Feld dem Konkurrenten. Insbesondere der China-Shop Banggood wird von der Pleite stark profitieren.

Was lief schief?

Ob die Pleite von Gearbest einfach nur an dem Bankrott des Mutterkonzerns liegt, können wir nicht beurteilen. Gearbest hatte das Ziel, durch Dumping-Preise den Markt zu erobern und der Konkurrenz die Kunden zu stehlen. Dieses Prinzip schien lange Zeit zu funktionieren. Die anderen China-Shops hatten eine sehr schwere Zeit. Einige Shops wie Efox-Shop oder Comebuy gingen durch die Dominanz von Gearbest sogar pleite. Gearbest auf der anderen Seite etablierte sich als die Bezugsquelle schlechthin für Xiaomi-Smartphones und Co.

Dieses Geschäftsmodell ging lange Zeit gut und für Gearbest hätte es augenscheinlich kaum besser laufen können… Dann jedoch kam der große Wendepunkt: Nahezu von einem Tag auf den anderen gab es keine guten Angebote mehr auf Gearbest.com. Wir wissen nicht, was der Hintergrund für diese Entscheidung war. Eventuell ist dem Mutterkonzern das Geld ausgegangen oder das Management hat sich dazu entschlossen, die Gewinne von Gearbest durch höhere Preise zu steigern. Jedenfalls sank von diesem Tag sukzessive das Interesse an Gearbest.com und andere Shops wie Banggood nutzten die Gunst der Stunde.

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Patrick
Gast
Patrick (@guest_81135)
7 Stunden her

Kein Verlust, hatte da ein paar mal bestellt und nie etwas erhalten sondern immer nur Geld zurückfordern müssen. Qualität setzt sich immer durch und wenn man ein Chinesisches Amazon werden will, sollte man auch mal dafür sorgen dass die Kunden ihr Zeug kriegen und vielleicht auch das was sie bestellt haben.

F Gearbest
Gast
F Gearbest (@guest_81085)
2 Tage her

Keine Träne weine ich denen nach. Hatte bei denen mal ein Vernee M5 gekauft – das bereits einen eingebauten Trojaner im System hatte.

Ibo
Gast
Ibo (@guest_81034)
3 Tage her

Ich hab schon zig mal bei gearbest bestellt und es kam immer meine Ware an. Aber am Ende gab es, wie schon erwähnt, keine Schnäppchen mehr.
Am besten finde ich meinen alfawise robo staubsauger.
Schade um meine 5euro wallet.

Sönke
Gast
Sönke (@guest_80989)
3 Tage her

Dem soll das Geld ausgegangen sein? Zuvor immer schön kassiert und nicht geliefert. Das alles über einen Zeitraum von über einem Jahr. Ich habe zuvor sehr oft bei denen bestellt. Alles bestens.
Ich vergieße keine Träne . Ich hoffe der Shop bleibt dicht.

pavlov
Gast
pavlov (@guest_80983)
4 Tage her

Ein Shop verschwindet. Tausende Pilze sprießen auf.

Werner Mayer
Gast
Werner Mayer (@guest_80981)
4 Tage her

Oje, aber das habe ich fast schon vorraus gesehen. Ich wartete mal ewig auf einen Bestellung. Wurde immer wieder verschoben. Habe dann storniert und seitdem Gearbest gemieden.

lars
Gast
lars (@guest_80971)
4 Tage her

Geht mal auf diese Seite chinavasion.com die sieht verdammt ähnlich aus wie Gearbest.
Bis vor kurzem sah diese Seite noch richtig alt backend aus und die Preise waren jenseits von Gut und Böse.
Die Firma hat ihren Sitz laut Impressum in Hongkong war dort nicht auch Gearbest?

Birgander
Gast
Birgander (@guest_80966)
4 Tage her

Ich bin jetzt auch kürzlich von Gearbest zu Banggood gewechselt, habe jetzt aber das Problem, dass keinerlei Emails von Banggood bei mir ankommen. Es ist kein Viren/Spamfilter aktiv und ansonsten habe ich auch keine Probleme mit meinem Postfach. Sehr seltsam. Hat noch jemand das Problem, bzw. gibt es da irgendeinen Trick?

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre (@jonas-andre)
4 Tage her
Antwort an  Birgander

Hey, da Banggood gerne mal Mails spammt wie ein Weltmeister, ist es möglich, dass dein E-Mail-Anbieter einfach alle E-Mails von denen abblockt, bevor du das mitbekommst. Wo ist denn deine Emailadresse?

Beste Grüße

Jonas

Birgander
Gast
Birgander (@guest_80998)
3 Tage her
Antwort an  Jonas Andre

Bei einem Webhoster, genauer bei Netcup. Ja, so wird es wohl sein, werde mal bei dem Support anfragen ob man da was machen kann.

Carsten
Gast
Carsten (@guest_80963)
4 Tage her

Efox hatte ich fast vergessen! Comebuy, Fastcardtech etc. Ach, das waren noch Zeiten… obskure Smartphones von Jiayu, Elephone, Ulefone, Xiaocai, iNew und wie sie alle hießen. Immer mit MTK6580 CPU und unbrauchbarer Kamera, aber immer mit DualSim – das einzige Argument für den Elektroschrott damals. Zum Glück kam dann

Carsten
Gast
Carsten (@guest_80964)
4 Tage her
Antwort an  Carsten

… Xiaomi und hat endlich verlässliche, gute Qualität in dem Markt etabliert.

pavlov
Gast
pavlov (@guest_80984)
4 Tage her
Antwort an  Carsten

und LeEco und Huawei

Mulhouse
Gast
Mulhouse (@guest_80987)
4 Tage her
Antwort an  Carsten

Naja, bei den vielen Bugs die sie haben und die ich schon selbst erleben durfte…..

deppjones
Gast
deppjones (@guest_81022)
3 Tage her
Antwort an  Mulhouse

Die erstgenannten oder Xiaomi? Mein Ulefone Power war ein einziger Bug-Haufen, nicht mal die Kopfhörer-Buchse war normgerecht (zu lang, da hat wohl jemand den Alurahmen erst nachträglich dran konstruiert, als die Platine schon fertig war…). Bei Xiaomi (Mi9T Pro) dagegen hatte ich seit zwei Jahren noch keinen einzigen Bug außer ein paar Einstellungssachen. Ganz anders, als z.B. bei meinen Samsung Flagships vorher. Die hätten alle irgendwelche Merkwürdigkeiten, von wilden Abstürzen wegen der verbuggten Speichercontroller (Note II und Note 4), beinahe Meltdowns, weil der Akku bei der Spannung einbrach und das Gerät wie irre versuchte, irgendwas dagegen zu tun (Note 4),… Weiterlesen »