DJI ist seit Jahren der Marktführer sowohl im Bereich Hobbydrohnen als auch im professionellen Bereich. Die Modelle der Phantom Reihe sind die meistverkauften Drohnen weltweit. Der Preis liegt hier mittlerweile jedoch bei über 1000€ und ist damit für viele Interessenten zu teuer. Deshalb wollten wir die DJI Phantom 3 SE, das neue abgespeckte Modell, unbedingt selbst testen. Was bringt die kostengünstige Drohne?

Verpackung und Lieferumfang

Die DJI Phantom 3 SE wird in einem großen Karton geliefert, der auch gut als Transportmöglichkeit zu nutzen ist. Im Zubehör enthalten sind verschiedene Anleitungen, ein qualitativ hochwertiges Ladegerät und vier Ersatzpropeller. Das sieht zwar nicht nach einem umfangreichen Lieferumfang aus, jedoch ist alles wichtige vorhanden. Die Fernbedienung ist bei der DJI Phantom 3 SE leider nicht mit einem Lightbridge System, wie man es bei den Modellen der 4er Reihe findet, ausgestattet. Die Reichweite ist so also auf knapp einen Kilometer reduziert. Zudem findet man auch statt der zwei Antennen nur eine, denn bei der 3 SE wurde auf eine Bildübertragung per 5,8GHz verzichtet und stattdessen auf die WIFI Übertragung gesetzt. Auch hier ist dadurch die Reichweite des Liveviews und auch die flüssige Bildqualität etwas eingeschränkt. Die Funksignale zur Drohne werden wie gewohnt über die 2,4GHz Frequenz übertragen. Hierbei wird mit einer Reichweite von knapp einem Kilometer geworben.

Die DJI Phantom 3 SE selbst sieht, bis auf ein kleines Typenschild, aus wie eine 3 Professional. Auch die Maße sind mit 42x42x14cm identisch. Das Abfluggewicht beträgt 1,23 Kilogramm und liegt somit auch rechtlich im anmeldungsfreien Bereich. Der Akku ist, wie gewohnt, im Heck verbaut und lässt sich per Schnellverschluss entnehmen und wechseln. 4480mAh bei 15,2 Volt bieten, laut Hersteller, eine Flugzeit von bis zu 25 Minuten.

Design und Verarbeitung

CIMG4722Designtechnisch hat sich DJI für den Phantom 3 SE keine Neuerungen gegenüber den anderen Phantom Modellen einfallen lassen. Die altbekannte Form mit goldenen Applikationen machen das Erscheinungsbild aus. Das komplette Gehäuse wurde aus hartem Plastik gefertigt und ist somit erstaunlich stabil. Zudem wurde alles so gefertigt, dass man im Falle eines Absturzes auch mal das Gehäuse wechseln kann. Die Motoren sind waagerecht auf den Armen angebracht und bauen trotz der Plastikbauweise keine großen Schwingungen auf. Ein Schnellverschlusssystem gibt es bei den Propellern leider nicht und so dauert es jedes Mal etwas, bis die Rotoren aufgeschraubt sind. Unter den Motoren wurden die Status LEDs angebracht und zeigen hierüber den jeweiligen Zustand der Drohne an. So erkennt man über Farbe und Rhythmus des Blinkens, ob die DJI Phantom 3 SE startbereit ist oder ob sie die Fernbedienung zum Steuern erkannt hat. Auch ein schwacher Akku wird hierüber signalisiert.

CIMG4718Das Kamerasystem mit Gimbal wurde unter der Drohne angebracht und ist hier in der altbekannten Weise der Phantom Reihe vertreten. Ein 3-Achs-Gimbal sorgt für ausreichend Stabilität und zusätzlich zur mechanischen Stabilität wurden noch ausreichend Dämpferplatten verbaut, um eventuell auftretende Schwingungen auszugleichen. Ein 3D Scanning System zur Hindernis Vermeidung gibt es leider nicht und so muss der Pilot selbst Acht geben, wohin er fliegt. In der DJI Phantom Reihe wurden erst beim Phantom 4 Sensoren verbaut, was diesen dann wiederum um einiges teurer machte. Ultraschall Sensoren zur Abstandsmessung zum Boden sind jedoch an der Unterseite angebracht. Diese unterstützen die Drohne zum Beispiel beim selbstständigen Landen und helfen hier einen ebenen und sicheren Untergrund zu finden. Ein Flug im Inneren ohne GPS ist jedoch im Test nicht so gut gelaufen und war eher wackelig als vertrauenerweckend.

DJI-Go-4-App

Anders als bei manch anderen Drohnen gibt es mit der App keinerlei Probleme bei der Anmeldung. Ein Account ist schnell erstellt und schaltet dann alle Funktionen der DJI Phantom 3 SE für den Benutzer frei. Auch eine Verbindung zwischen Smartphone und Drohne herzustellen, ist kein Hindernis. Innerhalb weniger Sekunden ist das WIFI gefunden und auch verbunden. Ist man dann gekoppelt, kann man in der App DJI Go 4 auf die Drohne zugreifen. Die App selbst ist sehr klar und benutzerfreundlich aufgebaut und eine Bedienung ist selbst für den Anfänger ohne größere Probleme möglich. Um den Start in die Welt des Fliegens zu erleichtern, gibt es sogar einen eigenen Simulator in der App und ein Tutorial. Dort werden auch die intelligenten Flugmodi leicht verständlich erklärt. Die Kamera lässt sich per Regler auf dem Bildschirm oder aber per Fernsteuerung steuern.

DJI Go app

Praxis-Einsatz

Ist die App einmal installiert und verbunden, werden auf dem Smartphone alle wichtigen Informationen angezeigt. Man kann zwischen dem Live Bild der Kamera und einer GPS Landkarte wechseln und hat so einen noch größeren Überblick über den Status der Phantom 3 SE. Ein GPS Flug ist ab neun Satelliten möglich und wird dann als „GPS – fixed“ im Display angezeigt. Entweder per Knopfdruck auf dem Smartphone oder manuell gestartet, hebt die Drohne dann ab und bleibt in einer Höhe von 1,2 Metern in der Luft stehen. Dies funktioniert, dank Satellitentechnik, einwandfrei. Der Kopter steht felsenfest in der Luft und auch wenn man ihn manuell verschiebt, fliegt er sofort wieder an den vorherigen Punkt zurück. Im Innenbereich hingegen gab es teilweise Probleme, da sich das visuelle Positionierungssystem etwas schwer tat, sich zu orientieren.

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Flugverhalten der DJI Phantom 3 SE

Die DJI Phantom 3 SE lässt sich zwar nicht ganz so agil wie die kleine DJI Spark steuern, doch ist immer noch erstaunlich akkurat und genau in der Umsetzung der Anweisungen. GPS und GLONASS lassen die Drohne nahezu perfekt in der Luft stehen und auch der Return-to-home Mode hat lediglich einen Spielraum von knapp 1,5 Metern, was komplett im Rahmen ist. Das automatische Starten klappt genauso einwandfrei, wie das Landen. Der perfekte Abstieg ist vor allem den Sensoren auf der Unterseite zuzuschreiben, da diese den Untergrund scannen und überwachen. So wird die Drohne zum Beispiel auch rechtzeitig stoppen, bevor sie auf einem unebenen Untergrund landet und womöglich noch verunglückt. Insgesamt überzeugt uns das Flugverhalten auf voller Linie. Was jedoch starke Probleme aufwies, war der Liveview. Hier setzt DJI auf eine WIFI Verbindung statt der 5,8GHz Übertragung, was sich auf die Qualität des Bildes auswirkt. Starke Verzögerungen und Verbindungsabbrüche waren an der Tagesordnung. Dies ist natürlich, vor allem ohne Hinderniserkennung, fatal! Man muss deswegen langsam und vorsichtig fliegen, um am Ende des Akkus die Drohne auch wieder heil zurück zu bekommen.

Akkulaufzeit

Der 15,2V 4480 mAh Akku verspricht, laut Hersteller, eine Flugzeit von bis zu 25 Minuten. Im Test schafften wir es bis auf 22 Minuten, also ein ziemlich gutes Ergebnis. Die Flugzeit ist natürlich immer abhängig von den Gegebenheiten der Umwelt. Bei starkem Wind muss die Drohne mehr arbeiten als im Innenbereich, was sich dann wiederum auf die Flugzeit auswirkt. Die Smart Battery ist bei DJI schon von den anderen Modellen bekannt und auch hierfür lassen sich in der Smartphone App einige Daten abrufen (insgesamte Flugzeit, Ladung der einzelnen Zellen, Temperatur und Status der Batterie). Auch nach längerer Lagerung verlor der Akku im Test kaum an Ladung. Der Ladezustand lässt sich anhand von vier LEDs auf der Rückseite einfach ablesen. Die verbleibende Flugzeit wird zudem immer live neuberechnet und auf dem Smartphone angezeigt. Aufgeladen ist die DJI Phantom 3 SE in knapp 3,5 Stunden.

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Videoqualität der 4K Kamera

Die 4K 30fps Kamera ist eingebaut in ein 3-Achs stabilisiertes Gimbal zur Bildstabilisierung, das an der Unterseite des Kopters fest angebracht ist. Das Live Bild wird mit einer Auflösung von 720p auf das Smartphone übertragen und war im Praxiseinsatz der große Minuspunkt. Doch hiermit ist noch nicht Schluss, denn die Kamera selbst ist auch nicht gerade ein Prachtexemplar. Die Farben im Video sind eher schwach. Der Hell-Dunkel Kontrast ist nicht sehr überzeugend und vor allem beim schnellen Wechsel zwischen hellen und dunklen Stellen tut sich die Kamera schwer. Die Aufnahmen sind leicht unscharf und weisen immer wieder Wackler und stockende Stellen auf. Natürlich ist die 4K Kamera nicht 1 zu 1 mit der 4k Kamera der Phantom 4 oder der Mavic vergleichbar, doch wenigstens annähernd so gut wie die DJI Spark sollte sie dann doch irgendwie sein und das schafft sie leider nicht. Normale Fotos nimmt die Kamera mit 12 Megapixeln auf und wenigstens in diesem Bereich kann die DJI Phantom 3 SE mit realitätsnahen Farben etwas punkten.

Fazit und Alternative

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Kilian B.:

Der DJI Phantom 3 SE kommt mit beeindruckenden Daten daher und gibt alleine mit seinem Namen ein gutes Gefühl. Beim Thema Verarbeitung und Design kann man hier auch nichts aussetzen, denn alles ist in der gewohnten Qualität zu finden. Doch schaut man sich die Kameratechnik, das Herzstück der Drohne, an, dann sieht man schnell, warum der Preis so niedrig ist. Die Aufnahmen erinnern eher an einen einfachen 1080p Sensor als an eine 4k Drohne für den semi-professionellen Bereich. Schärfe und Kontrast lassen sehr zu wünschen übrig und ebenso kann der Live-View nicht so recht überzeugen. Immer wieder ruckelt und hängt das Bild und ein sicherer FPV Flug ist nicht so ganz möglich. Wer in dieser Preisklasse einen Quadrokopter sucht, der sollte definitiv zur Xiaomi Mi Drohne greifen!

7.4 Mittelklasse
  • Verarbeitung und Design 9
  • Flugverhalten 8
  • Akkulaufzeit 8
  • Videoqualität 6
  • FPV Qualität 6

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