Die Xiaomi FIMI A3 ist die günstigste Drohne im aktuellen Line-Up des Herstellers. Wir hatten bereits das klappbare Spitzenmodell, die FIMI X8 im Test. Die FIMI A3 kostet nur um die 200€ und dafür muss man im Vergleich zur X8 Abstriche bei der Bild- und Videoqualität und der Kompaktheit machen. Die Drohne ist dennoch nicht so riesig wie die normale Mi Drohne (auch als 4K Version erhältlich) und passt in einen normalen Rucksack. Die Grenze zwischen Spielzeug und hobbymäßigen Luftaufnahmen verschwimmt genau in diesem Preisbereich. Konkurrenz kommt insbesondere von der Hubsan Zino, die ebenfalls den 200€ sehr nahe kommt und bei der Qualität der Aufnahmen die FIMI A3 problemlos aussticht. Die FIMI ist schon durch den Preis und die Ausstattung eine glasklare Anfängerdrohne und GPS gestütztes Fliegen macht einfach Spaß.

Verpackung und Lieferumfang

FIMi A3 Lieferumfang Ladegerät 1

Die FIMI A3 Drohne wird in einem 1 Kilogramm schweren Karton mit Abmessungen von 35 x 29 x 11 Zentimeter geliefert. Der Karton lässt sich inklusive Tragegriff problemlos als praktische Transportbox für die Drohne verwenden. Im Paket enthalten ist Folgendes:

  • Anleitung (bebildert und englisch)
  • Ladegerät für den Akku
  • Ein Micro-USB Kabel
  • 2 Ersatzpropeller
  • Die FIMI A3 Drohne mit 4 Propellern
  • Fernbedienung

Design und Verarbeitung

FIMI A3 Design Verarbeitung

Die FIMI A3 Drohne bringt 560 Gramm auf die Waage und misst 28,5 x 22,9 x 6,9 Zentimeter. Die längere Diagonale beträgt 32,3 Zentimeter, alle Angaben ohne die überstehenden Propeller. Einen Schutz für die Propeller, wie man es von einigen anderen Drohnen kennt, ist nicht vorgesehen. Der Akku kann hinten entnommen werden und auf der Unterseite findet man den Power-Knopf.

FIMI A3 Drohne Verarbeitung 2 FIMI A3 Drohne Verarbeitung 3 FIMI A3 Drohne Verarbeitung 4 FIMI A3 Drohne Verarbeitung 1

Der Akku muss zum Laden entnommen werden und kann über ein spezielles 4-Pol Ladegerät geladen werden. Ein gummikappen-geschützter DIY Anschluss steht ebenfalls unter der Drohne zur Verfügung. Das Kamera-Gimbal ist in die Vorderseite integriert und das Gehäuse nach vorne und unten geöffnet.

Xiaomi FIMI A3 Design Anschlüsse 2 Xiaomi FIMI A3 Design Anschlüsse 4 Xiaomi FIMI A3 Design Anschlüsse 1 Xiaomi FIMI A3 Design Anschlüsse 3

Von oben betrachtet zeigt das FIMI Logo den Kopf der Drohne an und hinten befindet sich ein kleiner Hügel auf dem Gerät. Die Verarbeitung ist spitze und die Drohne wirkt äußerst stabil. Die Spaltmaße sind gering und man hat in der Hand umgehend das Gefühl, kein Spielzeug mit sich herumzutragen. Die Propeller werden an den jeweiligen Brushless Motoren kurz nach unten gedrückt und dann eingedreht. Auch diese sitzen sicher und bestehen aus etwas weicherem Kunststoff als der Körper selbst. Nahezu alles an der FIMI A3 ist aus Kunststoff gefertigt. Klar – dann ist sie einfach leichter und das ist im Flugverkehr nun mal essentiell wichtig.

FIMI A3 Drohne Test

Die FIMI A3 steht auf 3 Füßen mit Gumminoppen nur wenige Zentimeter über dem Boden. Im Gegensatz zur X8 SE kann die Drohne nicht zu einem sehr kompakten Paket zusammengeklappt werden. Die Fernbedienung ist mit 20 x 9,5 x 4 Zentimeter ziemlich klobig, beinhaltet dafür aber ein 4,3 Zoll großes Display. Bei den meisten anderen Drohnen spannt man sein Handy zwischen oder an der Fernbedienung ein. Warum das so ist, wird klar, sobald man die Fernbedienung einschaltet. Das Display löst mit 480 x 272 Pixel auf und die Lesbarkeit ist an hellen Tagen ziemlich schlecht. Jedes 50€ Smartphone hat ein deutlich besseres Display und man kann es auch besser ablesen.

Fernbedienung Hand

Naja, einen entscheidenden Vorteil bringt es dennoch mit: Drohne aufstellen, Fernbedienung in die Hand und los geht’s. Das Einspannen und Koppeln mit der Fernbedienung fällt weg. Auch eine App muss man nicht starten. Einfach einschalten und los geht’s. Praktisch wäre auch einfach ein Lichtschutz gewesen, dann wäre es schon deutlich besser ablesbar. Die Fernbedienung spricht also auch dafür, dass die FIMI A3 eher Spielzeug, als ein ferngesteuertes Auto sein soll.

Fernbedienung FIMi A3 Vorne hinten 2 1 Fernbedienung FIMi A3 Vorne hinten 3 1

Die Fernbedienung verfügt neben den beiden Steuerknüppel noch über 5 weitere Tasten und 2 Räder als Schultertaste. Mit dem linken Steuerknüppel reguliert man wie üblich die Höhe und die Blickrichtung der Drohne. Mit dem rechten kann man die Drohne in alle Himmelsrichtungen neigen und FIMI A3 damit fortbewegen. Die linke Taste auf der Rückseite löst bei kurzem Druck eine Fotoaufnahme aus und startet bei längerem Drücken ein Video. FIMI A3 Testbericht DIYDie Rechte ist für den DIY Anschluss (Do it Yourself), wenn man z.B. ein LED-Licht an der Drohne angebracht hat. Mit dem linken Schulterrad steuert man den Winkel des Gimbal, also der Kamera und mit dem rechten Schulterrad kann man die Belichtung manuell anpassen. Vorne findet man dann noch den Power-Knopf, die Return-Home Taste (diese muss länger gedrückt werden) und einen kleinen grauen Steuerknüppel für das Display. Leider ist kein Touchscreen verbaut, aber bei diesem Preis kann man das auch nicht erwarten.  Mit der roten Switch-Taste kann man zwischen Sport-Modus und GPS-Modus wechseln.

Praxis-Einsatz

FIMI A3 Drohne Praxiseinsatz

Die Nutzung der Drohnen erweist sich in der Praxis als äußerst praktisch. Kein Smartphone, keine App, einfach die Fernbedienung und die Drohne einschalten (einmal kurz und dann lang gedrückt halten) und schon geht die Verbindung vollautomatisch vonstatten. Auch Updates kann man installieren, wann man möchte, und steht nicht plötzlich nach einem Monat da und muss vor dem Flug ein 300 MB großes Update über das Handy auf der Drohne installieren. Das ist mir tatsächlich mehrfach mit der Mi Drohne passiert und einfach richtig nervig. Hier macht man die Updates manuell, wann man will. Das geht denkbar einfach, man braucht nur eine Micro-SD Karte.

Update FIMI A3 Drohne

Für den Controller einfach die neue Firmware auf der offiziellen FIMI Seite (zur Website) herunterladen und die „entpackte“ Datei auf die SD Karte übertragen. Anschließend die SD in die Fernbedienung stecken und einschalten. Das Update wird aufgespielt und anschließend hat man auch die deutsche Sprache zur Verfügung, die beim Auspacken der Drohne noch nicht vorhanden war.

Für den Kamera-Gimbal und die Drohne selbst muss man eine SD Karte in die Drohne stecken und die Drohne einschalten. Anschließend die Drohne mit dem PC verbinden (der Micro-USB Anschluss befindet sich unter der Gummiabdeckung am Akku). Dann sowohl das Kamera-Update, als auch das Flight-Control Update auf die SD übertragen und die Drohne manuell neustarten (einmal kurz und lange gedrückt halten). Nach dem Einschalten sollte dann nach einer Minute die beiden weißen LEDs anfangen zu blinken. Der Prozess dauert 5 Minuten und anschließend startet die Drohne automatisch neu und ist auf dem neusten Stand. Überhaupt zeigt sich FIMI bei der A3 mit bereits 3 Updates durchaus großzügig. Hoffen wir, dass es so weiter geht.

Einstellungen können in deutscher Sprache über die Fernbedienung vorgenommen werden

Nach erfolgreichem Start stehen neben normalen Fliegen auch allerhand Funktionen zur Auswahl. Hier ist wie immer große Vorsicht geboten, da z.B. beim Selfie Modus die Drohne nach kurzem Anvisieren des Gimbals schnurstracks nach hinten wegfliegt und aufsteigt. Sollte ein Baum im Weg sein, war es das mit der Drohne. Also was ich sagen will ist, solche automatischen Modi sollte man immer gut überwachen. Automatisches Starten und Landen funktioniert problemlos und man kann den Landepunkt auch nachträglich nochmal ändern (Aktuelle Position der Fernbedienung). Es gibt ansonsten noch einen Orbit-Modus (bestimmtest Objekt oder Person wird umkreist) und den Follow-Me Modus. Person oder Objekt wird verfolgt. Beides funktioniert nicht so richtig gut, aber man erkennt die Idee dahinter. Leider verliert insbesondere der Follow-Me Modus bei gewissen Abstand sehr schnell das zu verfolgende Objekt.

FIMi A3 Controller Fernbedienung 1 FIMi A3 Controller Fernbedienung 2

Egal ob Sport- oder GPS-gestützter Modus, die Drohne ist problemlos auch für Einsteiger zu nutzen. Kamera-, Video-Einstellungen und Kalibrierungen kann man auch direkt über den Controller vornehmen und durchführen. Das Interface zeigt durchgehend die wichtigsten Infos für den Flug und gibt auch noch praktische Hinweise in Form von Einblendungen. Also noch einfacher und unkomplizierter Drohne fliegen, wie mit der FIMI A3, ist kaum möglich.

Flugverhalten

Xiaomi FIMI A3 Drohnen Test

Im GPS Modus macht Fliegen wie üblich großen Spaß. Nachdem genügend Satelliten gefunden wurden, kann man die Drohne manuell starten oder man nutzt die automatische Startfunktion. Bei letzterem steigt die FIMI A3 auf eine Höhe von 4 Meter auf und wartet dort dann auf Fluganweisungen. Die Drohne hat keine Sensoren, die vor Kollision oder sonst etwas warnen. Man muss selbst schauen, wo man die Drohne gerade fliegt, in Deutschland ist es ohnehin nicht erlaubt außer Sichtreichweite zu fliegen. Die Geschwindigkeit beim Aufsteigen liegt bei 5m/s und man kann maximal 18m/s schnell fliegen. Die FIMI A3 ist also mit 60km/h eine durchaus schnelle Drohne. Im Standard ist die Drohne per GPS auf 500m Entfernung und 120m Steighöhe begrenzt. In Deutschland sind nur 100m Höhe erlaubt und die Entfernung ist laut Hersteller auch bis zu einem Kilometer möglich. In der Praxis kam ich auf knapp 500m. Verliert die Drohne das Signal zur Fernbedienung oder ist der Akku leer, fliegt die FIMI A3 automatisch zum Startpunkt zurück und landet.

Die FPV Ansicht auf dem Display leidet gelegentlich unter Aussetzern, insbesondere bei schnellen Flugmanövern und bei größerer Entfernung. Die FIMI A3 konnte aber immer noch gesteuert werden, auch wenn das Bild weg war. Und natürlich wurde auch das Video weiter aufgezeichnet, da dies direkt auf die SD der Drohne gespeichert wird. Auch anspruchsvolle Flugmanöver nahe über dem Boden meister die A3 ebenso souverän wie der große Bruder. Die C8 SE konnte aber mit Wind deutlich besser umgehen. Die FIMI A3 ist durch ihre Größe und das Gewicht vergleichsweise anfällig für Windböen. Bei stärken Winden hört man wie die Drohne angestrengt arbeitet und sie wird auch mal einen halben Meter zur Seite geweht und bewegt sich dann erst langsam wieder zurück.

Akkulaufzeit

FIMi A3 Lieferumfang Ladegerät 2Etwas enttäuschend ist die Akkulaufzeit. FIMI gibt zwar 25 Minuten an, aber selbst bei Windstille sind nicht mehr als 15-18 Minuten Flugzeit möglich. Der 2000 mAh Akku braucht dann auch noch knapp 2 Stunden, bis er wieder voll einsatzbereit ist. Der Ersatzakku ist mit 30-40€ aber verhältnismäßig günstig und schon hat man die Flugzeit verdoppelt. Der stärkste Konkurrent, die Hubsan ZINO, schafft mit 3000 mAh knapp 20-23 Minuten Flugzeit.

Video- und Fotoqualität

Schaut euch einfach das Video an und urteilt selbst, ob euch die Qualität genügt. Ich persönlich sehe die FIMI A3 eher als Einsteiger-/Spielzeugdrohne mit vielen coolen Features. Man lernt das Drohnenfliegen und auch den Umgang mit entsprechend Funktionen, ohne gleich 400-600€ zu riskieren. Insbesondere die automatisierten Modi sorgen natürlich für Probleme in der Praxis. Nun aber zu den Videos.

Videos sind mit 1080p bei 30 FPS möglich und Fotos werden mit 8 Megapixel aufgenommen. Insbesondere die Details und Schärfe ist kein Vergleich zur FIMI X8 oder zur Hubsan Zino. Dennoch kann man schöne Luftaufnahmen machen, die definitiv sehenswert sind. Durch einen EIS und Gimbal (OIS) werden die Aufnahmen gut stabilisiert, mit gelegentlichen Problemen bei schnellen Bewegungen oder viel Wind.

Fazit und Alternative

jonas-andre
Jonas Andre:

Die FIMI A3 ist durch die Bank eine sehr gute Drohne, insbesondere wenn man den 200€ Preis mit beachtet. Für 200€ gibt es beim chinesischen Marktführer DJI mit etwas Glück einen Rucksack zum Einpacken einer Drohne. Spaß beiseite, was FIMI hier für 200€ abliefert, ist einfach spitze. GPS gestütztes Fliegen klappt in der Praxis exzellent und auch an Einstellungen mangelt es kaum. Die Drohne ist blitzschnell einsatzbereit und man kann im Vergleich zu vielen anderen einfach einschalten und losfliegen – man braucht hier eben kein Smartphone. Die Verarbeitung der Drohne und der Fernbedienung ist ohne Fehl und Tadel. Die Video- und Foto-Qualität ist zwar den teureren Konkurrenten unterlegen, aber dennoch alles andere als unbrauchbar. Für Einsteiger und vor allem jüngere Bruchpiloten ist die FIMI A3 die absolut richtige Wahl. Man lernt hier Drohnenfliegen und riskiert dabei nicht viel Geld. Für zusätzlich Spaß sorgt ein DIY Anschluss, mit dem man Rauchbomben zünden oder LEDs an der Drohne anbringen kann.

Klare Alternative ist die Hubsan Zino, die eine bessere Videoqualität mit sich bringt und sogar im gleichen Preisbereich schon zusammenklappbar ist. Wer schon Erfahrung mit Drohnen hat und sich eher als Hobbyfotograf und Landschaftsfilmer sieht, der greift für knapp 150€ Aufpreis zur FIMI X8 SE.

Preisvergleich

Nur 225 EUR*
10-15 Tage - EU Priority Line - zollfrei
Zum Shop
257 EUR*
10-15 Tage – Priority Direct Mail wählen - zollfrei
Zum Shop
266 EUR*
mit Gutschein "PERFEKT" - Versand aus Deutschland
Zum Shop

*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 22.09.2019

Newsletter bestellen
Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!
 
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei