Die chinesische Firma Xiaomi, bisher bekannt für qualitativ hochwertige Handys, versucht mit ihrem neuesten Produkt auch im Drohnenmarkt Fuß zu fassen. Am 25. Mai erregte die Mi Drone (MI UAV) auf der Xiaomi Präsentation bereits ähnlich viel Aufsehen wie die Vorstellung des Marktführers DJI. Ob Xiaomi im Drohnenmarkt ebenso einschlägt wie im Handymarkt, muss sich noch zeigen. Wir hatten das große Glück, diesen Quadrokopter testen zu können und haben untersucht, ob die Mi Drohne die preisgünstige Alternative zum DJI ist. Xiaomi liefert derzeit eine Version mit 1080p und eine mit 4K-Kamera aus.

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Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird die Mi Drohne in einem Karton, der schon vom Aussehen her erahnen lässt, dass Xiaomi sich Mühe gegeben hat, ein gutes Produkt zu gestalten. Die Schaumstoffbox wie beim DJI Phantom 4 ist zwar hier nicht zu finden, jedoch lässt sich die Verpackung trotzdem gut als Transportmöglichkeit nutzen. Öffnet man den Karton, erwartet einen sogleich die erste Überraschung. Denn das Landegestell der Mi Drohne ist klappbar, was den Kopter extrem flach macht. Wer also einen normalen Rucksack besitzt, hat damit schon die perfekte Transporttasche. Xiaomi bietet natürlich auch einen extra Rucksack für die Mi Drone an, welcher für 30€ zu erwerben ist.

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Fein säuberlich getrennt finden sich in der Verpackung das Ladegerät in gewohnt schickem Design, zwei Paar Rotoren, Propellerschützer, Werkzeug, ein USB Kabel für die Verbindung zwischen Smartphone und Fernbedienung, der 5100 mAh starke Smart-Akku und natürlich die Fernsteuerung. Bei den Rotoren fällt sofort das Xiaomi eigene Befestigungssystem ins Auge. So sind die Propeller nicht mit den Schraubenkappen in der Mitte verbunden, sondern lassen sich abnehmen. Xiaomi begründet dies damit, dass bei einem Neukauf auf diese Weise Geld gespart werde. Das Ladegerät ist in Weiß gehalten und der Anschluss an den Akku ist sogar mit einer besonderen Schutzkappe versehen. Der Akku selbst ist dem des DJI Phantom sehr ähnlich und ebenfalls mit intelligenter Elektronik, welche Daten wie Akkustand, Anzahl der Ladungen oder Temperatur an die Smartphone-App sendet.

Design und Verarbeitung

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Die Fernbedienung liegt sowohl vom Gewicht als auch von der Form her sehr gut in der Hand. An den Seiten wurde eine Gummierung angebracht. Die Steuerknüppel sind sehr gut gelagert, weisen keinerlei Spielraum auf und schnalzen sofort in die Ausgangsposition zurück, sobald man sie loslässt. An der Oberseite befinden sich zwei getrennte Antennen für das 2,4GHz Signal und für das 5GHz Signal zur Übertragung des Bildes auf das Smartphone. Das Handy selbst wird per USB Kabel an der Unterseite der Fernbedienung angeschlossen. Dort findet sich auch der Micro-USB Anschluss zum Aufladen der Fernsteuerung. Der Akku der Fernbedienung ist also fest verbaut.

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Insgesamt macht die Fernsteuerung einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck. Auch an das Fotografieren wurde natürlich gedacht und auf der Rückseite der Fernsteuerung zwei Tasten angebracht, zum Fotoschießen und zum Filmen. So muss der Pilot die Hände nicht von den Knüppeln lassen und kann die Drohne weiter steuern. Außerdem sind an der Fernbedienung noch zwei Stellräder zu finden, über die man auf der einen Seite die Kameraneigung und auf der anderen Seite die Helligkeit der LED einstellen kann. Dies soll eventuellen Blendungen der Kamera in der Nacht vorbeugen. Was auf den ersten Blick eher wie eine Spielerei aussieht, erweist sich in der Praxis durchaus als nützlich. Möchte man bei Dunkelheit fliegen, kann man die Helligkeit der Frontscheinwerfer voll aufdrehen, möchte man allerdings im Flug filmen, dimmt man die LED-Lichter und kann ohne Blendung Aufnahmen machen.

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Das Design der Mi Drohne gefällt uns persönlich sehr gut. Der Körper ist in schlichtem Weiß gehalten, lediglich auf der Front findet sich das Xiaomi Mi Logo. Die Motoren sind fest in die Arme integriert, was mehr Stabilität und weniger Vibrationen bringt. Dennoch können die Motoren mithilfe der üblichen vier Befestigungsschrauben an der Unterseite durchaus ausgetauscht werden. Unter den Armen wurden die LED-Lichter angebracht, vorne die weißen Positionslichter und hinten die rote und grüne Statusleuchte. Außerdem wurden Lüftungsschlitze verbaut, die die ESC-Regler kühlen sollen, jedoch eventuell auch Feuchtigkeit in das Innere kommen lassen.

Das Landegestell lässt sich über zwei Schieberegler fixieren oder einklappen. Hier hat Xiaomi bei der Mi Drohne sehr gute Arbeit geleistet und bietet somit die Möglichkeit, den Kopter ohne Zerlegen in jeden normalen Rucksack zu packen. Dadurch entfällt auch die teure Anschaffung eines Transportkoffers. Versteckt unter einer Abdeckklappe befindet sich an der Unterseite der Mi Drohne der Anschluss und die Steckverbindung für das 3 Achs Gimbal mit integrierter Kamera. Die Kamera gibt es wahlweise als 1080p oder als 4K Version.

FiMi App und der erste Start

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Die große Hürde vor dem Starten der Mi Drohne ist die App. Nur wer die richtige englische Version hat und zudem die Sprache des Handys auch auf Englisch stellt, schafft es, einen Xiaomi Account zu aktivieren und die Drohne mit der Fernsteuerung zu verbinden. Ist dies allerdings gemeistert, ist es ein Kinderspiel, den Quadrokopter in die Luft zu bringen. Da die Mi Drohne gerade erst erschienen ist, hat Xiaomi teilweise etwas Schwierigkeiten mit der Software. Wer die besonderen intelligenten Flugmodi, wie Waypoint oder Point-of-Interest (360° Kreis um einen Mittelpunkt) nutzen möchte, der muss sich noch etwas gedulden, da die Software hierfür noch nicht veröffentlicht wurde. Die App für das Smartphone funktioniert gut, solange man die Richtige installiert.

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Xiaomi Mi Drone im Praxis-Einsatz

Ist die App einmal installiert und verbunden, werden auf dem Smartphone alle wichtigen Informationen angezeigt. Um die Position präzise bestimmen zu können, werden mindestens 13 Satelliten benötigt, wodurch dann der Flug im Indoor-Bereich entfällt, was sich jedoch schon aufgrund der Größe der Drohne etwas schwierig gestalten sollte. Sind dann ausreichend Satelliten gefunden, scannen die Ultraschallsensoren an der Unterseite der Mi Drohne den Boden und bieten die Möglichkeit, per Knopfdruck automatisch abzuheben und auch wieder zu landen.

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Betätigt man den Startknopf, steigt der Kopter auf eine Höhe von 4 Metern und verharrt dort, bis weitere Befehle von der Fernsteuerung kommen. Xiaomi hat versucht, seine Mi Drohne auch attraktiv für Anfänger zu gestalten und hat deshalb einen Anfänger-Modus einprogrammiert, der den Piloten gezwungenermaßen in langsamer Geschwindigkeit (22km/h) und in eingeschränktem Radius (50m Höhe, 150m Distanz) agieren lässt. Um den Profi-Modus freizuschalten, benötigt man 300 Minuten Flugerfahrung. Dies sind ungefähr 12 Akkuladungen, was erst einmal viel erscheint, jedoch durchaus sinnvoll ist, da der Kopter sich im Profi Modus in ein extrem schnelles Gefährt verwandelt. Sinnvoll für Anfänger, etwas lästig für Profis.

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Ist dieser freigeschaltet, kommt der Quadrokopter auf 65km/h und hat eine Reichweite von 500m. Die Höhe bleibt jedoch auf 120 Meter limitiert. Ähnlich wie bei neueren DJI Phantom Modellen sind auch hier von Xiaomi No-Flight-Zones einprogrammiert worden. So können etwa Flughäfen oder Regierungsgebäude nicht überflogen werden. Dies soll vor allem dazu beitragen, das Hobby sicherer zu machen und den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Flugverhalten der Mi Drone

Im Flug lässt sich die Mi Drohne sehr angenehm kontrollieren. Die Steuerbefehle werden direkt und präzise umgesetzt. Da es keinen manuellen Modus gibt, erhält der Kopter durch die beiden empfangenen Satellitensysteme GPS und GLONASS exakt seine Position und selbst starker Wind lässt ihn nicht straucheln. Der Return-to-home Modus funktioniert auch aufgrund der doppelten Satellitenabdeckung sehr genau und der Kopter landete im Test in einem Umkreis von maximal 50cm um den Startpunkt. Auch das automatische Starten und Landen klappt sehr gut, nicht zuletzt auch wegen der Ultraschallsensoren und der Bodenkamera, welche nur wenige Drohnen verbaut haben. Sobald die weiteren Funktionen in der FiMi-App zur Verfügung stehen, erscheint an dieser Stelle ein Update.

Akkulaufzeit

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Der 17,4V 5100 mAh Akku verspricht der Mi Drohne eine Flugzeit von bis zu 30 Minuten. Im Test schafften wir es bis auf 27 Minuten inklusive Kamera. Xiaomi hat hier genau wie DJI auch eine Smart Battery konstruiert, die mit ihrem Stecksystem auf die Mi Drohne zugeschnitten ist. Sie hält die Ladung auch bei längerer Lagerung extrem gut und zeigt per Knopfdruck und vier LEDs den Ladezustand an. Außerdem übertragen im Akku verbaute Sensoren Informationen, wie Batterietemperatur, Anzahl der Ladungen und verbleibende Flugzeit an die Smartphone-App. Ein zusätzlicher Akku geht momentan für 110€ über die Ladetheke.

Videoqualität der 1080p Version

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Die 1080p 60fps Kamera ist eingebaut in ein 3-Achs stabilisiertes Gimbal zur Bildstabilisierung, das unter dem Kopter in eine Steckvorrichtung gesteckt wird. Es verrichtet eine ausgezeichnete Arbeit und die Videos sind komplett frei von Ruckeln. In einer Auflösung von 720p wird ein Live Bild auf das Handy übertragen. Die Verzögerung der Übertragung liegt unter einer Sekunde, was den FPV-Flug sehr gut möglich macht. Die Fotos werden mit einer Auflösung von 12 MP aufgenommen und sehen auch auf einem großen Fernseher gezeigt sehr ansprechend aus. Die Farbabstimmung wurde gut getroffen und auch der Hell Dunkel Kontrast ist sehr gut, wodurch auch Panoramas mit Himmel und Erde tolle Ergebnisse bieten. Die Filmaufnahmen sind scharf und flüssig, jedoch sind die Farben etwas blass, was sich allerdings leicht per Filmbearbeitungssoftware ausgleichen lässt. Die 1080p Kamera lässt sich durch die 4K Kamera ersetzen und es wird wohl auch ein passendes Gimbal für die Yi 2 Action Cam geben.

Fazit

Xiaomi konstruiert mit der Mi Drohne eine sehr gute Alternative zum DJI Phantom 3. Die intelligenten Systeme, wie zum Beispiel die Ultraschallsensoren zum Scannen des Untergrunds und ebenso der limitierte Anfänger-Modus machen den Quadrokopter auch für Anfänger zu einem guten Fluggerät. Die unausgereifte Software ist derzeit der größte Kritikpunkt an der Xiaomi-Drohne. Für diese wird aber in den nächsten Wochen ein Update erscheinen. Wer also über die ein oder andere Verspätung beim Erscheinen der Software hinwegsehen kann, tolle ruhige Aufnahmen machen will und einen stabilen und agilen Kopter sucht, der ist bei der Xiaomi Mi Drohne genau richtig. Der Kampfpreis von Xiaomi liegt derzeit bei knapp 450€ was für ein derartiges Fluggerät schlichtweg einzigartig ist. Der Import aus China wird nach der Bestellung in der Regel 2-3 Wochen in Anspruch nehmen, bis dahin sollte auch die App und Software des Kopters optimiert sein.

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7 Kommentare zu "Xiaomi MI Drohne MIUAV Testbericht"

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Thomas Mühlhausen
Gast
Thomas Mühlhausen

Nix DJI killer, dafür liefert Xiaomi zu spät. 4k gibts noch nicht und die retail Version der 1080p immer noch nicht. Der größt Vorteil, die bessere transpotabilität als eine Phantom 3/4 hat DJI nun mit der Mavic pro um ein vielfacher getoppt.Die Mavic ist eher der P3/P4 killer. Nur der Preis hilft Xiaomi nicht, da die P3 Standart sogar günstiger als die Mi Drone ist, schade um die verpasste Chance..

Ernst
Gast
Ernst

Klingt sehr gut, wurde ich kaufen, wenn der Zoll nicht wäre.

Viktor
Gast
Viktor

Was soll eigentlich immer die ganze Diskussion um den Zoll herum? Was glaubt Ihr eigentlich, wie Firmen handeln?

Fab976
Gast
Fab976

Dann kaufe bei gearbest und nehme die Option germany express. Zumindest bei Smartphones tablets und laptops muss man so nichts extra zahlen 🙂
Lg

Heinz
Gast
Heinz

Gute Idee.Aber ich denke gearbest hat noch ein Lager in UK.Lieferung innerhalb EU ist ja immer zollfrei.

Steven
Gast
Steven

Uk und Europa?! Leider nicht mehr :/

Woddi
Gast
Woddi

Nicht mehr? Du meintest bald nicht mehr…. Noch gehört UK zu der EU

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