Startseite » Gadgets » Huami Amazfit GTS Testbericht

Huami Amazfit GTS Testbericht

Getestet von Jens M. am
Vorteile
  • tadellose Verarbeitung
  • ansprechendes Design
  • schönes Display
  • GPS zuverlässig
Nachteile
  • Akkulaufzeit könnte besser sein
Springe zu:

Huami ist mit den Amazfit Modellen schon seit Längerem nicht mehr aus der Welt der Smartwatches wegzudenken und hat in diesem Jahr schon einige neue Modelle auf den Markt gebracht. Eine davon ist nun auch die Amazfit GTS, die wir Euch in diesem Testbericht ausführlich vorstellen möchten.

Spezifikationen und Design

Auf den ersten Blick wird wohl jeder Amazfit-Kenner sagen: die Amazfit GTS ist ganz klar der Nachfolger der immer noch sehr beliebten Amazfit Bip. Die rechteckige Grundform des Gehäuses ist ein sehr eindeutiges Merkmal dafür. In der Smartwatch-Welt ist dies nicht zuletzt wegen der Apple Watch eine sehr beliebte Uhrenform. Wer meine bisherigen Uhrentests gelesen hat, wird sicher wissen, dass ich von dem rechteckigen Design bisher nicht sehr angetan war. Aber: Ich kann durchaus behaupten, dass die Amazfit GTS diese Meinung geändert hat, aber dazu später mehr.

Amazfit GTS Close

Die Amazfit GTS hat ein recht schlankes Metallgehäuse, das gekonnt in das 2,5-D-Glas des Displays übergeht. Mit Abmessungen von 43,25 x 36,25 x 9,4 mm fühlt sie sich sehr angenehm am Handgelenk an – ich würde die Gehäusegröße sogar als “perfekt getroffen” bezeichnen. Es ist groß genug, um ein Display anzubieten, auf dem reichlich Informationen untergebracht werden können. Aber eben auch nicht so groß, dass die GTS irgendwie klobig wirken würde. Das Uhrengehäuse wiegt auch lediglich 24,8g. Das Armband aus Silikon ist insgesamt ca. 207 mm lang und auch sehr angenehm auf der Haut. Geschlossen wird es von einer klassischen Dornschließe. Das Armband besitzt außerdem Schnellverschlüsse, sodass es in Sekunden vom Gehäuse entfernt und bspw. durch ein anderes Armband ersetzt werden kann. Unser Testgerät hat ein graues Gehäuse, sowie ein graues Silikonarmband. Es werden aber auch noch fünf weitere Farbvarianten angeboten: schwarz, rot, hellblau, weiß und rose. Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität absolut hervorragend. Die Amazfit GTS wirkt sehr edel und ist ein absoluter Hingucker am Handgelenk.

Amazfit GTS Handgelenk 2Amazfit GTS Handgelenk 1

Als Display ist bei der Amazfit GTS ein 42 mm großes AMOLED Display mit einer Auflösung von 348 x 442 Pixeln und einer Pixeldichte von 341 ppi verbaut. Geschützt wird das Display von Corning Gorilla Glas 3 mit Anti-Fingerprint-Beschichtung. Auf der rechten Seite des Gehäuses ist ein Druckknopf vorhanden. Auf der Unterseite, die aus Kunststoff ausgeführt ist, befinden sich zwei Ladepins sowie der optische Pulssensor. Die GTS ist bis 5 ATM wasserdicht und somit auch zum Schwimmen geeignet.

Amazfit GTS ArmbandAmazfit GTS Total

Natürlich bringt die Amazfit GTS auch alle klassischen Funktionen einer Smartwatch mit: Schrittzähler, Schlaftracking, optische Pulsmessung, GPS + GLONASS, Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen, Wetter, Wecker etc. Um diesen Funktionsumfang zu ermöglichen, wurden ein 6-Achsen-Beschleunigungssensor, ein geomagnetischer 3-Achsen-Sensor, ein Luftdrucksensor, ein Umgebungslichtsensor und schließlich auch der sogenannte BioTrackerTM PPG Optischer Bio-Tracking-Sensor verbaut. Die Verbindung zum Smartphone kann über Bluetooth 5.0 hergestellt werden.

Das Design, die Verarbeitungsqualität und die gesamte Hardwareausstattung sind also auch bei der Amazfit GTS wieder absolut top und machen definitiv Lust auf mehr.

Amazfit GTS Lieferumfang

Im Lieferumfang befindet sich die Uhr, ein magnetisches USB-Ladekabel sowie eine Bedienungsanleitung.

Display

Das 42 mm große AMOLED Display ist eines der Highlights der Amazfit GTS. Mit einer Auflösung von 348 x 442 Pixel und der Pixeldichte von 341 ppi sorgt es für gestochen scharfe Darstellungen, die einfach richtig gut aussehen. Die Farbwiedergabe ist AMOLED-typisch hervorragend und einzelne Pixel oder abgehakte Darstellungen sucht man vergebens. Die Helligkeit kann wie schon bei der Amazfit GTR stufenlos eingestellt werden und reicht sogar aus, um das Display auch in direktem Sonnenlicht noch recht gut ablesen zu können. Ich habe in meinem Test die automatische Helligkeitsregelung verwendet, aber eigentlich reicht oftmals auch deutlich weniger Helligkeit aus, um die Uhr normal nutzen zu können. Der Digitizer reagiert blitzschnell und somit konnten alle meine Eingaben jederzeit tadellos umgesetzt werden.

Über ein Firmware Update haben auch die AMOLED Modelle von Amazfit einen Always on Display – Modus (AOD) bekommen. Diesen kann man über die Einstellungen aktivieren und dort auch zwischen zwei “Watchfaces” wählen. Leider gibt es keine weiteren Einstellungsmöglichkeiten zum AOD. An dieser Stelle kann ich bereits vorweg nehmen, dass der Akkuverbrauch mit aktivem AOD leider deutlich höher ist als ohne AOD aber dazu später mehr beim Akkutest.

Ein wirklich gelungenes Feature der Amazfit GTS sind die anpassbaren Watchfaces. Durch das doch recht große Display wurden die Watchfaces in einzelne Segmente aufgeteilt, die man ganz nach dem persönlichen Bedarf konfigurieren kann. Dazu wählt man im Watchface Menü die einzelnen Elemente aus und kann dann aus den verschiedenen Funktionen und ihren Darstellungen wählen. Das Ganze funktioniert wirklich sehr intuitiv und gibt dem Nutzer die Chance, sich die Anzeige zu individualisieren, ohne stundenlang nach “dem” passenden Watchface suchen zu müssen.

Mit dem Display hat mich Amazfit also auch bei der GTS wieder einmal vollständig überzeugen können. Schärfe, Helligkeit und auch der Digitizer sind einfach top und lassen keine Wünsche übrig.

OS und Amazfit App

Beim Betriebssystem bleibt sich Amazfit auch mit der GTS treu und setzt auf Amazfit OS. Während meines Tests hatte ich die Firmware Version V0.0.8.07 im Einsatz. Grundsätzlich verhält sich Amazfit OS auf der GTS ähnlich wie schon auf der Amazfit GTR. Ausgehend vom Watchface gelangt man über Wischgesten in die verschiedenen Menüs. Mit einem Swipe Down kommt man in eine Art Statusmenü, in dem man die Helligkeit, den DnD-Modus oder den Lockscreen aktivieren kann. Mit einem Swipe Up vom Watchface aus gelangt man in das eigentliche Hauptmenü, über das im Grunde alle Funktionen der GTS angewählt werden können. Mit einem horizontalen Swipe gelangt man in Menüs bzw. Darstellungen für die Schritte und die Herzfrequenz. Über den Knopf an der rechten Gehäuseseite gelangt man immer wieder zurück bis auf das Watchface. Man kann den Knopf aber auch individualisieren. Dazu kann in den Einstellungen die Funktion ausgewählt werden, die starten soll, wenn man den Knopf länger gedrückt hält. Auch dies kennen wir bereits von der Amazfit GTR und ich finde es ein sehr nützliches Feature.

Natürlich kann man auch die Amazfit GTS über Bluetooth 5.0 mit dem Smartphone verbinden. Dort wird die Amazfit App benötigt, die auch bei allen anderen Modellen der Firma zum Einsatz kommt. Die Kopplung klappt einwandfrei und beim Einrichten der Uhr wird auch direkt die Firmware aktualisiert. Die Amazfit App hat sich über die Jahre natürlich weiterentwickelt aber z.B. im Vergleich zu unserem Test der Amazfit GTR nicht wirklich verändert. Die App ist meiner Meinung nach sehr übersichtlich aufgebaut und eine sinnvolle Ergänzung zur Uhr am Handgelenk. Viele Funktionen wie z.B. die Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen können direkt in der Amazfit App konfiguriert werden. Auch eigene Vibrationsmuster für die Uhr könnt ihr dort definieren.

Die App nutzt man aber hauptsächlich für die Auswertung der aufgezeichneten Daten, wie Schritte, Schlaf, Herzfrequenz oder Sporteinheiten. Auch für den sportlichen Einsatz ist die GTS mit Pulssensor und GPS absolut geeignet. Dafür stehen insgesamt 12 Sportmodi zur Verfügung:

Laufen im FreienLaufbandWandernRadfahren im Freien
Indoor RadfahrenSchwimmen OutdoorSchwimmen IndoorCrosstrainer
KletternTrailrunSkifahrenFitness

Ich als passionierter Läufer habe die Uhr natürlich wie immer bei einigen Laufeinheiten dabei gehabt. Das Handling der GTS beim Sport entspricht eigentlich dem der anderen Amazfit Modelle. Nach der Auswahl der Sportart wird, insofern man eine entsprechende Sportart gewählt hat, zuerst der GPS Fix gesucht. Das dauerte bei mir zwischen 20  und 90 Sekunden. Zusätzlich kann man bestimmte Erinnerungsfunktionen (z.B. bezogen auf die zurückgelegte Strecke oder zu hohe HF) während der Sporttrackings einstellen. Wenn der GPS Fix gefunden wurde, kann man über “GO” die Aufzeichnung starten. Während des Laufs werden wie gewohnt verstrichene Zeit, zurückgelegte Strecke, Pace und Herzfrequenz angezeigt. Alle Werte lassen sich später in der Amazfit App natürlich auch über den gesamten Trackingverlauf hin analysieren.

LaufeinheitGTS – StreckeGarmin – StreckeGTS – Ø HFGarmin – Ø HF
110,3710,47147147
27,858,02149149
314,8415,14158156
410,3710,50144142

Nachdem die Amazfit GTR bis heute leider immer noch recht starke Probleme mit der Genauigkeit des GPS hat, war ich doch sehr gespannt, wie sich das bei der GTS darstellen würde. Glücklicherweise kann ich für die Amazfit GTS Entwarnung geben. Im Vergleich (siehe Tabelle) zu den mit einer Garmin Forerunner 645 Music aufgezeichneten Referenzdaten, weichen die mit der GTS aufgezeichneten Daten in normalen Maße und teilweise nur sehr gering ab. Das gilt sowohl für die Strecken-, als auch für die Herzfrequenzdaten. Für den sportlichen Einsatz kann man die Amazfit GTS daher durchaus empfehlen, selbst wenn sie nicht an die Genauigkeit von klassischen Sportuhren ala Garmin, Polar und Co. herankommt.

Insgesamt kann mich der Funktionsumfang, die Amazfit App und das Zusammenspiel mit dem Smartphone absolut überzeugen. Auch das Sporttracking ist endlich wieder auf dem gewohnt guten Amazfit-Niveau.

Akku

Der Akku der Amazfit GTS hat eine Kapazität von 220 mAh und soll Laufzeiten von 14 Tagen (im “smarten” Modus) und 46 Tagen (im “Uhrenmodus” also ohne Bluetooth-Verbindung zum Smartphone) ermöglichen. In meinem Test nutzte ich folgendes Setup:

  • aktive 24h Herzfrequenzmessung (alle 5 Minuten)
  • automatische Helligkeitsregelung
  • eingeschaltete Bildschirmdauer von 5 Sekunden
  • aktive Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen
  • Sporttracking von 4 Laufeinheiten über insgesamt ca. 4 Stunden
  • AOD inaktiv

Mit diesem Setup konnte ich eine Laufzeit von 11 Tagen erreichen. Das entspricht nicht ganz den Angaben von Huami und ist insgesamt ein eher durchschnittlicher Wert. Vergleicht man ihn nämlich mit den Werten der Amazfit GTR oder gar der Amazfit Bip fällt die Akkulaufzeit doch fast ein wenig gering aus. Mit eingeschaltetem Always On Display sind bei gleicher Nutzungsintensität maximal drei Tage drin, weshalb ich diesen Modus nicht weiter genutzt habe.

Amazfit GTS Rückseite

Geladen wird die Amazfit GTS über das mitgelieferten magnetische Ladekabel, das gut an der Unterseite der Uhr hält. Ein vollständiger Ladevorgang dauert circa 120 Minuten.

Testergebnis

Getestet von
Jens M.

Ist die Amazfit GTS wirklich der Nachfolger der Amazfit Bip? Ja und Nein. Die Amazfit GTS bringt das abgerundete, rechteckige Uhrendesign ins Jahr 2019 und schafft das wirklich mit Bravour. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend. Vor allem das Display kann mich absolut überzeugen. Auch beim Sport macht die GTS eine recht gute Figur und hat glücklicherweise keine GPS Probleme, wie sie bei der Amazfit GTR zu beobachten sind. Der einzige Kritikpunkt ist für mich die Akkulaufzeit, denn da sind wir z.B. von der Amazfit Bip doch deutlich mehr gewohnt. Trotzdem kommt man auf über 10 Tage Akkulaufzeit und das sollte für die meisten Anwender ausreichend sein.

Meiner Meinung nach lohnt sich ein Umstieg von der Bip auf die GTS, denn das Design und vor allem das Display mit den konfigurierbaren Watchfaces machen die GTS für mich zu einer sehr guten Smartwatch.

Preisvergleich

Unsere Empfehlung
Nur 112 €*

Zum Shop
118 €*
Prime-Versand innerhalb von 24 Stunden
Zum Shop
120 €*
Versand aus Deutschland
Zum Shop
122 €*
10-15 Tage - EU Priority Line - zollfrei
Zum Shop
Unsere Empfehlung
Nur 112€* Zum Shop
118€* Zum Shop
Prime-Versand innerhalb von 24 Stunden
120€* Zum Shop
Versand aus Deutschland
122€* Zum Shop
10-15 Tage - EU Priority Line - zollfrei

*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 18.01.2020

Newsletter bestellen

Hol Dir die neuesten Infos zu Chinahandys und Gadgets direkt ins Postfach!

Kommentare

avatar
 
4 Kommentar Themen
1 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
5 Kommentatoren
Paolojonas-andremiwatchJörgu.mel Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Paolo
Gast
Paolo

Tolle Bewertung! Hier ist meine Anwendung für GTS Zifferblätter

miwatch
Gast
miwatch

Diese Uhr mit Spotify , audible und 4 GB Speicher und ich würde sofort zuschlagen .

So ist es ein Mittel Ding aus vor und Rückschritt gegenüber der Bip , die wirklich nichts besonderes tolles ist aber für 50€ vor 3 jahten mit gutem GPS und 30 Tage Akku einfach grund solide ist .

Wo bleibt der Test zur Miwatch mit wear os ?

jonas-andre
Admin
TeamStarMitglied
Jonas Andre

Hey, wir warten mit der Mi Watch auf die Global Version, die soll nächstes Jahr erscheinen. AKtuell ist die Funktion mit China ROM zu stark eingeschränkt und den Vorteil Wear-OS für NFC Bezahlung opfert man natürlich auch. Einige Apps sind chinesisch und man muss sein Smartphone auf englisch stellen und die englische Sprache (teilweise in den Apps) zu nutzen.

Beste Grüße

Jonas

Jörg
Gast
Jörg

Sorry, aber gerade das GPS ist ein totaler Reinfall. Die Foren sind voll von Usern mit Problemen. Gerade deshalb verzichte ich auf das Update von der BIP auf die GTS.

u.mel
Gast
u.mel

Hallo Jens M., herzlichen Dank für Deinen – wie immer – sehr informativen und praxisnahen Test!

Wenn ich mich recht erinnere, war für die BIP2 doch einmal eine EKG-Funktion angekündigt worden. Was ist daraus geworden?

Frohe Feiertage allerseits!
u.mel