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Ich habe versucht, Fitbit und Google Fit zu synchronisieren…

Google ist dafür bekannt, seine eigene Software nach Belieben einzustellen. Anfang nächsten Jahres dürfen wir uns zum Beispiel von Google Podcasts verabschieden – von Google Plus oder Picasa muss ich vermutlich gar nicht erst anfangen. Obwohl es den Fotodienst seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gibt, ist die Landing-Page mit Infos zur Migration zu Google Fotos immer noch abrufbar. Die Liste der beerdigten Apps und Dienste ist lang und wächst kontinuierlich.

Google Pixel Watch Fitbit 7

Gleichzeitig fährt Google in anderen Fällen mindestens ebenso seltsame Doppelstrategien. Google Maps und Waze koexistieren seit vielen Jahren und obwohl eine Zusammenlegung der Kartendienste immer mal wieder im Raum stand, ist es nie dazu gekommen. Und spätestens seit der Suchmaschinengigant letztes Jahr die erste Smartwatch unter dem Pixel-Branding vorgestellt hat, gibt es einen weiteren derartigen Fall.

Die Google Pixel Watch versteht sich nämlich besonders gut mit der 2019 für rund 2 Milliarden Euro zugekauften App Fitbit. Gleichzeitig läuft das auf allen Android-Smartphones vorinstallierte Google Fit natürlich weiter. Kommen sich die beiden Apps in die Quere? Sind eine einfache Migration der Daten oder eine andauernde Synchronisation möglich und was ist die bessere Wahl? Und natürlich die große, alles entscheidende Frage: Welcher der beiden Dienste überlebt?

Google Pixel Watch Fitbit 23

Ich habe mir vor einigen Wochen gebraucht für rund 100 Euro eine Google Pixel Watch LTE als Begleiter für mein Google Pixel 7 Pro (Zum Test) gekauft. Davor habe ich ausschließlich Google Fit fürs Tracking meiner Schritte und Aktivitäten verwendet. Nun nutze ich beide Dienste parallel – das scheint aktuell auch die einzige Option zu sein, wenn ihr wirklich alle Features nutzen wollt. Warum das so ist? Das erörtern wir in den kommenden Absätzen!

Google Pixel Watch & Fitbit – der Status quo im Überblick

Das Logo wird prominent auf der Packung gezeigt und tatsächlich sind die Fitness-Features der Google Pixel Watch standardmäßig in Fitbit integriert. Entsprechende Apps befinden sich auf der Uhr und die Watch-App auf dem Handy empfiehlt sofort den Download der entsprechenden Smartphone-App. Nach der Registrierung – die ist natürlich mit einem Google Account innerhalb weniger Sekunden erledigt – wird mir auch direkt ein Probeabo für Fitbit Premium angeboten. Die sechs kostenlosen Monate sind bei jeder Pixel Watch inklusive. Entweder der Vorbesitzer meiner Uhr hat das Angebot nie eingelöst oder der Probezeitraum ist nicht an die Smartwatch, sondern an den Account gebunden.

Nach der Einrichtung stehe ich aber an dem Punkt, an dem ich mich frage, wie ich jetzt meine ganzen Legacy-Daten aus Google Fit mit Fitbit synchronisieren kann. Oder andersherum. Oder lässt sich auch einfach nur Google Fit benutzen? Das geht tatsächlich, ist aber nicht empfehlenswert. Die Google Fit-App ist für Wear OS verfügbar und kann dementsprechend auch auf der Google Pixel Watch installiert werden. Früher gab es dann eine Warnung – Google Fit sei nicht für dieses Gerät angepasst. Mittlerweile gibt es das zwar nicht mehr, allerdings könnt ihr trotzdem nicht auf den vollen Funktionsumfang der Uhr zugreifen. So wird unter anderem die sekündliche Pulsmessung nur von Fitbit, nicht aber von Google Fit unterstützt.

Google Pixel Watch Fitbit 16

Nur auf Google Fit zu setzen, scheidet als sinnvolle Option also aus. Zum Glück hat Google mit Android 14 das sogenannte Health Connect eingeführt, welches über die Einstellungen aufgerufen werden kann. Dort kann ich Google Fit und Fitbit miteinander verbinden und verschiedene Daten synchronisieren. Das geht allerdings derzeit nur in eine Richtung – von Fitbit zu Google Fit. Dieses Feature ist demnach für euch von Nutzen, wenn ihr die Daten von der Pixel Watch erst einmal automatisch mit Fitbit synchronisiert und diese Datensätze dann in der Google Fit-App auslesen möchtet. Das hat den Vorteil, dass alle bereits aufgezeichneten Schritte und Trainings in Google Fit bestehen bleiben. Sie werden fortan mit den Daten aus Fitbit ergänzt.

Health Connect als Lösung für alle Probleme?

Im Alltag bedeutet das, dass all meine Schritte, zurückgelegten Kilometer, verbrauchten Kalorien und so weiter jetzt in Google Fit auftauchen. Das funktioniert tatsächlich auch ziemlich gut. Die Synchronisation ist schnell, alle Daten werden korrekt eingeordnet. Leider werden nicht alle von der Uhr aufgezeichneten Daten übertragen. So hat Fitbit eine Funktion, welche die von euch erklommenen Stockwerke innerhalb eines Tages anzeigt. Das kann nicht mit Google Fit synchronisiert werden.

Zudem unterstützt Fitbit das Kalorienzählen und auch das Tracken der täglichen Wasseraufnahme. Auch das habe ich in den letzten Wochen ausprobiert und auch diese Daten können via Health Connect nicht mit Google Fit synchronisiert werden, obwohl es eine solche Schnittstelle in der App grundsätzlich gibt. Wollt ihr auch diese Daten synchronisieren, müsst ihr auf die kostenlose und werbefreie App FitToFit (zum Play Store) zurückgreifen. Eine wirklich geniale kleine App, die durch Health Connect nur teilweise überflüssig geworden ist. Immerhin unterstützt FitToFit neben der Ernährung auch die Übertragung der Sauerstoffsättigung.

Und andersherum?

Weder Health Connect noch irgendwelche Drittanbieteranwendungen haben Schreibrechte in Fitbit. Das ist doof, wenn ihr Geräte habt, die nur mit Google Fit kompatibel sind. Ich habe seit einigen Wochen etwa die Xiaomi Smart Scale 2, die sich mit Zepp Life (ehemals Mi Fit) versteht und mit Google Fit synchronisiert werden kann. In die Fitbit-App bekomme ich das dort aufgezeichnete Gewicht aber beim besten Willen nicht, außer ich trage es manuell ein.

Mein Fazit zur Synchronisation von Fitbit & Google Fit

Unter dem Strich bin ich als Nutzer quasi dazu gezwungen, die Google Pixel Watch mit Fitbit zu betreiben. Alles andere ist wenig sinnvoll. Wenn ihr keine Legacy-Daten oder nur mit Google Fit kompatible Geräte habt, würde ich empfehlen, auf Google Fit vollständig zu verzichten. Aktuell sieht es so aus, als würde dieser Dienst irgendwann mit Fitbit migriert werden und nicht andersherum. Wenn ihr also ohnehin nur Fitbit benutzt, seid ihr auf der sicheren Seite. Habt ihr allerdings bereits Daten in Google Fit, könnt ihr mit Health Connect und FitToFit alle aufgezeichneten Parameter aus Fitbit mit Google Fit synchronisieren. Das funktioniert gut und problemlos.

Sollte Google Fit dann in den nächsten Jahren eingestellt werden, wird es mit Sicherheit erlauben, alle Daten auf einmal in euer Fitbit-Konto zu kopieren. Aktuell gibt es diese Möglichkeit nicht. Deswegen habe ich mich entschieden, bis auf Weiteres alle Informationen in Google Fit zu sammeln. Optisch finde ich die App ohnehin besser gelungen und da diverse Dienste ihre Daten an Fit schicken können, an Fitbit jedoch nicht, ist es für Nutzer von Trackern verschiedener Marken die bessere Anlaufstelle.

Ich behalte das Geschehen rund um die Fitness-Apps von Google für euch im Blick. Sobald es neue Infos zu der Thematik gibt, erfahrt ihr es hier bei uns. Zum Schluss bleibt mir noch die Frage, ob euch ein kleiner Artikel zur ersten Generation der Google Pixel Watch interessieren würde. Ich benutze jetzt zum ersten Mal seit einigen Jahren wieder eine Smartwatch und habe einige Gedanken dazu. Durch Updates hat sich seit unserem ursprünglichen Test zur Google Pixel Watch ja auch einiges getan. Einen Testbericht zur Pixel Watch 2 wird es auch bald geben.

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lars
Gast
lars (@guest_102152)
5 Monate her

Einen guten Speiseplan hast du ja wie man deinen Daten entnehmen kann.*g* Eins weiß ich aber die App Google Fit ist schon recht zickig, wenn es um Daten von anderen Apps geht. Ich nutze die App Zepp Life mit den Smartband 7von Xiaomi und was dort an Daten übertragen wird ist ein Witz. Gehe 5000 Schritte werden maximal vielleicht 1000 Schritte angezeigt sofern es klappt das Google Fit die Daten auch verarbeitet. Zumal ja auch beim letzten Update von Google Fit die Strecken mit dem Fahrrad auch nur noch als gerade Linie Aufgezeigt werden und somit alle Werte falsch sind.… Weiterlesen »

Nitr
Gast
Nitr (@guest_102139)
5 Monate her

Ist doch klar, warum das so (umständlich) läuft. FitBit bringt Kohle (Abo); das ist so ätzend. Funktionen in einer, die Watch2 besonders betreffend, sauteuren Uhr vorhanden, aber dann lediglich mittels kontinuierlicher Kosten freigeschaltet. Eine Frechheit. Ich finde, bei solchen Abomodellen sollte der Verbraucherschutz eingreifen.
Finde GoogleFit auch viel besser, durch die angenehme Oberfläche.

Otakufrank
Gast
Otakufrank (@guest_102157)
5 Monate her
Antwort an  Nitr

Einfach nicht kaufen. So einfach ist das.

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