Während immer wieder neue Mi und Redmi Phones vorgestellt werden, wurde mit der Xiaomi Mijia auch das Sortiment der Action Cams erweitert. Im Test überzeugten ja bereits die Xiaomi Yi 4K PlusDas touchgesteuerte Mijia Modell verspricht 4K Videos mit 30 Bildern in der Sekunde. Das sind etwas weniger als im Top-Modell. Ob die günstigere Alternative dennoch mit einem ähnlichen Preis-Leistungs-Verhältnis glänzen kann, haben wir in diesem Test für euch herausgefunden. Getestet wurde die Cam zusammen mit einem passenden Gimbal des gleichen Herstellers.

Design und Verarbeitung

Mit 72x43x22 mm ist die Cam etwa 1 cm länger als die Yi 4k. Dennoch kann man sie durchaus noch als kompakt bezeichnen. Das Gehäuse besteht aus hartem Kunststoff, der zugunsten einer besseren Griffigkeit leicht aufgeraut ist. Nur das Objektiv ist mit Metall –  vermutlich Aluminium – umfasst. Akku und MicroSD-Karteneinschub sind sehr komfortabel über einen Schiebemechanismus zugänglich. Auch der Mikro-USB-Port ist über diesen Weg erreichbar. Dies hat den Vorteil, dass der Eingang im staubigen Terrain geschützt wird und keine Gefahr von unliebsamen Verschmutzungen besteht.

Xiaomi Mijia Action Cam Design Verarbeitung 3 Xiaomi Mijia Action Cam Design Verarbeitung 1 Xiaomi Mijia Action Cam Design Verarbeitung 6 Xiaomi Mijia Action Cam Design Verarbeitung 5

Insgesamt sind zwei Mikrofone verbaut. Eines links und eines oben, wo auch der Lautsprecher platz findet. Der Auslöse- und Powerknopf der Kamera sitzt fest im Gehäuse und hat einen sehr guten und klaren Druckpunkt. Eine farbige LED befindet sich an der Front. Unten befindet sich das obligatorische Stativ-Gewinde.

Insgesamt besitzt die Xiaomi Mijia Cam einen schlichten, zeitlosen Look. An der Verarbeitung gibt es keine Makel zu beanstanden. Wobei der ein oder andere sicherlich ein Metall-Gehäuse bevorzugt. Das ist aber auch Geschmackssache. Die Cam wirkt auf jeden Fall sehr robust.

User Interface und App-Steuerung

photo 2017 12 20 00 01 11Wie schon bei den bereits getesteten Xiaomi Cams (Yi-Cams), lässt sich auch die Xiaomi Mijia Action Cam per Smartphone steuern. Dies bringt durchaus einige Vorteile und neue Möglichkeiten mit sich. Vor allem der Zugriff auf die gespeicherten Fotos und Videos über ein größeres Display ist angenehm. Der 2,4 Zoll Screen mit 960 x 480 Bildpunkten bietet allein durch die Größe keine detaillierte Darstellung der Aufnahmen. Über die Smartphone-Verbindung lassen sich auch Updates installierten. Auch der Gimbal wird von der App erkannt und erhielt im Test ebenfalls ein Softwareupdate. Über das Smartphone sind Konfigurationen möglich, die über das Gerät alleine nicht möglich sind.

Die Navigation und Steuerung ohne Smartphone gelingt auch sehr gut. Der kapazitive Touchscreen reagiert auf Berührungen schnell und zuverlässig. Nur ab und zu wurden Wischgesten nicht auf Anhieb erkannt. Um mit dem System zurecht zu kommen, muss man kein Profi sein. Die Oberfläche ist intuitiv und einfach verständlich.

Video- und Bildqualität

In der Xiaomi Mijia 4K Cam kommt der Sensor Sony IMX 317 zum Einsatz, welcher das Bild- bzw. Videomaterial durch eine f/2.8 Blende aufnimmt. Der Ambarella A12S75 bietet genug Power, um 4k-Videos mit 30 FPS zu ermöglichen. In der Praxis wird das gut umgesetzt, dennoch gefallen mir 60 FPS Videos in FHD deutlich besser. 100 FPS sind bei 1080p Aufnahmen zwar auch möglich, aber einen Unterschied erkennt man hier nicht. Viele Displays können diese Wiederholungsrate sowieso nicht abbilden. Spielt man mit den Parametern etwas herum, gelingen teilweise professionellere Aufnahmen. Aber auch mit den Standard-Einstellung lassen sich die Videos in super Qualität aufnehmen. Neben den normalen Modi Video und Foto, sind auch Zeitlupen- und Zeitraffervideos, Serienbilder und weitere Optionen möglich. Videos werden nach ca. 8 Minuten beendet und es startet sofort die Aufnahme des nächsten (Video Loop). Zumindest war dies bei 4k-Aufnahmen der Fall.

Die Linse fängt mit Fischaugen-Effekt einen 145 Grad Winkel ein. Der Effekt lässt sich deaktivieren. Ebenfalls einstellen lässt sich der Bildstabilisator (EIS), welcher tatsächlich sehr gute Arbeit leistet. Da wir das Gerät jedoch mit einem Gimbal getestet haben, war dieser in den meisten Situationen mehr oder weniger überflüssig.

Handheld Gimbal (Stabilisator)


Vom Hersteller wird zur Xiaomi Mijia 4K Action Cam ein passender 3-Achsen-Stabilisator angeboten. Und was soll ich dazu sagen. Das Ding ist einfach der Hammer. Bewegungen werden nahezu perfekt abgefangen. Somit sind sehr professionelle Aufnahmen möglich. Ist die Kamera angebracht, so ist diese über entsprechende Buttons am Stabilisator steuerbar. Sei es das Knipsen eines Fotos, aufnehmen eines Videos, gleichmäßiges Schwenken der Kamera über einen Joystick, oder die Justierung der Helligkeit, all dies geschieht über den Stabilisator. Zudem lädt er dabei den Akku der Cam. Mit 5000 mAh ist hierfür eine üppige Kapazität vorhanden.

Xiaomi Mijia Action Cam Lieferumfang 2 Xiaomi Mijia Action Cam Gimbal 6

Einziger „negativer“ Punkt ist der Kraftaufwand, welcher mit dem Aufbringen und Abmontieren der Kamera nötig ist. Man fühlt sich vor allem anfangs einfach nicht gut dabei, so viel „Gewalt“ zu verwenden. Dafür sitzt die Cam bombenfest und mann kann sie zusätzlich mit einer Schraube, die in das Stativgewinde passt, fixieren.

Akkulaufzeit

Satte 1450 mAh sind schon eine gewaltige Hausnummer unter den Action Cams. Damit kommt man auf etwa 1,5 – 2 Stunden Akkulaufzeit je nachdem in welcher Qualität gefilmt wird. Bei geringeren Auflösungen sind auch etwas mehr als 2 Stunden möglich. Ist der Akku leer, müssen etwas mehr als 1,5 Stunden für die Akkuladung eingerechnet werden.

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Ab und zu kam es vor, dass das Gerät einen falschen Akkustand anzeigte. Beim Einschalten war der Balken rot. Nach einem Neustart zeigte es wieder ca. 80% Kapazität an.

Fazit und Alternative

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Michael Froschauer:

Mit der Mijia 4K hat Xiaomi wieder mal eindrucksvoll bewiesen, dass man Technik in hoher Qualität bauen kann, ohne dass die Preise es sich anmerken lassen. Die Action Cam konnte mit einem super Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Außer der manchmal willkürlichen Akkuanzeige, gab es über die Bedienung, der Akkulaufzeit, der Verarbeitungsqualität bis hin zu Bild- bzw. Videoqualität keine großen Makel. Hut ab!
Vor allem mit dem passenden Stabilisator gelingen sehr schöne Aufnahmen. Wer nicht unbedingt 4K Aufnahmen mit 60 FPS braucht, ist mit der Xiaomi Mijia Cam bestens beraten. Wir sprechen eine klare Kaufempfehlung aus!

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Jonas AndreLorenz Neumann Letzte Kommentartoren
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Lorenz Neumann
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Lorenz Neumann

Wie ist die denn verglichen mit der normalen YI 4k (oder auch der YI Lite?)

Welche Aufnahme-Modi gibt es genau? Und welche sind elektronisch stabilisiert?
Gibt es überhaupt eine Hersteller-Seite zu der Cam? Hab ich leider bei Xiaomi nicht gefunden. (ist die Mijia kompatibel mit der YI App und Software?)

Welche Cam ist generell zu empfehlen, wenn es mir besonders um Bildqualität, auch bei schnellen Lichtwechseln und im dunklen Wald beim Mountainbike-Einsatz, geht?

Jonas Andre
Admin
TeamMitglied
Jonas Andre

Hi, es handelt sich um eine EIS und diese Funktion kann bis 1080p bei 60 FPS genutzt werden. 4K mit 40 FPS ist der hochauflösende Modus. Die Kamera findest du direkt auf der Xiaomi Seite: https://www.mi.com/camera-small/

Bildqualität bei schnellen Bewegungen, dann ist die Yi 4K Plus auf jeden Fall die Beste. Auch die normale Yi 4K (ohne Plus) macht bereits richtig schöne Aufnahmen, ob dir die paar Features der 4K Plus den Aufpreis wert sind, musst du wissen. Schau einfach mal in den 4K Plus Test: https://www.chinahandys.net/xiaomi-yi-4k-plus/

Die Xiaomi Mijia hingegen ist eine günstige Einsteigerkamera und kann nicht mit der Yi 4K oder 4K plus mithalten. DIe 4K Lite haben wir gerade im Test, diese wäre ein Konkurrent für die Mijia.

Beste Grüße

Jonas