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Xiaomi SmartMi Fan 3 Ventilator im Test

Getestet von Lukas Winkel am
Vorteile
  • gute Verarbeitung
  • schickes Design
  • viele Funktionen über die Mi Home App
  • eingebauter Akku
  • angenehm leise
Nachteile
  • klein und nicht höhenverstellbar
  • teuer für einen Ventilator
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Seit fast zwei Jahren wohne ich nun in einem Gewächshaus. So kommt es mir zumindest im Moment vor, denn eine Wand meines Arbeitszimmers besteht komplett aus einem voll verglasten Erker. Was im Winter und Frühjahr für einen hellen Raum sorgt, ist im Sommer eine Qual, denn die Fensterfront geht Richtung Süd-Ost und so heizt sich das Zimmer schon in den Morgenstunden schnell auf über 30°C auf. Doch wir wären nicht Chinahandys, wenn wir nicht für alles eine Lösung hätten: Seit zwei Wochen begleitet mich nun der “Xiaomi SmartMi Standing Fan 3“. In diesem Testbericht erfahrt Ihr, ob das Gerät mich vor dem sicheren Hitzschlag bewahren konnte und was es sonst noch so drauf hat.

Smartmi Ventilator 3 Test 8

Design und Verarbeitung

Schon vor zwei Jahren hat Eric den SmartMi Fan 2S getestet, also den Vorgänger des Ventilators aus diesem Test. Da sich die Geräte optisch sehr ähnlich sind, funktioniert auch der Aufbau gleich und in wenigen Schritten. Zunächst wird der Ständer mit einer Schraube an das silberne Metall-Rohr geschraubt. Anschließend müssen die Rotorblätter montiert werden. Dazu liegt dem Paket eine große Kunststoff-Schraube bei, die einfach vorne auf den Rotor gedreht wird, um ihn auf der Welle zu fixieren. Zuletzt wird der Rotorschutz aufgesetzt und mit einer einzelnen Schraube fixiert, schon ist das Gerät betriebsbereit. Alle Bauteile werden übrigens in einem stabilen braunen Karton geliefert.

Das Design des SmartMi Fan 3 ist dem des Fan 2S zum Verwechseln ähnlich. Der Fuß ist rund, hat einen Durchmesser von 33cm und besteht aus weißem Kunststoff. Vorne hat er eine kleine Status-LED, die den Akkustand anzeigt. Etwas nach hinten versetzt ragt der eigentliche Ständer nach oben. Er besteht aus silbernem Metall und ist mit einem kleinen Display versehen – letzteres ist der einzige optische Unterschied zum Vorgänger und zeigt die aktuelle Intensität, den Verbindungsstatus und auch die verschiedenen Modi an. Der Motor ist in einem Kunststoff-Gehäuse verbaut. Er lässt sich um 120° nach links und rechts schwenken (auf Wunsch funktioniert das auch automatisch). Außerdem ist es möglich, den Rotor um je ca. 20° nach oben oder unten zu drehen. Der Rotor selbst hat sieben Blätter und ist durch einen Kunststoff-Käfig geschützt.

Smartmi Ventilator 3 Test 5

Überrascht war ich beim Auspacken von der Höhe, denn mit nur 96 Zentimeter ist der Ventilator nicht gerade groß. Selbst wenn ich auf einen Stuhl sitze, sind die Rotoren deshalb gerade mal auf Bauch- bis Brust-Höhe. Dank der Möglichkeit, den Rotor nach oben hin abzuwinkeln, reicht die Höhe in den meisten Fällen dennoch aus, um den ganzen Körper abzukühlen. Problematisch wird es, wenn man das Gerät vor ein Fenster stellen möchte – für durchschnittlich hohe Fenster ist auf jeden Fall ein Untersatz nötig, damit frische Luft von außen angesaugt werden kann.

Die Verarbeitung des Geräts ist durchweg erstklassig. Wie wir es schon vom Fan 2S kennen, knarzt hier nichts, mit seinen 3,5kg steht das Gerät absolut stabil und die Verbindung aus Weiß und Silber macht einen edlen Eindruck (alternativ gibt es den Fan 3 auch in Schwarz, allerdings ist die Version aufgrund geringerer Stückzahlen deutlich teurer). Einzig der Kunststoff des Rotorschutzes fühlt sich etwas billig an, da man diesen aber sowieso in den wenigsten Fällen anfasst, geht das schon in Ordnung.

Über den integrierten, 2800mAh großen Akku kann der Ventilator ganz ohne Kabel betrieben werden. Alternativ lässt er sich auch einfach über das mitgelieferte Kabel für europäische Steckdosen anschließen.

Bedienung und App – SmartMi Fan 3

Die Bedienung des Ventilators funktioniert wahlweise über Knöpfe direkt am Gerät, alternativ aber auch über die mitgelieferte Bluetooth-Fernsteuerung oder die Mi Home App.

Steuerung am Gerät und mit der Fernbedienung

Am SmartMi Fan 3 gibt es – wie auf der Fernbedienung – lediglich zwei Knöpfe, mit denen sich das Gerät steuern lässt. Mit der oberen Taste (die, mit dem kleinen Kreis) wird das Gerät eingeschaltet. Im Anschluss ist es durch kurzes Drücken möglich, die Intensität des Ventilators auf vier Stufen zu verstellen. Ein langer Druck schaltet den Ventilator schließlich wieder aus. Dabei merkt sich das Gerät stets die letzte Stufe. Wird das Gerät also beispielsweise auf Stufe drei ausgeschaltet, bleibt es beim erneuten Einschalten auf diesem Level.

Die zweite Taste aktiviert bei einem kurzen Druck die Schwenkung. Wird sie für zwei Sekunden gedrückt, aktiviert bzw. deaktiviert sich der Natur-Modus, bei dem der Wind in zufällig gesteuerter, unterschiedlicher Intensität weht.

Smartmi Ventilator 3 Test 2

Die Funktionen von Fernbedienung und Knöpfen am Gerät sind identisch. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich die Geräte koppeln lassen, indem am Ventilator und Fernbedienung (nacheinander) je beide Knöpfe gleichzeitig gedrückt werden. Es ist übrigens nicht möglich, die Fernbedienung und die App gleichzeitig für die Bedienung zu verwenden – wer also einmal das Smartphone verwenden möchte, kann (bzw. muss) die Fernbedienung in der Schublade lassen.

Steuerung über die Mi Home App – SmartMi Fan 3

Der SmartMi Standing Fan 3 ist tatsächlich das erste Xiaomi Smarthome-Produkt in meinem Haushalt und so war ich absolut geflasht von den umfangreichen Funktionen, die die Mi Home App für den Ventilator bietet.

Der Kopplungsvorgang funktioniert problemlos und in wenigen Minuten, sämtliche Schritte sind in der App erklärt. Steht die Verbindung, beginnt die Einrichtung. Konkret heißt das, Raum festlegen, andere Nutzer freigeben etc. Auch diese Punkte sind schnell abgearbeitet, anschließend kann es endlich losgehen.

Smartmi Ventilator 3 Test 6In der Bedienoberfläche stehen zunächst eine Anzeige für Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie vier Buttons zur Verfügung: links der Power-Button, daneben je eine Schaltfläche für den Standard- oder Natur-Modus und rechts lässt sich die Intensität verstellen. Letzteres funktioniert alternativ auch weiter unten mit einem Balken, der sich (fast) stufenlos von 1 bis 100 schieben lässt. Des Weiteren bietet die App die Möglichkeit, den Schwenkwinkel für den Motor einzustellen oder diesen per Knopfdruck manuell zu bewegen. Vervollständigt wird die App durch einen Timer, der den SmartMi Fan 3 nach einer beliebigen Zeit ausschaltet, einen Schalter zum Steuern der Ionisierung (dazu später mehr) und einige Spielereien: Die Helligkeit des Displays am Ventilator lässt sich verstellen, die Bestätigungstöne lassen sich ausschalten und sogar Störmeldungen können deaktiviert werden.

Wirklich smart wird es aber erst über die drei Punkte oben rechts, die ein weiteres Menü erscheinen lassen. Hier gibt es beinahe unbeschränkte Möglichkeiten zur Automatisierung. Ganz “langweilig” lassen sich zum Beispiel Betriebszeiten definieren. Wem das zu wenig ist, der kann auch auf die Sensoren im Ventilator zugreifen und so die Laufzeiten an die Umgebung anpassen. Zur Verfügung stehen ein Temperatur- und ein Feuchtigkeits-Sensor. So ist es zum Beispiel möglich, den Ventilator einzuschalten, wenn die Temperatur über 25°C liegt und ihn zu deaktivieren, sobald diese Schwelle wieder unterschritten wurde.

Sogar über die gängigen Sprachassistenten von Google und Amazon lässt sich das Gerät steuern – Befehle wie “OK Google, mach den Ventilator im Arbeitszimmer an” funktionieren ebenfalls problemlos.

Luftstrom und Ionisierung

Neben den oben genannten Features kommt es aber hauptsächlich auf eine Sache an: Schafft es der Ventilator vernünftig zu kühlen? Hier kann ich ganz klar sagen: JA! Natürlich ist das Gerät nicht mit einer Klimaanlage gleichzusetzen und – unter uns – mit der Stufe 1 ist nicht wirklich viel anzufangen. Aber sobald das Gerät etwas mehr powert, sorgt es für viel Luftzirkulation und ist dabei auch noch ziemlich leise. Wenn ich den SmartMi Fan 3 zum Beispiel morgens in meinem ca. 15m² großes Arbeitszimmer anmache und das Fenster öffne, ist die Luft nach ca. 5 Minuten (gefühlt) komplett ausgetauscht.

Smartmi Ventilator 3 Test 9

Der Akku hält dabei ca. 3 bis 3,5 Stunden bei Vollgas, auf Stufe eins sind laut Xiaomi bis zu 20 Stunden möglich. Der Ladevorgang dauert ungefähr 4 Stunden, zum Glück kann der Ventilator aber auch über Kabel betrieben werden.

Zuletzt soll auch noch die Ionisierungs-Funktion kurz Erwähnung finden. In den Medien wurde viel spekuliert, ob es die denn nun gibt oder nicht – die chinesischen Shops sagen ja, die deutschen Händler verneinen. Fakt ist, dass die App die Möglichkeit bietet, die Ionisierung zu aktivieren. Fakt ist aber auch, dass es dafür irgendwo an oder um die Rotoren eine elektrische Schaltung geben müsste, die aber nirgends zu sehen ist. Dazu kommt, dass ich als Hardcore-Pollenallergiker keinerlei Unterschied mit oder ohne Ventilator gemerkt habe. Eigentlich sollten die Ionen sich ja an Pollen und anderen Staub anheften und diesen zu Boden ziehen. Dem entsprechend kann ich der Ionisierung des SmartMi Fan 3 keine Funktion bescheinigen, ich kann sie aber auch nicht abschließend widerlegen.

Testergebnis

Getestet von
Lukas Winkel

Alles in Allem kann der SmartMi Standing Fan 3 auf ganzer Linie überzeugen. Das Gerät ist handlich und leise, der Akku eröffnet viele Möglichkeiten und die Steuerung über die Mi Home App ist sehr umfangreich. Natürlich kann der Xiaomi Ventilator den Raum nicht kühlen, er sorgt nur für Luftzirkulation. Für mich genügt das, denn morgens und abends kann ich die kühle Luft von draußen hereinlassen. Tagsüber sind meine Rollläden dann zu und der SmartMi Fan 3 sorgt zusätzlich für einen angenehmen Wind.

Wenn wir ehrlich sind, sind viele Funktionen des Geräts aber Spielerei, die letztendlich nur den Preis in die Höhe treiben. Wer darauf steht, seinen Ventilator schon vor dem Ankommen mit dem Smartphone einzuschalten, der macht hier für 80 – 120€ (je nach Angebot) nichts falsch. Wer aber einfach nur ein gut belüftetes Zimmer haben möchte und dafür ggf. auch mal aufsteht, um am Gerät einen Knopf zu drücken, der wird mit einem günstigen Gerät aus dem Baumarkt oder einem günstigeren Xiaomi Ventilator ebenfalls glücklich. Nochmal zu den Angeboten: Der SmartMi 2S kostet im Angebot 70-80€ und stellt damit den Sweet Spot bei den Xiaomi Ventilatoren dar.

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Tip
Gast
Tip (@guest_79207)
21 Tage her

Der “neue” Mi Fan 3 ist nun ein wenig anders. Die LED im Standfuß leuchtet generell nur noch 20 Sekunden. Das bedeutet das ich den Netzstecker aus und einstecken muss um den Akkustand zu sehen. Beim alten blinkt die so lange bis der Akku voll ist. Ich hoffe da kommt noch ein Update.

Chris
Gast
Chris (@guest_79178)
22 Tage her

Ich nehm lieber einen für 20€ aus dem Baumarkt.

Tip
Gast
Tip (@guest_79230)
20 Tage her
Antwort an  Chris

Es kommt auf das Einsatzgebiet an. Im Schlafzimmer ist der Mi Fan aufgrund der sehr geringen Lautstärke super. Einen normalen Ventilator bekommt man mit einen Adapter auch “smart”. An,aus, Zeitschaltuhr funktioniert mit der App auch sehr gut.

Knollo
Gast
Knollo (@guest_79177)
22 Tage her

Eine parallele Nutzung der App UND der Fernbedienung ist möglich! Fragt mich nicht, wie ich das hinbekommen habe. Ich hatte zumindest einige Probleme den Ventilator in die App einzubinden. Dadurch habe ich die Verbindung öfter mal zurück setzen müssen. Und Zack … Nun geht beides. Fakt ist, als erstes habe ich die Fernbedienung synchronisiert und danach die App eingerichtet. Vielleicht hilfts ja jemandem!

bert
Gast
bert (@guest_79187)
21 Tage her
Antwort an  Knollo

User “Knollo” hat Recht. Funktioniert parallel problemlos. Habe ebenfalls erst die FB, dann die App eingerichtet. Leider geht der Autor nicht groß auf den Natur-Modus ein, bin ein großer Fan davon. Um die erfrischende Wirkung zu spüren, sollte man mind. Stufe 3 ohne Schwenkfunktion einstellen und direkt im Luftstrom sitzen/liegen. Bin mit dem Gerät super zufrieden, was allerdings schade ist, dass der Rotorkopf optisch eher billig wirkt. Falls es mal eine Variante mit Edelstahl-Korb geben sollte, wäre ich sofort dabei.

Manfred
Gast
Manfred (@guest_79176)
22 Tage her

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