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BSI entkräftet Bedenken zu Zensur bei Xiaomi Smartphones

Im August letzten Jahres veröffentliche das National Cyber Security Center (NCSC) in Litauen einen Bericht zu Xiaomi, Huawei und OnePlus Smartphone und äußerste ernste Bedenken zu Zensur und Datensicherheit bei diesen Geräten. Über den Stand der Dinge informierten wir euch am ersten Oktober 2021. Der XDA Developer Autor Adam Conway konnte die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik nahm sich der Vorwürfe an und gab vorgestern am 14.01.2022 Entwarnung. Das BSI habe über mehrere Monate relevante Geräte von Xiaomi untersucht und konnte keine Auffälligkeiten feststellen. Weitere Nachforschungen und Maßnahmen sind somit nicht notwendig.

Um diese drei Geräte ging es in der Untersuchung aus Litauen.

Xiaomi ist zufrieden

Xiaomi zeigt sich zufrieden mit dem Bericht:

“Xiaomi is pleased that, the results of the investigation conducted by the German Federal Office for Information Security (BSI) published yesterday, confirm our commitment to operate transparently, responsibly and with the privacy and security of our customers as a top priority. It has proved that we adhere to all EU and national data privacy and security laws, as well as all applicable EU standards for devices. We welcome the exchange with users, regulators, and other stakeholders like the BSI as we are committed to constant improvement and innovation.”

Übersetzt: “Xiaomi freut sich, dass die gestern veröffentlichten
Ergebnisse der Untersuchung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik
(BSI) unser Engagement für eine transparente und verantwortungsbewusste
Geschäftstätigkeit bestätigen, bei der die Privatsphäre und die Sicherheit unserer Kunden
oberste Priorität haben. Sie hat bewiesen, dass wir alle EU- und nationalen Datenschutz- und
Sicherheitsgesetze sowie alle geltenden EU-Normen für unsere Produkte einhalten. Wir
begrüßen den Austausch mit Nutzern, Aufsichtsbehörden und anderen Interessengruppen
wie dem BSI, da wir uns zu ständiger Weiterentwicklung und Innovation verpflichtet haben.”

Die litauische Cyberabwehr nannte in ihrem Bericht explizit drei Smartphones. Das Huawei P40, das Xiaomi Mi 10T und das OnePlus 8T. Die schwersten Vorwürfe richteten sich allerdings nur gegen Xiaomi. Bei OnePlus gab es keinerlei Bedenken, bei Huawei bemängelte man “unsichere” Verlinkungen im App-Store. Bei Xiaomi fand das NCSC tausende Begriffe in einer Art Zensurliste. Das BSI entkräftet nun diese Vorwürfe in Gänze. Das politische Statement des stellvertretenden Verteidigungsministers Litauens war ohnehin unprofessionell:

“Unsere Empfehlung ist, keine neuen chinesischen Telefone zu kaufen und die bereits gekauften so schnell wie möglich loszuwerden”

Die Untersuchung zu chinesischen Smartphones war offensichtlich politisch aufgeheizt. Es ging dann wohl doch eher um Beziehungen zu Taiwan, als um Datensicherheit und Zensur bei Xiaomi, OnePlus oder Huawei.

Alte und weitere Vorwürfe

Xiaomi Logo SchriftzugXiaomi stand bezüglich Datensicherheit schon öfter in der Kritik. Im Mai 2020 stellt ein IT-Spezialist fest, dass der Mi-Browser im Inkognito-Mode sämtliche Websitebesuche zwar anonymisiert, aber diese Daten an einen Server in China schickte. Wenn ihr Näheres zu diesem Vorfall wissen wollte, schaut einfach bei Joschas Artikel vorbei. Xiaomi brachte damals ein Update für den Mi Browser, der diese Problematik beseitigte. Es war also nicht der erste und sicherlich nicht der letzte Vorwurf gegen Xiaomi oder andere China Hersteller. Beim Browser war Xiaomi im Unrecht, bei den Vorwürfen aus Litauen büßt hingegen das NCSC an Glaubwürdigkeit ein.

Mit der zunehmenden Digitalisierung in Europa und Deutschland werden Themen Cybersicherheit und Souveränität immer bedeutsamer. Bei 5G entstand damals ein Machtkampf zwischen den USA und China, der mit der “Zerschlagung” von Huawei endete. Europa verfolgt zu Recht das Ziel, seine technologische und digitale Souveränität zu stärken. Aber falsche Vorwürfe zu verbreiten, um politische Streitigkeiten auszutragen, ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg.

Quellen


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Otakufrank
Gast
Otakufrank (@guest_84375)
4 Monate her

Also wenn man einen Pi-Hole im Heimnetz hat, dann fällt schon auf, das Xiaomi-Handys sehr viel Traffic im Netzwerk verursachen.
Da werden schon ständig viele Datenan an diverse Server geschickt.
Bereits bei der Einrichtung eines neuen Handys muss man ja überall akzeptieren, das die Daten ausgewertet werden. Wenn man das nicht akzeptiert, kann man viele Apps gar nicht benutzen.

John Doe
Gast
John Doe (@guest_84400)
4 Monate her
Antwort an  Otakufrank

Richtig. Bloatware ist ein Problem, wenn auch kein MIUI-spezifisches. Ob das Android nun von Samsung, Oppo oder Xiaomi konfektioniert wird, macht so gut wie keinen Unterschied. Als massentaugliche Alternative bleibt da nur der Goldene Käfig aus Cupertino. Aber Android bietet zumindest Optionen: Die Ersteinrichtung erfolgt stets offline, ohne WLAN und ohne SIM-Karte. Ein Teil der Bloatware lässt sich einfach deinstallieren. Facebook, einiges von Google und ja, auch der Mi Browser müssen weichen. Opt-outs, MIUI bietet da einige, sind obligatorisch. Den Rest erledigt die Android Debug Bridge, entweder via Xiaomi ADB/Fastboot Tools oder, das bevorzuge ich, LADB. Erst danach geht es… Weiterlesen »

John Doe
Gast
John Doe (@guest_84367)
4 Monate her

Dem BSI, einer Ausgliederung des BND, vormals Organisation Gehlen und heute dem Innenministerium unterstellt irgendeine Art vom Kompetenz oder gar Vertrauen zuzuschreiben halte ich für mehr als abenteuerlich. Das ist absurd.

Was Xiaomi anbelangt: Ich vertraue ihnen und bin seit Jahren zufriedener Kunde.

Markus Wolf
Gast
Markus Wolf (@guest_84366)
4 Monate her

Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik nahm sich der Vorwürfe an und gab gestern am 14.4.2022 Entwarnung.

14.04 ? 😉
Naja kommt darauf an wann der BSI reagiert hat.
Wenn das alles in der Cloud abgeglichen wird von Xiaomi und der BSI das nach Wochen untersucht, sind nach bekanntwerden bestimmt über die Cloud alles bereinigt worden.
Ob sich sowas immer sauber nach bekanntwerden nachvollziehen lässt.

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