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Chuwi GemiBook Pro 14 – günstiges Laptop mit 2K-Display im Test

Getestet von Benjamin Kalt am
Vorteile
  • schickes Design, Verarbeitung in Ordnung
  • sehr gutes und helles 2K-Display
  • Performance ausgezeichnet für Office und Web
  • gute QWERTY-Tastatur, Aufkleber im Lieferumfang
  • solide Akkulaufzeit
  • Wifi 6, Bluetooth 5.1
Nachteile
  • viel Kunststoff verbaut
  • Leistung nicht ganz ausreichend für Photoshop & co
  • sehr wenige Anschlüsse, aber immerhin USB-C
  • nur microSD, kein "Full Size" SD-Slot
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Mit dem Chuwi GemiBook Pro 14 steht uns ein Nachfolger im Geiste des Chuwi CoreBook Pro ins Haus. Wie quasi alle Chuwi-Notebooks ist es ein Budget-Laptop im unteren dreistelligen Preisbereich mit klaren Stärken und Schwächen. Die eindeutige Stärke des brandneuen Laptops ist das 2K-Dispay im 3:2-Seitenverhältnis. Doch wie sieht es mit den Schwächen aus? Das und noch mehr findet Ihr in diesem Testbericht heraus!

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Design & Verarbeitung

Das Design des Chuwi GemiBook Pro erinnert ohne Frage an aktuelle Huawei-Notebooks. Der graue Deckel besteht aus Metall und ist mit einem Chuwi-Logo versehen. Die untere Platte des Laptops ist hingegen komplett aus Kunststoff, der zwar gut verarbeitet ist, sich aber nicht super hochwertig anfühlt. Dort befinden sich die Anschlüsse. Auf der Rückseite liegt die Öffnung für den Lüfter und die Lautsprecher. Eine Klappe zum Einsetzen einer zusätzlichen SSD gibt es ebenfalls. Möchte man die gesamte Rückseite abnehmen, muss man elf Schrauben lösen.

Das Chuwi GemiBook Pro lässt sich nicht mit einer Hand öffnen. Die Scharniere sind sehr hart eingestellt und machen keinen allzu hochwertigen Eindruck. Sie bestehen komplett aus Kunststoff. Es befindet sich eine Menge Spiel in den Gelenken – ewig lang dürften die nicht halten. Durch die stark abgerundete Einbuchtung in der Unterseite des Notebooks ist es außerdem ziemlich schwer, es beim Öffnen festzuhalten. Immerhin lässt sich die Klappe aber sehr weit öffnen – in der weitesten Einstellung bilden der Bildschirm und die Tastatur eine plane Ebene.

 

Wenn man die Klappe dann geöffnet hat, wird man von einer weiß beleuchteten Tastatur begrüßt. Darunter befindet sich das große Touchpad aus Kunststoff. Der Ein-/Ausschalter ist Teil der Tastatur. Über den Tasten befinden sich drei Status-LEDs.

Das Display hat angenehm schmale Ränder, nur der obere Rand ist etwas größer, da dort wohl die Webcam untergebracht wurde. Die Ecken des Bildschirms sind nicht abgerundet. Das Chuwi GemiBook Pro wiegt knapp über 1,5 Kilogramm und misst 310 x 229,5 x 20,6 Millimeter. Durch die dünnen Displayränder und die abgerundeten Ecken des Gehäuses ist es angenehm portabel – in meine Laptop-Tasche passt es ohne Probleme.

Lieferumfang des Chuwi GemiBook Pro

Mit in der Box des Chuwi GemiBook Pro befinden sich das Netzteil (kein USB-C, typischer runder Stromstecker) und ein bisschen Papierkram. Das Netzteil kommt auf 24 Watt und endet auf einen China-Stecker, ein Adapter liegt aber bei. Dieser lässt sich so auf das Netzteil schieben, dass er nicht übersteht und es sich damit wie ein normaler EU-Stecker anfühlt. Eine gute Lösung!

Anschlüsse & Eingabegeräte

Bei den Anschlüssen sieht es leider etwas mager aus. An der rechten Seite befinden sich nur ein einzelner USB 3.0-Port und ein 3,5mm-Klinkenanschluss. Links sind ein voll funktionsfähiger USB C-Anschluss (Audio, Video, Power Delivery) und ein Ladeanschluss platziert. Einen microSD-Slot gibt es ebenfalls, ein “Full Size” SD-Slot wäre mir deutlich lieber gewesen und hätte auch besser zu der Zielgruppe der Kreativschaffenden gepasst. Einen zusätzlichen SSD-Slot gibt es ebenfalls – dafür natürlich Daumen hoch!

An Eingabegeräten sind die QWERTY-Tastatur und das Touchpad zu nennen. Letzteres unterstützt Windows-Gesten und ist ausgezeichnet bedienbar, allerdings aus Kunststoff. Das ist an sich kein Problem, es fühlt sich aber nicht allzu hochwertig an. Dafür gefällt mir die Tastatur ziemlich gut. Die Tastenbelegung ist sinnvoll, der Druckpunkt deutlich und gut am Klick zu erkennen. Nur die Leertaste macht einen etwas wackeligen Eindruck. Die sehr helle Tastaturbeleuchtung ist mit einem Klick auf die F5-Taste ein- und ausschaltbar. Wird die Tastatur nicht verwendet, geht die Beleuchtung nach gut 30 Sekunden automatisch aus.

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Display – das Herzstück des Chuwi GemiBook Pro

Das Hauptaugenmerk des Herstellers in der Vermarktung liegt auf dem Display und das zurecht! Das 14 Zoll große Panel kommt in einem 3:2-Seitenverhältnis und löst mit 2.160 x 1.440 Pixel auf, woraus eine Pixeldichte von 185 Pixel pro Zoll resultiert. Der Bildschirm scheint sehr nah an den Schutz aus Kunststoff angebracht worden zu sein, wodurch er subjektiv betrachtet einfach grandios aussieht.

Und auch objektiv betrachtet gibt es nichts zu meckern. Die Farbwiedergabe ist 1A und weit besser als alles andere in diesem Preissegment und darüber hinaus. Die maximale Helligkeit haben wir mit 355 Lumen gemessen, subjektiv wirkt das Display aber heller. Im direkten Sonnenlicht stört die spiegelnde Oberfläche, im Schatten ist das Laptop aber auch draußen ausgezeichnet benutzbar. Die Helligkeitsregelung geht von sehr dunkel bis hell. Die Schärfe ist für ein Notebook ausgezeichnet und mir ist kein nerviges Flackern aufgefallen. Das Backlight Bleeding hält sich stark in Grenzen und auch die Kontraste sind für ein klassisches LCD-Panel sehr gut.

Der Weißabgleich driftet leicht ins Warme ab, aber fast unmerklich. Mir sind keinerlei Farbstiche aufgefallen und auch der Schwarzwert geht absolut in Ordnung. Der kleine Bruder des Pro-Modells kommt im Test bei Notebookcheck auf 99% sRGB und 63 Prozent AdobeRGB. Das ICC-Profil für das GemiBook Pro könnt ihr hier direkt bei uns herunterladen. Unter dem Strich ist der Bildschirm des Chuwi GemiBook Pro ein absolutes Highlight!

Leistung

Chuwi verbaut im GemiBook Pro den Intel Celeron J5125, kombiniert mit einer Intel UHD Grafik 600. Der Chip ist ein Vierkern-Prozessor mit 2,0 bis 2,7 GHz Taktfrequenz. Die Celeron-Reihe ist für eher schwachbrüstige Chips bekannt, dennoch verbaut Chuwi ganze 16 Gigabyte LPDDR4X-RAM. Wie schlägt sich die Kombination in den Benchmarks?

Geekbench Single Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis

Der Graph zeigt es schon eindrucksvoll: Verglichen mit dem sehr günstigen Teclast F7S kommt das Chuwi GemiBook Pro auf deutlich bessere Werte. An die weitaus teureren Laptops von Huawei und Xiaomi kommt es nicht ran, hat aber für den günstigen Preis durchaus eindrucksvolle Werte erzielen können!

Damit ist meine größte Sorge direkt aus dem Weg geräumt. 2K-Displays brauchen nämlich einiges an Prozessorleistung, um flüssig bespielt werden zu können. Damit hat das Chuwi GemiBook Pro überhaupt kein Problem. Office und im Internet surfen, mit so vielen Tabs wie man will, geht flüssig und ohne Probleme über die Bühne. Auch UHD-Videos lokal betrachten ist überhaupt kein Problem für den Chip. Rudimentäre Bildbearbeitung in Photoshop ist tatsächlich auch möglich, mit den riesigen RAW-Files meiner Sony a7r II gerät das System dann aber doch ins Stocken.

Selbiges gilt für Videoschnitt – mit Full HD-Dateien kommt Premiere Pro bei kleinen Projekten mit wenigen Ebenen hinterher. Sobald ich das Programm mit 4K-Dateien oder gar mit RAW-Files füttere, macht der Schnitt aber keinen Spaß mehr. Rudimentäre Kreativaufgaben sind also durchaus möglich und besonders die Bildbearbeitung profitiert von dem tollen Display. Sobald ihr aber etwas mehr wollt, ist der Prozessor leider der Flaschenhals. Für alltägliche Aufgaben gilt das ganz und gar nicht – das vorinstallierte Windows 10 Home-Betriebssystem läuft zu jeder Zeit flüssig und ohne Bugs!

SSD Benchmark (read) Ergebnis Einheit: MB/s SSD Benchmark (write) Ergebnis Einheit: MB/s

Die vorinstallierte, 512 Gigabyte große SSD gehört leider nicht zu den schnellsten, was im Alltag aber nicht auffällt.

Webcam

Über dem Bildschirm des Chuwi GemiBook Pro ist eine winzig kleine, fast unsichtbare Webcam verbaut. Sie löst mit 0,9 Megapixel auf. Die Bild- und Videoqualität ist schlicht unterirdisch, selbst bei Tageslicht rauscht das Bild gewaltig. Außerdem ist die Bildrate enorm instabil und geht selten über zehn Bilder pro Sekunde hinaus. Des weiteren haben Videoaufnahmen keinen Ton – auch über den Sprachrekorder lassen sich keine Tonaufnahmen anfertigen. Das eingebundene Video habe ich bei Tageslicht aufgenommen, zusätzlich war in dem Raum eine Birne von Yeelight auf 100% gestellt und ein Yeelight LED Stripe ebenfalls. Wer nachrüsten will, der kann sich die Mijia Webcam einmal genauer anschauen.

Betriebssystem

Auf dem Chuwi GemiBook Pro ist Windows 10 Home vorinstalliert. Zum Zeitpunkt der Auslieferung war das OS komplett aktuell, erst einige Tage später kamen die ersten Updates reingeflattert. Windows 10 Pro wäre mir natürlich lieber gewesen, aber dass überhaupt ein deutschsprachiges, aktiviertes Betriebssystem installiert ist, werte ich schon als Pluspunkt. Günstige Windows 10 Pro Keys zum Upgraden des Systems bekommt man zudem schon für ein paar Euro eBay.

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Konnektivität

Die Konnektivität als eigener Abschnitt bei einem Laptop-Test? Das Chuwi GemiBook hat sich das definitiv verdient. Es bietet nämlich Support für den neuen WLAN-Standard ax, auch als Wifi 6 bekannt. Da ich privat den Xiaomi Router AX1800 mit Wifi 6 verwende, habe ich den neuen Standard sogar ausprobieren können.

Die Reichweite ist ein wenig schlechter als bei den Vorgängerversionen, aber immer noch mehr als ausreichend stark. Die Geschwindigkeit bei Übertragungen innerhalb des Netzwerks ist höher, besonders wenn das Notebook sich im selben Raum wie der Router befindet. Leider gibt meine Internetleitung nicht mehr als ungefähr 400 Mbit/s her, weswegen die Top-Speed bei Downloads und Uploads aus dem Internet mehr oder weniger identisch zu Wifi 5 ist. Ob man es nun aktiv nutzen kann oder nicht – dass Chuwi einen so neuen Standard in einem günstigen Notebook verbaut, ist definitiv eine Erwähnung wert. Bluetooth 5.1 ist ebenfalls mit dabei – auch ein brandaktueller Standard!

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Akkulaufzeit des Chuwi GemiBook Pro

Der integrierte Akku des Chuwi-Notebooks kommt auf eine Kapazität von 38 Wattstunden. Der Hersteller verspricht bis zu acht Stunden Laufzeit, was wir nicht ganz reproduzieren können. Im Alltag sind maximal sechs Stunden möglich, eher vier bis fünf wenn man eine der höheren Displayhelligkeiten verwendet. Im Akku-Benchmark hält das GemiBook Pro knapp sechs Stunden durch. Der Gaming-Benchmark sorgt für gut vier Stunden auf der Uhr – ein toller Wert! Mit der integrierten Grafikkarte zockt es sich aber leider nicht sonderlich gut – nur graphisch anspruchslose Spiele wie Team Fortress 2 laufen überhaupt flüssig auf der vollen Displayauflösung.

PCMark Modern Office (Akku Test) Ergebnis Einheit: Std PCMark Gaming (Akkutest) Ergebnis Einheit: Std

Geladen wird das GemiBook Pro nicht über USB-C (obwohl das ebenfalls möglich ist und sogar schneller geht). Nach gut zwei Stunden ist das Notebook voll geladen.

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Das Chuwi GemiBook Pro ist unter dem Strich ein sehr solides Notebook mit einem großen Problem. Es ist komplett an allen möglichen Zielgruppen vorbei ausgestattet. Kreativschaffende freuen sich über das ausgezeichnete Display, bemängeln aber die wenigen Anschlüsse und die nur leicht überdurchschnittliche Leistung. Normale Nutzer von Web- und Office-Anwendungen stören sich daran vermutlich nicht, brauchen aber eigentlich kein so hochauflösendes Panel. Außerdem ist für solche Nutzergruppen das Seitenverhältnis ein Minuspunkt, die meisten Multimedia-Anwendungen (YouTube, Netflix und Disney+) arbeiten nun einmal mit 16:9 oder gar einem noch breiteren Format.

Die große Frage ist also, wer das Chuwi GemiBook wirklich sinnvoll nutzen kann. Mir fällt dafür eigentlich keine Zielgruppe ein. Ein gut ausgestattetes Laptop mit einem weit überdurchschnittlichen Display ist es aber trotzdem. Wenn ihr damit etwas anfangen könnt, kann ich euch den Kauf nur empfehlen!


Gesamtwertung
70%
Design & Verarbeitung
75 %
Display
90 %
Anschlüsse
50 %
Tastatur & Touchpad
80 %
Leistung
40 %
Akkulaufzeit
65 %
Preis-/Leistungsverhältnis
90 %

Preisvergleich

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6 Kommentare
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Frank
Gast
Frank (@guest_73791)
26 Tage her

Ich habe den Laptop jetzt seit zwei Tagen und tippe diesen Kommentar gerade auf diesem. Im wesentlichen decken sich meine Erfahrungen mit denen im Test. Mein Gerät wurde von Chuwi aus Spanien für ca. 320 €/380 US$ geliefert. Design & Verarbeitung: Der Deckel lässt sich zwar nur mit überraschend großer Mühe öffnen, aber trotzdem ist es aufgeklappt nicht so steif wie man es dadurch erwarten würde. Das Scharnier verdient sicherlich keine Auszeichnung, ich denke aber, dass es trotzdem einige Jahre halten wird, sofern ich nicht grob damit umgehe.   Lieferumfang: Im Lieferumfang befanden sich bei mir neben dem gezeigten Netzteil… Weiterlesen »

Max
Gast
Max (@guest_73670)
28 Tage her

Werdet ihr das Gemibook X ebenfalls testen?

Gironimo
Gast
Gironimo (@guest_73441)
1 Monat her

Danke für den Test👍
ist aber ein J4125 (J5125 gibt es (noch) nicht)

Christoph
Gast
Christoph (@guest_73408)
1 Monat her

Da wäre aktuell aber das CoreBook X für 392 Euro wohl die bessere Wahl – scheint mir von den Specs sehr ähnlich zu sein, aber mit Core i5-7267U und dafür nur 256GB SSD.

Thomas
Gast
Thomas (@guest_73403)
1 Monat her

Der Verzicht auf einen großen SD Slot zugunsten eines MicroSD Slots ist doch im Jahre 2021 keinen Negativpunkt mehr wert? Eine Erwähnung ist wichtig, aber negativ ist das nicht. Für mich persönlich wäre es sogar ein Pro-Punkt, da das Suchen nach dem Adapter entfällt.

RutenRudi
Gast
RutenRudi (@guest_73404)
1 Monat her
Antwort an  Thomas

Aber anders als USB-A vs USB-C ist das ja keine Evolution, sondern ein anderer Formfaktor. Sprich ein voller SD Slot kann theoretisch beides, wo der micro eben nur micro kann. Wenn ich das als schlankes Foto-Notebook für unterwegs will (etwa Affinity Photo statt PS, das läuft etwas flotter als bei Adobe) ist das schon ein großer Kritikpunkt. Die meisten Kameras schlucken halt normale SD (jetzt mal XQD und CFast ignoriert, andere Preisklasse), wenn ich da eine micro nutzen will muss ich auch mit Adapter ran, sprich den hätte ich eh dabei, und ich muss sie erst heraus friemeln (und langsamer… Weiterlesen »