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Huawei MatePad Paper – erstes Huawei E-Ink Tablet vorgestellt

Vor einigen Wochen haben wir euch das Huawei MateBook E vorgestellt. Das Windows Tablet sieht edel aus und kommt mit Stylus Support und OLED Display. Weiterhin sind mit dem MatePad 11 und 12.6 (zur Ankündigung) zwei Tablets mit IPS Panel Teil der Huawei MatePad Familie. Fehlt noch was?… Genau, ein E-Ink Tablet à la Amazon Kindle.

Exkurs: Was ist E-Ink eigentlich?

E-Ink bezeichnet eine Bildschirmtechnologie, die sich grundsätzlich von den alltäglichen IPS oder OLED Panels unserer Smartphones, Laptops und Fernseher absetzt. OLED und IPS unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise und in ihrem charakteristischen Aussehen für geübte Augen gewaltig, E-Ink erkennt aber auch der Laie auf den ersten Blick. Denn E-Ink Displays sind schwarz-weiß (Ausnahmen bestätigen die Regel). Außerdem sind E-Ink Displays nicht beleuchtet, was gleichzeitig ihr größter Vor- und Nachteil ist. Denn das führt dazu, dass Geräte mit einem E-Ink Bildschirm zwar ohne Probleme und sehr augenschonend auch in grellem Sonnenlicht abgelesen werden können, in der Dunkelheit aber nicht lesbar sind. Diesen Nachteil gleichen viele E-Ink Geräte natürlich mit einer Hintergrundbeleuchtung aus.

Lesen ist auch schon das richtige Stichwort, denn die weiteste Verbreitung genießt E-Ink als Grundlage für eBook-Reader. Die Technologie ist perfekt dafür geeignet, das Aussehen von Tinte auf Papier nachzustellen, daher der Name “E-Ink” = elektronische Tinte. Dabei wird das Bild eines E-Ink Displays nicht andauernd erneuert, wie bei IPS oder OLED, sondern nur, wenn es Bedarf dafür gibt. Das macht die Technologie zwar extrem akkueffizient, aber dank langsamer Reaktionszeiten auch ungeeignet für die Wiedergabe von Videos oder Gaming.

Ausstattung des Huawei MatePad Paper

Durch den Einsatz eines E-Ink Displays sind die Specs des Huawei MatePad Paper kaum mit denen eines gängigen Tablets zu vergleichen. Viel mehr ist das MatePad Paper ein glorifizierter E-Reader. Für solch einen ist das Gerät allerdings ziemlich groß. Mit 225 x 182,7 x 6,65 Millimeter und einem Gewicht von 360 Gramm ist das Tablet von seinen Abmessungen her irgendwo zwischen kleinem, leichtem Tablet und großem, schwerem eBook-Reader. Das Display ist mit einer Diagonale von 10,3 Zoll ebenfalls groß für einen E-Reader. Das deutet schon darauf hin, dass das MatePad nicht gerade für den Krimi am Strand gedacht ist, doch dazu im nächsten Kapitel mehr.

Huawei MatPad Paper 1

Angetrieben wird das Tablet von einem HiSilicon Kirin 820E. Dieser Prozessor wird im 7nm Verfahren bei TSMC hergestellt und besteht aus drei Cortex A76 Kernen mit einer Taktrate von 2,22GHz und drei Cortex A55 Kernen mit einer Taktrate von 1,84GHz. Zur Seite stehen dem Prozessor 4GB Arbeitsspeicher und 64GB Festspeicher, erweitert werden kann der Speicher nicht. Als System baut Huawei für das MatePad Paper auf eine spezielle Version des hauseigenen Betriebssystems HarmonyOS 2.0.

Huawei MatPad Paper 3

Ins Internet gelangt das E-Ink Tablet über WiFi 5 und Peripheriegeräte können über Bluetooth 5.2 angeschlossen werden. Über den USB-C (USB 2.0) Anschluss an der Unterseite des Geräts kann das Tablet mit bis zu 25 Watt geladen werden. Der Akku des MatePad E misst 3625mAh, das mag nicht viel klingen, E-Ink ist allerdings extrem sparsam beim Energieverbrauch. Huawei selbst gibt eine Akkulaufzeit von 28 Tagen im Standby an. Neben einem Beschleunigungs- und einem Hall-Sensor verfügt das Huawei MatePad Paper über einen Fingerabdrucksensor im Powerbutton und vier Mikrofone sowie zwei Lautsprecher.

Besonderheiten des Huawei MatePad Paper

Mit seinem 10,3 Zoll Display ist das MatePad Paper ziemlich groß für einen eBook-Reader. Allerdings verfügt das E-Ink Tablet auch über einige besondere Features. So wird es mit einem Stylus namens Huawei M-Pencil (2. Generation) ausgeliefert. Dieser smarte Stylus kann genutzt werden, um Notizen auf dem E-Ink Display zu schreiben. Eine sehr coole Idee, denn, wenn schon Papierähnlich, warum nicht auch darauf schreiben? Mit einer Latenz von 26ms Sekunden ist das Display allerdings deutlich weniger reaktionsfreudig als etwa das Huawei MatePad 11 (zum Test) mit gerade einmal 2ms Latenz.

Huawei MatPad Paper 5

Dennoch ist die Idee des Schreibens auf E-Ink cool, wenngleich nicht ganz neu. Der bekannteste Vertreter dieser Produktkategorie dürfte Remarkable sein. Deren Tablet ist inzwischen in die zweite Runde gegangen und kommt ebenfalls mit einem 10,3 Zoll E-Ink Display. Die Latenz bei Eingaben liegt laut Hersteller bei 21ms.

Das Schreiben auf einem E-Ink Display ist neben dem Papier-ähnlichen Look & Feel natürlich auch praktisch, wenn man sich draußen befindet. Während selbst AMOLED-Displays unter Sonnenlicht nur noch schwer ablesbar sind, ist das Ablesen bei E-Ink selbst in praller Sonne kein Problem.

Software

Praktisch ist, dass mit dem Huawei MatePad Paper und HarmonyOS auch andere Aufgaben erledigt werden können. So könnt ihr Mails auf dem Tablet checken oder euren Kalender auffrischen. Natürlich können auch eingespeiste PDF-Dokumente mit Hinweisen oder Unterschriften versehen werden. Wer sich gerne beim Lesen Notizen macht, dürfte sich über die Multi-Windows Funktion freuen, über die zwei Apps parallel geöffnet werden können. Weiterhin lässt sich auf dem Tablet Handschrift in Text umwandeln und wichtige Meetings können über die 4 eingebauten Mikrofone aufgenommen werden. Wer will, kann einzelne Notizen oder Mitschriften hinter der Sicherheit des Fingerabdrucksensors verbergen.

Wie gut funktioniert Huaweis E-Ink Tablet?

Unsere Kollegen von GSMARENA hatten das Huawei MatePad Paper bereits im Test und konnten sich von dessen Stärken und Schwächen selbst überzeugen. Als größter Nachteil fällt dabei die Reaktionszeit des Displays auf. Die Anzeige imitiert den Look von Papier zwar hervorragend, aber das Schreibgefühl ist ein ganz anderes. Während “Eingaben” auf Papier ohne jede Form von Verzögerung stattfinden, braucht das E-Ink Panel des MatePad Paper eben seine Zeit und das kann frustrierend sein.

Huawei MatPad Paper 2

Die Oberfläche von HarmonyOS ist stark an die E-Reader Performance angepasst. Einige bekannte Features, wie das Herunterwischen für die Statusleiste, sind aus mobilen Betriebssystemen bekannt, insgesamt ist das System aber deutlich minimalistischer aufgebaut als auf einem Handy oder Tablet. Wer auf dem MatePad Paper lesen will, hat Zugriff auf Huaweis eigene Bibliothek oder kann Dateien drahtlos oder über den USB-C Port auf das Tablet aufspielen. PDF und epub sind beide kein Problem für den großen E-Reader. Weiterhin ist der Zugriff aus Huaweis App Store, die Huawei App Gallery möglich. Wobei viele Apps allerdings nicht wirklich gut zum E-Ink Display passen. Die Akkulaufzeit liegt im Praxistest bei starken 2 Wochen. Aufladen dauert rund 1,5 Stunden, wobei schon fünf Minuten aufladen für 2 Stunden Lesen ausreichen.

Das MatePad Paper mit dem Huawei Laptop verbinden. Möglich aber sinnlos?

Trotz einiger Stärken wird nicht so ganz klar, für wen das MatePad Paper gedacht ist. Wer einen einfachen E-Reader sucht, findet deutlich günstigere Optionen als das MatePad Paper. Für 500€ ist das Gerät nämlich wirklich kein Schnäppchen. Wer viele Notizen macht, der dürfte mit der großen Latenz des E-Ink Displays nicht glücklich werden. Das neue Huawei Tablet ist also ein durchaus spannendes und mutiges Gerät. Für einige Personen dürfte das MatePad Paper eine einzigartige Kombination zwischen E-Ink, Huawei Ökosystem und Pencil Support sein, für die meisten ist das Gerät aber wohl nichts.

Quellen


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Fantasy
Gast
Fantasy (@guest_87456)
7 Tage her

Zum Nutzerspektrum – und Preis: das ist halt ein Konkurrenzprodukt zu den Geräten von onyx boox, remarkable, Supernote und wie sie alle heißen. Ein Gerät für Notizen, zur Analyse wissenschaftlicher Texte/PDFs, usw.. vllt. Auch zur Vermeidung von Bildschirmarbeit/ablenkungsfreien arbeiten.
Ich hab selber 2 Onyxgeräte, das ist schon sehr geil. Aber das ganze steht und fällt mit der Softwareintegration. Auf meinen Geräten kann ich in der Nato en Software quasi wie auf Papier schreiben.

Micha
Gast
Micha (@guest_87451)
8 Tage her

Es kommt ja wohl leider nicht nach Deutschland.

Matthias
Gast
Matthias (@guest_87446)
8 Tage her

Vielleicht als digitale Notenanzeige brauchbar für Instrumentalisten?

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