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LEMFO LEM 10 Testbericht – Ein Handy fürs Handgelenk

Getestet von Jens M. am
Vorteile
  • starke Hardware
  • gute Verarbeitungsqualität
  • Bedienbarkeit besser als bei runden Konkurrenten
  • vollumfängliches Android 7 System
  • Simkarten-Einschub
Nachteile
  • sehr klobig und unbequem
  • Digitizer hat Probleme am Rand
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Smartwatches mit vollwertigem Android-Betriebssystem kennen wir vom chinesischen Markt bereits seit einigen Jahren. Während die Hardware dieser Uhren oft einem Budget-Smartphone ähnelt und durchaus brauchbar ist, konnte uns die Bedienbarkeit auf den oftmals runden Smartwatch-Displays leider nie so richtig überzeugen. LEMFO ist mit der neuen LEM 10 nun ein etwas anderen Weg gegangen: ein eckiges Display, wie man es beispielsweise von der Apple Watch oder auch der Amazfit Bip kennt. Ob die LEMFO LEM 10 damit nun endlich überzeugen kann, erfahrt Ihr in diesem Testbericht.

Spezifikationen / Design / Verarbeitung

Die LEMFO LEM 10 ist eine der wenigen Smartwatches mit eckigem Display – genauer gesagt einem rechteckigen 1,81 Zoll großem IPS Display. Somit sticht sie durch ihre eckige Grundoptik bereits aus der großen Masse der Smartwatches hervor. Ich persönlich werde mit dem eckigen Design, dass man u.a. bereits von der Amazfit Bip kennt, leider nicht richtig warm, aber potentielle Käufer gibt es für dieses Format trotzdem genügend. Was man jedoch sofort feststellen muss, ist, dass die LEM 10 wieder einmal (leider) eine riesige Smartwatch ist.

Mit Abmessungen von ca. 40 mm (B) x 50 mm (L) x 15 mm (H) und einem Gewicht von 58,8 g ist sie zwar etwas kleiner und leichter als beispielsweise die LEMFO LEM X aber gerade durch die eckige Bauart wirkt sie extrem klobig am Handgelenk. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und auch die Rückseite, auf der sich der optische Pulssensor sowie die Ladepins befinden, besteht ebenfalls aus Kunststoff. Der Übergang zum Armband ist mit kleinen verchromten Aufnahmen realisiert, was mir ganz gut gefällt. Das ab Werk montierte Lederarmband ist insgesamt ca. 21 cm lang und 2 cm breit. Leider will mir das moderne, mehrfarbige Design auf Ober- und Unterseite des Armbands nicht wirklich gefallen – meiner Meinung nach wirkt die Uhr mit diesem Armband zu verspielt und schon fast wieder etwas “billig”. Für den sportlichen Nutzer liegt der Uhr aber auch noch ein orangefarbenes Nylonarmband bei, welches zumindest mal angenehm weich ist – ob man den Farbton am Handgelenk jedoch schön findet, bleibt wie so oft Geschmackssache. Mich kann am Ende leider keines der beiden Armbänder wirklich überzeugen.

Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität der Uhr wirklich sehr gut. Der Übergang zwischen Gehäuse und Display ist sehr smooth ausgeführt und sowohl die Abdeckung des SIM-Slots auf der Linken, als auch die zwei Knöpfe auf der rechten Seite des Gehäuses machen einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck.

Angetrieben wird die LEMFO LEM 10 von einer MediaTek MT6739 Quad-Core CPU gepaart mit wahlweise 1/3 GB RAM und 16/32 GB ROM. Mit dieser Konfiguration ist die Smartwatch durchaus auf einem Level mit einigen Budget Smartphones und hat definitiv genug Leistung, um das Android 7.1 Betriebssystem jederzeit flüssig laufen zu lassen. Der Funktionumfang der LEM 10 ist schon recht umfangreich aber im Grunde auch nichts Außergewöhnliches für eine Android-Smartwatch aus China. Neben dem obligatorischen Schrittzähler und der optischen Pulsmessung sowie Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen sind auch GPS & GLONASS sowie eine 2 Megapixel Kamera an Bord. Bei den Bildern der auf der Oberseite positionierten Kamera darf man natürlich keine Meisterwerke der Fotoqualität erwarten. Die Bilder werden alle ziemlich matschig und zum Rand hin gibt es doch recht starkes Bildrauschen.

Des Weiteren ist die Uhr nach IP67 zertifiziert und somit staub- und wasserfest. Duschen, Schwimmen oder Baden sollte man mit dem Gerät jedoch vermeiden.

Die LEMFO LEM 10 ist also insgesamt eine “ganz normale” Android-Smartwatch. Die Hardwareausstattung ist ziemlich stark und die Verarbeitungsqualität von LEMFO wie gewohnt sehr gut. Über das Design kann man bekanntlich streiten, aber die recht großen Abmessungen lassen die Uhr sogar an größeren Handgelenken sehr wuchtig wirken.

Lemfo LEM10 4G Test (13)

Im Lieferumfang befinden sich die Uhr samt Leder- und Nylonarmband, ein USB-Ladekabel, ein Schraubendreher, eine Displayschutzfolie sowie eine Bedienungsanleitung.

Display

Beim Display geht LEMFO mit der LEM 10 zumindest was das Format angeht einen neuen Weg. Man bewegt sich weg vom runden, klassischen Uhrenlook und setzt auf ein eckiges 1,81 Zoll großes IPS Display mit einer Auflösung von 360 x 320 Pixel. Die Helligkeit des Displays kann in drei Stufen angepasst werden und IPS-typisch ist das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung recht gut abzulesen. Die Farbwiedergabe finde ich ansprechend, auch wenn das hier natürlich kein AMOLED Display ist. Der Digitizer arbeitet eigentlich ganz zuverlässig, aber es fällt auf, dass die Reaktion bei Buttons oder auch Buchstaben der Tastatur, welche eher am Rand des Displays liegen, doch recht schlecht ausfällt. Hier braucht man öfter mal ein paar Berührungen, bis man einen Treffer landet.

Grundsätzlich finde ich das Display aber eigentlich ganz gut, denn vor allem der eckige Formfaktor scheint mir für die Nutzung eines vollwertigen Android 7.1 Systems deutlich besser geeignet zu sein, aber dazu später mehr.

Konnektivität

In Sachen Konnektivität hat die LEMFO LEM 10 so einiges zu bieten. Neben Bluetooth 4.0 zur Verbindung mit dem Smartphone oder zur Kopplung mit Bluetooth Headsets etc. hat die LEM 10 auch GPS + GLONASS sowie ein WiFi-Modul für den Empfang von 2,4/5 GHz verbaut. Sowohl Bluetooth als auch das WLAN funktionierten im Test ohne weitere Probleme. Auch das GPS ist absolut brauchbar.

Lemfo LEM10 4G Test (14)

Zusätzlich besitzt die LEM 10 noch einen 4G Nano Sim-Kartenslot. Dieser ist über zwei kleine Schrauben an der linken Seite des Gehäuses erreichbar. Legt man eine SIM-Karte ein, kann die LEM 10 im Grunde als Smartphone-Ersatz genutzt werden. So kann man beispielsweise direkt über die Uhr telefonieren. Im meinem Test funktionierte das wirklich gut. Über den eingebauten Lautsprecher ist der Gesprächspartner klar und deutlich zu verstehen und auch das Mikrofon der LEM 10 konnte bei meinen Gesprächspartnern absolut überzeugen. Über die SIM-Karte ist natürlich auch die Nutzung von mobilem Internet möglich – in diesem Fall sogar in 4G Geschwindigkeit. Auch dies konnte ich erfolgreich testen.

OS und Handling

Wie bereits erwähnt, läuft auf der LEMFO LEM 10 ein vollwertiges Android 7.1. Neben einigen eigenen Apps sind auch der Google Playstore und Google Maps bereits vorinstalliert. Mit einem Gmail-Account kann auf der LEM 10 somit das gesamte Google-Imperium samt Apps genutzt werden. Über den Playstore lassen sich im Grunde alle möglichen Apps installieren. Sollte man doch mal auf eine App stoßen, die nicht mit Android 7.1 kompatibel ist und somit nicht über den Playstore installiert werden kann, sucht man sich einfach eine ältere Version der App als .apk-Datei und kann diese dann direkt auf der Uhr installieren. Dem ganz persönlichen Setup der LEM 10 sind also eigentlich recht wenig Grenzen gesetzt.

Über Bluetooth 4.0 lässt sich die Uhr mit dem Smartphone (im Test ein Xiaomi Mi 8) verbinden. Auf dem Smartphone wird die WiiWatch 2 App benötigt. Diese hat eigentlich so gut wie gar keine Funktionen und dient daher nur der Verbindung mit dem Smartphone, um Benachrichtigungen zu erhalten.

In meinen bisherigen Testberichten zu Android-Smartwatches dieser Art, habe ich eigentlich immer die Bedienbarkeit des Betriebssystems kritisiert. Dies lag vor allem an den runden Screens der Smartwatches. Mit dem eckigen Display der LEM 10 macht die Bedienung des Android OS schon deutlich mehr Freude. Die Darstellung von Android 7.1 ist nun mal für ein eckiges Display konzipiert und das merkt man auch. Nerviges Abschneiden von App-Inhalten wie ich es bei runden Smartwatches beklagt hatte, findet man bei der LEM 10 eigentlich nicht mehr. Was die Bedienung vom Betriebssystem angeht, ist die LEMFO LEM 10 für mich also aktuell die beste Android-Smartwatch aus China. Toppen können das nur Watches mit Wear OS bzw. Smartwatches außerhalb des Android-Kosmos wie bspw. die Amazfit Modelle.

Neben dem Touchscreen lässt sich die Uhr natürlich auch über die beiden Buttons auf der rechten Gehäuseseite bedienen. Während der untere Button quasi die “Enter”-Taste darstellt, kann man mit dem oberen Button “zurück” navigieren. Der obere Button ist jedoch als eine Art rundes, drehbares Rad ausgeführt. Leider konnte ich keinerlei Funktion finden, bei der man das Drehen an dem Button in irgendeiner Art und Weise nutzen konnte. Die Drehfunktion scheint also ein Fake zu sein – sehr schade.

Die LEM 10 verfügt natürlich auch über verschiedene Sport-Modi. So kann man über die vorinstallierte Fitness-App insgesamt neun verschiedene Sportarten wie Outdoor Run, Outdoor Walk, Indoor Run, Ride Bike, Basketball, Football (Fußball), Ping-Pong, Badminton oder Rope Skipping aufzeichnen. Des Weiteren ist es natürlich auch möglich, Sport-Apps aus dem Playstore auf der LEM 10 zu installieren und damit eine Sporteinheit aufzeichnen. So habe ich eine Laufeinheit mit Strava getrackt, was problemlos funktionierte. Die App nutzt die GPS-Daten der Uhr und konnte somit meine Strecke aufzeichnen. Leider können solche Sport-Apps nicht auf die Pulsdaten der Uhr zugreifen. Wenn man diese auch aufgezeichnet haben möchte, muss man zur vorinstallierten Fitness-App der LEM 10 greifen. Die LEMFO LEM 10 lässt sich also durchaus auch beim Sport einsetzen aber so richtig viel Freude kommt dabei nicht auf, denn die Größe der Uhr ist gerade bei viel Bewegung doch recht unangenehm am Handgelenk. Hier gibts es deutlich bessere Alternativen.

Akku

Der Akku der LEM 10 hat eine Kapazität von 780 mAh. Bei aktiver Verbindung mit dem Smartphone, mittlerer Helligkeitsstufe sowie aktiven Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen und einer getrackten Laufeinheit von circa 60 Minuten, (mit aktivem GPS) hielt der Akku der LEM 10 so ziemlich genau einen Tag durch. Das ist nicht gerade ein berauschender Wert aber eigentlich auch “Standard” für Uhren dieser Art.

Lemfo LEM10 4G Test (18)

Geladen wird die Uhr über das magnetische USB-Ladekabel. Die  Magnete haften recht gut an der Uhr, so dass ein sicherer Sitz auf den Ladepins gewährleistet ist. Ein vollständiger Ladevorgang dauert circa 1,5 Stunden.

Testergebnis

Getestet von
Jens M.

Die LEMFO LEM 10 ist eine klassiche Android-Smartwatch aus China. Punkten kann sie vor allem mit einer starken Hardwareausstattung und sehr guten Verarbeitungsqualität. Positiv überrascht hat mich die verbesserte Bedienbarkeit von Android 7.1 aufgrund des eckigen Displays der LEM 10. Leider kann der Digitizer speziell am Rand nicht vollständig überzeugen und so nimmt sich die Uhr etwas ihrer potentiellen Stärke gegenüber der Konkurrenz. Mein Hauptkritikpunkt ist ganz klar die Größe der LEM 10 – sie wirkt einfach dauerhaft wie ein großer Fremdkörper am Handgelenk und ist nicht wirklich bequem. Trotzdem ist die LEMFO LEM 10 für mich wohl die beste Android-Smartwatch auf dem chinesischen Markt. Echte Konkurrenz machen ihr natürlich Wear OS Smartwatches wie die Ticwatch Pro oder aber gute Smartwatches die sich auf alternative Betriebssysteme verlassen, wie die Amazfit Modelle von Huami. Wer jedoch aus persönlichen Gründen ein vollständiges Android-System am Handgelenk tragen möchte, kann hier getrost zugreifen.

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