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Master & Dynamic MW08 TWS Kopfhörer im Test

Getestet von Benjamin Kalt am
Vorteile
  • tadellose Verarbeitung, hochwertige Materialien
  • schnelles Aufladen via USB-C
  • Bluetooth 5.2 mit AAC, SBC & aptX Adaptive
  • starke Akkulaufzeit von bis zu 40 Stunden
  • sehr guter Transparenzmodus, solides ANC
  • phänomenaler Klang, tolle Mitten und Höhen
  • grandiose Dynamik, tolle Bühne & druckvoller Bass
  • angenehm hohe Maximallautstärke
Nachteile
  • insgesamt ziemlich schweres Gehäuse & Ohrhörer
  • keine Passstücke aus Memory Foam im Lieferumfang
  • kein LDAC, LHDC & aptX HD
  • ANC schlechter als bei der Konkurrenz
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Master & Dynamic habe ich seit meinen Tests zum MW65 und MH40 Wireless ins Herz geschlossen. Das auf Kopfhörer und Lautsprecher spezialisierte Unternehmen aus den USA kombiniert schickes Design mit phänomenalem Klang – besonderer Wert wird auf brillante Mitten und Höhen gelegt. Ob die Erfolgsgeschichte mit dem Master & Dynamic MW08 fortgesetzt werden kann? Immerhin handelt es sich dabei um einen kabellosen In Ear-Kopfhörer – ein Produkt, bei dem es auf mehr als nur guten Klang ankommt.

Willkommen in der ChinaHandys.net HiFi Corner! Ich bin Benjamin Kalt, Sie kennen mich vielleicht aus Beiträgen wie dem Testbericht zum Sony Xperia 1 III oder zur wunderschönen Doogee-Handyhülle fürs iPhone 11. Spaß beiseite – neben Smartphones ist Audio eine meiner größten Interessen und im Team bin ich der bekennende Snob, wenn es um hochwertige Bluetooth-Kopfhörer geht. Im HiFi Corner schreibe ich über alle möglichen Audio-Produkte, die mir so in die Finger geraten.

Alle weiteren bisher in dieser Artikelreihe erschienenen Testberichte findet ihr unter diesem Link!

Master Dynamic MW08 11

Design & Verarbeitung

Der Master & Dynamic MW08 erreicht mich in einer unaufgeregt wirkenden, aber durchaus hochwertigen Box aus Pappe. Im Innern der Packung befinden sich neben den beiden Earbuds und der Ladeschale eine Bedienungsanleitung, ein Ladekabel von USB-C auf USB-C und ein Adapter von USB-C auf USB-A. Zudem sind insgesamt fünf Paar Ohrpassstücke aus Silikon mit dabei – leider aber keines aus Formschaum. Abgerundet wird der Lieferumfang von einer Tragetasche aus Stoff, die sich als sehr widerstandsfähig erwiesen hat.

Kommen wir zum Case. Die Ladeschale misst 64 x 47 x 25 Millimeter und wiegt 81 Gramm (ohne Earbuds). Inklusive der Ohrstöpsel erhöht sich das Gewicht auf rund 100 Gramm. Damit ist der Master & Dynamic MW08 deutlich schwerer als die meisten seiner Mitbewerber. Der Beoplay EQ von Bang & Olufsen bringt es zum Beispiel auf 50 Gramm (ohne Earbuds). Entlohnt wird das hohe Gewicht durch die phänomenale Materialauswahl und Verarbeitung. Die Ladeschale besteht entweder aus Graphit oder Stahl – das ist abhängig von der gewählten Farbvariante.

Master Dynamic MW08 17

Damit sind wir auch schon beim Thema: Der Master & Dynamic MW08 erscheint in insgesamt sechs verschiedenen Farbkombinationen. Dabei ist die Ladeschale entweder Silber, Schwarz oder Weiß. Die Earbuds kommen in den Farben Blau, Schwarz, Weiß und Braun. Leider sind nicht alle Kombinationen möglich – das wären dann insgesamt zwölf Stück. Trotzdem wollte ich die hohe Individualität kurz lobend erwähnen. Bei uns im Test befindet sich die Variante mit schwarzen Earbuds und einem schwarzen Case aus Graphit.

In Ear-Kopfhörer aus Keramik?

Richtig gelesen – während die Ladeschale entweder aus Graphit oder Stahl besteht, sind die Earbuds immer aus Keramik gefertigt. Das sorgt sicherlich auch für das relativ hohe Gewicht – Kunststoff ist einfach das weitaus leichtere Material. Allerdings resultiert das auch in einer tollen Optik dank der stark spiegelnden Oberfläche und in einer Haptik, die derzeit im Markt der In Ear-Kopfhörer ihresgleichen sucht. Neben Keramik kommen übrigens gefrästes Aluminium und hochwertiger Kunststoff zum Einsatz.

Master Dynamic MW08 21

Die Form der Ohrhörer ist dabei klassisch, während das Design im aktuellen Einheitsbrei auffällt. An jedem Ohrhörer sind drei Mikrofone, drei Ladekontakte, eine Status-LED und mehrere klassische Tasten angebracht. Touch-Bedienfelder an der Außenseite gibt es hingegen nicht. An der Ladeschale gibt es gleich drei Status-LEDs. Die mittlere Diode zeigt den Ladestand des Case an, die beiden äußeren Lämpchen den Ladestand des jeweils rechten oder linken Ohrhörers. Das spart Zeit und ist sehr gut umgesetzt! Zum Aufladen steht ein USB C-Anschluss bereit – kabelloses Laden ist nicht mit an Bord.

Tragekomfort

Beim Tragekomfort macht sich das hohe Gewicht der Earbuds bemerkbar – immerhin neun Gramm pro Stück. Das ist zwar leichter als der Vorgänger, aber schwerer als komplett aus Kunststoff gefertigte Konkurrenzmodelle. Gut im Ohr sitzen die Master & Dynamic MW08 trotzdem – zum Sporttreiben eignen sie sich aber nur bedingt. Einfaches Spazierengehen oder leichtes Joggen sind mit Aufsätzen in der richtigen Größe aber kein Problem.

Master Dynamic MW08 22

Ich würde mir trotzdem Passstücke aus Formschaum wünschen. Bang & Olufsen legt diese standardmäßig allen In Ear-Kopfhörern bei und sowohl beim Tragekomfort, als auch beim Klang macht das einen nicht unbedingt kleinen Unterschied.

Sound & Abstimmung des Master & Dynamic MW08

Die Master & Dynamic MW08 sind mit Beryllium-Treibern mit elf Millimeter Durchmesser ausgestattet. Damit sind die Treiber größer als beim Vorgänger und größer als bei den meisten Konkurrenzmodellen von Bang & Olufsen, Sennheiser und Sony.

Master Dynamic MW08 4

Die Abstimmung der Ohrhörer ist typisch für Master & Dynamic. Die Bässe sind sehr präsent und besonders der Tiefbass ist phänomenal – so weit runter kommen nur wenige In Ear-Kopfhörer. Gleichzeitig sind die Mitten brillant, warm und ein klein wenig scharf – das kann bei längerem Musikhören durchaus anstrengend werden. Die Höhen sind wieder einmal ausgezeichnet aufgelöst. Klanglich beerben die Master & Dynamic MW08 ohne Frage den großen MW65, ohne aber ganz so detailreich und differenziert aufzutreten. Gleichzeitig sind die MW08 weitaus dezenter auf Wärme und analoges Feeling getrimmt.

Master Dynamic MW08 16

Die Dynamik ist für In Ear-Kopfhörer auf einem sehr hohen Niveau und die Bühne ist mittelbreit, was in einer starken Separation resultiert. Trotzdem wird der Klang nie zu analytisch – Musikhören macht immer Spaß und verkommt nicht zur Arbeit. Die Abstimmung ist quer durch alle Musikrichtungen hinweg wirklich stark, wie die folgenden Abschnitte zeigen.

Ein paar Beispielsongs…

Der Testaufbau besteht aus meinem OnePlus 9R und der Tidal-App für Android. Die Master & Dynamic MW08 sind per Bluetooth 5.2 via aptX Adaptive mit dem Smartphone verbunden und die Musik wird in bestmöglicher Qualität wiedergegeben. Aktive Geräuschunterdrückung ist selbstverständlich ausgeschaltet.

Pop

Wir beginnen mit ein wenig Popmusik – genauer gesagt mit einem Klassiker: Crying at the Discoteque (Radio Edit) von Alcazar als Tidal Master (MQA). Den Bass betreffend kann der Master & Dynamic MW08 hier zeigen, was er drauf hat. Trotz der enormen Tiefe der Frequenz ist der Bass präzise, rollt zügig ab und blutet nicht unschön in die Mitten herein. Ansonsten mangelt es dem Lied generell an Dynamik, das kann auch ein guter Kopfhörer nicht mehr retten – im Gegenteil – gutes Equipment macht es oft sogar noch schlimmer. Also machen wir schnell weiter mit Conga von Gloria Estefan als Tidal Master (MQA). Mit der ganzen Percussion und Instrumentierung im Hintergrund haben endlich auch die Mitten etwas zu tun. Die Dynamik überzeugt und die druckvollen Kicks ebenfalls. Es ist quasi unmöglich, nicht zu tanzen. So muss das sein!

Wir wechseln die Sprache und fahren fort mit Ella, elle l’a (Remasterisé en 2004) von France Gall als Tidal Master (MQA). Hier ist primär die hohe Stimme der Sängerin anspruchsvoll aufzulösen, was dem Master & Dynamic MW08 aber ohne jegliches Verzerren, Zischen oder Kratzen gelingt. Respekt! Zudem lässt sich die für einen In Ear-Kopfhörer ansehnliche Bühne bei diesem Lied gut ausmachen. Wir beenden diese Sektion mit September von Earth, Wind & Fire als Tidal Master (MQA). Hier überzeugen erneut die Bühne und die ansprechende, aber niemals anstrengende Separation. Master & Dynamic schafft es einfach immer wieder, den perfekten Kompromiss aus Analytik und Hörgenuss zu finden.

Rock

Wir starten entspannt mit Easy Lover von Phil Collins und Philip Bailey. Die E-Gitarre steht im Mix dieses Songs eher im Hintergrund, überzeugt aber trotzdem durch ihre Auflösung. Durch ihre hohe Brillanz fallen zudem die von Phil Collins gespielten Becken auf, die in der Bühne angenehm von den Stimmen separiert werden. Insgesamt klingt dieser Song richtig geil! Danach füttern wir den Master & Dynamic MW08 mit All Summer Long von Kid Rock als Tidal Master (MQA). Auch dieser Titel weiß zu gefallen, besonders die Basslinie brummt sehr angenehm und definiert in mein Ohr.

Eine etwas anstrengende Erfahrung erwarte ich bei Joker And The Thief von Wolfmother. Stark verzerrte Gitarren neigen bei Kopfhörern mit präsenten Höhen dazu, etwas zu brillant und dadurch stechend zu wirken. Tatsächlich bleibt das bei diesem Titel aber aus – der MW08 weiß auch bei diesem Genre zu überzeugen. Ich bleibe vorsätzlich so allgemein, da ich keine Ahnung habe, in welche Stilrichtung Wolfmother einzuordnen ist. Desert Rock vielleicht? Wie dem auch sei – wir machen direkt weiter mit Land of Confusion von Disturbed als Tidal Master (MQA). Die E-Gitarren und der E-Bass prasseln regelrecht auf mich ein und dröhnen druckvoll in mein Ohr – das klingt einfach unglaublich geil! Die Ohrhörer schaffen es trotzdem überraschend gut, die Dynamik zu erhalten.

Jazz & Orchester

Wir hören Smooth Jazz – Silk & Satin von Spyro Gyra als Tidal Master (MQA), genauer gesagt. Als eher neutral abgestimmter Ohrhörer mit starkem Bass und differenzierten Mitten und Höhen weiß der Master & Dynamic MW08 auch hier zu überzeugen. Die Bühne ist natürlich nicht so breit, wie bei seinem großen Bruder im Over Ear-Format, die Separation und das Stereobild sind trotzdem auf einem sehr hohen Niveau. Kommen wir nun zu etwas völlig Anderem: Letzte Woche war ich auf einer Live-Veranstaltung der Hörspiel-Parodie Die Ferienbande – vor der Show wurde dort passenderweise Musik von Carsten Bohn gespielt. Wir hören also Grace for All or a Few von Carsten Bohn. Der Titel ist wegen der Synthesizer, des Drum Computers (ein Roland CR-78, wenn ich mich nicht täusche) kombiniert mit echten Drums und dem Keyboard ziemlich busy, aber gleichzeitig sehr dynamisch. Hier glänzt der MW08 einmal mehr – instrumentaler Jazz steht dem Kopfhörer richtig gut.

Gehen wir über zu Orchestermusik. Da sich der Master & Dynamic MW08 bisher keinen groben Schnitzer erlaubt hat, werfe ich ihm meinen Lieblings-Benchmark vor: Duel of the Fates von John Williams und dem London Symphony Orchestra als Tidal Master (MQA). Der laute Chor kombiniert mit leisen orchestralen Passagen macht es selbst sehr teuren Kopfhörer schwer, dieses Stück vernünftig aufzulösen. Und ja – auch der MW08 erlaubt sich an einigen Stellen ein leichtes Zwicken. Das war zugegebenermaßen nicht anders zu erwarten.

Akkulaufzeit des Master & Dynamic MW08

Bei der Akkulaufzeit konnte der Bang & Olufsen Beoplay EQ nicht unbedingt überzeugen – Master & Dynamic hat mit dem MW08 also die Möglichkeit, den König vom Thron zu stoßen. Das gelingt! Mit deaktiviertem ANC kommen die Earbuds auf rund zwölf Stunden Laufzeit, mit aktiviertem ANC auf zehn Stunden. Bei hoher bis sehr hoher Wiedergabelautstärke sind immer noch sechs bis neun Stunden möglich. Das kombiniert mit den knapp drei vollen Ladungen, die das Case ermöglicht, kommt ihr auf eine Gesamtlaufzeit von 42 Stunden bei moderater Lautstärke.

Master Dynamic MW08 7

Das Nachtanken geht dabei auch ziemlich schnell. Die Ladeschale ist in unter einer Stunde komplett aufgeladen. 50 Prozent des Akkus sind sogar schon nach 15 Minuten wieder voll. Schade ist nur, dass Master & Dynamic auf Wireless Charging verzichtet. Mir persönlich ist das aber ehrlich gesagt komplett egal.

ANC, Features & sonstige Eindrücke

Wo wir schon bei Features sind, die mir egal sind: aktive Geräuschunterdrückung. Ich nutze diese Funktion selten bis nie, da mir die passive Abschirmung im Alltag bereits ausreicht oder teilweise schon fast etwas zu viel ist. Im Flugzeug oder im Zug ist ANC natürlich trotzdem ganz nett und tiefes Brummen wird vom Master & Dynamic MW08 gekonnt durch Gegenschall neutralisiert. Viel spannender ist zumindest für mich der Transparenzmodus, der zu überzeugen weiß und Stimmen klar wiedergibt. So gut wie bei B&O sind beide Features allerdings nicht umgesetzt.

Mit dem MW08 hat Master & Dynamic eine App vorgestellt, die ihr bei Google Play und im App Store herunterladen könnt. Das Verbinden der Ohrhörer geschieht schnell und problemlos, wirklich sinnvolle Funktionen abseits der Software-Updates gibt es allerdings nicht. Hier ist Bang & Olufsen einmal mehr deutlich besser aufgestellt. Wie immer werfen wir ganz zum Schluss einen schnellen Blick auf die Mikrofonqualität. Die wurde mir von meinen Gesprächspartnern bei Telefonaten als überdurchschnittlich gut und relativ voll beschrieben.

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Für rund 300 Euro sind die Master & Dynamic MW08 die derzeit besten kabellosen Ohrhörer – zumindest von denen, die ich bisher getestet habe. Sie überzeugen mit tadelloser Verarbeitungsqualität, hervorragender Akkulaufzeit und einem ausgezeichneten Sound. Die Abstimmung differenziert besonders im Mittenbereich mehr, als ich es je bei einem In Ear-Kopfhörer gehört habe. Der Klang ist durch alle Frequenzbereiche hinweg klar, brillant und druckvoll. Die etwas scharfen Mitten und Höhen sorgen allerdings dafür, dass elektrische Gitarren und hohe Stimmen nach einiger Zeit anstrengend für die Ohren werden können.

Nicht punkten können die Earbuds des amerikanischen Herstellers bei den Features. Zwar ist es toll, dass es mittlerweile eine App gibt – im Vergleich zu den Mitbewerbern bietet diese aber kaum sinnvolle Funktionen. Auch die aktive Geräuschunterdrückung kann nicht mit den Beoplay EQ von Bang & Olufsen mithalten, die allerdings rund 100 Euro teurer sind und schlechter klingen. Zudem sind sowohl das Gehäuse, als auch die Ohrhörer ziemlich schwer. Das macht sich – ebenso wie das Fehlen von Aufsätzen aus Memory Foam – beim Tragekomfort bemerkbar.

Wenn euch ANC und eine gute App nicht wichtig sind, würde ich ohne weitere Einschränkung zum Kauf der Master & Dynamic MW08 raten. Passstücke aus Formschaum können immerhin nachträglich dazu bestellt werden. Bei Design, Verarbeitung, Akkulaufzeit & Klang mach den Ohrhörern aus den USA kein anderer Mitbewerber etwas vor.


Gesamtwertung
86%
Design & Verarbeitung
90 %
Tragekomfort
75 %
Sound & Abstimmung
95 %
Akkulaufzeit
90 %
ANC, Features & sonstiges
80 %

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