Poco X3 Testbericht

Getestet von Jonas Andre am
Updatezeitraum: 12.0.1.0 (QJGEUXM)
Bewertung: 96% Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • exzellente Akkulaufzeit
  • flüssiges und helles IPS Display
  • sehr gute Kameras (Haupt und Selfie)
  • Speichererweiterung, NFC, Kopfhörer-Anschluss
  • Stereo Lautsprecher
  • gute UWW Kamera
  • unschlagbare Preis-Leistung
Nachteile
  • groß und schwer
  • Makrosensor ohne Mehrwert
  • Kamera steht weit heraus
Springe zu:
CPUSnapdragon 732G - 2 x 2,3GHz + 6 x 1,8Ghz
RAM6 GB RAM
Speicher64 GB, 128 GB
GPUAdreno 618 - 800MHz
Display 2400 x 1080, 6,7 Zoll 120Hz (IPS)
BetriebssystemHyperOS - Android 10
Akkukapazität5160 mAh
Speicher erweiterbar Hybrid

Hybrid
Hauptkamera64 MP + 13MP (dual) + 2MP (triple)
Frontkamera20 MP
USB-AnschlussUSB-C
KopfhöreranschlussJa
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
4G1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 20, 28
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht215 g
Maße165 x 77 x 9,6 mm
Antutu317856
Benachrichtigungs-LEDJa
Hersteller
Getestet am07.09.2020

Mit dem Poco X3 NFC startet Xiaomi den Angriff auf die Mittelklasse. Das Redmi Note 9 Pro bietet dort aktuell die mit Abstand beste Preis-Leistung, aber das X3 unter der Führung von Poco soll das nun ändern. Die Hardware im Poco X3 ist für den angepeilten Preis von 200€ einfach der Wahnsinn. Ein 120 Hertz IPS Display, ein brandneuer Snapdragon 732G Prozessor, 6GB RAM, eine 64 Megapixel Sony Hauptkamera und ein gewaltiger 5160 mAh Akku klingen nach Preis-/Leistung von einem anderen Stern. Mit dem Poco F2 Pro hat man schon gezeigt, was Preis-Leistung eigentlich bedeutet. Nun soll das auch die Mittelklasse zu spüren kriegen.

Design und Verarbeitung

Das Poco X3 bringt 215 Gramm auf die Waage und ist mit 9,6 Millimeter auch nicht gerade dünn. Auffällig ist das Kameramodul, das ganze 2,4 Millimeter aus der Rückseite hervorragt und mit vier Sensoren + LED Blitz auch verhältnismäßig groß ausfällt. Das erhöhte Kameramodul wird von einem schwarzen Kreis umrundet, der durch die Schriftzüge „64MP AI SUPER CAMERA“ und „DESIGNED BY POCO“ ergänzt wird. Die Schutzhülle hat eine Aussparung für das erhöhte Kameramodul und den schwarzen Ring. Mit angebrachter Schutzhülle erhöht sich das Gewicht auf 242 Gramm. Die Hülle schließt nicht perfekt mit der Kamera ab, aber durch eine erhöhte Kante der Hülle und die zentrierte Position des Kameramoduls liegt das Poco X3 fast perfekt auf dem Tisch. Das Poco X3 misst knapp 165mm in der Länge, ist 77mm breit und ist damit ein großes Smartphone, das man meistens mit zwei Händen bedient. Für das hohe Gewicht entschädigt immerhin ein 5160 mAh großer Akku, zu dem wir später im Test noch kommen.

Das Poco X3 gibt es in „Cobalt Blau“ oder „Shadow Grau“. Das auffällige Kameramodul habe ich eben schon erläutert, ansonsten ist die Rückseite durch eine Textur in der Mitte gekennzeichnet, innerhalb derer sich auch das POCO Logo befindet. Die Kunststoffrückseite ist zu den Seiten hin abgerundet und resistent gegen Kratzer. Fingerabdrücke und Fettschlieren zieht sie aber wie magisch an. Das CE-Zeichen, die Mülltonne und die Modellbezeichnung sind unauffällig neben dem texturierten Bereich platziert. Der Rahmen ist ebenfalls farbig lackiert und besteht aus einer Aluminiumlegierung, die sich anfühlt wie Kunststoff. Der haptische Eindruck ist jedoch exzellent und man könnte es auch für Metall halten. Mit der abgerundeten Rückseite liegt das Poco X3 sehr gut in der Hand, aber durch die Größe muss man häufig die zweite Hand zur Hilfe nehmen. An das hohe Gewicht gewöhnt man sich innerhalb von wenigen Tagen. Der Powerbutton mit integriertem Fingerabdrucksensor besteht hingegen aus Metall.

An Anschlüssen bietet das Poco X3 NFC das wunschlos-glücklich-Paket. An der Unterseite befindet sich das Hauptmikrofon, ein Lautsprecher, der USB-C Anschluss (2.0) und ein 3,5mm Kopfhöreranschluss. An der Oberseite gibt es dann noch ein zusätzliches geräuschunterdrückendes Mikrofon und einen Infrarot-Sender. Für eingehende Benachrichtigungen bietet das POCO X3 auch eine weiße Benachrichtigungs-LED. Ein AOD (Always On Display) steht beim Displaytyp nicht zur Auswahl.

Poco X3 NFC Benachrichtigungs LED

Auch an eine Benachrichtigungs-LED hat Poco gedacht. Sehr hell ist sie allerdings nicht und leuchtet nur in Weiß.

Rechts im Rahmen befindet sich der Power-Button, der auch den Fingerabdrucksensor beinhaltet. Mit diesem entsperrt man das Poco X3 innerhalb von einer Sekunde direkt aus dem Stand-By. Der Button muss auch nicht unbedingt gedrückt werden. Auf Wunsch reicht eine Berührung des Sensors aus. Zum Entsperren ist außerdem noch eine Gesichtserkennung über die Frontkamera verfügbar. Wenn man einmal von der geringeren Sicherheit absieht, klappt auch hier die Entsperrung schnell und zuverlässig. Direkt über dem Powerbutton ist die Laustärkewippe untergebracht, die aus Kunststoff gefertigt ist. Gesteuert wird das Poco X3 wahlweise über Onscreentasten (das Spiegeln von Zurück- und Multitasking-Button ist möglich) oder den beliebten Wischgesten.

Xiaomi spendiert dem Poco sogar ein offizielles IP53 Zertifikat, womit das Gerät gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist. Letztendlich ist jedes gut verarbeitete Smartphone staubdicht und spitzwassergeschützt, aber eine Zertifizierung ist natürlich noch schöner. Zusammengefasst handelt es sich beim POCO X3 NFC um ein sehr gut verarbeitetes Smartphone mit Kunststoffrahmen und kratzresistenter Kunstoffrückseite. Das Design ist natürlich eine Frage des Geschmacks.

Lieferumfang des Poco X3

Poco X3 NFC Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich eine SIM-Nadel, eine Schnellstartanleitung, ein 33 Watt Ladeadapter, ein USB-A auf USB-C Kabel und eine Silikonschutzhülle. Auf dem Display befindet sich eine bereits aufgeklebte Displayschutzfolie. Die Hülle wurde oben bereits erwähnt. Da sie das Kameramodul kreisförmig ausspart, entstehen darüber und darunter zwei Freiräume, die sich innerhalb weniger Tage mit Staub und Fusseln füllen. Ansonsten ist der Lieferumfang mit Schutzhülle, Displayschutzfolie und leistungsstarkem Ladeadapter vorbildlich für die Mittelklasse.

Display des Poco X3

Das 6,67 Zoll große IPS Display des Poco X3 löst mit 2400 x 1080 Pixel auf (FHD+) und bringt es damit auf scharfe 395 Pixel pro Zoll. Das Display hat ein modernes 20:9 Verhältnis und ist mit einer 120Hz Bildwiederholungsrate phänomenal flüssig. Sollte der Akku einmal knapp werden, dann kann man auf 60 Hertz herunterschrauben, ansonsten entscheidet das System im 120 Hertz Modus automatisch, wie viel Hertz verwendet werden. Das klappt in der Praxis wirklich gut und spart auch Akku. Bei weißen Flächen sieht man am oberen und unteren Rand die bei einem IPS Display typischen Schatten. Diese sind aber gering ausgeprägt, insbesondere im Bereich der mittig platzierten Punch-Hole Notch.

Die Ränder rund um das Display des Poco X3 messen 3mm links und rechts. Oben sind es 3,5mm. Das Kinn ist mit 5,5mm ebenfalls angenehm schmal. Die moderne Punch-Hole und die schmalen Ränder lassen das Poco X3 sehr modern wirken. Dass Xiaomi beim Displaypanel nicht spart, merkt man an der Helligkeit. Die Helligkeitsverteilung ist mit 530 Lux in der Mitte und 500 Lux oben und unten ziemlich gut. Aktiviert man die automatische Helligkeitsregelung, dann ist auch die Lesbarkeit an hellen Tagen mit maximal 700cd/m² sehr gut. Die Farbwiedergabe wird im Standard dem Umgebungslicht angepasst und ist stets akkurat. In den Einstellungen lässt sich die Farbtemperatur stufenlos regulieren und neben dem automatischen Kontrast steht auch ein „gesättigter“ und „Standard“ Modus zur Auswahl.

Poco X3 NFC Display 2

Beim 10 Punkt Touchscreen merkt man keinerlei Unterschiede zu 800€ Smartphones. Poco verwendet sogar eine für Gaming Smartphones übliche Abtastrate von 240 Hertz. Das sorgt für verzögerungsfreie und sehr direkte Eingaben in der Praxis. Schnellschreiber sind hier an der richtigen Adresse. Das Display wird durch Corning Gorilla Glas 5 vor Kratzern geschützt und TÜV Rheinland bestätigt einen augenschonenden, reduzierten Blaulichtanteil. Ein terminierbarer Dunkelmodus (Schwarz/Weiß Umkehr) und Lesemodus stehen bereit.

Grundsätzlich hat man in der Mittelklasse die Wahl zwischen einem AMOLED Display mit 60 Hertz oder eben einem IPS Display mit höherer Hertzfrequenz. Ob man das schnellere IPS nun vorzieht, ist eine individuelle Entscheidung. Ich persönlich würde das flüssige Display stets einem 60 Hertz AMOLED vorziehen. Insbesondere wenn so viel Akkupower wie beim Poco X3 bereitsteht. Das Display des Poco X3 ist das Beste, was die Mittelklasse aktuell zu bieten hat. Nicht nur die Helligkeit ist höher als bei der Konkurrenz, auch die IPS Schatten wurden minimiert und die hohe Hertzfrequenz macht richtig Freude bei der Nutzung.

Leistung und System

Durch das schnelle 120 Hertz Display wirkt nicht nur alles flüssig und schnell, durch den brandneuen Snapdragon 732G Prozessor ist es auch verdammt schnell. Der SD732G wird im modernen 8 Nanometer Verfahren gefertigt und besteht aus einem Leistungscluster mit einer Taktfrequenz von 2,3GHz pro Kryo 470 Gold Kern und Energiesparcluster mit 1,8 GHz pro Kryo 470 Silber Kern. Das ist ein 100 MHz höherer Takt im Leistungscluster als beim Vorgänger, dem SD730G. In der Praxis merkt man davon natürlich nichts, aber Qualcomm spricht von einer 15% höheren Grafikleistung, für die eine Adreno 618 GPU im Prozessor integriert ist (800MHz Takt). Aber auch diese Steigerung ist selbst in den Benachmarks nicht nachvollziehbar. Poco wirbt mit einer Flüssigkühlung „LiquidCool Technology 1.0 Plus“, die zum Standard bei den meisten Smartphones gehört. In der Praxis erhitzt sich das Poco X3 nach 30 Minuten Benchmarks an der wärmsten Stelle auf 39°. Im Antutu Benchmark knackt das Poco X3 nicht die 300000 Punkte Marke und liegt auf einem Niveau mit dem Xiaomi Mi Note 10 Lite mit SD730G Prozessor. Beim Speicher bietet Poco die Auswahl zwischen 64 oder 128GB UFS 2.1, jeweils in Kombination mit 6GB RAM. Der Speicher ist bei Verzicht auf Dual-SIM über eine Mirco-SD-Karte erweiterbar.

passende MicroSDs bei Amazon

Der LPDDR4X RAM ist mit 21GB/s für die Mittelklasse sehr schnell unterwegs und reicht auch für viel Multitasking problemlos aus. Der UFS Festspeicher liefert mit einer Lese/Schreibrate von 507/267MB/s ebenfalls gute Werte. Schauen wir uns nun die Benchmark-Ergebnisse im Vergleich an:

Antutu (v9)
Geekbench Single (v5)
Geekbench Multi (v5)
3D Mark (Slingshot)

Das Poco X3 ist eines der schnellsten Mittelklasse-Smartphones auf dem Markt und aktuell gibt es auch kein Spiel oder irgendeine App, die das Gerät ins Stocken bringen könnte. Das 120 Hertz Display lässt das Poco wiederum schneller wirken als es letztendlich ist. Navigieren durch das System, die Nutzung von Feeds aller Art oder Browsing sind perfekt flüssig und der Unterschied zu einem High-End Gerät mit Snapdragon 865 nicht wahrnehmbar. Nur bei den Ladezeiten von Apps merkt man noch den Unterschied. Das Poco X3 NFC ist eines der leistungsstärksten Mittelklasse-Smartphones und auch für Zocker bestens geeignet.

MIUI 12 System des Poco X3

Das Poco X3 kommt ab Werk mit MIUi 12 auf Android 10 Basis. Wir haben bereits vor dem Launch ein Testgerät erhalten und zwar mit MIUI 12.0.1.0 (QJGEUXM). Am “EU” in der Rombezeichnung erkennt man die EEA ROM, alternativ gibt es das Gerät auch mit einer Global ROM, die keine nennenswerten Unterschiede aufweist. Im Unterschied zu normalen MIUI kommt bei POCO ein besonderer Launcher zum Einsatz, der individuelle Anpassungen ermöglicht. So kann man z.B. Icon Packs direkt aus dem Playstore laden und Google Discover auf dem ersten Home-Screen anzeigen lassen. Die neue Schnellstartleiste von MIUI 12 ist auch „noch“ nicht integriert und man hat noch die alten übersichtlichen Icons, wenn man von oben nach unten wischt. Zum Standard gehört auch ein App-Drawer, es landen also nicht alle Apps direkt auf dem Home-Screen. Für die erste ROM-Version ist das Poco-Phone bereits gut optimiert, aber Xiaomi-typisch werden noch einige Updates folgen. Gelegentliche Ruckler konnte ich z.B. in der Kamera-App wahrnehmen, aber wirklich störende Bugs konnte ich keine ausmachen.

Direkt ab Werk ist die Google Garde installiert, aber mit zusätzlicher Bloatware (Apps, die das System aufblähen) hält man sich sehr zurück, was durchaus positiv ist. Deinstalliert werden müssten bei der Einrichtung nur 5 zusätzliche Apps (Facebook, Netflix, WPS Office, Ebay und Linkedin). Apropos Netflix, das Poco X3 unterstützt natürlich Widevine L1 und die Nutzung von Streaming-Inhalten in HD ist problemlos möglich.

Im Allgemeinen ist Xiaomi mit MIUI 12 etwas übersichtlicher geworden und setzt auf viele Animationen im Optionsmenü. Das ist bei einem derart leistungsstarken Smartphone wie dem Poco X3 auch absolut kein Problem. An vielen Stellen findet man auch große „Schaltflächen“ und Erklärungen zu den einzelnen Features und Optionen. Xiaomi setzt außerdem auf dezente Werbeeinblendungen im System, die man mit dieser Anleitung restlos deaktivieren kann.

Kamera

Eine Quad-Kamera gehört mittlerweile zum Standard in der Mittelklasse. So kommt auch das Poco X3 mit 4 Kameras auf den Markt. Die Hauptkamera des Poco X3 setzt auf einen Sony IMX682 Sensor. Der 64 Megapixel Sensor ersetzt den IMX582, den wir letztes Jahr häufig in der gehobenen Mittelklasse gesehen haben. Im Vergleich zum aktuellen Top-Modell, dem IMX686, liegt der einzige Unterschied vermutlich in der Aufnahme von 4K Aufnahmen mit 60 FPS. So kann das Poco X3 höchstens Videos mit 4K bei 30 FPS aufnehmen. Verzichten muss man in dieser Preisklasse auf einen OIS (optische Bildstabilisierung), der vorhandene EIS (elektronische Bildstabilisierung) stabilisiert Videos jedoch problemlos. Bezüglich weiterer Sensoren dürfen wir uns über eine 13 Megapixel Ultraweitwinkelkamera freuen, die durchaus brauchbare Aufnahmen liefert. Der Makrosensor dient nur zur Vervollständigung des Quad-Kamera Setups. Der Tiefensensor mit 2 Megapixel komplettiert das Quad-Kamera Setup des Poco X3 und für Selfies steht ein 20 Megapixel-Sensor bereit. Der Fokus stellt schnell scharf, die Auslösezeit ist gering und verwackelte Aufnahmen kommen äußerst selten vor. Hier nochmal die Kameras im Überblick:

Poco X3 NFC Kamera LED Blitz

  • Hauptkamera: Sony IMX682: 64MP, 1.6μm, 1/1.73“ sensor size, f/1.89
  • Ultraweitwinkel: Hynix hi1337: 13MP, 119° FoV, f/2.2
  • Makrosensor: Hynix hi259: 2MP, 75μm, f/2.4, FF (4cm)
  • Tiefensensor: Omnivision ov02b1b_I: 2MP, 75μm pixel size, f/2.4
  • Selfiesensor: Samsung s5k3t2: 20MP, 1.6μm, f/2.2

Kamera API level 3 poco x3Unter MIUI 12 hat Xiaomi die Kamera-App überarbeitet und etwas übersichtlicher gestaltet. Im Video gebe ich euch eine kurze Einführung in die neue App. Man kann den „Schnellzugriff“ auf gewünschte Funktionen anpassen und ein umfangreicher Pro-Modus steht natürlich auch bereit. Xiaomis Kamera-App erkennt außerdem automatisch QR Codes und ein Modus für RAW Aufnahmen ist auch beim POCO X3 mit dabei. Wer sich am Wasserzeichen stört, der hat die Möglichkeit dieses zu individualisieren oder komplett zu entfernen. Jetzt aber zu den Ergebnissen des Kameratests mit dem Poco X3. Gute Nachrichten gibt es für Fans des Gcam MOD oder sonstigen Kamera-Mods: mit Level_3 ist die Kamera-API voll nutzbar.

Tageslichtaufnahmen

Das Poco X3 sorgt für Tageslichtaufnahmen mit vielen Details und einer akkuraten Farbdarstellung. Die Dynamik der Aufnahmen ist für die Preisklasse gut und bei Bedarf hilft der automatische HDR Modus nochmals nach. Die f/1.89 Blendenöffnung sorgt für rauschfreie Aufnahmen bei nicht idealen Lichtbedingungen. Damit überflügelt das Poco X3 auch das Redmi Note 9 Pro, was wir allerdings in einem genauen Kameravergleich nochmal genau betrachten werden. Wer eher knallige Farben bevorzugt, kann den AI Modus hinzuschalten. Die Schärfe der Aufnahmen ist bis zum Rand hin nahezu perfekt.

 

Nachtaufnahmen

Bei Nachtaufnahmen übertrifft das X3 deutlich das aktuelle Niveau der Mittelklasse. Ausreichend Details werden auch ohne Nachtmodus eingefangen und das Rauschen der Aufnahmen ist noch erträglich. Beim langzeitbelichteten Nachtmodus muss man auf eine ruhige Hand achten, dann erhält man mehr Details und hellere Aufnahmen.

Portrait/Bokeh

Portrait/Bokeh Aufnahmen mit unscharfem Hintergrund sind sowohl mit dem Hauptsensor als auch mit der Frontkamera möglich. Bei der Hauptkamera sorgt der 2 Megapixel Sensor für eine fast perfekte Abtrennung von Vorder- und Hintergrund. Den Grad der Unschärfe kann man außerdem nachträglich anpassen. Bei Selfies wirkt der Effekt sichtbar künstlicher und insbesondere an den Rändern zum Hintergrund sieht man unschöne Stellen. Dennoch ist das für einen einzelnen Sensor ein gutes Ergebnis. Die Qualität der Aufnahmen mit der Hauptkamera ist exzellent und die Hautfarbe wird natürlich dargestellt.

Selfie

Sobald man den richtigen Abstand zum Gesicht gefunden hat, dann liefert der 20 Megapixel Samsung Sensor im Poco X3 hervorragende Selfies. Die Aufnahmen glänzen mit hoher Schärfe und sehr vielen Details. Auch die Farbdarstellung ist akkurat. Bokeh/Portraits sind, wie eben beschrieben, auch hier möglich.

Makro-Sensor

Der Makro-Sensor hat nur 2 Megapixel und einen fixen Fokus bei 4 cm Entfernung zum Objekt. In der Praxis sind die Aufnahmen sehr körnig und die Hauptkamera wohl meist, auch wenn der Abstand hier größer sein muss, die bessere Wahl.

Ultraweitwinkel

Für die Ultraweitwinkelkamera gibt Xiaomi dem Poco X3 ein Upgrade auf einen 13 Megapixel Hynix Sensor. Dieser liefert überraschend scharfe und detaillierte Aufnahmen. Insbesondere der HDR Modus sorgt hier für die nötige Verbesserung. Die Farbdarstellung ist etwas wärmer als bei der Hauptkamera und mit der typischen Unschärfe an den Rändern muss man bei Ultraweitwinkelaufnahmen auch leben. Dennoch ist die UWW Kamera des Poco X3 für diesen Preisbereich wirklich überzeugend und liefert einen nennenswerten Mehrwert in der Praxis.

Videos

Das Poco X3 glänzt in der Kategorie Videos insbesondere durch die Hauptkamera. Diese liefert maximal stabilisierte 4K Aufnahmen bei 30 FPS mit sehr vielen Details, akkuraten Farben und guter Schärfe. Der EIS arbeitet gut und sorgt für wackelfreie Aufnahmen. Zusätzlich steht noch ein extra „Stabilisierungsmodus“ bereit, der aber keinen sichtbaren Vorteil gegenüber dem normalen EIS bringt. Positiv ist auch, dass Videoaufnahmen bei 1080p mit 60 FPS ebenfalls zuverlässig stabilisiert werden können. Die Qualität der Frontkamera-Aufnahmen (1080p/30FPS) ist auch gut, allerdings gibt es hier Xiaomi-typisch keine Stabilisierung. Aufnahmen mit der Ultraweitwinkel-Kamera können mit 4K/30FPS gemacht werden und haben für die Mittelklasse ein erstklassige Qualität. Die Soundqualität in allen Aufnahmen geht in Ordnung. Schaut euch einfach das Video an, dort könnt ihr den Sound und die Videos vom Poco X3 NFC selbst beurteilen.

Zusammenfassung der Kamera des Poco X3

Das Poco X3 ist das beste Foto-Smartphone in der Mittelklasse. Die Hauptkamera liefert sehr gute Aufnahmen bei Tageslicht und auch in der Nacht sind die Aufnahmen noch brauchbar. Videoaufnahmen sind durch die Bank gut stabilisiert, einzig bei Videos mit der Frontkamera ist Xiaomi hinter der Konkurrenz, da hier einfach die Stabilisierung fehlt. Im Vergleich zum Poco X2 wertet Xiaomi auch die Ultraweitwinkel Kamera auf und bringt so einen zusätzlichen Mehrwert, der in der Mittelklasse sehr selten ist. Die Frontkamera eignet sich außerdem bestens für Selfies.

Wenn Du sehen willst, wie sich das Smartphone im Kamera-Vergleich schlägt, schau Dir gerne uns Kameravergleiche an:

Konnektivität und Kommunikation

Poco X3 NFC SIM Netz Empfang

Dual-SIM (Hybrid)

Das Poco X3 NFC unterstützt alle 2G, 3G und 4G (LTE) Frequenzen, die für den Netzempfang in Europa erforderlich sind. Das China Handy ist ein Dual-Sim Smartphone und unterstützt zwei Nano-SIM-Karten gleichzeitig. Wenn man auf die Nutzung von Dual-SIM verzichtete, kann man den Speicher mit einer microSD-Karte um bis zu 500GB erweitern (Hybrid-Slot). Features wie VoLTE (Sogar Dual VoLTE wird unterstützt) und VoWIFI (Telefonie über WLAN) werden unterstützt und können mit dieser Anleitung aktiviert werden. Die Gesprächsqualität ist beidseitig sehr gut. Auch die Empfangsstärke im Mobilfunknetz ist gut.

  • 2G: GSM: B2/3/5/8
  • 3G: WCDMA: B1/2/4/5/8
  • 4G: LTE FDD: B1/2/3/4/5/7/8/20/28
  • 4G: LTE TDD: B38/40/41 (2535-2655MHz)

Beim WLAN unterstützt das Poco X3 den ac-Standard mit 2X2 MIMO und funkt zuverlässig im 2,4 und 5GHz Netz. Der Datendurchsatz ist überdurchschnittlich gut und 2 Wände und 10 Meter entfernt von meinem Router kamen noch 90 MBit/s im Download und 34 MBit/s im Upload bei meiner 100/40 MBit Leitung an. Auch die Reichweite ist gut. Mit Bluetooth 5.1 setzt Poco auf den aktuellsten Standard und in der Praxis gab es mit keiner Verbindung Abbrüche oder sonstige Probleme. In den offiziellen Namen wurde sogar das Feature NFC aufgenommen und der Nutzung von Google Pay steht damit nichts im Wege.

Neben GPS nutzt das Poco X3 A-GPS, GLONASS, Beidou und sogar Galileo zur Positionsbestimmung. Das klappt in der Praxis exzellent und es gab weder Probleme als Fußgänger noch im Auto. Sämtliche Ansagen kamen zum richtigen Zeitpunkt und Abweichungen vom Kurs gab es nicht.

Ein weiteres Highlight am Poco X3 sind die Dual-Speaker (Stereo Sound), die in dieser Preisklasse eine Seltenheit sind. Die Lautstärke ist durchschnittlich, aber der Sound ist sehr differenziert und übersteuert auch bei höchster Stufe in keiner Weise. Wirklicher Stereo Sound wird hier zwar nicht geliefert, aber die Ohrmuschel unterstützt das Klangbild und die Soundqualität ist einfach gut. Die Lautsprecher lassen sich übrigens über eine Säuberungsfunktion von Staub befreien. Poco spart im X3 auch nicht an einem 3,5mm Kopfhöreranschluss. Über diesen erhält man glasklaren und ausreichend lauten Sound. Auch FM/UKW-Radiofans kommen mit der vorinstallierten App voll auf ihre Kosten.

An Sensoren kommt neben den 3 Standardsensoren (Licht-, Näherungs- und Beschleunigungssensor) auch noch ein Gyroskop, Kompass und ein IR-Sender zum Einsatz.

Akkulaufzeit

PCMark Akkutest Poco X3Bei der Akkuleistung geht Poco mit 5160 mAh in die Vollen. Das Ergebnis kann sich angesichts des sparsamen Prozessors und der guten Hertzoptimierung des Displays sehen lassen. Im PCMark Akkutest erreicht das Poco X3 einen sehr guten Wert von 16 Stunden und 14 Minuten Laufzeit. Eine Stunde YouTube bei 200cd/m² Helligkeit schlägt nur mit 6% Akku zu Buche. In der Praxis profitiert man im System, beim Surfen und bei Spielen deutlich von der hohen Bildwiederholungsfrequenz. Dabei bietet das Poco X3 die Möglichkeit, 60 Hertz zum Energiesparen zu nutzen, oder das System automatisch zwischen den Hertzfrequenzen wechseln zu lassen. Hierzu stellt man 120 Hertz im Menü ein und je nachdem welche App man startet, wird die Bildrate dynamisch angepasst. Im PCMark Akkutest wurde entsprechend einfach auf 60 Hertz runtergeregelt. Bei Bildern sind sogar nur 50 Hertz möglich. In der Praxisnutzung kam ich problemlos auf 2 bis 2,5 Tage Laufzeit bei einer aktiven Nutzung von 8-9 Stunden.

Akkulaufzeit Einheit: Std

Auf Features wie Wireless Charging wird in der Preisklasse wie gewohnt verzichtet. Aber das Poco X3 überrascht mit einem 33 Watt starken Adapter im Lieferumfang. Damit lädt das X3 NFC von 0 auf 100% in einer Stunde und 5 Minuten. In Anbetracht des großen Akkus ist das ein sehr guter Wert für ein Mittelklasse Smartphone. Über Ladeadapter mit PowerDelivery kann man immerhin mit bis zu 18 Watt schnellladen.

 

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Mit der Vorstellung des Oneplus Nord waren viele aus dem Häuschen. Endlich wieder ein Oneplus mit guter Preis-Leistung. Aber wenn man sich den aktuellen Preis für das Poco F2 Pro anschaut, dann war die Vorstellung des Oneplus Nord eine einzige Farce.

Das Poco X3 zeigt im Test eindrucksvoll, was Preis-Leistung eigentlich bedeutet und will es mit dem Redmi Note 9 Pro aufnehmen. Das Display ist auch ohne AMOLED einfach genial. Klar, hier scheiden sich die Geister und wer ein AMOLED mit wenig Hertz wirklich vorzieht, der sollte mal beim Mi Note 10 Lite vorbeischauen. Beides zusammen gibt es aktuell einfach nicht in der Mittelklasse. Der Snapdragon 732G Prozessor sorgt für ein pfeilschnelles System und hat auch genügend Reserven für Gaming an Bord. Die Kamera gehört zweifelsohne zu den besten in der Mittelklasse und selbst die Ultraweitwinkel- und Selfie-Kamera können überzeugen. Der Speicher ist erweiterbar, eine Benachrichtigungs-LED ist mit dabei und die Entsperrung mit dem seitlichen Fingerabdrucksensor funktioniert sehr gut. Einzig die Größe des Poco X3 und die weit hervorstehende Kamera können als Kritikpunkte aufgeführt werden. Sobald das Smartphone die 200€ Marke erreicht hat, muss man nicht mehr überlegen. Aber auch zum Startpreis von 229€ ist das Pocophone X3 für die Mittelklasse einfach eine Wucht, mit der kein anderer Hersteller aktuell mithalten kann.


Gesamtwertung
96%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
90 %
Leistung und System
100 %
Kamera
95 %
Konnektivität
100 %
Akku
100 %

Preisvergleich

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Felix
Gast
Felix (@guest_107828)
14 Tage her

Wieso steht bei Betriebssystem HyperOS? Soll es noch das update bekommen?

Alexm
Gast
Alexm (@guest_104282)
4 Monate her

Leider hat das Poco x3 tatsächlich nur 1 Kamera.die anderen sind Fake..hatte mein defektes mal aufgemacht.die anderen 2 Lupen sind Attrappe

Torben
Gast
Torben (@guest_96545)
1 Jahr her

Ich habe soeben das Update auf MIUI 14 basierend auf Android 13 erhalten und installiert. Was sich geändert hat?
Der Sicherheitspatch ist nun aktuell vom März ’23 und ansonsten würde die Suchfunktion in den Einstellungen überarveitet.

Torben
Gast
Torben (@guest_96555)
1 Jahr her
Antwort an  Torben

Entschuldigung, tatsächlich ist die Android Version noch immer Android 12.

Carsten
Gast
Carsten (@guest_94923)
1 Jahr her

Geekbench 6 CPU:
Single-Core Score: 737
Multi-Core Score.1835

GPU:
OpenCL Score: 1172
Vulkan Score: 522

Mario
Gast
Mario (@guest_91433)
1 Jahr her

Kennt jemand diese Fehlermeldung beim Fotografieren/Videoaufnahme, wenn das Bild einfriert und man nichts mehr machen kann: Eine kleine schwarze Kamera in einem grünen Oval wird dann oben links im Display angezeigt, manchmal aber auch nur ein kleiner grüner Punkt. Wie kann man das Problem lösen?

Hier ein Screenshot davon:

comment image

Thomas
Gast
Thomas (@guest_93937)
1 Jahr her
Antwort an  Mario

das bedeutet nur, dass die kamera gerade an ist. ist ein sicherheitsfeature, damit nicht heimlich aufgenommen wird.

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