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Roborock S6 Testbericht

Getestet von Christian Müller am
Vorteile
  • gewohnt spitzenmäßige Verarbeitung
  • grandiose Navigation
  • fantastische Saugleistung
  • Global Version mit dt. Sprachausgabe
  • sehr einfache Bedienungen
  • konkurrenzlos gute App Integration
  • zeitgesteuertes Reinigen
Nachteile
  • schlechte Wischfunktion
  • hoher Anschaffungspreis
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Achtung, wir bitten vielmals um etwas Ruhe. Bitte setzt euch in eine für Euch entspannten Position. Jetzt den Trommelwirbel starten! Licht aus und Bühne an! Chips und Popcorn zur Hand? Gut, dann sind wir ja bereit. Warum das Ganze? Wir von CH.net sind einer der ersten Tech-Plattformen, die für euch den nigelnagelneuen Roborock S6 auf das Äußerste testen durften. Das Gerät hat uns der Hersteller freundlicher Weise zur Verfügung gestellt. Zur Erinnerung: Das Vorgängermodell, der Roborock S5, bzw, S50 oder S55 (je nach Modellfarbe) thront seit nunmehr Januar 2018 unangefochten auf dem ersten Platz unserer Saugroboter-Bestenliste aus Fernost. Kann Xiaomi, bzw. mittlerweile Roborock, der nunmehr seit der 2. Generation des S5 die Produktion und Entwicklung in Eigenregie führt, noch einen draufsetzen? Lohnt sich dein Upgrade zur neuen Version? Des Weiteren werden neben dem Vergleich zum Vorgängermodell auch einen Direktvergleich zum deutlich günstigeren ILife V8S vornehmen. Eines sei jedoch gleich vorab erwähnt. An der Preisschraube hat Roborock bereits kräftig gedreht. Dafür gibt es auch direkt eine EU-Version und man kann den Sauger ab sofort in Deutschland bestellen. All das und noch Vieles mehr, verraten wir Euch im Folgenden, exklusiven Testbericht. Auf die Plätze, fertig, reinigen!

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Die von uns getestete internationale Version (Roborock S6) trägt in der China Version den Namen Roborock T6 und ist bald in Deutschland verfügbar. Man kann jedoch jetzt schon auf der Webseite des Herstellers vorbestellen. Geliefert wird die internationale Version natürlich mit EU-Stecker an der Ladestation und einem Handbuch mit zahlreichen Sprachen, darunter natürlich auch Deutsch. Einige marginale grammatische Fehler haben sich jedoch im deutschen Kapitel eingeschlichen. Der Roborock begrüßt den User nach dem Einschalten standardmäßig in englischer Sprache. In der fantastischen Xiaomi Home App kann man den Saugroboter allerdings auch auf Deutsch umstellen. Eine durchaus reizende Frauenstimme sagt einem fortan, welches Reinigungsprogramm gestartet wird oder welche Vorkommnisse es gegeben habt. Hierzu später mehr. Ich habe die Dame natürlich um ein Date gebeten, allerdings scheint sie schon in festen Händen zu sein. Zumindestens hat sie auf meine Flirtversuche in keinster Weise reagiert. 🙂

Roborock S6 01Die Ladestation selbst kann an einem beliebigen Ort in der Wohnung platziert werden. Der Abstand zu beiden Seiten soll 0,5m betragen. Vor der Station sollen es 1,5m sein, damit der Saugroboter auch ohne Probleme andocken kann. Dank Gummifüße rutscht sie auch nicht weg und bleibt an Ort und Stelle. Mir gefällt es immer, wenn Hersteller mitdenken. So hat die Ladestation ein gewisses Kabelmanagement. Die Ladestation lässt sich öffnen und das Kabel, sofern die Dockingstation nebst Steckdose platziert wird und man kein Kabelwirrwarr haben möchte, bequem darin verstauen, bzw. als Resultat kürzen. Des Weiteren kann, wie beim S5, eine wasserdichte Anti-Rutschmatte an die Ladestation angebracht werden. Das verhindert, dass der Boden dauerhaft befeuchtet wird, falls die Mopping-Kassette nicht entfernt wird, was der Hersteller jedoch empfiehlt.

Laut eigener Aussage vom Hersteller verfügt das Unternehmen über zahlreiche Patente für Ihre Saugroboter. Darunter gehören eine Bauweise zur Reduktion der Sauglautstärke, die einstellbare Menge an Wasser, die aus dem Mopping-Aufsatz austritt und die entnehmbare Hauptbürste mit einer zusätzlichen Funktion, die Haare leicht entfernen zu können. Dies wird dadurch möglich, dass sich die Verbindungsstifte an den jeweiligen zwei Enden herausnehmen lassen. Dadurch kann man die herumgewickelten Haare einfach seitlich herausschieben. Zu guter Letzt haben wir noch die Hindernisüberwindung von max. 2cm und die mitgelieferten Einweg-Wischmops.

Getreu dem Motto „Never change a running system“ gibt es nur marginale Unterschiede zum Roborock S5 (S50, S55). Es gibt nur 2 auffällige Änderungen zum Vorgängermodell. Zum einem sind es die 3 Bedienknöpfe am Sauger. Während es beim S5 noch 3 einzelne Buttons sind, ist man jetzt dazu übergegangen sie als eine einzelne Einheit zu gestalten. Die Funktion & Bedienung bleibt jedoch vollkommen gleich. Per Druck auf den linken Button wird der Spot Cleaning Modus aktiviert. Ich bin es bisher gewohnt, das die Saugroboter sich in einem immer größeren Kreis um die eigene Achse drehen (meistens bis 2m) und dann wieder auf die Ausgangsstellung zurückgehen. Beim S6 erfolgt das Spot-Cleaning hingegen in quadratischer Form. Der ovale mittlere Knopf startet direkt eine automatische Reinigung. Die rechte Bedientaste lässt den Roborock S6 automatisch zurück zur Ladestation fahren. Die Beleuchtung ist ebenfalls gleich zum S5. Schaltet man das Gerät ein, leuchten sie in Weiß. Sofern der Akkustand zu gering ist, wechseln sie in Rot. Gleiches gilt übrigens auch für die Fehlermeldung. Zum Beispiel blinkt die LED wie wild, wenn man den Roborock reinigen lassen, aber den Staubbehälter nicht eingesetzt hat. Als Nächstes fällt auf der Unterseite lediglich auf, dass man sich von der seitlich kleinen Borsten-Rotationsbürste mit 3 Speichen verabschiedet hat und nun dazu übergegangen ist, auf insgesamt 5 Speichen zu erhöhen. Des Weiteren handelt es sich nun um Borsten aus Gummi. Hier und da sind die Schrauben etwas versetzt angeordnet, das war es aber auch schon an Veränderungen. Der S6 ist in 3 Farben erhältlich. Neben unserem Modell in Weiß gibt es noch 2 weitere Modelle zur Auswahl. Hierzu zählen eine schwarze Version und die Variante in Rosé Gold. Die Hauptfarben der letzteren Version ist ebenfalls Weiß, nur mit diversen Farbakzenten in Rosé-Gold.

Die Maße des Roborock S6 liegen bei 353 x 350 x 96,5mm. Das Gewicht liegt bei stattlichen 3,6kg. Das allein lässt erwarten, dass wir es hier mit einem Premiumprodukt zu tun haben. Das auffälligstes Merkmal des Saugroboters ist wahrscheinlich die raumschiffähnliche Kuppel auf der Oberseite. Hier ist das Laser Navigationssystem untergebracht. Der hintere Teil der Oberseite lässt sich bequem öffnen. Der Deckel bleibt bei Öffnung in seiner Position. Zum Vorschein kommt neben dem 480ml großen Staubbehälter auch die WiFi-Kontroll-LED, sowie der Reset-Button, um alle WiFi-Einstellungen zurückzusetzen. Zusätzlich gibt es einen pfiffigen, kleinen Stauraum neben dem Behälter, um das Reinigungstool zu verstauen. Es dient u.a. zur Entfernung von Staub am Gerät sowie zur Entfernung lästiger Haare, die sich bekanntlich gerne um die Bürsten wickeln. Hierzu ist eine kleine Klinge im Tool integriert. Im Staubbehälter ist natürlich auch ein HEPA-Filter vorhanden. Zusätzlich wäre es noch schön gewesen, wenn der Behälter eine kleine Schutzklappe besitzen würde, damit beim Herausnehmen des vollen Staubbehälters nicht versehentlich Schmutz- und Staubpartikel herausfallen können. Dies bietet zum Beispiel der ILife V8S. Wie so ziemlich jeder vernünftige Saugroboter, besitzt natürlich auch der Roborock S6 einen Aufprallschutz (Bumper), der aber Dank überragend guter Navigation fast schon unnötig ist :). Die Saugleistung in Zahlen ist identisch zum S5 und liegt bei 2000 Pa.


Der Saugroboter besitzt insgesamt 14 Sensoren, die dem Saugroboter entsprechend helfen konsequent smart zu sein. Darunter gehören:

  • Carpet Mode

Der S6 erkennt selbstständig Teppichböden und erhöht mit leichter Verzögerung die Saugleistung auf ein Maximum. Diese Option ist in der Mi Home App einstellbar. Dabei beträgt die maximale Höhe, die der S6 überwinden kann, wie auch beim Vorgänger, 2cm.

  • Autoaufladung und -fortsetzung des Auftrages

Für den Fall, dass ihr stolzer Besitzer einer 350m² Villa seid, wird dem S6 der Saft ausgehen, bevor er alle 35 Zimmer saugen konnte. Kein Problem für den Saugroboter. Bei niedrigem Akkustand fährt er selbstständig zurück zur Ladestation, lädt sich wieder auf und führt die Reinigung am letzten Standpunkt wieder fort.

  • Kollisionsschutz

Sofern dem Sauger doch einmal ein Hindernis in die Quere kommt, wird es entsprechend vom Sauger registriert und umfahren.

  • Klippensensoren   

Man braucht keine Angst zu haben, dass der Sauger eine Treppe heruntenfahren, bzw. -fallen würde. Insgesamt 6 dieser Sensoren wissen dies zu verhindern. Die Sensoren arbeiten stets zuverlässig, sind aber keine Neuheit, da so ziemlich jeder vernünftige Saugroboter darüber verfügt.

  • Filterzustand

Sollte der HEPA-Filter irgendwann zu verschmutzt sein, erkennt das der S6 und gibt einen entsprechenden Hinweis.

  • Mopping

Sobald der Wassertank an den Sauger gesteckt wird, wird dies ebenfalls vom Gerät registriert und der User bekommt auch eine entsprechende Bestätigung.


Roborock S6 02

Der Lieferumfang kann sich durchaus sehen lassen. Im Karton darf sich der stolze Käufer an Folgendes Zubehör erfreuen:

  1. Roborock S6
  2. Wassertank
  3. 2x Mopping-Pad (wiederverwendbar)
  4. 10x Mopping-Pad (Einweg)
  5. Ladestation
  6. wasser- und rutschfeste Kunststoffmatte
  7. EU Ladekabel
  8. Betriebsanleitung (inkl. Deutsch)
  9. 2x HEPA-Filter
  10. Säuberungstool

Die Verarbeitung des Roborock ist erwartungsgemäß hervorragend. Hier wackelt nichts und es gibt keinerlei Spaltmaße oder Ähnliche Unschönheiten. Des Weiteren tut Roborock gut daran, die Änderungen des Designs gering zu halten. Egal ob S5 (S50, S55) oder S6: Beide Geräte sehen einfach fantastisch aus und sind zudem in verschiedenen Farben erhältlich.

Der Roborock S6 (li.) und der S5 (re.)

Inbetriebnahme & Nutzung

Wie auch beim Vorgängermodell ist die Inbetriebnahme denkbar einfach. Bei der Erstverwendung sollte man sich nur etwas mehr Zeit nehmen. Der Roborock muss sich erst, wie ein Haustier, an seine neue Umgebung gewöhnen und sie erst einmal kennenlernen. Technisch soll das heißen, dass man die Ladestation an einer beliebigen Stelle in der Wohnung platziert und den Saugroboter zunächst vollständig lädt. Nun gilt es, sich die Mi Home-App aus dem Playstore herunterzuladen. Natürlich kann man das Gerät auch ohne App betreiben und die Sauger direkt zum Säubern verdammen, aber erst mit der tollen, übersichtlichen & „bugfreien“ Xiaomi Mi Home App, kann der volle Funktionsumfang des Gerätes ausgeschöpft werden.

Roborock S6 Mi Home 01Nach der Installation der App auf Smartphone oder Tablet gilt es, sie mit dem Roboter zu verbinden. Hierzu wird man ganz bequem beim ersten Start dazu aufgefordert. Die App ist übrigens auch auf Deutsch, was gewiss vielen Usern gefallen sollte. Das Verbinden zwischen beiden Geräten klappt völlig unkompliziert und das auch gleich beim ersten Mal. Jetzt folgt der wichtigste Punkt, der unbedingt eingehalten werden sollte. Der S6 besitzt einen adaptiven Routen-Algorithmus. Dieser soll es dem S6 erlauben, zu erkennen, wie ein Raum am besten zu reinigen ist. Dies soll zu einer Zeitersparnis von 20% gegenüber dem S5 führen. Hierzu muss der Saugroboter jedoch zunächst einmal auch die Wohnung, wie schon erwähnt, „kennenlernen“. Es heißt also, Alles wegräumen, was im Weg liegt. Da wäre das Kinderspielzeug, das irgendwie überall herumliegt und natürlich Schmutzwäsche, denn Männer neigen ja eh dazu, sie auf dem Boden temporär zu lagern, bis sie wie von Geisterhand in den Wäschekorb landen :). Sind alle Utensilien oder andere Hindernisse aus dem Weg geräumt, gilt es den Reinigungsprozess von der App aus zu starten. Der Staubsauger fährt nun aus der Ladestation und wird sich einige Male drehen, bis er mit der Säuberung startet. Mit leichter Verzögerung kann man live nachverfolgen, wie das lasergesteuerte Navigationssystem seinen Dienst verrichtet und die Umgebung registriert und auf dem Bildschirm erscheinen lässt. Die erste Komplettreinigung meiner 91m²-Wohnung benötigte knapp 70 Minuten. Durch Möbel und Gerätschaften wurden dabei laut App 57m² gereinigt. Dabei kann der gesamte Fahrweg nachvollzogen werden. Ganz wichtig dabei ist, den Sauger die Wohnung komplett selbstständig bis zum Schluss säubern zu lassen. Hat er alle Bereiche der Wohnung angefahren, beendet er automatisch das Reinigungsprogramm und fährt selbstständig zurück zur Ladestation. Erst dann wird auch die Karte der Wohnung in der App gespeichert. Brecht ihr den Reinigungsvorgang zwischenzeitlich ab, wird keine Karte abgespeichert.

Roborock S6 Mi Home 05Roborock S6 Mi Home 04Roborock S6 Mi Home 07Roborock S6 Mi Home 09

Der Saugroboter ist so intelligent, dass er selbständig erkennt, wenn es sich um einen neuen Raum handelt. Von unserer 3-Raum -Wohnung zuzüglich Bad und Küche wurde nur ein Raum nicht automatisch registriert. Kein Problem, denn man kann in der App ganz einfach manuell eine Trennlinie ziehen und der Raum wird quasi geteilt. Laut Roborock kann auch jeder Raum beliebig benannt werden. Diese Funktion habe ich bis dato nicht finden können. Naja, so sind meine Räume halt bisher noch namenlos. Ich finde mich trotzdem zurecht :). Nachdem eure Wohnung erfolgreich gesichert wurde, könnt ihr den Sauger ganz einfach per App-Befehl einen bestimmten Raum reinigen lassen. In der Praxis funktioniert das einfach hervorragend. Auch hier kehrt der Roborock automatisch zurück zum Ladeport, wenn der Reinigungsprozess abgeschlossen wurde.

Roborock S6 Mi Home 08Natürlich gilt es immer zu bedenken, dass der Saugroboter immer den Raum so intelligent reinigen möchte, wie beim ersten Mal. In meinem Fall hatte ich bei der Erstreinigung die Einkaufstütensammlung und die Transportboxen, die unter dem Küchentisch verstaut waren, temporär entfernt. Der nun zu reinigende Bereich war jedoch für den Roborock unerreichbar. Er hat es unzählige Male versucht, irgendwie an die zu säubernde Stelle zu kommen, was anhand des nebenstehenden Screenshots deutlich zu sehen sollte. Nach ca. 5-10 Minuten hat er resigniert und meldete sich mit „Einige Bereich konnten nicht erreicht werden“. Kluges Kerlchen, der S6!

 

Roborock S6 Mi Home 06Man muss übrigens nicht zwangsläufig einen kompletten Raum säubern lassen. In der App können auch Zonen eingerichtet werden. So muss zum Beispiel nicht unbedingt der komplette Flur gereinigt werden, sondern beispielsweise nur der Eingangsbereich, sofern die Zone hier platziert wurde. Wie man auf den Bildern erkennen kann, habe ich schon einige sogenannte „Sperrzonen“ eingerichtet. Einmal festgelegt, wird es der Roborock nicht wagen, in dem markierten Bereich jemals einen Fuß, Pardon ein Rad zu setzen. Niemand will, dass ein Saugroboter sich im Kabelsalat des Entertainment- oder Schreibtischbereiches verfängt und komplette Gerätschaften mitunter herunterreißt. Das Gerät ist natürlich smart durch und durch.

Man kann den Saugroboter natürlich immer dann seine Arbeit verrichten lassen, wenn man gerade eh nicht zu Hause ist. Im Aufgaben-Timer kann Wochentag und Uhrzeit festgelegt werden. Die Saugleistung kann ebenfalls in der App manuell eingestellt werden. In den Standardeinstellungen saugt der S6 immer im „Turbo-Modus“. Man hat noch weitere Wahlmöglichkeiten, wie „Leise“, „Ausgeglichen“ und natürlich „Max“, was der Saugleistung im Carpet Mode (Teppicherkennung) entspricht.

Roborock S6 Commercial 03Wer nur Wischen möchte, kann dies hier auch einstellen. Um Zeit zu sparen, geht jedoch auch Beides zur Gleichen Zeit. Die Reinigung wird immer nach dem gleichen Schema erledigt. Bei der „dynamische Z-Form-Reinigung“ (daher auch das Symbol von Roborock) werden immer zunächst die Wandbereiche eines Raumes oder eines Zimmers gereinigt. Anschließend wird dann in Z-Form vom äußeren in den inneren Bereich gereinigt. Dabei saugt de Roborock S6 sehr sorgfältig und lässt keinen Fleck aus. Gemäß Angaben von Roborock soll der S6 sage und schreibe 50% leiser sein im Vergleich zum Vorgänger. Unsere Messungen können das bis dato nicht so bestätigen. Hier müssen wir der Fairness jedoch auch berücksichtigen, unter welchen Bedingungen und vor Allem wo das Unternehmen gemessen hat. Für unsere Testzwecke haben wir direkt am Lüftungsaustritt gemessen. Hier, in unmittelbarer Nähe des Motors, ist die Lautstärke natürlich am Höchsten. Im „Leise-Modus“ liegt der Lärmpegel bei angenehmen 60 Dezibel. Roborock selbst gibt 58 dB an, ohne Angaben zu machen in welchem Saugmodus gemessen wurde. Dieser Wert soll in deren Testlabor gemessen worden sein. Im Balance Modus sind 67 Dezibel nahezu identisch zum S5 (65 dB) und im Turbo-Modus liegt der Saugroboter bei 74 Dezibel. Am Lautesten geht es natürlich im Maximal-Modus (auch Carpet Mode) zu. Hier liegt die Lautstärke dann schon bei ordentlichen 78 dB. Standardmäßig reinigt der Roborock immer im Turbo-Modus. Als störend empfinde ich die Lautstärke in keinem Fall.

Roborock S6 Mi Home 03Der S6 hat zwar ein intelligentes lasergestütztes Navigationssystem, aber dennoch sollte es vermieden werden, den Saugroboter aufzuheben und an die zu reinigenden Stelle, bzw. den zu reinigenden Raum zu setzen. Der S6 merkt sich die letzte Position auf der Karte. Wenn er sich nun ohne Zutun der App in einem anderem Raum befindet, muss er sich erst neu orientieren. Nach einigen Sekunden registriert er jedoch, wo er sich gerade befindet, sofern er sich in einem Raum befindet, den er kennt. Am besten also den Sauger ausschließlich per App irgendwo hinbewegen oder ihn direkt aus der Ladestation starten lassen. Man kann man ihn aber per Fernsteuerung selbst zum Ziel manövrieren (ein toller Spaß für Groß und Klein) oder man setzt auf der Wohnungskarte, wie bei einer Navigations-App, einen Wegpunkt und lässt ihn dorthin fahren. Bei beiden Varianten wird nicht gesaugt, sondern lediglich gefahren.

Praxistest

Selbstverständlich musste sich der S6 auch im Reinigungstest auf Fliesen- und Teppichboden beweisen. Als direkten Vergleich habe ich die Resultate des Roborocks S6 mit denen vom ILife V8S gegenübergestellt. Hierzu habe ich natürlich die gleichen Materialien verwendet und den Saugroboter im Automatik-Modus die entsprechenden Bereiche säubern lassen.

Roborock S6:


Hier zum Vergleich die Reinigungsergebnisse des ILife V8S:


Auf hartem Untergrund sind die Testergebnisse nahezu identisch zum V8S von ILife. Beide reinigen die Fliesen mit hoher Präzision. Das ein wenig Mehl in die Fliesenfugen gerät, habe ich auch beim anderen Gerät festgestellt. Auf Teppichböden kann der Roborock S6 seinen Trumpf ausspielen und schneidet dank seiner rotierenden Bürste besser ab als sein Testgegner. Allen voran leichte Partikel, wie der Tee und das Mehl, werden etwas besser aus den Teppichfaser aufgenommen. Dem Moppingtest konnte sich der S6 ebenfalls natürlich nicht entziehen. Auch hier wurden die gleichen Materialien verwendet auf gleichem Untergrund. Im Gegensatz zum Saugtest konnte der S6, ähnlich wie der S5, hier erneut nicht wirklich überzeugen. Der Fairness muss natürlich gesagt werden, dass die Testbedingungen recht hart waren. Angetrockneter Tee und Heidelbeersaft sind schon eine fiese Nummer, vor Allem in dieser Menge. Ich schätze, dass wohl Niemand auf die Idee derart große Verunreinigungen mit einem Saugroboter zu reinigen. Sei’s drum., “it is, what it is.“

Mopping-Test Roborock S6:


Hier zum Vergleich die Moppingergebnisse des ILife V8S:

Im direkten Vergleich hat der deutlich teurere S6 überhaupt keine Chance gegen den V8S, denn dieser schaffte es, den angetrockneten Kaffee, Balsamico sowie die Pflanzenerde bereits bei der ersten Reinigung sehr gut zu entfernen. Selbst der Heidelbeersaft wurde nach einer zweiten Reinigung relativ gut entfernt. Beim S6 sehen wir ein komplett anderes Bild. Ich wäre ja noch recht verhalten, wenn der Roborock es einfach nur nicht schaffen würde die Verunreinigungen zu entfernen. Aber nein, der Gute war sogar so „freundlich“ und hat allen voran vor Allem den Heidelbeersaft in der kompletten Wohnung verteilt. Was das für eine klebrige Angelegenheit war, kann sich bestimmt Jeder vorstellen :). Mit Ausnahme der Pflanzenerde hat der S6 keine der Verschmutzung mit einem akzeptablen Ergebnis reinigen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Einweg- oder das wiederverwendbare Wischpad verwendet wird. Ferner ist der adjustierbare Wasserfluss beim Moppingpad-Einsatz völlig sinnlos und hat keinen Effekt auf das Reinigungsergebnis. Zudem fehlt auch die „No-Carpet-Funktion“, was zur Folge hat, dass auch der Teppich „gewischt“ wird. Sollte in dieser Preisklasse eigentlich nicht vorkommen.

Reinigungsfunktionen & Features

Roborock S6 Commercial 01

Hier für euch in einer kleinen Zusammenfassung alle Reinigungsfunktionen und Key-Features des Roborock S6 in Verbindung mit der Mi Home App:

  • Automatic-Clean

Der Roborock fährt selbständig alle Bereiche der Wohnung ab. Nach erfolgter Reinigung, fährt der Saugroboter wieder zurück zur Ladestation.

  • Raum- und Zonenreinigung

Via App können einzelne Räume oder Zonen in Räumen gereinigt werden.

  • Real Time Mapping

Das Lasernavigationssystem, das dem Saugroboter hilft, Räume so effizient, wie nur möglich zu reinigen.

  • Planreinigung

Der Roborock saugt eure Wohnung gern auch, wenn man nicht gerade daheim ist. Im „Timer-Manager“ der App können Tage und Uhrzeiten nach Belieben eingestellt werden. Dies kann natürlich auch fortlaufend wiederholt werden. Gut gefällt uns, dass es nun endlich möglich ist, bestimmte Bereiche einer Wohnung zu festgelegten Zeiten reinigen zu lassen. Zum Beispiel kann montags um 09:00 Uhr immer die Küche gesäubert werden und am Mittwoch das Wohnzimmer um 11:00 Uhr. Fantastisch!

  • Sperrzone / Magnetstreifensperre

In der App können Sperrzonen eingerichtet werden, die vom Sauger nicht gereinigt werden. Ferner kann auch Magnetband auf den Boden geklebt werden.

  • Dynamische z-förmige Reinigung

Der S6 reinigt immer zuerst den Wandbereich eines Raumes um dann in Z-Form vom Äußeren in den inneren Bereich eines Raumes zu säubern. Dabei wird kein Fleck ausgelassen.

  • Saugmodi

Leise, Ausgeglichen, Turbo, Max

  • Spotcleaing

Funktion, um nur den Bereich zu säubern, in dem sich der Roborock zum aktuellen Zeitpunkt befindet. Die Reinigung erfolgt auch hier z-förmig und nicht im Kreis, wie bei vielen anderen Modellen.

  • Mopping

Die Größe der ansteckbaren Wasserkassette beträgt 140ml. Die Moppingkassette des V8S von ILife fasst hingegen mit 300ml mehr als doppelt so viel. Der Nachteil hier ist allerdings, dass man entweder nur Sauger oder Wischen kann. Den S6 kann man bequem saugen lassen und parallel auch wischen lassen, da die Mopping-Einheit direkt am hinteren Teil des Gerätes ansteckt wird. Der Wasserfluss des Moppingsaufsatzes ist in zwei Stufen einstellbar. Klingt zwar Alles super praktisch, wenn nur das Wischergebnis etwas besser ausfallen würde.

  • Firmware Update in der App

Ein Firmware-Update des Roborock wird ganz bequem mit der App an den Staubsauger übertragen. Xiaomi, bzw. Roborock sind bekannt dafür, Käufer mit regelmäßigen Updates über lange Zeit zu versorgen.

  • DND Modus

In einem festgelegten Zeitraum wird keine automatisierte Reinigung ausgeführt. Zudem wird die Lautstärke der Sprachausgabe reduziert.

  • Pflege

Die App zeigt an, wann ungefähr ein Verschleißteil (Bürsten) ersetzt werden sollte, bzw. ob Filter oder Sensoren verschmutzt sind.

  • Finde meinen Saugroboter

Um nochmals auf die Villa mit 35 Zimmern zurückzukommen: Wenn man nicht mehr weiß, wo sich der kleine Helfer befindet, reicht ein Klick auf diesen Menüpunkt und er ruft „Hier bin ich“. 🙂

  • Fernsteuerung

Der S6 kann auch direkt per App manuell gesteuert werden. Entweder mit Buttons für links, geradeaus und rechts oder direkt mittels Joystick-Steuerung.

  • LOS

Wegpunktnavigation in ein beliebiges Zimmer oder eine beliebige Zone. Während dieser Aktion findet keine Reinigung statt, sondern er fährt leise den effektivsten Weg zum gesetzten Ziel. Wenn ihr ihn in eine von euch initiierten Sperrzone schicken wollt, wird die Aktion seitens des Saugers zurecht verweigert.

  • Logbuch

Jede Reinigung wird abgespeichert mit all den zugehörigen Informationen, wie Reinigungsverlauf, Dauer, gereinigte Fläche und Akkustand.

  • Roborock S6 Mi Home 10Gerät teilen

Um die App verwenden zu können, muss man einen Xiaomi Account besitzen, bzw, einrichten. Falls mehrere Personen im Haushalt leben, kann dieser geteilt werden, so dass auch der Partner per App den Saugroboter bedienen kann und all enthaltenen Informationen hat.

  • Handbuch

Neben Quick-Start Guide, gibt es auch das komplette Handbuch in der App

  • Amazon Alexa

Der Roborock kann auch in Verbindung mit Alexa verwendet werden.

Roborock S6 Commercial 02

Ersatzteile und Pflege

Roborock S6 Mi Home 02Wie bereits erwähnt, ist der Zustand der Verschleißteile, bzw. der Zustand der Sensoren des S6, im entsprechenden Menüpunkt leicht ersichtlich. Im allgemeinen reicht es den Staubsauger ab und mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Die Hauptbürste lässt sich Gott sei Dank gut zerlegen, so dass Haare, die sich mit der Zeit sehr gern um die Bürste wickeln, leicht entfernt werden können. Bei hartnäckigen Haaren hilft das allzeit bekannte Reinigungstool mit Klinge, welches direkt im S6 verstaut werden kann. Da Roborock einen zweiten HEPA-Filter als Ersatz mitliefert, ist man hier schon einmal bestens ausgestattet. Sollte man dann doch einmal nicht drum herumkommen und ein komplette Ersatzteil-Set kaufen müssen, gibt es das unter anderem bei Aliexpress für 10-30€. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um SparePart-Kit speziell für den S6, sondern um eines für die Roborock-Familie. Alle Verschleißteile können am Roborock S5, S6 und Mi Robot 1 und 1S genutzt werden. 

Akku

Roborock S6 16Im Roborock S6 ist ein 5200 mAh Akku verbaut. Laut Roborock liegt die Laufzeit bei 150min, bzw. bei einem Reinigungsbereich von 250m². Im Quiet-Modus soll die Laufzeit sogar bei 3 Stunden liegen. Eine Komplettreinigung meiner 91m²-Wohnung benötigt knapp 70 Minuten. Durch Möbel und Gerätschaften wurden dabei laut App 57m² gereinigt. Der Akkuverbrauch lag hier bei bei knapp 30%. Das komplette Aufladen des Akku nimmt ca. 3-4h, lt. Hersteller in Anspruch. Beim Test hat es ganz genau 1 Stunde 30 Minuten gedauert, bis der Akku von 50 auf 100% geladen wurde.
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Testergebnis

Getestet von
Christian Müller

Der Roborock S6 bietet eine hervorragende Navigation mit enorm guten Reinungseigenschaften auf harten, wie auch auf Teppichböden. Hier macht dem Roborock so schnell Niemand etwas vor. Ganz großes Highlight ist natürlich auch die fantastische App, denn erst damit kann man die wunderbaren Features komplett auskosten.

Der Saugroboter erhält von uns eine klare Kaufempfehlung und verdient sich zurecht von uns einen Platz in der Bestenliste. Sowohl der S5 (S50/S55) als auch der S6 teilen sich aber auch den einzig wirklichen Kritikpunkt: Die Mopping-Performance des Roborock S6 knüpft nahtlos an die des S5 an. Für das Wischen sind beide Geräte einfach nicht sonderlich gut geeignet. Roborock hat zudem beim S6 deutlich an der Preisschraube gedreht. Über 500€ sind schon eine Menge Holz. Berücksichtigt man das, ist der S5 einfach die bessere Alternative, denn im Preis wird er mit dem offiziellen Release des S6 bestimmt sinken.

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TimChristian-MuellerHerbert EisenbeißPanEuropeanjonas-andre Letzte Kommentartoren
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Herbert Eisenbeiß
Gast
Herbert Eisenbeiß

Der Sauger benötigt WLAN. Die Einrichtung von WLAN mit dem Teil ist eine einzige Katastrophe; absolut unzuverlässig und schlecht gelöst!

Die Wehklagen der Besitzer, die daran verzweifelt sind, sind im Netz Legion.

Tim
Gast
Tim

wie bei vielen WLANGeräten ist auch hier darauf zu achten, daß das 2,4GHz Wlan Netz Verwendung findet. Da alle Router inzwischen auch 5GHz unterstützen kann es schon sein das keine Verbindung zustande kommt. Für die Inbetriebnahme würde ich das 5GHz Netz deaktivieren und schon ist alles ganz easy…

PanEuropean
Gast
PanEuropean

Der Preis ist absolut überzogen. Wenn der nicht deutlich runter geht, kann ich mir nicht vorstellen, dass der S6 ein Erfolg wird.
Dennoch ein Frage – betrifft alle Saugrob´s, die mehrere Karten speichern können – Ihr schreibt, man soll ihn nicht manuell umsetzen. Was mache ich jedoch, wenn ich mehrere Etagen habe und ihn an einem Tag im EG, am nächsten im OG und dann im Keller saugen lassen will? Die Karten sind dann zwar vorhanden, aber wie bekomme ich den Saugrob dorthin, ohne in umzusetzen 😉 und wie verhält er sich dann?

Gregor
Mitglied
Mitglied
Gregor Huc

Kann man bei dem S6 mehrere Karten speichern und wieder laden? Und vor allem werden die Sperrzonen mitgespeichert?

jonas-andre
Admin
TeamStarMitglied
Jonas Andre

Hey Gregor, ja das kann man machen und die Sperrzonen werden dann auch mit geladen. Zumindest ist das bei meinem Mi Robot 1S so, Christian kann es ja auch noch einmal für den S6 bestätigen.

Beste Grüße

Jonas