Der Snoppa Atom ist ein kompakter Smartphone-Gimbal, der sich mit einigen nützlichen Features zu einem “Everyday-Essential” mausern möchte. Inwiefern dem kleinen Begleiter stabilere Videos gelingen, klären wir in diesem Testbericht.

Design und Verarbeitung

Der Snoppa Atom ist komplett aus Kunststoff gefertigt. Das ist in diesem Fall aber überhaupt keine negative Feststellung – im Gegenteil: Im Gegensatz zu Gimbals aus Metall ist der Atom sehr leicht mit seinen 440g und fühlt sich auch bei kühlen Außentemperaturen nicht so kalt an. Außerdem ist das mattschwarz lackierte Material sehr hochwertig sowie rein von der Haptik her auf einem Niveau mit Gimbals von Zhiyun und co

snoppa atom pinkAuch optisch macht der Gimbal einiges her, er sieht überhaupt nicht billig sondern sehr hochwertig aus. Wir haben hier zum Testen die schwarze Variante, der Snoppa Atom ist aber auch in “Sakura Pink” erhältlich, diese Farbe findet aber sogar meine Freundin zu kitschig. Ich bin jedenfalls froh, die “Midnight Black“-Variante in den Händen zu halten.

Auf der Vorderseite des Griffes, auf der sich auch die meisten Knöpfe und der Joystick befinden, ist der Snoppa Atom leicht gummiert. Das sorgt in der Tat für einen guten Halt, mir ist der Gimbal in der Testphase nie aus der Hand gerutscht.

Apropos Knöpfe: Deren Funktion herauszufinden stellte sich mangels Bedienungsanleitung als schwieriger als gedacht heraus. Ob auch in der finalen Version eine Anleitung fehlt ist uns nicht bekannt, wir haben zum Testen die Variante erhalten, die an Unterstützer der IndieGogo-Kampagne geschickt wurde.

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Sehr angenehm finde ich auch, dass diverse Anschlüsse am Atom vorhanden sind. So gibt es zwei USB-C-Ports, zwei 3,5mm-Klinkenanschlüsse und ein Standard-Stativgewinde. Wichtig: Nur der USB-C-Port am Griff kann zum Laden des Gimbals verwendet werden, der andere ist nur zur Verbindung mit dem Smartphone gedacht.

Die Portabilität des Snoppa Atom

IMG 20181229 135827 1Der Snoppa Atom wird vom Hersteller als besonders portabler Gimbal beworben und im Vergleich zu den Mitbewerbern stimmt das sogar. Als wirklich “portabel” würde ich ihn dennoch nicht bezeichnen. Zwar passt der Gimbal im zusammengefalteten Zustand problemlos in meine Manteltasche – Menschen, die “normale Jacken” tragen und keine Umhängetasche dabei haben, gucken aber in die Röhre.

Ein Begleiter für jeden Tag ist der Snoppa Atom also immer noch nicht. Trotzdem gefällt mir der Formfaktor sehr gut und für manche Leute ist das sicherlich ein entscheidendes Kaufargument. Zum besseren Vergleich habe ich den Atom hier neben ein Schallplattencover gelegt (12 Zoll Durchmesser):

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Bedienung des Snoppa Atom

Nachdem man die Motoren an den dafür vorgesehenen Stellen “entsperrt” hat, kann man das Handy einlegen, den Gimbal einschalten und erst mal ein Update machen. Als das dann erledigt war, wollte ich direkt loslegen und wurde in meinem Enthusiasmus direkt unterbrochen, wie das folgende Video festhält:

Dieses Problem hat sich dann wie von Zauberhand durch ein weiteres Firmware-Update behoben. Doch dann kommt direkt der nächste Dämpfer: Die maximale Auflösung, die die Snoppa-App auf meinem Umidigi Z2 Pro unterstützt, ist 1440×1080 Pixel, also nur das Seitenverhältnis 4:3. Wenn ich 16:9 nutzen will, muss ich in 720p filmen. Dasselbe Problem trat übrigens auch beim Test mit einem Xiaomi Mi 6 auf.

Gut, dann filme ich eben in 720p. Ich drücke also auf Aufnahme – was nach erfolgreicher Bluetooth-Verbindung auch am Griff des Gimbals möglich ist – und siehe da, die Videoaufnahme startet. Leider bleibt aber die Vorschau in der Snoppa-App (zum Google Play Store) stehen, wodurch ich keine Ahnung habe, was ich da überhaupt filme. IMG 20181229 135736 4

Also, vorzeitiges Zwischenfazit: Die Snoppa-App ist leider ziemlicher Müll. Schade, denn die übersichtlich sortierten Einstellungen sind sehr gut auf das Filmen mit dem Gimbal angepasst. Vielleicht sorgen hier Updates für Verbesserung – gerade einmal zwei Sterne im Google Play Store sprechen aber eine wirklich deutliche Sprache.

Stabilisierung beim Filmen

Also, umgeschwenkt auf die Standard Kamera-App, die kann immerhin 1080p und ich sehe auch, was ich filme. Bevor ich euch meine Meinung zur Stabilisierung mitteile, guckt euch einfach mal diese Testaufnahme an:

Gut sichtbar ist, dass die Stabilisierung natürlich deutlich besser ist, als die integrierte EIS des Smartphones. Dennoch kommt der Atom hier nicht ganz an die Konkurrenz ran. An einigen der Mikrorucklern bemerkt man, dass die Motoren Probleme haben, das Gewicht zu halten. Außerdem ist die Kalibrierung trotz mehrmaliger Versuche nicht ganz korrekt und der Horizont ist leicht schief.

Das sind alles Sachen, die dem 0815-Benutzer nicht auffallen, mir als Filmproduzent aber natürlich ein Dorn im Auge sind. Einen großen Abzug gibt es hier dennoch nicht, da die Stabilisierung im großen und ganzen mit anderen Gimbals in dieser Preisklasse vergleichbar ist.

Special-Features des Snoppa Atom

Für einen besseren Sound lässt sich das Handy per 3,5mm-Klinke mit dem Gimbal verbinden und an den zweiten Klinkenanschluss kann man dann ein Mikrofon anschließen. Ziemlich coole Idee, muss ich sagen!

Des weiteren ist es auch möglich, das Handy mittels Wireless Charging während des Filmens zu laden. Zwar hat der Akku des Snoppa Atom nur 2000 mAh Kapazität, aber um das Handy für einen kurzen Zeitraum ein bisschen zu laden ist das durchaus okay. Die angegebenen 24 Stunden Laufzeit erreicht der Gimbal aber natürlich nicht.

In der Snoppa-App gibt es dann noch ein paar Software-Features, die überraschenderweise nicht besonders gut funktionieren und auch nicht besonders angenehm bedienbar sind. Den Motion Timelapse Modus haben wir einfach mal ausprobiert, er hat nicht funktioniert. Die Kamera hat sich falsch herum gedreht und nach kurzer Zeit ist der Fehler aus dem ersten Video wieder aufgetreten.

Auch die restlichen “Standard-Features” wie Face Tracking und Langzeitbelichtungen unterstützt der Snoppa Atom. Diese funktionieren aber bei der Konkurrenz etwas besser – hier muss der Hersteller unbedingt noch an der Software arbeiten.

Fazit und Alternative

Benjamin
Benjamin Kalt:

Der Snoppa Atom ist ein kompakter, hochwertiger und durchaus guter Gimbal, der auch mit einem fairen Preis punkten kann. Ich wäre also top zufrieden, wenn die Snoppa-App nicht komplett unterirdisch wäre.

So lassen sich nämlich viele Funktionen des Gimbals nur eingeschränkt, gar nicht oder nur mit multiplen Nervenzusammenbrüchen nutzen – und das ist schade und sollte einfach nicht sein. Vielleicht kann Snoppa hier in Zukunft nachbessern, die Empfehlung bleibt an der Stelle aus – zum aktuellen Zeitpunkt liefern YI, DJI und Zhiyun aber einfach das rundere Gesamtpaket. Hier findet ihr einen Vergleichstest zu drei besseren Gimbals: Gimbal Vergleichstest – DJI, Feiyutech, Zhiyun.

63%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Stabilisierung 70 %
  • Software und Funktionen 30 %

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