Eine neue Soundbar ist unter dem Fernseher eingezogen und möchte die Xiaomi Mi Soundbar von ihrem Dienst ablösen. Unter der Marke Soundcore bringt nun Anker die Infini Soundbar auf dem Markt. Die Soundcore Infini geht für 110€ über die Theke, bietet aber auch mit 100 Watt Ausgangsleistung genügend Power für mittelgroße Räume. Daneben bringt der 88cm lange Lautsprecher verdammt viel Bass mit sich und lässt sich auch mit anderen Geräten als dem Fernseher koppeln – z.B. als Bluetooth-Speaker.

Wir hatten die Soundcore Infini nun zwei Wochen im Praxiseinsatz und sie intensiv mit der Xiaomi TV Soundbar verglichen. Fast doppelt so teuer, aber auch dementsprechend besser? Alles zur neuen Anker Soundbar lest ihr im Testbericht.

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Design und Verarbeitung

Bei der Anker Soundcore Infini wird von einer 2.1 Soundanlage geschrieben, allerdings ist die Bass-Einheit in der Soundbar integriert und nicht separat. So finden sich 2 Hochtöner und 2 Mittel- / Tieftöner. Die Anker Soundcore Infini Soundbar misst in der Länge schon stolze 88cm, ist 9cm hoch und 6,5cm tief. Daher sind auch erst 39 Zoll TVs größer als die Soundbar selbst. Auf die Waage bringt die Infini Soundbar 2,9kg, was schon mal den ersten hochwertigen Eindruck beim Auspacken bestätigt.

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Das Gitter rund um die Front und Oberseite ist aus einem schwarz lackiertem Metall-Gitter, die anderen beiden Seiten aus mattschwarzem Kunststoff. Die Optik wird nur durch das mittige Bedienelement mit dem Soundcore Logo unterbrochen. An beiden Enden der Soundbar findet sich ein Bass-Reflexrohr aus glänzendem schwarzem Kunststoff. Rein optisch hält sich die Soundcore Infini sehr zurück und fällt auch nicht so auf wie die Xiaomi TV Soundbar. So passt sie wohl zu jedem Fernseher. Dadurch, dass man keinen separaten Subwoofer hat, nimmt die Soundanlage auch kaum Platz weg.

Anker Soundcore Infini Testbericht Soundbar 3Wichtig beim Aufstellen: Soundbar hinlegen, mit dem Logo nach oben, oder an die Wand schrauben. Denn während die Treiber für die Mitten nach oben gerichtet sind, zeigen die Treiber für die Höhen nach vorne. Beziehungsweise wenn man sie aufhängt: Mitten nach vorne und Höhen nach unten. Dementsprechend ist die mittige LED auch direkt an der Kante, sodass man sie aus beiden Winkeln aus sieht.

Die LED leuchtet weiß auf, wenn die Lautstärke verändert wird, Rot beim Wechsel des Soundmodus, Blau für Bluetooth und Grün für die Kabel-Eingänge. Dabei leuchtet sie zum Glück nicht dauerhaft, was den Blick nicht vom TV-Bild ablenkt. Auch im Standby bleibt die LED aus.

Lieferumfang

Im Karton findet sich neben der Soundcore Infini noch ein 150cm langes Kleingeräte-Stromkabel, die Fernbedienung mit 2 AAA Batterien, ein 150cm langes 3,5mm Klinke auf 2 x Chinch (weiß & rot) Audiokabel, ein optisches Toslink Kabel, die Bedienungsanleitung sowie alles, was man zum Aufhängen an der Wand braucht – 2 Schrauben und Dübel sowie eine Schablone zum Anzeichnen.

Anschlussmöglichkeiten der Soundcore Infini

Wandert ein neues Gerät in das HiFi Rack im Wohnzimmer ein, dann muss man immer ein bisschen schauen, wie man es neu verkabelt. Dank HDMI ist das alles ein bisschen einfacher geworden, aber das bietet die Anker Soundcore Infini leider nicht. An der Rückseite des Gerätes stehen folgende Anschlüsse bereit:

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  • AUX In: Der 3,5mm Klinkeneingang liefert nur ein analoges Signal und empfiehlt sich nur, wenn es mit der Bedienung nicht anders klappt.
  • Toslink: der optische Anschluss liefert digitale Übertragung und auch den besten Sound in der Theorie.
  • Coax: auch der Anschluss liefert digitale Übertragung bis zu Dolby Digital (5.1), ist aber anfällig für Störgeräusche (Brummen). Aber auch nicht jeder TV liefert über Toslink und Coax ein Dolby Signal, sondern „nur“ Stereo.
  • USB-Anschluss: auch mit Service gekennzeichnet, wahrscheinlich um eine neue Firmware aufzuspielen. Einen USB Stick mit Medien-Dateien hat er nicht erkannt.
  • Strom: ein ganz normaler 2-poliger Kleingerätestecker und das Netzteil ist bereits in der Soundbar integriert.

Bedienung

Anker Soundcore Infini Testbericht Soundbar 1Bedient wird die Soundcore Infini entweder über die Buttons an der Soundbar selbst oder natürlich vornehmlich über die beiliegende Fernbedienung.

Um nicht noch eine Fernbedienung auf dem Tisch liegen zu haben, musste nun Abhilfe her. Dafür reicht bei uns schon die Logitech Harmony 350 für 40€. Die Soundcore Infini fügt man einfach über die (schlechte) Harmony Software hinzu und kann so bis zu 4 Geräte steuern. So geht nun in der Praxis der Samsung TV und die Infini Soundbar über „Watch TV“ gleichzeitig an, während der Amazon Fire TV Stick über HDMI CEC gesteuert wird. Die Lautstärke Regelung klappt so über die Soundcore Infini, während sie über den optischen Toslink angeschlossen ist.

Was der Fernseher aber verweigert, ist die Regelung der Lautstärke über die Samsung Fernbedienung: „Nutzen sie das Ausgabegerät“. Schließt man die Soundbar über 3,5mm Klinke an, dann klappt es. Toslink ist zwar hochauflösender, aber Klinke verrichtet auch den Job bei Stereo Sound.

Wie schließe ich die Soundcore Infini Soundbar nun am besten an?

Bei uns nimmt sie den Platz am TV im Schlafzimmer ein, da im Wohnzimmer ein HiFi Receiver schon verbaut und verkabelt wurde. Je nach Fernseher ist Toslink / Coax vorhanden, wenn nicht dann auf jeden Fall AUX. Über AUX hat man zwar schlechteren Klang, allerdings ist der Unterschied in der Preisklasse kein Beinbruch. Auch über AUX bekommt man schon ein ordentliches Upgrade gegenüber den meisten integrierte TV-Speakern geboten. Außerdem kann man so die Anker Fernbedienung beiseitelegen und nur zum An- und Ausschalten sowie zum Wechseln des Eingangs oder des Soundmodus zur Hand nehmen.

Über Toslink oder Coax muss man die Lautstärke meistens über die Anker Fernbedienung ändern. Klar ist jede zusätzliche Fernbedienung ärgerlich und bei uns schaffte nur die oben genannte Universalfernbedienung Abhilfe. Dafür bekommt man über die beiden digitalen Eingänge den besten Klang.

Klang – anders als die Mi Soundbar!

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Die Anker Soundcore Infini setzt beim Klang auf vier Treiber: 2 1,5″ Zoll Hochtöner und 2 3″ Zoll Mittel- / Tieftöner mit 2 verstärkenden Bassreflexrohren. Dabei wird auch die komplette Länge der Soundbar genutzt, um ein Stück Räumlichkeit zu erzeugen. Die Ausgangsleistung ist mit 100 Watt angegeben, wobei die tatsächliche RMS Leistung weit darunter liegen sollte.

Bei Xiaomis Audioartikeln ist man immer etwas darauf bedacht, dass die Bässe auf keinen Fall die Höhen und Mitten überlagern. Dadurch „knallt“ es nicht so richtig bei der entsprechenden Musik oder actionreichen Szenen, aber mir gefällt es sehr, da man so stets das Gesprochene des Films / der Serie versteht.Anker Soundcore Infini Testbericht Soundbar 12

Bei der Soundcore Infini ist dies ein bisschen anders, denn dies ist (wahrscheinlich) die Soundbar mit dem stärksten Bass auf dem Markt. Da können nur Modelle mithalten, die auf einen externen Subwoofer setzen. Dadurch wird der Sound zwar dynamischer und noch mitreißender, allerdings ziehen sich dementsprechend auch die Höhen etwas zurück. Trotzdem bleibt der Klang brillant mit angenehmen Höhen und sehr vollen Mitten.

Je nach Videomaterial oder Situation hat man die Wahl zwischen drei Soundmodi:

  • Musik: der wohl beste Equalizer für die Infini Soundbar mit dem ausgeglichensten Klangbild, aber auch viel Bass. Den Modus nutzt man eigentlich am häufigsten.
  • Film: drückt man auf „Film“ dann wird die Dynamik gesteigert und der Sound wird auch hörbar räumlicher. Eben bei Filmen bringt der Modus mehr Atmosphäre – bei Serien wirkt es teils zu unnatürlich.
  • Sprache: hier werden vor allem die Höhen hervorgehoben und das Gesprochene rückt in den Vordergrund. Allerdings ist der Klang hier nicht mehr so gut und der Modus eignet sich maximal für Talk Shows oder um Podcasts anzuhören.

Letztlich habe ich mich dazu entschieden am Fernseher mit dem Equalizer noch etwas nachzuhelfen. Beim Samsung TV hat dies allerdings nur geklappt, wenn man die Soundbar via 3,5mm Klinke / AUX verbindet. So kam etwas vom Bass raus und auch die Software-Soundhelfer wurden dazugeschaltet. Via Toslink war dies allerdings nicht möglich.

So hatte ich mit der Anker Soundcore Infini das Gefühl, dass man, egal im welchem der beiden Modi – „Sprache“ kann man nicht mehr als annehmbar bezeichnen – die Soundbar nicht zu leise stellen sollte. Ich für meinen Teil hatte dann Verständnisprobleme. Das heißt nicht, dass man stets das ganze Haus mit bedröhnen muss, aber steht die Soundbar im Schlafzimmer und will die Frau schon schlafen, ist die Soundbar Infini nicht ganz ideal.

Die Lautstärke der Soundcore Infini ist auf Wunsch ziemlich laut, sodass man sich auch im 20m² großem Wohnzimmer bei Musik nicht mehr unterhalten konnte. Auch hier krächzt noch nichts, aber die Mittel- / Tieftöner können beim Bass schon richtig Druck aufbauen. Bei Serien und Filmen bewegte ich mich meist im unteren Drittel.

Fazit und Alternative

Erik-Zuerrlein
Erik Zürrlein:

Während man für den Preis der High-End Soundbars schon eine Einsteiger 5.1 Anlage mit Receiver bekommt, gibt sich die Anker Infini Soundbar viel einfacher. Verkabelt und eingerichtet ist sie in 5 Minuten und der karge Klang der schmalen LED Fernseher wird auf ein neues Level gehoben. Der Sound ist dabei ziemlich gut, schön raumfüllend und dynamisch. Zudem bietet die Infini für die Größe richtig viel Bass. Mir war es letztlich sogar zu viel, aber das ist Geschmackssache.

Im Vergleich zur Xiaomi Soundbar bietet sie ein anderes Soundbild, kann aber noch zusätzlich mit der Fernbedienung punkten. Der Aufpreis lässt sich nur bedingt rechtfertigen, wodurch der Preis-Leistungs-Punkt auch klar an Xiaomi geht. Bei uns hat sie aber trotzdem die Mi Soundbar ersetzt. Für 110€ bekommt man eine tolle Soundbar, die in der Preisklasse in Deutschland auch nur wenig Konkurrenz hat und in kleinen bis mittelgroßen Räumen, oder eben am zweiten TV Gerät, einen tollen Job macht.

83%
  • Design und Verarbeitung 85 %
  • Funktionsumfang 85 %
  • Klang 90 %
  • Preis/Leistung 70 %

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Alucard

Habe sie mir auch vor kurzem geholt, weil ich einfach neugierig war, und ein Angebot bei Amazon für ~70€ hatte.

Sehr gutes Teil. Gefällt mir sehr. Aber habe auch keine Erfahrung mit Audiogeräten.

Ich höre meist Klassik und dafür ist es genial. Klavierstücke klingen fast wie real, Cellos klingen richtig voluminös. Echt toll.

Uwe
Gast
Uwe

Sehr schade, daß auch Anker keinen HDMI-Anschluß bietet – den Chinesen scheinen die Lizenzgebühren dafür zu hoch zu sein. Aus eigener Erfahrung (Onkyo 2.1 Lösung – auf 3.1 aufgerüstet) kann ich bestätigen, daß die Ansteuerung per HDMI (sogar mit Rückkanal) die Bedienung sehr vereinfacht. Die alternativ getestete Verbindung per Toslink ist lange nicht so komfortabel. Vielleicht bringt Xiaomi ja mal einen Nachfolger mit HDMI, mich würde es freuen.