Seit der Gründung von Anker im Jahr 2011 hat sich der Hersteller zu einem der erfolgreichsten Produzenten von Ladezubehör wie Powerbanks und Netzteilen gemausert. Das Erfolgsrezept sind innovative Produktkonzepte und konkurrenzfähige Preise sowie ein unkomplizierter Vertrieb über Amazon [zum Händlershop von Anker]. Mit der neuen Tochtermarke Soundcore will der Hersteller nun auch im oberen Preissegment der Bluetooth Lautsprecher durchstarten. Bei den günstigen Bluetooth-Boxen hatte Anker in der Vergangenheit schon einige Bestseller auf den Markt gebracht. Doch schafft Anker auch den Sprung in das höhere Preissegment? Dieser Frage gehen wir im folgenden Testbericht der Anker Soundcore Zero nach. Eine Übersicht zu den besten Bluetooth-Lautsprechern findet ihr in unserer Bestenliste!

Soundcore Zero & Zero Plus

Soundcore Zero vs. Zero Plus

Zusätzlich zur Soundcore Zero gibt es noch eine Zero Plus Version. Diese verfügt neben einem etwas anderem Design über Wifi und Bluetooth 5.0. Wenn Ihr ein Multiroom-Setup plant, ist die Soundcore Zero Plus aufgrund der WLAN-Anbindung die bessere Wahl. Klang und Akkuleistung der beiden Boxen sind jedenfalls identisch, sodass man für den normalen Bluetooth-Einsatz auch zur günstigen Standard-Version greifen kann.

Design und Verarbeitung

„Das ist ja eine schöne Handtasche“ sagt meine Freundin, nachdem ich das Paket von Amazon geöffnet habe. Mich selbst erinnerte die Soundcore Zero zwar eher an eine Kettlebell aus dem Fitnesstudio – So oder so, das Design des Soundcore Zero ist ausgefallen. Ganz so neuartig ist die Idee zwar nicht, wenn man einen Blick auf die Harman/Kardon Onyx Studio 5 wirft, aber sehen lassen kann sich die Soundcore Zero allemal. Auf dem Schreibtisch oder dem Wohnzimmerschrank macht sich die Bluetooth-Box mit ihrer runden Form jedenfalls besser als die quadratischen Vertreter ihrer Sparte. Zudem hilft der Tragegriff auf der Oberseite ungemein beim Tragen der Box – Da lässt sich auch das relativ hohe Gewicht von fast 2kg vernachlässigen. Mit Maßen von 256 x 128 x 240mm passt die Box auch noch in den Rucksack.

Soundcore Zero 5

Die Verarbeitungsqualität ist gehoben. Das Gehäuse ist mit einem Stoffbezug überzogen und mittig zieht sich eine Metall-Leiste durch den Lautsprecher, in welche auch der Power-Button eingearbeitet ist. Die Bedienelemente befinden sich auf der Unterseite des Tragegriffs. Es handelt sich um samtigen Kunststoff mit darunterliegenden drückbaren Buttons. Auf der Unterseite ist eine große Gummifläche, die für einen stabilen Stand auch bei voll aufgedrehtem Sound sorgt. Auf der Rückseite befindet sich ein Deckel, unter welchem der Netzanschluss und ein Aux-Anschluss liegt. Die Box ist übrigens nach IPX5-Standard gegen Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt. Ein kurzer Regenschauer oder das Abwischen mit einem feuchten Lappen machen der Soundcore also nichts.

Soundcore Zero anschluesseSoundcore Zero bottom

Insgesamt sind das Design und die Verarbeitung der Box gelungen. Für einen satten Sound braucht man auch einen großen Klangkörper und auch ein höheres Gewicht lässt sich nicht verhindern. Diesen beiden Faktoren begegnet Anker mit dem „Handtaschen-Kettlebell-Design“ erfolgreich. Zudem macht sich die Bluetooth-Box mit ihrem außergewöhnlichen Äußeren auch im Wohnzimmer gut.

Bedienung

Soundcore Zero buttons

Soundcore Buttons 2

Die Soundcore Zero wird durch einen langen Druck auf den Powerbutton im Rahmen eingeschaltet. Die weitere Bedienung erfolgt über die Buttons in der Innenseite des Griffs. Zwei der Buttons (Super-Bass & Bluetooth) werden durch eine LED beleuchtet. Um die Box mit einem Bluetooth Wiedergabe-Gerät zu koppeln, bringt man die Box zunächst durch langes Drücken auf den Bluetooth-Buttons in den Pairing-Modus. Nachdem die Kopplung einmal erfolgreich durchgeführt wurde, erfolgt das Pairing fortan automatisch. Zur Steuerung der Wiedergabe kann man die Plus- und Minus-Taste verwenden. Mit einem einfachen Klick verändert man die Lautstärke und mit einem Doppel-Klick wechselt man zwischen Liedern. Der Button in der Mitte dient zum Pausieren und Fortsetzen der Wiedergabe. Mit dem mittleren Button kann man zudem Anrufe annehmen oder ablehnen. Über ein Mikrofon verfügt die Soundcore allerdings nicht, sodass man das Smartphone zur Hilfe nehmen muss.

App & Bluetooth

Soundcore Zero app 2Soundcore Zero app 3 Soundcore Zero app 1

Die Soundcore Zero verbindet sich über Bluetooth 4.2 mit anderen Geräten. Es wird A2DP Übertragung unterstützt, nicht jedoch aptX, was angesichts des Preises schon etwas schade ist. Für verlustfreie Dateiformate wie FLAC oder WAV sollte man also besser den Anschluss über das Aux-Kabel verwenden.

Über Bluetooth können zwei Geräte gleichzeitig verbunden werden, wobei die Wiedergabe natürlich nur von einem Gerät ausgehen kann. Nachdem man das Gerät gekoppelt hat, kann man die Box mit der Soundcore App einstellen. Die App bietet die Möglichkeit, die Lautstärke einzustellen und die Firmware der Box zu aktualisieren. Zudem kann der Superbass an- oder ausgeschaltet werden und vorgefertigte Equalizer aktiviert werden. Zur Auswahl stehen Standard, Stimme, Flach und Relax. Leider gibt es keine Möglichkeit, eigene Equalizer einzustellen – Diese Funktion wäre extrem cool gewesen, da die vorhanden EQs leider keine wirkliche Bereicherung für den Sound darstellen.

Multipoint

Soundcore ButtonsEine weitere Erwähnung wert ist die Multi-Room Funktion. Mit einem langen Klick auf das Bluetooth-Symbol bringt man die Box in den Pairing Modus mit weiteren Soundcore Modellen. Wer also zwei der hübschen Soundcores zuhause hat, kann einen echten Stereo-Effekt erzeugen oder mehrere Zimmer beschallen. Ich hatte allerdings nur einen Lautsprecher zum Test, weshalb ich die Multipoint Funktion nicht selbst ausprobieren konnte. Bei der Soundcore Flare konnten wir Stereo bereits testen und das funktionierte auch ohne Probleme.

Musik

Jetzt kommen wir endlich zur wichtigsten Testkategorie des Bluetooth Lautsprechers. Um sich sein Hi-Res Logo zu verdienen, packt Anker handgefertigte Treiber aus der dänischen Audio Edelschmiede Scan-Speak/Vifa in die Soundcore Zero. Vor den Markenprodukten bekannter Vertreter wie JBL oder Bose muss sich Anker somit nicht verstecken. Insgesamt verfügt die Box über zwei 63mm Tieftöner, zwei 19mm Hochtöner und zwei passiv-Membranen. Der Output liegt bei vorzeigbaren 60 Watt und die Soundqualität ist…

Großartig! Oder zumindest größtenteils großartig! Stellt man die Box in einen 30qm großen Raum auf, genügt die Lautstärke problemlos zum Beschallen einer kleinen Party. Man kann sich dann nicht mehr verständigen, wenn man die Box voll aufdreht. Mehr Volume ist für die meisten Einsatzgebieter auch nicht nötig. Die Klangqualität bleibt dabei auch bei höchster Lautstärke noch klar und komplett frei von Verzerrungen. Die verschiedenen Klangtreiber sorgen hier wirklich für eine schöne Differenzierung. Eine Stärke der Soundcore ist dabei ihr starker Bass. Dieser kommt mit ordentlich Wumms, ohne die Höhen oder Mitten zu überlagern. Den Super-Bass Button sollte man übrigens immer aktivieren, ohne diesen ist der Sound einfach zu flach. Eigentlich hätte Anker sich den Button auch ganz sparen können. Mit dem aktivierten Super-Bass gehören die Tiefen jedenfalls zu den besten, die ich bisher von einem portablen Speaker gehört habe. Auch die Mitten können mit kräftigem Sound überzeugen. Kritik ernten die Speaker hingegen für die Höhen. Insgesamt ist der Treble einfach ein Stück zu hoch und helle Klänge scheppern leicht. Dieser Effekt lässt die Musik bei genauerem Hinhören etwas unruhig wirken, was die Soundcore letztendlich hinter echte Hifi-Boxen zurückwirft. Wer etwas am EQ des Smartphones herumspielt, kann dem Effekt allerdings entgegenwirken. Schade nur, dass dies in der Soundcore App nicht möglich ist.

Auch wenn die Soundcore Zeros nicht perfekt abgestimmt sind, so ist der Klang immer noch richtig satt und sorgt für viel Freude beim Musikhören. Angesichts des Preises können sich die Anker Soundcore Zero wohl problemlos mit jedem Speaker ihres Preissegments messen. Insbesondere bei basslastiger Musik wie Elektro, Rap oder Rock kommt die Box voll zur Geltung.

Akku

Soundcore Zero netzteilDie Soundcore Zero hat einen 6700mAh verbaut, was angesichts der Größe und Lautstärke der Box gut proportioniert ist. Anker gibt eine Wiedergabezeit von bis zu 10 Stunden an. Diese erreicht man aber nur, wenn man die Box etwa auf einem Drittel der Lautstärke verwendet. Bei „normalem“ Musikhören im eigenen Zimmer ist dies aber durchaus realistisch. Dreht man die Box voll auf, kommt man höchstens auf 4 Stunden Laufzeit. Wirklich ärgerlich ist jedoch das paternalistische „Akku-Management“ der Soundcore Zero. Sobald nur noch ein Drittel der Akkulaufzeit vorhanden ist, reduziert die Box die Maximallaufstärke auf die Hälfte. Dies ist zwar immer noch besser als eine Ansage „Battery low“ alle 5 Minuten, aber dennoch einfach völlig übertrieben.

Aufgeladen wird die Box übrigens mit einem 15V / 3A Netzteil. Ein praktisches Aufladen mit dem Handykabel über Micro-USB oder USB Type C ist leider nicht möglich. Dafür ist die Box in etwas mehr als drei Stunden wieder aufgeladen.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Die Soundcore Zero ist bis auf wenige Schwachstellen ein Volltreffer für Anker. Das Design hebt sich von der breiten Masse ab und was noch viel wichtiger ist: Der Sound ist gut abgestimmt, verdammt laut und hat auch einen sehr schönen Bass. Etwas Feintuning wäre bei den Höhen nötig gewesen, was jedoch noch verzeihbar ist. Insgesamt können wir der Soundcore Zero also eine Kaufempfehlung aussprechen.

Als günstige Alternative lassen sich die Anker Soundcore Boost für 80€ und die Xiaomi Soundbar für 70€ aufzählen. Bei dem ersten Kandidaten handelt es sich um einen tragbaren Lautsprecher, der preisbedingt natürlich nicht die gleiche Lautstärke wie die Soundcore Zero bringt. Die Xiaomi Soundbar hingegen verfügt über keinen Akku, allerdings ist der Klang vergleichbar gut wie bei der Soundcore Zero.

78%
  • Design und Verarbeitung 90 %
  • Konnektivität 70 %
  • Klang 90 %
  • Akku 60 %

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 19.03.2019

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Ich würde mich über einen Test der Soundbars von Anker freuen (Infini und Infini mini)
Sehen nämlich schon recht interessant aus.