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Wasserdichte Smartphones: Zertifizierungen und Modelle im Überblick

Ein wasserdichtes Smartphone zu besitzen, hat unbestritten einige Vorteile. Fällt das Handy mal in den Pool oder in eine Pfütze, muss man sich weniger Sorgen machen, dass das oftmals teure Stück Technik beschädigt sein könnte. Und auch im Regen oder in der Dusche ist man einfach selbstbewusster mit der Benutzung des Telefons.

Das Galaxy Note 10 von Samsung ist nach IP68 zertifiziert.

Unterwasserfotografie ist natürlich auch noch ein Punkt. Mit immer besser werdenden Smartphone-Kameras ist das wasserdichte Handy eine ernstzunehmende Alternative zu teuren Unterwassergehäusen für DSLMs und DSLRs. Aber auch die Nachteile wie extrem hohe Reparaturkosten, wollen wir euch in diesem Artikel nicht vorenthalten.

In diesem Übersichtsartikel schauen wir uns die verschiedenen Zertifizierungen für die Wasserdichtigkeit von Smartphones genauer an und klären Fragen, wie man mit einem Handy mit einer bestimmten Zertifizierung umgehen kann. Danach zeigen wir euch ein paar Modellreihen, die mit IP67 oder höher zertifiziert und damit auch für längeres Untertauchen geeignet sind.

IP-Zertifizierungen: Was bedeutet das?

Viele Hersteller werben aktiv mit den IP-Zertifizierungen ihrer Smartphones, während andere angeblich bewusst darauf verzichten. OnePlus zum Beispiel gibt an, dass die eigenen Telefone nicht zertifiziert seien, da das für einen so kleinen Hersteller zu teuer wäre. Warum Marken wie Oukitel oder Blackview das dann bei Smartphones schaffen, die weniger als 100€ kosten, ist uns ein Rätsel.

Am häufigsten bei Smartphones finden sich die Zertifizierungen IP67 und IP68. Seltener, vor allem bei Outdoor-Handys, wird auch IP69K verwendet, obwohl diese Bezeichnungen eigentlich für Autos vorgesehen ist.

Die erste Ziffer des IP-Codes bezeichnet ausschließlich den Schutz des Geräts gegen Staub – sortiert von 0 für keinen Schutz bis 6 für staubdicht. Die zweite Ziffer ist für die Bestimmung der Wasserdichtigkeit interessant. Hier gilt folgendes:

  • 0: kein Schutz
  • 1: Schutz gegen Tropfwasser
  • 2: Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist
  • 3: Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
  • 4: Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
  • 5: Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel
  • 6: Schutz gegen starkes Strahlwasser
  • 7: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
  • 8: Schutz gegen dauerndes Untertauchen
  • 9: Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfeinstrahlung, speziell Landwirtschaft

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es auch Codes mit einem K dahinter. Diese finden nur in der ISO-Norm Verwendung und nicht bei der eigentlich meistens angewandten DIN-Norm. Zur Vollständigkeit sei trotzdem erwähnt, dass 4K Schutz gegen allseitiges Spritzwasser mit erhöhtem Druck, 6K Schutz gegen starkes Strahlwasser unter erhöhtem Druck (spezifisch für Straßenfahrzeuge) und 9K Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung (spezifisch für Straßenfahrzeuge) bedeutet.

Auch gut verarbeitet Smartphones ohne eine IP-Zertifizierung sind grundlegend gegen Wasser und Staub abgedichtet und sollten ohne Probleme zum Beispiel im Regen verwendet werden und überleben wahrscheinlich auch einen kurzen Tauchgang. Nur ein gewollter Tauchgang ist mit solchen Handys wohl eher nicht zu empfehlen. Bei Xiaomi sieht man z.B. immer wieder abgedichtet SIM-Kartenträger, die zu einem gewissen Schutz beitragen. Auch indische Youtuber hören nicht damit auf Redmi Note Smartphones ins Wasser zu tauchen :).

Das Doogee S60 ist ein nach IP68 zertifiziertes Outdoor-Smartphone.

Wie lange dürfen Smartphones mit IP67 & IP68 untertauchen?

Diese ganzen Bezeichnungen in der Liste sagen leider nicht wirklich aus, wie viel Wasser man seinem zertifizierten Smartphone in der Praxis zumuten kann. Was bedeuten “dauerndes Untertauchen” und “temporäres Untertauchen”?

Samsung verspricht für seine Smartphones mit IP67-Zertifizierung Schutz gegen das Eindringen von Wasser bei maximal einem Meter Wassertiefe und für maximal 30 Minuten. Diese Definition findet sich in vielen Quellen wieder und scheint so wohl allgemein auf Smartphones anwendbar zu sein. Im Zweifel ist es dennoch besser, beim jeweiligen Hersteller die genauen Infos nachzulesen oder zur Not zu erfragen.

Für IP68 – diese Einstufung sehen wir besonders häufig bei Outdoor-Smartphones – ist folgende Definition populär: Das jeweilige Handy ist gegen Untertauchen für bis zu 30 Minuten und mehr als einem Meter Tiefe geschützt. Bei Samsung, Apple und diversen Outdoor-Marken (Blackview, Oukitel, Cubot) bedeutet das explizit bis zu 1,5 Meter.

Wichtig bei all diesen Daten: sie gelten ausnahmslos nur für sogenanntes Frischwasser. Ausgeschlossen sind also salziges Meerwasser und auch Pools, in denen Chlor zur Reinigung verwendet wird. Tatsächlich sind sogar Süßwasser-Seen und -Flüsse ausgeschlossen, da sie durch Steine, Sand und andere natürliche oder nicht natürliche Stoffe verunreinigt sind. Die IP-Zertifizierung bietet also einen guten Anhaltspunkt dafür, wie du mit deinem Smartphone umgehen kannst. Eine Garantie ist sie aber nicht.

Wasserdichte Smartphones mit IP67- oder IP68-Zertifizierung

Besonders im High End-Segment sind IP-Zertifizierungen bei vielen Herstellern wie Apple, Samsung und Google Standard und häufig eines der wenigen übrig gebliebenen Argumente, zu den teuren Flaggschiff-Modellen anstatt eines Mittelklasse-Smartphones zu greifen. Bei Smartphones unter 400€ sind IP67- und IP68-Zertifizierungen nämlich in der Tat selten anzutreffen. Höchstens bei Outdoorsmartphones findet man wasserdichte Modelle in der Mittelklasse. Auch das neue Sony Mittelklasse Modell hat eine entsprechende Zertifizierung.

Die große Ausnahme dafür sind natürlich spezielle Outdoor-Smartphones. Diese kommen seit einigen Jahren eigentlich ausnahmslos mit IP68 auf den Markt und bieten einen hohen Schutz gegen Wasser, Staub und Stürze. Dafür muss man aber natürlich bei dem Gewicht, den Abmessungen und gegebenenfalls auch bei der Technik Abstriche gegenüber “normalen” Smartphones machen. Dennoch – wer möglichst günstig ein wasserdichtes Smartphone braucht, ist mit solchen Handys am besten beraten. Die besten Outdoor-Handys findet Ihr in unserer Outdoor-Bestenliste.

Apple iPhone: wasserdicht seit der siebten Generation

Seit dem iPhone 7 und iPhone 7 Plus sind Handys von Apple wasserdicht. Dabei sind aber verschiedene Dinge zu beachten. Es sind nämlich nicht alle Geräte gleich gut gegen Wasser geschützt:

  • iPhone 11 Pro & iPhone 11 Pro Max: bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von bis zu vier Metern
  • iPhone 11: bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von bis zu zwei Metern
  • iPhone XS und iPhone XS Max: bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von bis zu zwei Metern
  • iPhone XR, iPhone X, iPhone 8, iPhone 8 Plus, iPhone 7 & iPhone 7 Plus: bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von bis zu einem Meter

Apple weist außerdem darauf hin, dass der Schutz mit der Zeit schwächer wird und der Hersteller keine Garantie auf Wasserschäden gibt. Es wird sogar betont, dass man mit einem iPhone trotz des Schutzes vor Flüssigkeiten nicht schwimmen oder baden gehen sollte und auch das Duschen mit dem Telefon vermieden werden sollte.

iPhone XR
Vorteile / Nachteile
  • hervorragende Verarbeitung
  • guter Akku
  • gute Kamera
  • außerordentliche Leistung
  • Display nicht zeitgemäß
  • keine Dual-Kamera
  • Dual-SIM nur mit eSIM
  • teuer
  • durch iOS sehr eingeschränkt
  • Lieferumfang lächerlich - kein QC Adapter
Zusammenfassung
Es fällt mir sehr schwer für das iPhone XR ein Fazit zu fällen. Außen vor lasse ich dabei Themen wie das Betriebssystem, da in diesem Punkt schlichtweg eine allumfängliche Einschätzung nicht angebracht ist. Was sich sagen lässt ist, dass das iPhone XR in vielen Punkt weniger bietet als ein Xiaomi Mi8 oder weitere Flaggschiffe von Huawei und Co. und das spürt man auch. Klar habe ich während des Test kaum Einschränkungen gespürt, die...

Laut Apple sind außerdem alle Modelle ab dem iPhone XR (iPhone X ausgenommen) gegen das Verschütten von Flüssigkeiten wie Limonade, Bier, Kaffee, Tee und Saft geschützt. Sollte eine dieser Flüssigkeiten mit dem Handy in Kontakt kommen, sollte es sofort mit Leitungswasser abgespült und danach abgetrocknet werden.

Samsung Galaxy: S- und Note-Reihe ist ebenfalls wasserdicht

Samsung hat ebenfalls früh angefangen, wasserdichte Smartphones anzubieten. Einigen von euch ist sicherlich noch das Samsung Galaxy Xcover aus 2012 ein Begriff – damals eines der ersten Outdoor-Smartphones mit Android-Betriebssystem (abgesehen vom Motorola Defy aus 2010). Doch auch die Flaggschiff-Reihen des Herstellers sind schon seit Jahren gegen das Eindringen von Wasser geschützt.

Samsung Galaxy Note 10+
Vorteile / Nachteile
  • sehr edles Gerät
  • S-Pen / Stylus
  • Kamera insgesamt sehr gut
  • 2K Display
  • Leistung & OneUI 2.0
  • IP68 zertifiziert
  • sehr teuer
  • eckige Designform (gewöhnungsbedürftig)
  • Empfang (Netz)
  • Lieferumfang unzureichend
Zusammenfassung
Das Samsung Note 10+ ist ein HighEnd Smartphone wie es im Buche steht und hat nun mal auch seinen Preis. Es ist so gut wie jedes Feature integriert, das man sich wünschen könnte, Display und Leistung stimmen und die Kamera liefert ab. Wem das 6,8 Zoll Display zu groß ist, für den steht außerdem noch das normale Samsung Note 10 mit 6,3 Zoll bereit. Fehlerfrei ist das Note 10+ nicht, wie es in seinen 3 Monaten Praxis gezeigt hat, aber...

Das Samsung Galaxy S5 ist nach IP67 zertifiziert – das Galaxy S6 leider nicht. Vom Galaxy S4 gibt es außerdem eine “Active”-Variante, die nach IP67 zertifiziert ist. Ab dem Galaxy S7 sind dann aber alle Varianten nach IP68 gegen dauerhaftes Untertauchen abgedichtet.

Auch die Note-Serie von Samsung ist seit längerer Zeit gegen das Eindringen von Wasser abgedichtet. Das Note 8, Note 9 und Note 10 (inklusive der jeweiligen Plus- oder Pro-Varianten) sind nach IP68 zertifiziert. Ebenfalls nach selbigem Standard geschützt sind die Mittelklasse-Reihen A3/A5/A7 (2017) und A8 DUOS. Die aktuellen Modelle aus der A-Reihe sind aber leider nicht mehr wasserdicht.

Huawei bietet vereinzelt wasserdichte Smartphones an

Bei Huawei sind nur vereinzelt Modelle aus der Mate- und P-Serie wasserdicht. Das P20 Pro ist beispielsweise nach IP67 zertifiziert, das P20 und P20 Lite hingegen nicht. Das Huawei P30 ist nur nach IP53 zertifiziert, sollte also nicht unbedingt mit Wasser in Berührung kommen. Das P30 Pro hingegen kommt mit einer IP68-Zertifizierung.

Huawei P30 Pro
Vorteile / Nachteile
  • erstklassige Kamera
  • Low-Light Fotografie Meister
  • hervorragender Zoom
  • sehr gutes AMOLED-Display
  • vielseitiges EMUI-System
  • starker Akku
  • keine 4K 60FPS Videos
  • Mono-Lautsprecher
  • schwacher Grafik-Prozessor
  • schlechte Preis/Leistung
Zusammenfassung
Das Huawei P30 Pro hat ein sehr gutes Display, ist erstklassig verarbeitet und hat einen leistungsstarken Prozessor und andauernden Akku unter der Haube. Auch hinsichtlich der Konnektivität kann das Smartphone fast auf ganzer Linie überzeugen. dies ist allerdings nichts, was man nicht auch von anderen High-End Phones wie dem Xiaomi Mi 9 oder dem Lenovo Z6 Pro sagen könnte. Der maßgebliche Unterschied zur Konkurrent liegt schlichtweg in der...

Genau so unübersichtlich ist die Situation in der Mate-Reihe. Das Huawei Mate 20 Lite ist nicht wasserdicht und das Huawei Mate 20 immerhin nach IP53 zertifiziert. Nur das Mate 20 Pro kommt mit IP68-Zertifizierung.

Bei Huawei lohnt es sich also mehr als bei jedem anderen Hersteller genau hinzugucken, ob das jeweilige Smartphone wirklich wasserdicht ist.

BBK (OPPO, Vivo, OnePlus, Realme) hält sich mit wasserdichten Smartphones bisher zurück

Der chinesische BBK-Konzern bietet eine ganze Menge Smartphones unter verschiedenen Marken an. Dennoch finden sich nur sehr vereinzelt wasserdichte Smartphones der Hersteller.

Das OPPO Find X2 Pro ist nach IP68 zertifiziert – das reguläre Find X2 hingegen nur nach IP53. Der Vorgänger (OPPO Find X) ist hingegen gar nicht wasserdicht. Ebenfalls wasserdicht und in diesem Fall mit IP67 eingestuft ist das OPPO R15 Pro.

Bei Vivo, OnePlus und Realme sieht es sogar noch schlechter aus – keiner der drei Hersteller hat aktuell ein wasserdichtes Smartphone im Portfolio.

Xiaomi verzichtet auf Smartphones mit IP-Zertifizierung

Xiaomi Smartphones – selbst die Flaggschiff-Modelle – kommen allesamt ohne IP-Zertifizierung. Laut Hersteller sei der Grund dafür, dass selbst kleine Schäden, die durch den ganz normalen Gebraucht der Handys entstehen würden, zu einer “Aufweichung” der Wasserdichtigkeit führen würden. Man wolle den Kunden also keine Versprechungen machen, die man am Ende doch nicht langfristig einhalten könne.

Aktuelle Outdoor-Smartphones kommen alle mit IP68 oder höher

Während sich viele große Hersteller aus dem Outdoor-Segment mittlerweile raushalten, haben einige wenige chinesische Marken hier ihre Nische gefunden. Blackview, Ulefone, Doogee und co. veröffentlichen in relativ hoher Frequenz neue Outdoor-Smartphones in einem Preisbereich von 80€ bis knapp 400€ und bestücken alle diese Geräte mit einer IP68-Einstufung. Aufgrund der immer wieder neuen Geräte nennen wir an dieser Stelle keine einzelnen Modelle, sondern verweisen auf unsere Outdoor-Bestenliste und auf die Übersichtsseiten zu den Herstellern:

BlackviewCubotDoogeeOukitelUlefone

Zusammenfassung und unsere Einschätzung

Wasserdichte Smartphones bieten definitiv Vorteile und einem Handy mit entsprechender IP-Zertifizierung kann man sicherlich mehr Kontakt mit Wasser zutrauen als einem Handy ohne Einstufung. Dennoch ist auch eine IP67- oder IP68-Zertifizierung keine Garantie dafür, dass euer Handy einen Tauchgang überlebt. Gleichwohl ist es auch ein weit verbreiteter Irrtum, dass Handys ohne IP-Zertifizierung beim Kontakt mit Wasser in geringen Mengen (z.B. Regen) sofort Schäden erleiden würden.

So oder so gilt also: Vorsicht ist besser als Nachsicht. So reizvoll es sein mag, mit dem eigenen Smartphone schwimmen zu gehen – es nicht zu tun, ist wohl die langfristig sicherere Alternative.

Und zum Schluss auch noch einen sehr kritischen Blick auf wasserdichte Smartphones: Da die Verkaufszahlen für Smartphones nicht gerade stark ansteigen, suchen viele Hersteller nach neuen Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Die Reparatur wasserdichter Smartphones ist schlichtweg deutlich teurer und auch komplizierter als bei normalen Geräten. Für den Laien lassen sich Mittelklasse Geräte mit Leichtigkeit mit einem neuen Display (20€) versehen. Bei einem völlig verklebten wasserdichten Samsung, Apple oder Huawei Smartphone muss man 150-300€ Reparaturkosten einkalkulieren und der IP-Schutz gilt nicht für das gebrochene Display :). %name

Quellen


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Shorty2020
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Shorty2020

Realme 5 Pro und Realme 6 sind gegen kurzes Untertauchen dicht. Steht auch auf der Webseite und hab es beim 5 Pro persönlich unfreiwillig mehrmals getestet. Eine offizielle IP-Zertifizierung gibt es jedoch nicht.

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