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Xiaomi AX1800 Testbericht – der günstige WiFi 6 Router

Getestet von Max Drechsel am Preis-Leistungs-Tipp!
Vorteile
  • gewaltige Leistung und hohe Reichweite
  • WiFi 6
  • einfache Einrichtung
  • gute Verarbeitung
  • modernes Design
  • sehr gute App (überwiegend deutsch)
Nachteile
  • kein USB Anschluss
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Der AX3600, das ist ein Gerät für Nerds und Leute, die das absolute Optimum brauchen. Außerdem ist der Router mit seinen knapp 100 € recht teuer. Nun kommt mit dem Xiaomi AX1800 ein preisgünstigeres Modell. Circa 60€ will Xiaomi für den Wifi 6 Router haben, was ein unschlagbar niedriger Preis ist. Wie das Gerät im Detail aussieht und ob man einen Unterschied zwischen dem teuren und dem günstigen Router feststellen kann, erfahrt Ihr im Test.

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Xiaomi WIFI 6 Router AX1800 7

Klar, die Optik ist kein Kaufgrund für einen Router – zumindest reden wir uns das alle ein. Für die meisten darf er dann doch ruhig nach etwas aussehen. Xiaomi orientiert sich mit dem AX1800 am AC2100, baut also eher hoch statt breit. Ein Zylinder wird es diesmal zwar nicht ganz, dafür bekommt man einen Quader mit abgerundeten Kanten.

Das restliche Design lehnt sich stark an jenes vom AX3600 an. Der verwendete Kunststoff ist mattschwarz und fühlt sich griffig an. Wie schon der AX3600 wirkt der Router hochwertig und ist einwandfrei verarbeitet, obwohl es natürlich bei Plastik bleibt. Man will ja guten Empfang haben und Metall steht dem nunmal im Weg.

 Redmi AC2100Xiaomi AC2100Xiaomi AX3600Xiaomi AX1800
Prozessor:MT7621A MIPS Dual Core 880 MHz (4 Threads)MT7621A MIPS Dual Core 880 MHz (4 Threads)IPQ8071A 4-Core A53 1 GHz CPU (5 GHz) + Dual Core 1,7GHZ NPU (2,4 GHz)IPQ6000 4-Core A53 1,2 GHz CPU + 1 Core NPU 1,5 GHz
Speicher (ROM/RAM):128 / 128 MB128 / 128 MB256 / 512 MB128 / 256 MB
Höchtes W-LAN Protokoll:AC (867 Mbps)AC (867 Mbps)AX (2976 Mbps)AX (1775 Mbps)
Frequenzbänder:2,4-GHz-Band und 5-GHz-Band2,4-GHz-Band und 5-GHz-Band2,4-GHz-Band und 5-GHz-Band – theoretisch 6 GHz-Band2,4- GHz-Band und 5-GHz-Band – theoretisch 6 GHz-Band
Software:chinesischchinesischchinesischchinesisch
App:deutsch / englisch / chinesischdeutsch / englisch / chinesischdeutsch / englisch / chinesischDeutsch / englisch / chinesisch
LAN- Anschluss:3 x 10/100/1000 M LAN / 1 x 10/100/1000 M WAN3 x 10/100/1000 M LAN / 1 x 10/100/1000 M WAN3 x 10/100/1000 M LAN / 1 x 10/100/1000 M WAN3 x 10/100/1000 M LAN / 1 x 10/100/1000 M WAN
USB-Anschluss:Kein USBKein USBKein USBKein USB
Anzahl Antennen646 + 12

Xiaomi AX1800 Router Test Internet

Auf der Vorderseite haben wir die mittlerweile etablierten LEDs. Diese zeigen den Status des Systems an und ob eine aktive Internetverbindung besteht. Ist alles in Ordnung, leuchten sie in einem tiefen Blau, also nicht mehr türkis. Passt etwas nicht, wechselt die Farbe in einen kräftigen orangenen Farbton. Mir persönlich gefallen die neuen intensiveren Farben besser.

Kommen wir gleich noch zu den Anschlüssen. Xiaomi weicht nicht von Grundkonzept seiner Router ab. Vier LAN-Ports mit 1 GB/s kommen zum Einsatz, wobei einer als WAN ausgeführt ist. Dazu gibt es noch einen Stromanschluss und ein Reset-Loch.

Der Router misst 96,6 x 96,6 mm in der Breite. Hoch ist er ganze 22 cm. Jede Ecke ist mit Rillen ausgestattet, was in erster Linie wohl ein Designelement ist, angeblich aber für eine bessere Wärmeabgabe sorgen soll, die Kühlung bleibt insgesamt passiv. Die Antennen befinden sich aber an den zwei hinteren glatten Seiten des Routers. Was nur 2? Leider ja, Xiaomi spart hier gewaltig, es gibt es hier nur 2 Antennen, statt den 6 beim AX3600, dafür beherrschen beide das 2,4 und 5 GHz Netz.

Ebenfalls Einschnitte gegenüber dem AX3600 gibt es beim Speicher, der bei ROM und RAM halbiert wird. Dennoch soll der Router keine Probleme haben, bis zu 128 Geräte gleichzeitig zu verwalten.

Da wir hier einen Wi-Fi 6 Router haben, unterstützt dieser IEEE 802.11 a/b/g/n/ac/ax wie schon angesprochen im 2,4 und 5 GHz Netz. Theoretisch wäre in dieser Auflistung auch das 6 GHz Band als eigener Punkt zu finden, bisher ist dieses aber noch nicht freigegeben und nutzt noch die 5 GHz Frequenzen mit. Ein Modem fehlt übrigens auch beim AX1800, für die zwei Leute da draußen, die immer noch daran geglaubt haben. Es wird also nach wie vor ein vorgeschaltetes Modem benötigt.

Optisch macht der Xiaomi AX1800 eine gute Figur. Durch die eher schmale Bauweise dürfte er auch gut verstaubar sein. Gleichzeitig wirkt die Verarbeitung und das Material besser als beim AC2100. Leider ist er auf den ersten Blick gegenüber dem AX3600 stark beschnitten. Mal sehen, ob dieser Umstand für den normalen Gebrauch ins Gewicht fällt. Gerade die Beschneidung der Antennen könnte aber in Sachen Reichweite und Signalstärke größere Einbußen bringen. Dazu kommen wir gleich noch.

Lieferumfang des Xiaomi AX1800

Xiaomi WIFI 6 Router AX1800 1

Das Schema nach dem Xiaomi seine Verpackungen wählt, bleibt vorerst unverändert. Vorne ein Bild des Gadgets, in diesem Fall der Router, hinten gibt es Leistungsdaten und Details. Wer seinen Router importiert, wird hier nur chinesische Schriftzeichen vorfinden. Zudem wird der AX1800, wie schon die Geschwister, mit einem CN-Netzstecker geliefert. Wer den AX1800 betreiben will, muss also noch einen Adapter auf EU-Steckdosen mitbestellen.

-Netzteil mit Kabel (120 cm, 12V/2A, CN-Stecker)

-Ethernet Kabel (Cat 5e, ca 60cm)

-Quickstart Guide (chinesisch)

Einrichtung und App

Xiaomi WIFI 6 Router AX1800 2

Kein Modem für den AX1800 heißt keine direkte Internetverbindung. Es wird also zwingend ein Gerät mit Modem benötigt, welches zwischengeschaltet wird. Vom Modem geht dann, als eine Mögliche Verbindungsart, ein Ethernet Kabel in den WAN-Port des Routers, anschließend kann man diesen nach Wunsch konfigurieren.

Einrichtung über Website

Ihr könnt den Router über den WAN-Port mit eurem Modem verbinden und nach einer erfolgreich aufgebauten Verbindung über die IP 192.168.31.1 (einfach in die URL-Spalte des Browsers eingeben) die Konfigurationsseite des Xiaomi AX1800 aufrufen. Die Website ist nur in Chinesisch verfügbar. Chrome und seit neustem Microsoft Edge, haben einen eingebauten Übersetzer, mit dem man gut zurechtkommt. Wer sich in solchen Menüs auskennt, kann auch viel anhand der Bilder und des Aufbaus der Optionen herauslesen.

Zur Not gibt es noch die Möglichkeit über Google Lens die Optionen in Echtzeit zu übersetzen, was aber etwas fummelig ist.

Einrichtung über die App

Für viele vermutlich der einfachere Weg, ist die Einrichtung über die Mi-Wi-Fi App, mit der sich alle Router verbinden lassen. Die App ist mittlerweile fast vollständig ins Deutsche übersetzt und daher wesentlich leichter verständlich. Zudem erkennt die App den Router und führt dann durch eine rudimentäre Einrichtung.

Für die Einrichtung muss man kein IT-Spezialist sein. In der Standardkonfiguration wird nur der W-LAN Name und ein Passwort abgefragt. Zudem wird nach einem Admin Passwort als Zugang für die Weboberfläche gebeten.

Wer will, kann aber noch viel mehr einstellen. So ist es möglich, den Router nur als kabelgebundenen Repeater zu betreiben oder diesen ein eigenes Netz aufbauen zu lassen. Es ist auch möglich, den Router nur als W-LAN Verstärker zu verwenden. Neu hinzugekommen ist, dass der Router ein Mesh-Netzwerk aufbaut.

Für diejenigen von Euch, denen “Mesh” ein Fremdwort ist, hier Mal die Definition von Wikipedia: “Ein Mesh-WLAN (englisch mesh ‚ineinandergreifen, vermaschen‘) ist ein drahtloses lokales Netzwerk aus mehreren WLAN-Komponenten, das durch Verbindung und gemeinsame Steuerung der Komponenten (Basis und Satelliten) von den im „Mesh-Bereich“ befindlichen Endgeräten als ein einheitliches WLAN gesehen wird und einen möglichst flächendeckenden Empfang bei gleichbleibender Übertragungsgeschwindigkeit gewährleisten soll”.

Viele von euch haben beim AX3600 immer wieder nach der Mesh Funktionalität gefragt, leider hatte Xiaomi diese bis dato nicht angeboten. Der Xiaomi AX1800 beherrscht es nun gleich zu Beginn. Sollte die Funktion nicht vorhanden sein, dann könnt ihr einfach ein Update über die App ausführen.

In besagter App und auch auf der Oberfläche des Routers, lassen sich gezielte Einstellungen vornehmen, die beispielsweise die Firewall, DNS-Server oder VPN Zugang betreffen und dann auf alle Geräte angewandt werden. Bei Bedarf lassen sich auch Geschwindigkeitsgrenzen für bestimmte Geräte festlegen oder ein Gast-W-LAN einrichten. Alles wie gehabt also. Die Oberflächen der Router von Xiaomi und Redmi sind sich alle wirklich sehr ähnlich, fast identisch. Frei nach dem Motto: Kennste eine, kennste alle.

Das System läuft grundsätzlich sehr stabil. Bis auf einzelne nicht übersetzte Wörter ist auch die App leicht zu bedienen und man findest sich recht schnell zurecht, insbesondere dann, wenn man schon einmal einen Xiaomi Router hatte.

Übertragungsgeschwindigkeit und Features

Xiaomi AX1800 Router Test QC

Nach dem AX3600 ist der AX1800 der nächste Router von Xiaomi, der auf Wi-Fi 6 setzt. Übertragen wird dies bis auf weiteres über das 2,4 und 5 GHz Band. Dass Xiaomi beim AX1800 etwas abgespeckt hat, kam bereits einige Zeilen weiter oben zu Sprache.

Man setzt auf den IPQ6000 Prozessor, der mit vier Cortex A53 Kernen daher kommt. Die Kerne sind „identisch“ zum großen IPQ8071A, allerdings takten diese hier mit 1,2 GHz. Die NPU wird auf einen Kern beschnitten und leistet mit 1,5 GHz etwas weniger.

Dabei tritt die vermutlich größte Änderung zutage. Während beim AX3600 noch jede Antenne für 5 GHz ihren eigenen CPU Kern hatte und die 2,4 GHz Frequenzen sogar in zwei extra Antennen ausgelagert waren, müssen die beiden Module im AX1800 all diese Aufgaben übernehmen. Ob sich das in der Performance oder Signalstärke widerspiegelt ? Im 5GHz Netz eher nicht, im 2,4 GHz Netz ist der Xiaomi AX1800 ein paar dB schwächer, aber eigentlich sind die Unterschiede nicht der Rede Wert.

Die Screenshots zeigen Werte, die direkt neben den Routern entstanden sind. Aber das Verhältnis bleibt auch bestehen, wenn man sich innerhalb der Wohnung bewegt.

Wie auch der AX3600 unterstützt der AX1800 MU-MIMO und die neuere W-LAN Verschlüsselung WPA-3, hinzu kommt außerdem Beamforming und BSS colouring.Xiaomi WIFI 6 Router AX1800 App11

Durch den AX-Standard erhalten wir im W-LAN eine theoretische Übertragungsrate von 2976 Mbp/s, Xiaomi nutzt davon noch immer theoretische 1775 Mbp/s, was immer noch mehr als doppelt so viel wie mit Wi-Fi 5 wäre.

Ein Testeinsatz ist natürlich die W-LAN Verbindung ins Internet. Mit meiner 500/25er Leitung getestet, tritt zutage, dass man im Download keine Einbußen in dieser Leistungsklasse hinnehmen muss, der Upload aber etwas unter dem AX3600 liegt. Wiederholt gemessen schwanken die Werte beim AX1800 allerdings etwas mehr. In Ordnung ist ein Ping von 20 ms. Wenn dieser beim Spielen gehalten werden kann, sollten selbst etwas reaktionskritischere Games kein Problem sein. Mit IPerf habe ich auch einige Tests gemacht. Von Smartphone zu Smartphone waren hier 300 Mbp/s up- und download drin.

Mittlerweile jedes Mal zum Einsatz gekommen: der Bushaltestellen Test. Ca. 40 Meter von meiner Wohnung entfernt. Hier hat der AX1800 etwas das Nachsehen. Bei der Reichweite erreicht man nicht ganz die Werte des AX3600. Die Ausleuchtung ist mit dem großen Bruder etwas stabiler und auch der Datendurchsatz bei maximalen Entfernungen ist etwas höher. Insgesamt finde ich jedoch, dass der AX1800 sich mit seinen zwei Antennen sehr gut schlägt.

Für die Maximierung der Reichweite kommt insbesondere die Beamforming-Technik zum Einsatz, die quasi eine Fokussierung des Signals auf das Endgerät ermöglicht. Zusammen mit MIMO, das gleichzeitig mehrere Datenströme möglich macht, können auch auf maximale Distanz noch gute Datenströme erreicht werden.

Bleibt abschließend nur nochmal zu erwähnen: Wi-Fi 6 ist zurzeit noch ein zweischneidiges Schwert. Viele der neueren Smartphones ab 2019 unterstützen den Standard bereits, angezeigt durch eine kleine 6 neben dem Wi-Fi-Symbol, allerdings spürt man keinen Unterschied zur normalen 5 GHz Verbindung. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass Wi-Fi 6 bisher noch über die 5 GHz Bänder realisiert wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die meisten Heimnetze auch mit theoretischen 867 Mbit/s noch gut bedient sind, immerhin leisten auch die schon über 50 Megabyte pro Sekunde im Download und währen auch in der Lage diese und höhere Werte im Upload zu bieten.

Testergebnis

Getestet von
Max Drechsel

Wieder einmal eine starke Leistung. Man kann es nicht anders betiteln. Anders als der AX3600 wird für den Xiaomi AX1800 auch ein humaner Preis von ca. 60 € aufgerufen. Was die Rohdaten angeht, stellt der AX1800 die alte AC-Reihe schon jetzt in den Schatten. Zudem ist nun eine Mesh-Funktion inkludiert, die übrigens auch ihren Weg auf den AX3600 gefunden hat. Doch wer brauch den AX3600 wenn er zum selben Preis 2 x den AX1800 haben kann? Eine bessere Ausleuchtung wird man für das gleiche Geld kaum bekommen.

Einziger wirklicher Knackpunkt ist das nach wie vor fehlende Modem. Ein Router dieses Kalibers mit potentem Modem wäre eine Wucht. Trotzdem verbessert der Router gerade das W-LAN Netz deutlich. Auch im Vergleich zu hiesigen Produkten kann eine verbesserte Ausleuchtung und Signalstärke erreicht werden. Der “wall-penetration-Mode” macht’s auf Wunsch möglich.

Redmi hat mit dem AC2100 trotzdem noch den etwas günstigeren Router. Wer ein Wi-Fi 6 fähiges Smartphone hat, sollte den geringen Aufpreis jedoch zahlen und direkt zum AX1800 greifen, da ist man auf jeden Fall zukunftssicher und mit vielen Reserven aufgestellt, falls denn mal irgendwann der Breitbandausbau flächenmäßig ankommt :).

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Mak
Gast
Mak (@guest_68047)
20 Tage her

Ein paar Infos/Werte zum Stromverbrauch wären noch interessant

Michiii
Gast
Michiii (@guest_68041)
20 Tage her

Hab den Router seit zwei Wochen im Einsatz und er hat mein amplifi HD mesh System ersetzt.
Ich kann nur sagen er baut in der Wohnung (85m²) ein echt gutes Netz auf.
Geschwindigkeit ist auch super und auch in entfernten Schlafzimmer noch gut. Im Wohnzimmer wo er steht, schaffe ich mit meinem mi 10 pro um die 800/50mbps mit der 1000er vodafone Leitung. Schlafzimmer Immer noch ~150/50mbps .
Die Übergabe aller Geräte vom alten amplifi System hat auch super geklappt.

Also kann die Kiste nur jedem empfehlen der Bock auf günstiges wifi 6 hat