Die Ziele der Alibaba Group

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Alibaba Goup

Die Alibaba Group verfolgt zunächst klassische Ziele wie die Steigerung von Gewinn und Umsatz sowie die Steigerung des Unternehmenswertes und der Rendite für die Aktionäre. Allerdings lassen diese „harten Ziele“ kaum Rückschlüsse auf die strategische Vorgehensweise des Konzerns für zukünftige Geschäfte, Investitionen und Entwicklungen. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass das Unternehmen, ähnlich wie Google, sehr langfristige Ziele verfolgt. Dies hat Alibaba Gründer Jack Ma auch seinen künftigen Aktionären gesagt: Sie sollten bloß nicht erwarten, dass er sein Geschäft hinsichtlich kurzfristiger Gewinnziele ausrichte, so Ma.[1] Die näheren strategischen Ziele liegen in der Historie des Landes und des Unternehmens selbst begründet.

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„Enabler“ für E-Commerce in China

Durch die Pionierarbeit, welche die Alibaba Group in den ersten Jahren geleistet hat, wurde der Grundstein für den E-Commerce in der Volksrepublik erstmal gelegt. Für neue Geschäftsfelder und Unternehmensmodelle scheint es, als habe sich der Gründer stets an der sog. „Theory of Constraints“ orientiert. Denn, was nicht vorhanden ist, um weiter zu wachsen, wurde kurzerhand selbst entwickelt.

Um weiteres Wachstum im chinesischen Markt zu ermöglichen, müssen neue Kundenpotentiale erschlossen werden und diese liegen in den ländliche Regionen Chinas. Die Landbevölkerung also mit Smartphones und anderen Zugangsgeräten sowie mit Internet zu versorgen und damit erst in die Lage zu versetzen im E-Commerce teilzunehmen, muss ein wichtiges Ziel der Alibaba Group sein.

Vision des Gründers und CEO Jack Ma

Quelle: Jack Ma Yun - Annual Meeting of the New Champions Tianjin 2008

Quelle: Jack Ma Yun – Annual Meeting of the New Champions Tianjin 2008

Das Unternehmen wird von Gründer und CEO Jack Ma autoritär geführt, was dessen Aussagen über die Strategie und Ziele der Alibaba-Group zu guten Anhaltspunkten für zukünftige Entwicklungen macht. Laut Porter Erisman, einem ehemaligen Mitarbeiter, sei Ma kein Tyrann, wie Steve Jobs.[2] Die Mischung aus Risikobereitschaft und Geduld habe geholfen, Alibaba zu dem zu machen, was es heute ist. Erisman führt weiter aus, Jack Ma gelte bei seinen Mitarbeitern als Mann mit Bauchgefühl. Laut Rui Ma, Start-up-Investorin in Peking sei Ma, wie vielen chinesischen Unternehmern der ersten Generation, das Gefühl wichtiger als die nackten Zahlen. „Alibaba ist deshalb ein sehr chinesisches Unternehmen“ sagt sie.[3] Doch auch direkte Aussagen des Alleinherrschers lassen Rückschlüsse auf zukünftige Entscheidungen zu. Während des Events „WSJD Live“ hat Jack Ma in einem Interview mit dem Redakteur des Wall-Street-Journal, Dennis Berman tiefe Einblicke in seine Denkweise gegeben:

Auf die Frage eines Journalisten, worin sich Alibaba von anderen großen Unternehmen unterscheide, zog Ma einen Vergleich zum US-amerikanischen Handelsriesen Walmart: Dessen Anliegen sei es eher, mehr Artikel zu verkaufen, wohingegen Alibabas Anliegen eher sei, mehr Daten zu sammeln. Der Alibaba-CEO wörtlich: „Alibaba is a data company“. Er führte weiter aus, dass Daten das wertvollste Gut für die Zukunft kleiner Unternehmen seien: „Data is the most valuable asset in the future for small businesses.“ Alibabas übergeordnetes Ziel sei es demnach, möglichst viele Daten zu sammeln und diese in Form von Produkten und Services kleinen Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Laut Jack Ma ist Alibaba ein Ökosystem, das kleinen Unternehmen beim Wachsen helfen solle. In diesem Kontext erzählt er von Gesprächen mit Bankern in China und den USA und betont, wie wenige Banken Kredite an kleinere Unternehmen vergeben und diesen somit die Chance ein erfolgreiches Business aufzubauen verwehren. Hierzu passt auch die Ankündigung von Ant Credit, Kredite an kleine Unternehmen vergeben.[4]

Expansionspläne

Bei der Expansion in neue Märkte geht das Unternehmen äußerst besonnen vor und wird oft auch vom Erfolg selbst überrascht, wie beispielsweise beim Absatz von Produkten nach Russland. So ist das Angebot von Taobao genau auf die Bedürfnisse der chinesischen Konsumenten ausgerichtet. Über lange Zeit war diese Plattform nicht einmal ins Englische übersetzt und auch die Preise werden bis heute nur in der Landeswährung Yen angezeigt. Doch Taobao und AliExpress sind in Russland längst bekannt. AliExpress ist mit 15,9 Millionen Besuchern bereits die größte E-Commerce-Plattform nach Reichweite in Russland.[5] Seit 2012 können russische Käufer auf AliExpress über den russichen E-Payment-Marktführer QIWI (qiwi.com) einfach in ihrer Landeswährung bezahlen.[6]

Wie entscheidend die lokalen Unterschiede sein können, scheint dem Alibaba Gründer Ma sehr klar und bewusst zu sein. Seine Strategie im Wettbewerb mit Ebay, den die Alibaba Group für sich entscheiden konnte, beschrieb Ma 2005 laut einem Artikel im Focus[7] so: „Ebay mag ein Hai im Ozean sein, aber ich bin das Krokodil im Jangtse-Strom. Wenn wir im Ozean zum Kampf antreten, werden wir verlieren – aber wenn wir im Fluss kämpfen, werden wir gewinnen.“

Den ersten Schritt auf den US-Markt überließ er daher einem Team aus Einheimischen unter Führung des 11main CEOs Jeff Schlicht, der über eine lange Erfahrung im E-Commerce auf dem US-Amerikanischen Markt zurückgreifen kann. Zunächst als Entwickler und später als Gründer und CEO von Auctiva half er bereits 15 Jahre lang Unternehmen dabei, Waren über das Internet abzusetzen.[8]

Laut dem Forrester Analysten Kelland Willis sind chinesische Firmen den amerikanischen sehr ähnlich, denn diese werden sehr profitabel, indem sie ihren eigenen Markt bedienen. Zu bedenken gab er, dass nur sehr wenige chinesische Unternehmen den Sprung in den US-Markt gewagt haben und es bleibe abzuwarten, wie diese sich dort schlagen.[9]

Quellen

  • [1] Vgl. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fuenf-fakten-ueber-alibaba-ich-denke-sogar-an-die-arbeit-wenn-ich-auf-toilette-sitze-13141590.html abgerufen am 29.05.15
  • [2] Vgl. http://www.welt.de/wirtschaft/article127200039/Dieser-Ex-Lehrer-ist-der-Schreck-von-Amazon.html abgerufen am 29.05.15
  • [3] Vgl. http://www.welt.de/wirtschaft/article127200039/Dieser-Ex-Lehrer-ist-der-Schreck-von-Amazon.html abgerufen am 29.05.15
  • [4] Vgl. http://www.businesswire.com/news/home/20141016006098/de/#.VWj5fGA6GXF abgerufen am 30.05.15
  • [5] Vgl. http://www.ewdn.com/2014/09/09/chinas-aliexpress-breaches-russias-rankings/ abgerufen am 29.05.15
  • [6] Vgl. http://rt.com/business/alibaba-internet-china-russia-066/ abgerufen am 29.05.15
  • [7] http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/rekord-boersengang-10-fakten-die-sie-ueber-amazon-schreck-alibaba-wissen-sollten_id_4117769.html abgerufen am 29.05.15
  • [8] Vgl. https://11main.com/about abgerufen am 29.05.15
  • [9] Vgl. http://www.forbes.com/sites/ryanmac/2014/06/11/alibaba-launches-11-main-to-grow-u-s-presence-before-its-record-american-ipo/ abgerufen am 29.05.15

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