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Bang & Olufsen Beosound Level im Test

Getestet von Max Drechsel am
Vorteile
  • tadellose Verarbeitung
  • starke Höhen und Mitten, druckvoller Bass
  • mitgeliefertes USB-C-Kabel und Netzteil
  • gute Bedienbarkeit über Touch-Schaltflächen
  • Chromecast, AirPlay 2, Spotify Connect
  • leicht zu reparieren (Akku tausch)
  • nach Wahl mit integriertem Google Assistant
Nachteile
  • Echtholz nur bei teurerem Modell
  • Bluetooth 5.0 nur mit SBC (!)
  • gebündelte Abstrahlung, kein 360°-Klang
  • Höhen bei einigen Titeln unpräzise
  • App Einrichtung setzt zwingend Google Home voraus
  • Wandhalterung kostet extra
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Bang & Olufsen beehrt uns ein weiteres Mal mit einem Bluetooth Lautsprecher. Diesmal geht es um den Beosound Level und auch der reiht sich in die Riege der teuren Lärmmacher ein. Mindestens 1250€ will Bang & Olufsen von euch, solltet ihr euch für den Beosound Level entscheiden. Wir gehen heute der Frage nach, ob der Preis gerechtfertigt ist und ob sich ein Setup mit dem Beosound Level lohnt.

Willkommen in der ChinaHandys.net HiFi Corner! Heute mit meiner Wenigkeit – Max Drechsel. Du kennst mich vielleicht aus einer Vielzahl an Kopfhörer Beiträgen oder aus der True Wireless Bestenliste. Neben Smartphones und Computern im Allgemeinen ist Audio eine meiner größten Interessen und so schreibe ich nun hier im Namen von Meister Benjamin Kalt und bereichere den HiFi-Corner (hoffentlich) mit einem passenden Artikel.

Design & Verarbeitung

BO Beosound Level Test 1

Insgesamt bietet Bang & Olufsen den Beosound Level in vier Varianten an. Entscheiden muss man sich zwischen zwei Designs und der Frage, ob man den Google Assistant mit an Board haben will. Am Preis ändert der Verzicht auf das Feature nichts.

Schwerer fällt aber die Wahl der Farbe, denn mit der Farbe ändert sich auch zum Teil das Design grundlegend. Hinzu kommt ein saftiger Preisaufschlag. Entscheidet man sich für „Gold Tone – Light Oak“ erhält man, wie schon beim Emerge, den Beosound Level in hellen Farben und frontal wird ein schützender Eichenholzrahmen angebracht. Der Preis liegt dann bei 1499 €.

Entscheidet man sich stattdessen für „Natural – Dark Grey“ so erhält man einen Lautsprecher im klassischen Look, mit silbernen Aluelementen und einer dunklen Stoffabdeckung für die Treiber. Preispunkt 1250 €. Bei den Abmessungen sind die beiden Varianten mit 34,8 x 23 x 5,6 cm (B x H x T) identisch und wiegen jeweils 3,3 kg.

Lieferumfang des Bang & Olufsen Beosound Level

BO Beosound Level Test 9

Wie schon bei den anderen Modellen liegt dem Beosound Level eine mehrsprachige Bedienungsanleitung bei. Mit dabei ist auch ein Netzteiladapter, in welchen ein normaler USB-C Stecker passt. Dieser lässt sich magnetisch auf der Rückseite befestigen und ist dann drehbar. Passend dazu liegt natürlich ein USB-C auf -C Kabel und ein Netzteil bei.

Der Unterschied liegt im Design

Für den Beosound Level kommen eine Vielzahl von Materialien zum Einsatz. Neben einem Aluminiumrahmen, Rundstrickgewebe und Polymer, kommt im Fall der „Gold Tone – Light Oak“ Variante auch Eichenholz zum Einsatz. Doch dieses einzelne Element macht, zumindest auf den Produktbildern, viel vom Charme aus. Wir hatten im Test „Natural – Dark Grey“, was mitnichten plump wirkt, aber die Holzvertäfelung und die helle Farbgebung der „Light Oak“ Variante heben sich besser von der Masse an Bluetooth Lautsprechern ab.

BO Beosound Level Test 5

Hochwertig und elegant wirkt der Alurahmen dann doch, er sorgt mit 3,3 Kilogramm auch für das „nötige“ Gewicht, das einen Teil des Wertigkeitsgefühl ausmacht. Der Beosound Level ist tragbar und verfügt über einen Akku. Gesteuert wird das Gerät über diverse Touch-Buttons an der oberen Kante, die einzeln durch LEDs erleuchtet werden oder natürlich über die App am Smartphone. Wer will, kann auch eine Fernbedienung dazukaufen.

Ich habe schon kurz den Netzteilaufsatz thematisiert, der per Magnet an die Rückseite geklemmt wird. Somit lässt sich das Kabel um 360° drehen, ohne sich zu verdrehen oder abzuknicken. Nutzt man diesen Aufsatz, verschließt man sich jedoch vor den restlichen Anschlussmöglichkeiten, wozu eine RJ45-Buchse, ein weiterer Type-C Anschluss und ein Line-in Anschluss zählen.

Aufgestellt wird der Bang & Olufsen Beosound Level dem Anschein nach einfach direkt auf den Alurahmen. Tatsächlich gibt es natürlich kleine Gumminoppen als Standfüße. Durch die unscheinbare Auflage hält man sich die Option offen, den Beosound Level auch an die Wand zu hängen, die meisten werden das Gerät aber sicherlich irgendwo hinstellen.

Features & Konnektivität

Wie zu Beginn erwähnt und schon im Test zum Beosound Emerge erläutert, ist der Beosound Level mit und ohne Google Assistant erhältlich. Unabhängig davon funktioniert Chromecast, AirPlay 2, Spotify Connect und natürlich Bluetooth 5.0. Zusätzlich bietet der Level auch noch ein integriertes Internetradio. Von Beolink Multiroom ist nichts zu sehen, dafür lassen sich aber zwei Beosound Level als Stereo Setup zusammenschließen. Dabei kommt der LC3plus Codec des Frauenhofer Instituts zum Einsatz. Dieser ist besonders in Bezug auf Latenzen gut aufgestellt und ermöglicht mit 500 kbit/s pro Kanal auch eine hohe Bitrate.

Abseits davon kommt per Bluetooth aber nur mageres SBC zum Einsatz. Der Hersteller liefert also keinen hochauflösenden Codec wie aptX, LHDC oder LDAC. Nicht einmal AAC! Besonders perfid ist dies, da mit Bluetooth 5.0 ein aktueller Bluetooth-Standard vorhanden ist. Dem ahnungslosen Käufer wird somit suggeriert: “Ah, das Gerät hat auch einen aktuellen Bluetooth-Standard”. In Wirklichkeit hat sich der Hersteller aber die paar Euro an Lizenzgebühren für einen hochwertigen Codec gespart, was wesentlich wichtiger gewesen wäre als Bluetooth 5.0. Hier sieht man schon ganz deutlich, mit welcher Mentalität B&O ans Werk geht!

Einrichtung des Beosound Level

Für die Einrichtung des Beosound Level ist zwingend die Google Home App notwendig. Grundsätzlich ist diese einfach einzurichten, ich persönlich bin aber der Meinung, dass dies auch rein über die App von B&O möglich sein sollte und Google Home nur eine Ergänzung darstellt.

Abseits davon ist der Ablauf simpel. Speaker in Google Home registrieren, mit dem W-LAN koppeln, anschließend B&O App laden und dort ebenfalls nochmal hinzufügen, einem Raum zuweisen – fertig. Wer das wie ich zum ersten Mal macht, braucht auch nur unwesentlich länger als Benjamin mit seinen 3 Minuten.

Kernstück ist dann natürlich die B&O App. In dieser lassen sich Features wie die Active Room Compensation, ein Equalizer, anpassbare Klangprofile oder auch der Radiosender anpassen. Zudem lässt sich die Empfindlichkeit des Line-In-Eingangs anpassen oder eine Standardlautstärke auswählen. Fast identisch wie beim Beosound Emerge.

Features: Chromecast, Google Assistant & mehr

Wer einen Sprachassistenten verwenden will, ist beim Beosound Level richtig. Die Integration des Google Assistent ist einwandfrei. Wer will, kann per Voice Match, seine Stimme direkt als einzige valide Eingabe einstellen. Alle Mikrofone arbeiten zuverlässig und lassen sich auch von hohen Musiklautstärken nicht abschrecken. Die Chromecast Funktion reiht sich hier in die Liste der gut funktionierenden Features ein und auch mit verschiedenen Streamingdiensten hat der Beosound Level keine Probleme.

Spotify Connect oder AirPlay 2 musste ich, in Ermangelung eines passenden Gerätes oder Profils, links liegen lassen, dafür konnte ich natürlich Bluetooth und Kabel ausgiebig testen. Und hier gibt es wieder richtig Grund zur Kritik, denn trotz des üppigen Preispunktes, steht dem Beosound Level nur SBC als Codec zur Verfügung. AptX-HD oder gar LDAC werden nicht unterstützt. Doch selbst wenn diese zur Verfügung stünden, sollte man wohl besser auf eine kabelgebundene Variante setzen, da man sonst das System nicht vollständig ausreizt. Bei einem Gerät dieses Preises SBC als Bluetooth-Codec zu integrieren, ist schlichtweg eine bodenlose Frechheit. 

Beolink Multiroom

Beolink Multiroom wird vom Beosound Level unterstützt. Damit lässt sich der Speaker mit den meisten anderen Beosound Geräten koppeln. Diese können dann entweder verschiedene Aufgaben je nach Raumzuteilung übernehmen oder man legt eine gemeinsame Ausgabe für alle fest, um die ganze Wohnung zu beschallen. Beides hat seinen Reiz und wer das nötige Kleingeld für die ganzen Produkte hat, bekommt einen echten Mehrwert mit diesem Feature.

Sound & Abstimmung des Bang & Olufsen Beosound Level

Design und Konnektivität konnten bis hierhin überzeugen, doch im Kern sind das nur Spielereien. Wirklich wichtig ist, ob der Beosound Level für 1250€ auch im Audiobereich abliefert. Wie auch der Emerge verbirgt sich hinter der noch umgänglichen Größe des Gerätes ein ziemlich fähiger Klangerzeuger. Insbesondere der Bass konnte überraschen und auch überzeugen. Kräftig und präzise drückt dieser in den Raum. Und auch ansonsten stimmt die grundsätzliche Abmischung. Mitten und Höhen bleiben nicht zurück und kommen auf ihre Kosten. Dabei muss man sich nicht auf niedrige Lautstärken beschränken, sondern kann das Gerät auch mal lauter aufdrehen. Erst bei den letzten 10-15 % verlangt der Level aber nach einwandfreiem Material, da sich sonst Artefakte in der Ausgabe bilden können.

BO Beosound Level Test 11

Auch hier wird die Ähnlichkeit zum Emerge sichtbar. Ähnliches Klangbild, ähnliche Stärken, aber auch die gleichen Schwächen zeichnen sich ab. Einen Vorteil hat der Beosound Level aber gegenüber dem Emerge, er ist stabiler. Bevor der Level anfängt mitzuschwingen, muss einiges passieren. Der massive Alurahmen bewegt sich kein Stück, trotzdem bleibt der Eindruck, dass maximale Lautstärken nicht die Stärke der Treiber sind.

Hört man aber in handelsüblichen Lautstärken Musik, bekommt man von alldem nichts mit. Ein kleines Geschmäckle bleibt jedoch. Grundsätzlich ist der Beosound Level als tragbarer Lautsprecher konzipiert. Ihr sollt für die Beschallung auf einer Party sorgen, kein Problem. Level eingepackt und selbst ohne Stromanschluss reicht die Leistung für einige Stunden. Aber genau für solche Events, bei denen das Gerät bis ins Letzte ausgereizt wird, fehlt auf den letzten Metern die Puste.

Diese Empfindung steht dabei in starkem Kontrast zur ansonsten tadellosen Wiedergabe. Spaßig, ja aber mit einem gewissen Hang zur Perfektion. Wenn der Beosound Level einen Titel abspielt, dann tut der Lautsprecher das mit vollem Einsatz und lässt es nicht nur vor sich hinplätschern. Dazu gehört auch, dass sich verschiedene Elemente ordentlich separieren lassen und ein Hauch Analytik in der ansonsten eher „partylastigen“ Abmischung wiederfinden.

Außerdem sei erwähnt, dass auch der Bang & Olufsen Beosound Level nur in eine Richtung abstrahlt. Ein größer angelegte Ausgangsfläche sorgt für mehr Breite, die im Raum zur Verfügung steht, aber man sollte den Level schon möglichst am Rand oder in einer Ecke aufstellen, damit überall das gleiche Ergebnis erzielt wird.

Ein paar Beispielsongs…

BO Beosound Level Test 2

Wir wissen, dass es schwierig ist, verschiedene Songs über mehrere Testgeräte miteinander zu vergleichen, trotzdem bleiben wir bei einer eher unterschiedlichen Songauswahl, da auch wir die Lieder in- und auswendig kennen müssen, um die Details und Unterschiede herauszuhören. Das funktioniert nur, wenn man Titel wählt, die man selbst oft und gerne hört. Letztlich geht es auch darum, seine Lieblingsmusik in der bestmöglichen Qualität zu genießen.

Während Maestro Benjamin ein wenig mit seinem neuen Google Pixel 6 Pro angibt, greife ich wieder zu meinem Nubia Red Magic 5G. Neben der Tidal-App für Android setze ich ganz gerne auch auf die „klassische“ Variante, bei der sich die Titel direkt als Datei auf meinem Smartphone befinden – also kein Streaming. Equalizer und andere Klangver(schlimm)besserer bleiben deaktiviert.

Pop

Für mich das wohl am stiefmütterlichsten behandelte Genre, trotzdem gibt es ein paar Titel, die mir besonders aufgefallen sind. Zum einen wäre da FAKY mit Candy. Eine typische J-Popband. Normalerweise mit deutlich ruhigeren Liedern zu denen Candy einen Kontrast bildet. Tiefe Bässe, hohe Damenstimmen und rhythmische Beats dazwischen. Hier fühlt sich der Beosound Level sehr wohl. Eine Abtrennung der Tonebenen gelingt perfekt. Die Bässe sitzen und es gibt keine Passage, in der geschludert wird.

Wo wäre der Pop heute ohne den King? Und vor allem, welchen Titel wählt man? Heute soll es Beat It sein. Besticht der Titel doch durch sehr klar abgegrenzte Töne und den für Popsongs recht komplexen Aufbau, der von Jacksons Stimme geleitet wird. Zwar klingt der Titel insgesamt ausgezeichnet, trotzdem merkt man, dass die Übergänge der einzelnen Elemente nicht hundertprozentig sauber ineinander übergehen. Richtig gut kann sich das Gitarrensolo in der Mitte des Tracks hervorheben.

Wer hätte gedacht, dass man ein klassisches Instrument, wie eine Geige, mit einer (damals) Neuerscheinung wie Dubstep kombinieren kann? Lindsey Stirling hat sich daran versucht und man möchte meinen sie hat Erfolg damit gehabt. Stars Align ist hierbei nochmal eine Ausnahme, denn es kommt eine leichte Art von Gesang hinzu. Der Fokus liegt aber deutlich auf dem Dubstep und natürlich der Geige, die hier überwiegend in tieferen Tonlagen zum Einsatz kommt. Die Schwierigkeit besteht eindeutig darin, gleichzeitig die spitzen Auflösungen der Höhen zu treffen, während kontinuierlich ein tiefes Bassspektrum vorgegeben wird. Glücklicherweise kann der Beosound Level diese Aufgabe hervorragend erfüllen und muss durch die nicht ganz so hochtonigen Einlagen auch keine Abstriche in der Präzision hinnehmen.

Rock

Wir driften mal komplett in eine Nische ab, die sicher kaum jemand verlangt hat, die aber optimal funktioniert. Mongolischer Gesang von The HU (nicht zu verwechseln mit The Who), kombiniert traditionelle Instrumente und E-Gitarren. In Wolf Totem (Feat Papa Roach) erhalten wir das Beste aus beiden Welten. Auf der einen Seite muss der Beosund Level die ziependen Klänge einer Pferdekopfgeige darstellen, gleichzeitig donnernde Trommeln abbilden, während auf der anderen Seite die tiefen Stimmen der Sänger mit den Klängen der E-Gitarren harmonieren. Besonders im mittleren Tonbereich überzeugt die Darstellung. Die Höhen könnten etwas genauer und spitzer sein, trotzdem gefällt das Ensemble.

Wir kehren zurück nach Japan, natürlich kommt hier nun kein J-Pop zum Einsatz, stattdessen legen wir Fighting Dreamers von Flow in der 15th Anniversary Edition auf. Einwandfrei bildet der Beosound Level den leichten Hall ab, der im kompletten Lied mitschwingt. Das E-Gitarrensolo ab der Hälfte entfaltet seine ganze Kraft und auch die Stimmen der verschiedenen Synchronsprecher, die folgend einen Auftritt haben, können trotz der sehr unterschiedlichen Stimmlagen überzeugen. Der Titel nimmt nach der Passage an Fahrt auf und auch hier bleibt die Ausgabe sauber, obwohl sehr viel passiert, es viele Stimmen gibt und gleichzeitig der Schlagzeuger alles gibt.

Fast schon einen Klassiker gibt es zum Abschluss der Rubrik von Tenacious D. In Belzeboss herrscht eine schöne Dynamik zwischen sanften Akustikgitarrenklängen von Jack Black und den metal-lastigen Passagen des Teufels. Nicht nur muss der Beosound Level immer wieder die Feinheiten der Akustikgitarre abbilden, sondern Sekunden später die volle Leistung des Setups ausfahren, wenn El Diablo loslegt. Der Gesang ist sicher nicht besonders außergewöhnlich, fügt sich aber gut ins Gesamtbild ein. Rock scheint dem Beosound Level also zu liegen, hat aber bei besonders extravaganten Anforderungen wieder das Problem mit den Höhen.

Orchester

Besonders bei orchestraler Musik bin ich zu Hause. Da kommen wir auch direkt zu Raiders March von John Williams. Wer kennt die Fanfare nicht, zu der Indiana Jones seine Peitsche schwingt. B&O zaubern mit dem Beosound Level eine großartige Klangkulisse auf die Ohren. Besonders der Bass, der durch voluminös klingende Pauken zustande kommt, bringt die Luft präzise zum Schwingen. Aber auch der Rest des Stücks wird dynamisch wieder gegeben und kann bei den wenigen komplizierten Stellen überzeugen. Bei diesem Titel kommt der Level auch ausgezeichnet mit den Hochtoneinlagen zurecht.

Weiter geht es mit The Battle oft the Pelenor Fields von Howard Shore. Wem die Szene in dem Herrn der Ringe schon Gänsehaut auf den Rücken zaubert, wird hier auch rein durch die Musik an die großartigen Bilder erinnert. Ähnlich wie in Raiders of the lost ark wird der Dynamikanteil hochgehalten, der Bass ist in der Szene zu Beginn nicht so präsent, nimmt dann aber Fahrt auf, je näher der Höhepunkt rückt. Hörner, Geigen und Harfen spielen ihre Stärken voll aus, als könnten sie von den Reserven zehren, die irgendwo im Inneren des Beosound Level schlummern. Wenn dann die Trommeln einsetzen und das Bild im Kopf auf den fulminanten Sturmangriff schwenkt, kann man förmlich die Hufe der Pferde hören. Der Beosound Level transportiert diesen Mix aus Höhen und Tiefen und den verschiedenen Emotionen sehr gut, kämpft aber an einigen kurzen Passagen mit der hohen Komplexität.

Zu guter Letzt, weil ja Weihnachten vor der Tür steht, habe ich das Christmas Medley von Two Steps from Hell auserkoren. Hier werden verschiedene Weihnachtslieder angeschnitten und mit fließenden Übergängen ineinander verwoben. Dabei wird das Ganze von einem Orchester samt Chor unterlegt. Für den Level heißt das viel Arbeit. Zwar wird durch den „epischen“ Touch auch der Tieftonbereich bedient, im Fokus stehen mit Glöckchen und gezupften Geigen jedoch die Höhen. Während die erste Passage noch unaufgeregt verläuft, merkt man dem Beosound bei dem einsetzenden Chor wieder die leichte Schwäche im Hochtonbereich an, wenn die Lautstärke ebenfalls recht hoch gewählt wird. Bei besonders weit aufgedrehtem Lautstärkeregler ist der Gesang selbst dann nicht mehr gut zu verstehen.

Cradle to Cradle

BO Beosound Level Test Craddle to Craddle

Ein lobenswerter Ansatz soll beim B&O Beosound Level nicht vergessen werden, das Cradle to Cradle Zertifikat. Alte Hasen werden bei den folgenden Zeilen mit einem “das hatten wir früher auch alles, ohne Zertifikat” abwinken, aber in der heutigen Zeit scheint es so, als brauchte man einen Anreiz.

Heruntergebrochen geht es bei Cradle to Cradle im Prinzip darum, die Geräte modular und reparierbar aufzubauen mit Blick auf die Umwelt und dem gesamten Produktkreislauf. Mit anderen Worten: Der Beosound Level lässt sich relativ einfach in all seine Bestandteile zerlegen. Einzelne Elemente können dann getauscht oder theoretisch auch geupgradet werden. Das Zertifikat geht noch einen Schritt weiter, so sollen die ausgetauschten Teile nicht nur recyclebar sein, sondern nach Möglichkeit von vornherein für einen weiteren Zweck einsetzbar gehalten werden. Die Eckpfeiler, nach denen das Zertifikat auch eingestuft wird, lauten:

  • Materialgesundheit
  • Kreislauffähigkeit
  • (Einsatz) erneuerbare Energien
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser
  • Soziale Gerechtigkeit

Je nachdem wie viele dieser Eigenschaften man erfüllt bekommt, erhält man eine Einstufung von Basic bis Platin. Der Beosound Level erreicht Bronze Status. Dieser kommt durch die Erfüllung von “Kreislauffähigkeit” und “Materialgesundheit” zustande.

Ich finde, allein die einfache Möglichkeit zur Reparatur und der mehrfache Hinweis, dass der Akku leicht zu tauschen sei, ist eine gute Sache und kann gerne auf mehr Geräte übergreifen. Ob Bang & Olufsen aber, wie auf der Website beschrieben, neue Technik für den Beosound Level zu Verfügung stellt, die dann eigenhändig eingebaut werden kann oder ob es neue Designs gibt, mit denen der Level ausgestattet werden kann, bleibt abzuwarten.

Testergebnis

Getestet von
Max Drechsel

Bang & Olufsen wollen viel Geld für einen Speaker von euch, der wahrlich nicht perfekt ist. Es gibt Schwächen im Sound, auch wenn diese nicht gravierend ausfallen. Des Weiteren ist die gezwungene App Anbindung an Google Home nicht 100 % nachvollziehbar. Zudem kann man Hi-Fi Klang schlichtweg vergessen, wenn man das Gerät per Bluetooth verwendet, da dann der alte SBC-Codec zum Einsatz kommt. Hier hat der Hersteller bei seinem über 1000 Euro teuren Gerät einfach mal ein paar Euro eingespart und keinen höherwertigen, lizenzpflichtigen Codec wie aptX oder LHDC integriert. Schön doof, wer darauf reinfällt. Insbesondere im Hinblick auf einen “tragbaren” Lautsprecher sind die fehlenden Codecs eigentlich nicht tragbar.

Abseits der Schnitzer ist der Beosound Level ein guter Lautsprecher, der die meisten Titel mit Bravour meistert und ordentlich Reserven für mehr hat. Auch das Design ist ansprechend. Wer seine Wohnung nach und nach smart gestalten will, ist beim Beosound Level generell gut aufgehoben, denn die Features sind integriert und die Software wird durch regelmäßige Updates aktuell gehalten. Auch beim Sound kann der Lautsprecher überzeugen, wenn vielleicht auch nicht in jeder Situation.

Viele kleinere Smart Speaker unter anderem den Beosound Emerge sticht der Beosound Level aus. Aber für 1250 oder 1499 € bekommt man auch schon hervorragende Anlagen, die hauptsächlich ein breiteres Spektrum liefern können. Wer auf die Marke steht und darüber hinwegsehen kann, dass der tragbare Lautsprecher über Bluetooth sein Potenzial nicht entfalten kann, könnte hier eventuell ein passendes Gerät finden.


Gesamtwertung
75%
Design & Verarbeitung
85 %
Features & Konnektivität
60 %
Sound & Abstimmung
80 %

Preisvergleich

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kreasy
Gast
kreasy (@guest_83734)
6 Monate her

die fixierung auf Bang & Olufsen produkte auf einer schnäppchen-site wirkt langsam läppisch

Joschbo
Autor
Team
Joscha (@joschbo)
6 Monate her
Antwort an  kreasy

Hey… In der Hi-Fi Corner erscheinen 2 bis 3 Artikel im Monat. Das ist im Vergleich zu unseren sonstigen News und Tests absolut vernachlässigbar. Benjamin und Max schreiben die Artikel übrigens schlichtweg, weil sie Spaß daran haben, mal über den Tellerrand zu schauen. Das kann nie schaden! Wenn dir die Tests nicht gefallen, musst Du sie übrigens auch nicht lesen ?. Liebe Grüße

kreasy
Gast
kreasy (@guest_84121)
5 Monate her
Antwort an  Joscha

ja, feine tests eigentlich … aber doch die frage , wieso zwei drittel aller hifi-test über B&O + B&W sind ? lieber gruss auch 😉

Cince
Mitglied
Mitglied
Cince (@cince)
6 Monate her

Ein Bluetooth Lautsprecher für 1250€…das muss ich persönlich erstmal sacken lassen, was B&O da summa summarum verlangt. Zumal hier im Test auch einige Schwächen aufgezeigt worden sind – für mich bei einem 1250€ Speaker eher amüsant.

Für das Geld hat man reichlich qualitativ hochwertige Konkurrenten, wo man unbedingt vorbei schauen MUSS z.B. Teufel, Nubert oder auch Samsung (hier Stichwort: Soundbar)

Letzte Änderung 6 Monate her von Cince
Epon Ra
Gast
Epon Ra (@guest_83712)
6 Monate her
Antwort an  Cince

Leider ist der Test nicht korrekt. Die BeoSound Level ist kein Bluetooth Lautsprecher, sondern wird beworben als WLAN Lautsprecher. Und das ist er auch. Einmal als Multiroomlautsprecher im B&O eigenen System, oder als AirPlay 2 Lautsprecher, oder als Chromecast Lautsprecher, oder Spotify Connect “Client” (wenn man denn so will). Ausserdem natürlich standalone als Radio; hierzu kann man klassisch einige (ausschließlich Internet-) Radiosender als Favoriten hinterlegen, und direkt per Favoritentaste auf dem Gerät anwählen. Braucht man kein Handy für, er muss nur im WLAN sein. Bluetooth ist nur ein Nebenprodukt hier. Hat er auch, punkt. Den Ton kann man im übrigen… Weiterlesen »

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