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ENGWE Engine X Klapprad mit Fettreifen im Test

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • exzellente Reichweite (80-100)
  • klappbar
  • kinderleichter Aufbau
  • Lieferung zur Haustür
  • voll gefedert
  • hoher Farhkomfort (auch im Gelände)
  • bis 150kg geeignet
Nachteile
  • kein Vor-Ort Service
  • Position des Schlüssels
  • heftiger Aufpreis gegenüber Engwe EP-2 Pro
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Das ENGWE Engine X ist eine StVZO konforme Version des 45 km/h schnellen EP-2 Pro, das Jens bereits letztes Jahr für euch unter die Lupe genommen hat. Wer also legal und zweifelsohne auch sicherer auf deutschen Straßen unterwegs sein will, der sollte sich das Engine X definitiv genauer anschauen. Das klappbare Fahrrad macht mit seinen riesigen Fettreifen, zwei Federsystemen und Chopper-Aufbau die Fortbewegung nicht nur sehr bequem, sondern hält mit 624 Wh Akku auch noch richtig lange durch. Zum Transport kann man das Bike blitzschnell zusammenklappen, man sollte aber kein so kleines Paket wie beim ADO A20+ (Zum Test) erwarten. Ich habe mich in den letzten Wochen mit dem Engine X von A nach B bewegt und im Test findet ihr heraus, ob es mich überzeugen konnte.

ENGWE Ebike 2

Lieferung und Aufbau – Engwe Engine X

Das Engwe Engine X wird in einem fast 40 Kilogramm schweren Paket geliefert und nur das Fahrrad alleine wiegt bereits 35kg. Das Paket selbst misst 140 x 73 x 31 Zentimeter und ist somit eher kompakt im Vergleich zu einem normalen Fahrrad in Paketform. Dabei ist das Engine X bei Lieferung gar nicht zusammengeklappt, sondern einfach nur das Vorderrad, der Sattel und die Lenkstange samt Vorbau liegen abmontiert im Paket. Alles ist sicher mit Kabelbindern fixiert und mit Styropor bzw. dicker Folio geschützt. Das gesamte Verpackungsmaterial für das Fahrrad füllt etwa einen Gelben Sack. An der Lieferung und der Sicherung des E-Bikes habe ich nichts auszusetzen.

Leider war bei uns kein Werkzeug mit im Paket. Immerhin benötigt man für den Aufbau lediglich ein paar Schraubenschlüssel und Inbusschlüssel. Das sollte sich in jedem Haushalt finden lassen. Folgendes müsst ihr dann erledigen:

ENGWE Ebike 96

  • Vorderrad montieren
  • Vorbau installieren und Lenkstange ausrichten (Beim Vorbau auf die richtige Neigung achten)
  • Schutzblech für das Vorderrad anbringen
  • Pedale anbringen
  • Sattel einschieben
  • Die Vorderrad-Bremse sollte eingestellt werden.

Die Bedienungsanleitung ist nicht wirklich hilfreich und mit zu wenigen Bilder versehen. Wenn ihr Probleme habt, dann schau euch am besten ein YouTube Video zum Aufbau an. Der Zusammenbau ist aber definitiv kein Hexenwerk und ich habe alles in etwa 30 Minuten erledigt. Der Akku ist bereits im Inneren des Fahrrads montiert und die Schlüssel hängen am Lenker. Ein EU-Ladestecker ist natürlich auch noch mit dabei.

Zum Schluss habe ich noch die Reifen aufgepumpt und die vordere Bremse eingestellt. Nach der ersten Testfahrt musste ich allerdings feststellen, dass auch die hintere Bremse noch eingestellt werden muss. Wenn ihr das noch nie gemacht habt, dann schaut euch einfach dieses astreine Youtube Video an, dann ist bekommt ihr das definitiv hin. Engwe macht sich übrigens nicht mal die Mühe, den Gashebel für die EU-Version abzumontieren, sondern der ist einfach nur deaktiviert. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann baut das Teil besser ab. Ein übermotivierter Polizist könnte euch da vielleicht “Manipulation” unterstellen.

Sicherheit und Zulassung

Bei den Sicherheitsaspekten geht es mir eher um euch und nicht um irgendwelche Vorschriften. Also ihr solltet auch auf dem Engwe Engine X euren Helm nicht vergessen. Bis auf die beiden Reflektoren in den Reifen erfüllt das Engwe Engine X alle Anforderungen an ein verkehrssicheres E-Bike. Pro Rad sind eigentlich zwei Speichenrückstrahler vorgeschrieben, das Engwe Engine X hat hingegen nur einen. Dafür bekommt ihr aber ein ausgesprochen helles Vorder- und Rücklicht in Weiß respektive Rot mit zugehörigem Rückstrahler. Wenn ihr eine Bremse betätigt, wird die Leuchtkraft des Rücklichts sogar noch verstärkt. Zwei unabhängige, mechanische Scheibenbremsen sind ebenfalls verbaut und unterbrechen sofort den Elektromotor bei Betätigung. Jeweils zwei gelbe Rückstrahler sind an den Pedalen angebracht und auch an die Klingel hat Engwe gedacht. Letztgenannte ist allerdings richtig billig.  Bis auf den zweiten Speichenrückstrahler gibt es beim Thema Sicherheit nichts auszusetzen.

Die Einordnung als normales Fahrrad erhält das Engine X durch folgende Anpassungen. Das Elektro-Fahrrad ist CE zertifiziert, die Motorleistung auf 250W begrenzt und die Unterstützung findet nur statt, wenn man auch pedaliert.

Videotest des Engwe Engine X

Das Video wurde mit einem Xiaomi Mi 11 Ultra (4K / 30 FPS) in einem Zhiyun Smooth X Gimbal und dem Saramonic Blink 500 Pro Mikrofon aufgezeichnet.

Praxistest und Fahrverhalten

Starten wir wie immer mit den Spezifikationen, die der Hersteller für das Fahrrad bereitstellt. Die mächtigen 20 x 4 Zoll Reifen schinden umgehend Eindruck und der gesamte Aluminiumrahmen des Engwe Engine X ist hochwertig lackiert. Fehler oder Ungenauigkeiten konnte ich fast keine finden und Transportschäden hatte ich auch keine zu bemängeln. Das Engine X ist trotz des Gewichts von 35 Kilogramm und den wuchtigen Abmessungen von 167 (Länge) x 130 (maximale Höhe Lenker) x 120 (maximale Höhe Sattel) Zentimeter ein Klapp-E-Bike und lässt sich in wenigen Sekunden auf autotaugliche 76 x 66 x 35 cm zusammenklappen. Mit einem maximalen Gewicht von 150 Kilogramm (inklusive Beladung auf dem Gepäckträger) ist das Engine X auch für schwere Personen gut geeignet. Eine Schiebehilfe gibt es leider nicht und an Treppen wird das schwere E-Bike definitiv zu Problemen führen.

Zudem verfügt das E-Bike über zwei mechanische 160mm Scheibenbremsen von Wuxxing und die bekannte 7-Gang-Schaltung von Shimano. Die Schaltung erfüllt ihren Zweck, aber begrenzt die maximale Geschwindigkeit wie immer auf knapp 23 km/h. Wobei die Übersetzung hier sogar etwas besser ist, als bei Eskute Fahrrädern. Ab 23 km/h muss man dann unangenehm schnell treten. Das Engine X ist für Personen bis 1,95m geeignet und ich musste mit meinen 1,87m die Sattelhöhe nicht voll ausnutzen. Die Rahmenhöhe beträgt dabei gerade mal 45cm, was für ein Klappfahrrad allerdings nicht ungewöhnlich ist. Zum Boden hin gemessen kann der Sattel auf eine Höhe von 1,20m eingestellt werden, was tatsächlich für Personen um die 1,95m ausreichen sollte. Auch die Höhe des Lenkers kann von 1,20m auf 1,30m erhöht werden.

Das Engwe Engine X ist voll gefedert und die vordere Gabel besitzt sogar einen Lockout. Damit kann man die vordere Federung komplett deaktivieren. Die Federgabel macht des Weiteren einen stabilen Eindruck. Gleiches gilt für die hintere Federung. Im Test des EP-2 Pro hatte Jens die Größe der Federgabel und die kleinen Bremsen zu bemängeln. Beides kann ich beim zugelassenen Engine X mit maximal 30 km/h bergab nicht wirklich nachvollziehen. Die Federung schlägt nicht durch und lässt sich sogar komplett deaktivieren. Auch die Bremswirkung war zu jeder Zeit zuverlässig und unterbricht sofort die Stromversorgung. Das Modell von Jens hatte allerdings hinten noch keine Federung. Das Engwe Engine X ist jedenfalls das bequemste Fahrrad, das ich jemals genutzt habe. Die Kombination aus riesigen Reifen und zwei Federungen ist einfach purer Luxus.

Ohne Schlüssel geht auch bei Engwe nichts und dieser wird von unten an einer denkbar ungünstigen Position eingesteckt und gedreht.

Displayeinstellungen

Engwe Engine X Displayeinstellungen

Das Display zeigt viele Daten an und hat zwei Helligkeitsstufen. Ihr könnt hier natürlich mit YouTube-Videos dran herumspielen (tunen), aber verliert im Umkehrschluss auch eure “Zulassung”. Die normalen Einstellungen können durch die Fernsteuerung links am Lenker einfach mit dem Daumen getätigt werden. Hier lässt sich der Bordcomputer einschalten. Voraussetzung ist natürlich ein eingesteckter und gedrehter Schlüssel. Anschließend könnt ihr das Licht aktivieren, was umgehend mit einem Abdunkeln des Displays einhergeht. Bei Tag ist das Display ausreichend gut ablesbar. Ansonsten könnt ihr mit einer weiteren Taste durch eure Fahrdaten navigieren und sieht durchgehend die Geschwindigkeit. Mit “Plus” und “Minus” wechselt ihr blitzschnell zwischen den 5 Unterstützungsstufen.

Fahrverhalten des Engwe Engine X in der Praxis

Der 250W starke Motor wird von einem großen 624 Wh Akku versorgt und schiebt euch mit maximal 55 Nm Drehmoment mit sportlichem Hinterradantrieb nach vorn. Je nach Unterstützungsstufe beim Start geht es durchaus ruppig zur Sache, wobei Stufe 1 etwas schwächer unterstützt und auch für Wendemanöver geeignet ist. Dennoch: Anfänger sollten hier vorsichtig sein und ggf. zunächst mit Stufe 0 (also ohne Unterstützung) starke Kurven fahren. Es gibt hier keinen Drehmomentsensor und das reine Bewegen der Pedale reicht aus, um die Motorunterstützung in der gewählten Stufe abzurufen. Man kann also auch dauerhaft 25 km/h fahren, indem man einfach ohne Widerstand die Pedale rotiert. Das Engwe Engine X ist in puncto Verzögerung super eingestellt und mit Stufe 3 fühlt es sich bis 23 km/h noch so an, als würde man Fahrradfahren, da auch diese Stufe nur bis 20km/h unterstützt. Wie immer ist bei 21-23 km/h gefühlt die maximale Geschwindigkeit erreicht, da die Trittfrequenz sonst zu hoch wird. Genau wie auch schon beim ADO Klappfahrrad ist die Unterstützung der einzelnen Stufen einfach bis zu einer gewissen Geschwindigkeit gegeben:

ENGWE Ebike 8

  • Stufe 1 unterstützt bis 10 km/h
  • Stufe 2 unterstützt bis 15 km/h
  • Stufe 3 unterstützt bis 20 km/h
  • Stufe 4 unterstützt bis 25 km/h
  • Stufe 5 unterstützt bis 25 km/h

Sobald die Unterstützung sich aktiviert, merkt man das deutlich und auch wenn man aufhört zu pedalieren, zieht der Motor noch spürbar nach. Das System kann man während der Fahrt einfach mit dem Daumen steuern und muss keine Hand vom Lenker nehmen. Gestört hat mich beim Fahren zu Beginn der Chopper ähnliche Sitz auf dem E-Bike, aber das war nach wenigen Tagen verflogen und die spezielle Sitzposition ist durchaus angenehm. Dass die Griffe am Lenker mit etwas Kraftaufwand mitdrehen, sollte allerdings nicht der Fall sein. Ansonsten ist der Fahrkomfort einfach richtig hoch. Die Federung und die fetten Reifen sorgen auch für angenehme Fahrten auf Feldwegen und im Gelände. Die Bremswirkung und die Stabilität des Engwe Engine X hat mich zu jeder Zeit voll zufriedengestellt. Dass Jens diese beiden Punkte bemängelt, ist mir irgendwie auch klar, da man mit dem EP-2 Pro auch 40 km/h fährt. Das ist hier eben nicht der Fall. Dennoch schiebt euch auch die zugelassene Version in Form des Engine X stets zuverlässig nach vorn oder Berge nach oben. Nur eben mit gemütlichen 20 km/h.

Reichweite und Laden

Durch den wirklich großen 624 Wattstunden Li-Ion-Akku sind mit dem Engine X auch längere Touren kein Problem. Zusätzliches Zubehör in Form von Taschen für den Gepäckträger bietet der Hersteller auch an. Selbst wenn man nicht wirklich Fahrrad fährt, sondern einfach nur die Pedale bewegt und sich antreiben lässt, sollte man 40-50 Kilometer schaffen. Ich habe hauptsächlich Stufe 3 genutzt und nach 60 Kilometer Strecke war immer noch kein Ende in Sicht. Engwe selbst gibt 80-100 Kilometer für den unterstützenden Modus an und das ist bei meiner Fahrweise im Bereich des Möglichen. Die Anzeige schwankt auch nicht so deutlich, wie ich es schon bei anderen Bikes erlebt habe. Ihr solltet euch dennoch mit vollgeladenem Akku eher an der Kilometerzähler halten. Letztendlich ist das Engwe Engine X auch ohne Akku problemlos zu nutzen und ein paar Restkilometer nach Hause schafft ihr dann auch noch.

Engwe Engine X Ladeadapter Akku

Geladen wird das Engwe Engine X mit dem mitgelieferten Ladeadapter wahlweise direkt über ein Loch im Rahmen oder man entnimmt den Akku. Ein kompletter Ladevorgang dauerte fast 7 Stunden und das Netzteil gibt ein deutlich hörbares Surren und Lüftungsgeräusch von sich. Wirklich hochwertig wirkt der Adapter allerdings nicht, erfüllt aber seinen Zweck. Sobald der Akku voll ist, leuchtet die LED am Netzteil grün.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Den Spaß, den Jens bereits mit vollelektrischen 40 km/h auf dem EP-2 Pro hatte, verliert man definitiv mit einem “legalen” Engwe Engine X nicht. Die Fortbewegung wird durch die zusätzliche Federung und den stabileren Aufbau im hinteren Bereich erhöht. Etwas stutzig macht mich dennoch der Aufpreis von knapp 400€ für das Engine X. Das langsamere Fahrrad mit weniger Leistung kostet deutlich mehr. Fahrräder werden zwar teurer, aber vielmehr als 1200€ würde ich nicht für das Engine X ausgeben wollen. Die Verarbeitung ist jedenfalls grundsolide und das Bike nach kurzer Zeit einsatzbereit. Während der Fahrt kann man den Bordcomputer sicher bedienen und problemlos durch die Unterstützungsstufen schalten. Dass dieses Klapp-E-Bike deutlich über 30 Kilogramm wiegt, spürt man beim Fahren zu keiner Zeit. Die Kombination aus Reifen und Federung sorgt für ein erhabenes Fahrgefühl und bei Bedarf schiebt der Motor ordentlich nach vorn. Und zu guter Letzt hat man bei einer Reichweite von knapp 80 Kilometer auch noch richtig lange Spaß auf dem Engwe Engine X.

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