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ADO A20+ Klapp E-Bike im Test

Getestet von Jonas Andre am
Vorteile
  • gute Reichweite (50-60km)
  • kompakt und klappbar
  • Lieferung zur Haustür
  • kinderleichter Aufbau
  • viele Sicherheitsfeatures
  • gefederte Sattelstütze
  • sehr bequeme Forbewegung
Nachteile
  • kein Vor-Ort Service
  • 23km/h ist die Höchstgeschwindigkeit
  • Unterstützung in allen Stufen gleich stark
  • Position des Schlüssels
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Zuletzt hatten wir die Offroad Version des ADO A20 im Test, jetzt folgt mit dem ADO A20+ das erste Klapp-E-Bike für Europa, das auch hierzulande als normales Fahrrad gilt. Die EU-Version mit dem Plus im Namen hat einen 250W starken Heckmotor und unterstützt nur beim Pedalieren bis maximal 25 km/h. Beim Thema Sicherheit gibt es noch etwas Nachholbedarf, zumindest wenn man die Vorgaben der StVO voll erfüllen will. Ich habe in den letzten vier Wochen knapp 100km mit dem ADO A20+ zurückgelegt und musste in dieser Zeit den Akku nur einmal aufladen. In diesem Test lest ihr alles, was ihr zum ersten “legalen” E-Bike von ADO wissen solltet. 

Das ADO A20+ wird in einem recht kleinen Karton geliefert

Lieferung und Aufbau – ADO A20+ im Test

Das Praktische an einem Klappfahrrad ist auch der einfache Versand. Ein normales Fahrrad kommt in einem fast doppelt so großen Karton und ist dadurch auch nur als Sperrgut zu verschicken. Das ADO A20+ lässt sich mit 24 Kilogramm einfach für 16,50€ (maximale Abmessungen 120 x 60 x 60) als Privatkunde verschicken. Handwerklich muss eigentlich nichts erledigt werden und der Lieferumfang beinhaltet Folgendes:

  • Schutzbleche vorn und hinten (bereits installiert)
  • Multifunktionsschraubenschlüssen und Inbus-Schlüssel
  • zwei Pedale
  • Bedienungsanleitung
  • Luftpumpe (nur für den Notfall – absoluter Billigschrott)
  • Smartphone-Halterung (funktional und sicher)
  • EU-Ladegerät
  • Sattelstütze samt Sattel
  • Fahrradständer
  • Zwei Schlüssel
  • ein Gepäckträger ist optional für 61,50€ erhältlich 

Ansonsten ist das ADO bei Auslieferung komplett zusammengebaut. Ihr müsst lediglich mit dem mitgelieferten Werkzeug die Lenkstange festziehen, die Pedale anbringen, den Ständer verschrauben und die Sattelstütze einsetzen. Nun ist das E-Bike einsatzbereit, zumindest ohne Unterstützung. Um das E-Bike als solches auch zu nutzen, müsst ihr den Schlüssel unter dem breiten Rahmen einstecken und drehen. Die Position ist ungünstig gewählt und der Schlüssel muss für den Akkubetrieb dort dauerhaft eingesteckt bleiben. Bei meinem Modell war die vordere Bremse nicht perfekte eingestellt und das machte sich durch ein leichtes Schleifen bemerkbar. Mit diesem hervorragenden YouTube Video habe ich binnen Minuten die Bremse so eingestellt, dass sie nicht mehr schleift.

ADO A20 Groesse Verarbeitung Abmessungen

Aufgebaut und einsatzbereit misst das ADO A20+ 155 Zentimeter in der Länge. Der Lenker ist mit 117,5cm (103,5cm ist das Minimum) der höchste Punkt am Fahrrad und das Gewicht mit 24 Kilogramm überraschend hoch. Überrascht über das Gewicht war ich, da das Klapprad zwar kompakt, aber dennoch schwer ist. Mit 90 x 45 x 70cm überschreitet das A20+ die maximalen Abmessungen eines Gepäckstücks bei der Deutschen Bahn, bleibt aber unter den 25 Kilogramm. Ich würde dennoch sagen, dass ihr kein Ticket lösen müsst, wenn ihr mit dem “zusammengeklappten” Fahrrad im Zug unterwegs seid. Aber vielleicht zählt der Zollstock auch zur Grundausstattung eines jeden Schaffners. Spaß beiseite, kommen wir nun zum Fahrverhalten und meinen Erfahrungen in der Praxis.

ADO A20+ im Videotest

Im Videotest habe ich euch kurz und knapp meine Eindrücke mit dem ADO A20+ zusammengefasst. Für genaue Daten solltet ihr weiterlesen.

Das Video wurde mit einem Vivo X80 Pro (4K / 30 FPS) in einem Zhiyun Smooth X Gimbal und dem Saramonic Blink 500 Pro Mikrofon aufgezeichnet.

Praxistest und Fahrverhalten

Das Klappfahrrad von ADO ist für die letzte Meile gedacht und diesen Job erledigt das kompakte E-Bike hervorragend. Kurze Strecken von 5 bis 20 Kilometer können sehr bequem zurückgelegt werden, sogar deutlich bequemer als mit einem E-Scooter. Das ADO A20+ nimmt zusammengeklappt auch kaum Platz in Anspruch und kann letztendlich in jedem Auto problemlos verstaut werden. Bei meinem Kleinstwagen muss ich dennoch die Rücksitze umklappen. Binnen Sekunden öffnet man drei Schnellverschlusssysteme und das Bike fällt in sich zusammen. Dieser Mechanismus ist durchdacht und gut umgesetzt. Der Akku im Rahmen fällt beim Falten auch nicht einfach heraus, sondern muss mithilfe des Schlüssels gelöst werden.

Mit meinen 1,87m Körpergröße sitze ich angenehm aufrecht auf dem Rad und die Sattelstütze versinkt noch ausreichende 10cm im Rahmen. Auch der Lenker lässt sich in der Höhe innerhalb von 14cm anpassen. Kleines Highlight ist die gefederte Sattelstütze und auch die Federung vorn tut ihren Dienst. Allerdings ist mir die Federung vorn etwas zu weich eingestellt und springt nach einem Notfall-Bremsvorgang auch nicht komplett in die Ausgangssituation zurück. Hier hätte ich mir eine Einstellungsmöglichkeit gewünscht, denn bei meinen 80kg würde ich das gerne härter einstellen. Dennoch federt man so butterweich einen Bordstein nach oben. Die Verarbeitung des E-Klapprads ist auch ansonsten hervorragend. Einige Fehler beim Lackieren mal ausgenommen, sind keinerlei Verarbeitungsmängel am ADO festzustellen.

Noch ein paar rohe Daten: Wir haben zwei unabhängige Scheibenbremssysteme, einen 250 Watt starken Heckmotor, einen 374 Wh Akku, eine Hupe, ein Licht vorn und einen Bordcomputer zur Steuerung. Das rote Rücklicht an der Sattelstütze ist akkubetrieben. Anstatt zwei gelber Speicherrückstrahler ist beim ADO nur ein gelber Rückstrahler integriert. Vorgeschrieben sind eigentlich zwei. Auch die Hupe ist nicht ganz richtig, denn es müsste eine Klingel vorhanden sein.

ADO A20 Test 10

Meine Erfahrungen mit dem ADO A20+

Über den S866 Controller am ADO A20+ könnt ihr viele Einstellungen vornehmen. Im Auslieferungszustand stehen euch 4 Unterstützungsstufen von 0 bis 3 zur Verfügung. Die unterstützen euch jeweils bis zu einer gewissen Geschwindigkeit beim Treten. Bei 0 ist die Unterstützung komplett deaktivieren. 1 unterstützt bis 15km/h, 2 bis 20 km/h und 3 bis 25 km/h. Etwas eingeschränkt ist man durch die 7 Gang Shimano Schaltung, denn bei 25 km/h ist die Trittfrequenz auch im siebten und höchsten Gang mir persönlich zu hoch. 20-23 km/h sind also auf gerader Strecke ganz klar der Sweetspot. Auf Stufe 2 ist bei dieser Geschwindigkeit ermüdungsfreies Fahren möglich. Der Unterstützungsmodus zwischen 1 und 3 ändert leider kaum etwas an der Stärke der Unterstützung. Das kann man leider auch mit den umfangreichen Einstellungen des S866 Bordcomputer nicht ändern.

ADO A20 Test 15

Folgende Einstellungen habe ich vorgenommen:

ADO Display einstellen S866

Plus und Minus gleichzeitig gedrückt halten, bis der Entwicklermodus eingeblendet wird. Dann mit der Power-Taste bis P11 hochdrücken und anschließend mit + und – die gewünschte Stufe einstellen. Ihr habt die Wahl von 1 bis 24. Dabei setzt bei 1 die Motorleistung unmittelbar nach dem Treten ein und bei 24 deutlich verzögert. Je höher dieser Wert, umso anstrengender die Fortbewegung. Andererseits spart ihr bei einem hohen Wert richtig viel Akku. Im Standard war 2 eingestellt, ich habe mich für 5 entschieden. Die Stärke der Unterstützung kann man nicht den einzelnen Gängen zuweisen. Ich hätte bei 1 gerne 20% Motorleistung, bei 2 dann 50% und bei 3 dann 90%. So funktioniert das aber bedauerlicherweise bei diesem S866 Controller nicht.

Mit den genannten Einstellungen war ich letztendlich super zufrieden mit dem ADO A20+. Ansonsten findet ihr alle Einstellungen in dieser PDF. Damit könnt ihr euer Bike euren Vorlieben perfekt anpassen. Nach etwas längeren Strecken mit dem Xiaomi Mi Scooter 1S spürt man die Vibrationen des Bodens deutlich in den Armen und der Scooter im Kofferraum war auch einfach bei Weitem nicht so kompakt wie das ADO E-Bike. Klar sollte sein, dass ein Fahrrad auch deutlich teurer als ein E-Scooter ist, aber entsprechend eine bequemere Fortbewegung und mehr Einsatzzwecke bietet. Auf dem Campingplatz scheinen solche Klappfahrräder auch beliebt zu sein, bei meinem letzten Besuch fühlte ich mich mit dem E-Scooter allerdings auch sehr wohl.

Die Schaltung funktionierte im Test problemlos und alle sieben Gänge konnten leichtgängig und sicher eingelegt werden. Auch das Zusammenspiel zwischen den Bremsen machte keine Probleme, der Stromkreislauf wird mit dem Betätigen des Bremspedals augenblicklich unterbrochen. Ansonsten gibt der Motor auch nach dem Beenden des Pedalieren noch für etwas 1-1,5 Sekunden weiter Gas. Das ist nicht unbedingt ungewöhnlich bei einem E-Bike, aber hier schon auffällig lange.

Reichweite und Laden

Mit 374 Wh ist der Akku des ADO A20+ großzügig bemessen für so ein kompaktes Klapprad. Aufladen kann man den Akku entweder direkt im Rahmen oder man entnimmt den Akku. Nach ziemlich genau 6 Stunden Ladezeit leuchtete die LED am Ladeadapter grün und der Akku war vollgeladen. In der Praxis schaffte ich 50-60 Kilometer, da ich erst einen kompletten Ladevorgang hinter mir habe, werde ich diesen Wert in Zukunft noch mal ergänzen. Für den Akku gilt das gleiche wie bei Smartphones: Nicht vollständig entleeren und nicht immer komplett vollladen. Einfach zwischendrin mal ein paar Stunden anschließen, dann habt ihr lange Freude mit dem Akku. Im Winter den Akku entnehmen und bei 50-70% Kapazität im Haus einlagern.

Service und Garantie

ADO hat keinen speziellen Servicepartner in Deutschland, ihr seid also auf das Wohlwollen des Fahrradladens um die Ecke angewiesen. ADO gibt 10 Jahre Garantie auf den Rahmen und auf sämtliche anderen Bestandteile 12 Monate. Ausgenommen sind Verschleißteile. Beim Akku werden nach 12 Monaten nur 60% Leistung garantiert und das ist wahrlich nicht viel. ADO wird den Akku also nur bei einem tatsächlich Defekt austauschen. Sämtliche Ersatzteile für das Fahrrad bekommt ihr auch nach den 12 Monaten direkt bei ADO und beim Einstellen von Bremsen oder der Schaltung nach einigen Monaten hilft euch sicher auch der nette Fahrradladen um die Ecke weiter, wenn ihr das nicht selbst machen wollte oder könnt.

Meine Laderoutine mit dem E-Auto und dem ADO A20+

ADO A20 Test 1

Die Einsatzmöglichkeiten für ein ADO A20+ sind vielfältig. Die Laderoutine mit dem E-Auto kann ich z.B. mit einer kurzen Fahrt in die nächstgelegene Stadt verbinden. Seit neustem hat mein nächstgelegener Aldi auch eine Schnellladestation mit zwei CSS-Steckern und einem zusätzlichen AC-Port. Da ich etwas ländlich wohne, ist dies auch meine nächstgelegene Schnellladestation, also ich komme nicht nur, um Strom zu schnorren, sondern es ist einfach näher zu meinem Wohnort. Es gibt auch noch zwei Autohäuser mit Schnellladesäulen, die eigentlich öffentlich zugänglich sein sollten. Allerdings werden die Station systematisch zugeparkt. Bislang ging es dann zu Fuß nach Altötting zum Bilder machen und danach in schnellem Schritt wieder zurück, denn nach einer Stunde sollte man die Ladesäule bei Aldi wieder frei machen (das wird sich bald ändern, denn die Ladesäulen bei Aldi werden kostenpflichtig – hier könnt ihr bereits sehen, welche Station bei Aldi Geld kosten). Mit dem ADO A20+ im Kofferraum war ich in 5 Minuten auf dem Kapellplatz in Altötting und ein Eis oder ein Café waren kein Problem. Im “Kofferraum” bedeutet bei meinem Seat Mii Electric mit umgeklappten Rücksitzen, denn das zusammengefaltete ADO hat dann doch 90 x 45 x 70cm Volumen und passt unter keinen Umständen in meinen Kofferraum. Beim Kombi ist das hingegen kein Thema. Ich hatte auch schon einen E-Scooter im Auto und den empfand ich als sehr unpraktisch im Vergleich mit dem ADO Fahrrad. Jetzt aber genug von meinen Geschichten, kommen wir endlich zum Fazit!

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Für knapp 800€ bekommt man mit dem ADO A20+ ein gutes Klappfahrrad, das bei vielen Einsatzzwecken überzeugen kann. Die ein oder andere Kurzstrecke legt man mit dem Fahrrad nicht nur schnell, sondern auch bequem und ohne Anstrengung zurück. Beim Fahrverhalten konnte mich das A20+ im Test restlos überzeugen und es macht letztendlich großen Spaß. Ich bin sogar lieber mit dem Klapprad 12km zu Freunden gefahren, als mit meinem großen Eskute Polluno, das wir auch aktuell im Test haben. Im Idealfall solltet ihr nicht größer als 1,90 sein und ein Gewicht von 100kg nicht überschreiten. Dann bleiben an Kritikpunkten noch die ungünstige Position für den Schlüssel und die, durch die 7 Gang Schaltung limitierte Geschwindigkeit von 25 km/h. Der Preis für das Klapp-E-Bike hat sich in den letzten Wochen etwas erhöht, aber das ist bei Fahrrädern nun mal auf dem gesamten Markt der Fall. An dieser Stelle kann ich problemlos eine Kaufempfehlung für das ADO A20+ aussprechen.

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 16.08.2022

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lars
Gast
lars (@guest_88772)
1 Monat her

Hi Jonas
Kannst du bitte ein Foto nachreichen mit dem Schlüssel im E-Bike?
Auf Dauer kann ich mir nämlich nicht vorstellen das sowas Gesund ist für die Kontakte die das E-Bike scharf schalten wegen der Feuchtigkeit die dann dauerhaft eintreten könnte.

Uwe
Gast
Uwe (@guest_88738)
1 Monat her

Interessantes Gefährt – leider bin ich mit fast 2 mtr Größe und knapp 120kg Gewicht wohl raus. Schade 😐

kai
Autor
TeamMitglied
Kai (@kai)
1 Monat her
Antwort an  Uwe

Ich war im Urlaub mit dem A20 in Holland unterwegs und bin mit 121kg und 1,92m in deiner Gewichtsklasse 😉
Solange man entspannt mit 20km/h unterwegs ist, war das alles kein Problem. Darüber wird es eine arge Belastung der Bremsanlage, wenn es doch einmal drauf ankommt. Geht also schon. Aber Jonas hat Recht.
Das A20F ist die bessere Wahl.

Uwe
Gast
Uwe (@guest_88879)
1 Monat her
Antwort an  Kai

Danke für den Tipp – werde ich mal abchecken 👍

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