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Jimmy JV71 Testbericht

Getestet von Jonas Schlag am
Vorteile
  • multifunktional
  • großer Lieferumfang
  • gute Reinigungsleistung
  • leicht und handlich
  • intuitive Bedienung
Nachteile
  • schwacher Akku
  • gewöhnungsbedürftiges Design
  • zu kurzes Saugrohr
  • Probleme beim Aufsaugen von Haaren
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Mit dem Jimmy JV71 bringt Xiaomi einen neuen kabelllosen Staubsauger auf den Markt. Oder bringt etwa Lexy-Jimmy den JV71 auf den Markt? Beziehungsweise wie steckt Xiaomi da eigentlich mit drin?

Zugegeben, bei der Namensgebung sind einige Ungereimtheiten im Spiel. Zunächst einmal kann gesagt werden, dass Xiaomi eigentlich nicht wirklich etwas mit dem Staubsauger zu tun hat. Lexy-Jimmy ist eine Tochterfirma der Kingclean Group. Dass man immer wieder die namentliche Assoziation zu Xiaomi findet, liegt daran, dass einige der Lexy-Jimmy Produkte über Xiaomis Crowdfunding Seite Youpin finanziert worden sind.

Viel interessanter als die Markenzugehörigkeit des Produktes ist aber, wie sich der Jimmy JV71 in der Praxis schlägt. Dieser Frage gehen wir im folgenden Testbericht nach!

Lieferumfang des Jimmy JV71

Nun zum JV71 selbst. Es handelt sich um einen kabellosen Staubsauger. Aufgebaut ist er rund um eine zentrale Saugeinheit, bestehend aus dem Saugmotor, der Elektronik und einem Staubbehälter.

Die zentrale Saugeinheit – wie man sieht, bleibt gerne etwas Staub im Behälter hängen

Diese zentrale Saugeinheit kann an verschiedene Saugaufsätze angeschlossen werden, um dem Staub in der Wohnung je nach Material und Begebenheit des Ortes bestmöglich zu Leibe zu rücken. Der wohl wichtigste dieser Aufsätze ist ein langes Saugrohr mit breitem Bodensaugaufsatz, wie man ihn eigentlich von allen Staubsaugern kennt. Besonders an diesem Aufsatz ist allerdings, dass er mit einem zweiten Staubbehältnis kommt. Die Menge an aufnehmbarem Staub verdoppelt sich also, wenn man den Bodensauger nutzt. Dies ist durchaus praktisch, denn beim Saugen von Böden und Teppichen wird normalerweise auch am meisten Staub und Schmutz aufgenommen.

Dazu kommen vier verschiedene Aufsätze für verschieden Aufgaben. Um genau zu sein drei Bürsten-Saugaufsätze, für verschiedene Einsatzzwecke und ein Aufsatz für Polster und Kissen. Als weiteres Zubehör liegt ein Verlängerungsschlauch und eine Ladestation im Paket. Dazu gibt es natürlich noch ein Netzteil und zwei Ersatzfilter. Ein absolut vorbildlicher Lieferumfang!

Design und Verarbeitung

Designtechnisch ist der JV71 eher mäßig aufgestellt. Mir kam der Sauger ab dem ersten Blick irgendwie altbacken vor. Grund dafür ist das stark abgerundete Design, das mit einem modernen Haushalt nicht wirklich harmonisiert. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die nicht zeitgemäße Farbwahl. Die zentralen Teile (Saugeinheit und Bodensaugaufsatz) sind in einer Mischung aus Grau und Knallrot gehalten, dazu gesellt sich ein undefinierbarer, verwaschener Goldton, genannt „Champagner“. Das sieht insgesamt alles andere als modern aus. Die anderen Aufsätze und die Ladestation sind in einem hellen Mattgrau-Ton gehalten. Der wiederum wirkt ziemlich billig. Zudem ist auch das Design der Ladestation keineswegs anschaulich. Anders als bei den meisten Akkusaugern wird diese nicht an der Wand befestigt, sondern steht auf dem Boden. Der Sauger kann in der Station abgestellt werden.

Die Ladestation und Saugbürsten. Auch wenn die Verarbeitung stimmt, sieht der Farbton doch nicht wirklich wertig aus.

Die Verarbeitungsqualität des JV71 ist zufriedenstellend. Bei Benutzung ist kein Quietschen oder Knarzen zu hören. Gut, das mag der Staubsauger vielleicht auch einfach übertönen, denn wenn man in stiller Umgebung die Räder und Gelenke des Saugers einer Belastung aussetzt, quietscht es doch durchaus hörbar. Übergänge zwischen einzelnen Materialen sind zu erkennen und zu erspüren, allerdings nicht in störendem Maße. Ansonsten ist anzumerken, dass alle Teile, ausgenommen des Saugrohrs, aus Plastik bestehen. Das ist allerdings nichts Negatives, alle Teile wirken stabil und Metall würde nur das Gewicht des Saugers unnötig erhöhen.

Auffälligkeiten im Praxistest

Nun aber zur entscheidenden Frage: Wie schlägt sich der JV71 beim Saugen? Mein erster Eindruck war: Er ist zu niedrig. Mit 1,25m ist das Saugrohr des Bodensaugaufsatzes einfach zu kurz. Für mich mit 1,85m Körpergröße ist Saugen nur in einer leicht gebückten Haltung möglich, das tut dem Saugerlebnis auf lange Zeit einfach nicht gut.

Aber von Anfang an. Die Handhabung des JV71 ist wirklich gut. Die zentrale Saugeinheit wird mit einem der Aufsätze durch Einstecken verbunden und los geht der Saugspaß. Während es sich bei den Bürsten um passive Aufsätze handelt, sind Polster- und Bodensaugaufsatz aktive Teile. Sie brauchen also selbst Strom, um optimal zu funktionieren. Dieser wird vom Akku der zentralen Einheit geliefert, sobald einer der Aufsätze angeschlossen wird. Bei beiden Teilen sorgt die Stomversorung dafür, dass die Bürstwalze sich dreht und so Staub in den Sauger befördert.

Die Bodenwalzen – können ausgetauscht und ausgewaschen werden.

Der Lexy JV71 kommt mit zwei unterschiedlichen Saugstärken, zwischen denen im Betrieb jederzeit gewechselt werden kann. Dafür besitzt der Sauger genau zwei Tasten. Die eine schaltet den Saugmotor ein oder aus, die andere switcht zwischen den Saugstärken. Gefühlt läuft der Motor in der ersten Stufe etwa auf halber Leistung. Auf der zweiten Stufte entfaltet der JV71 dann seine ganze 130AW Saugleistung, mit der er in der Lage sein soll, eine Saugkraft von 18.000pa zu entfalten. Damit liegt er in etwa auf einer Stufe mit Roidmi F8 und etwa im Mittelfeld von dem, was Jimmy sonst so zu bieten hat. Der JV51 liegt etwas darunter, der JV83 darüber. In der Praxis hat sich die Saugkraft als völlig ausreichend erwiesen, doch dazu gleich im Test der einzelnen Aufsätze mehr. Die Lautstärke ist mit der von anderen Staubsaugern zu vergleichen.

Der Staubbehälter des Saugers hat ein Volumen von 0,5L. Dies ist in Verbindung mit dem zweiten Behältnis am Bodensaugaufsatz genügend, um einmal die Wohnung durch zu saugen, auch wenn diese stark verstaubt ist. Das Ausleeren des Hauptstaubbehältnisses ist sehr einfach, leider bleibt teilweise einiges an Staub im Gerät hängen und muss händisch entfernt werden.

Der Jimmy JV71 arbeitet, wie die meisten modernen Staubsauger, mit einem Zyklon System. Nur kleinste Unreinheiten werden also direkt vom verbauten HEPA Filter abgefangen, alles ab einer gewissen Größe und einem gewissen Gewicht wird durch die kluge Konstruktion direkt in den Staubbehälter geschleudert, so dass die Filter bedeutend länger halten und kleiner ausfallen können, als bei Geräten älterer Semester.

Die einzelnen Aufsätze

Nun zum richtigen Praxiseinsatz. Die zentrale Saugeinheit wird zunächst an den Bodensaugaufsatz angeschlossen. So richtig schön „clickt“ sie nicht ein, aber die Verbindung hält stabil. Jetzt kann es mit dem Saugen losgehen. Angenehm fällt auf, dass der Staubsauger sehr leicht ist. Durch bodennahe Anbringung der schwersten Komponente, der Saugeinheit, ist der Schwerpunkt des gesamten Saugers sehr gut ausbalanciert. Praktisch ist zudem, dass mit Einrasten der zentralen Saugeinheit auch die Knöpfe am Griff des Bodensaugaufsatzes aktiv werden. Man muss sich also nicht zur Saugeinheit runterbücken, sondern kann den Sauger mit der Hand am oberen Ende ein- und ausschalten sowie die Saugmodi wechseln. So kann der Sauger insgesamt bequem mit einer Hand geführt werden, wodurch auch das eigentlich etwas kurze Saugrohr ausreicht, um bequem den Boden zu saugen. Ein weiterer sehr praktischer Aspekt des JV71 ist seine Lenkung. Bewegt man oben den Griff, lenkt der Staubsauger aktiv in diese Richtung. Schweres Umstellen und neu Positionieren erspart man sich so meist.

Auf Dielen und Fliesen reicht der niedrige Saugmodus aus, um problemlos Staub zu beseitigen. Für Rillen, etwa an Türen oder zwischen einzelnen Dielen, sollte man in den Powermodus wechseln. Gleiches gilt für Teppiche. Wer hier allen Staub rauskriegen will, der muss schon etwas kräftiger ran, einfach nur ohne Druck drüber rollen lassen reicht nicht aus, hier ist beidhändige Arbeit gefragt. Dabei fällt dann auch die Kürze des Saugrohres negativ auf. Wer bereit ist, etwas Arbeit in die Reinigung seiner Teppiche zu stecken, bekommt diese auch super sauber. Das gilt auch für langhaarige Teppiche. Nach einer Runde Saugen durch die ganze Wohnung fällt auf, dass der JV71 sehr gute Arbeit leistet, Böden und Teppiche sind sauber, auch gröberer Schmutz wird erfolgreich entfernt. Mit Münzen hoch bis zu 20 Cent kommt der JV71 im schwächeren Modus zurecht, für 1€ und 50c Stücke mussten wir in den Power Modus umschalten. Einzig mit Haaren hat der JV71 ein wirkliches Problem. Diese werden in vielen Fällen nicht richtig eingesaugt und bleiben unschön an der Reinigungswalze hängen. Was zudem leider etwas negativ auffällt, ist die Entleerung des Staubbehältnisses am Bodensaugaufsatz. Hier verfängt sich der Staub leicht und bleibt gerne, statt im Behälter, an den Ausgängen des Saugers hängen.

Der doppelte Staubbehälter

Böden und Teppiche sauber, aber das Potential des JV71 ist lange noch nicht ausgeschöpft. Weiter geht es mit den anderen Aufsätzen. Hier haben wir zunächst die Fugenbürste. Es wird empfohlen, diese mit dem Schlauch zu benutzen. Bei diesem handelt es sich um einen etwa 1,5m langen Kunststoffschlauch, der sich von allein zusammenzieht. Er nimmt also wirklich nur so viel Platz ein, wie er braucht – clever. Das eine Ende des Schlauches kommt in die zentrale Saugeinheit, das andere wird mit einem Aufsatz bestückt.

Der Jimmy JV71ist  jetzt gerüstet, um jede Fuge zu säubern

Mit der Saugeinheit in der einen Hand und der Fugenbürste in der anderen, machen wir uns also auf. Angenehm fällt das Gewicht der Saugeinheit auf. Mit etwas über einem Kilo kann sie problemlos über längere Zeiten getragen werden. Die Fugenbürste selbst stellt sich als praktisch für sehr kleine Kanten oder sehr enge Fugen heraus. Für alles andere finde ich die etwas größere zweite Bürste, die als Sofareinigungsbürste betitelt wird, praktischer. Sie säubert vor allem Kanten etwas großflächiger und gründlicher. Dazu kommt dann noch die Deckenreinigungsbürste, deren Mehrwert ich allerdings nicht genau ergründen konnte. Angemerkt sei allerdings, dass es möglich ist, das Saugrohr an den Schlauch anzuschließen und so in Kombination mit der Deckenreinigungsbürste Decken abzusaugen.

Als letzten Aufsatz gibt es den Polster- und Kissenreiniger dazu. Dieser soll neben Staub auch Hausstaubmilben entfernen. In der Praxis reinigt der Aufsatz Kissen, Decken und Polster vorzüglich von Staub, Krümeln und allem anderen, ohne Stoffe übermäßig einzusaugen oder irgendwie zu strapazieren.

Der Aufsatz, der verspricht, eure Polster und Kissen zu säubern – und das auch wirklich tut!

Wie nützlich solch ein dezidierter Polsterreinigungsaufsatz ist, hat mich wirklich überrascht. Die Walze, die in dem Aufsatz ihr Werk verrichtet, kann ebenso wie die Walze im Bodensaugaufsatz einfach entnommen und gereinigt werden, auch unter fließendem Wasser.

Akkuleistung und Ladestation

Ein ganz wichtiger Punkt bei drahtlosen Geräten ist ihr Akku. Da sind Staubsauger keine Ausnahme. Wenn man sich schon aufgerafft hat, um mit dem Saugen zu beginnen, dann will man auch fertig werden und nicht noch eine Zwangspause einlegen. Leider zwingt der Jimmy JV71 einen genau dazu. Ich war etwa mit 60% unserer 100 Quadratmeter großen Wohnung fertig, da ging es dann einfach nicht mehr weiter. Etwa 40% der Zeit war ich dabei im Powermodus unterwegs. Das entspricht einer reellen Nutzungsdauer von etwa 30 min. Für unseren Geschmack etwas wenig. Vor allem der Turbomodus scheint sehr viel Energie zu verbrauchen. Nach etwa 10 min. im Dauerbetrieb auf dieser Stufe stellt der Sauger automatisch den Modus um, um Überhitzungen zu vermeiden – Wenn man da gerade seinen Teppich saugt, ist auch das ziemlich nervig. Allerdings gewinnt man durch die Kabellosigkeit natürlich die Möglichkeit, überall saugen zu können, ohne sich um ein Kabel sorgen zu müssen.

Um den JV71 wieder aufzuladen, wird er einfach in die Station gestellt. Zum Laden ist der Sauger also auf den Bodensaugaufsatz angewiesen, was zumindest für mich kein Problem darstellt. Schade ist allerdings, dass die Station wirklich hässlich ist und nicht an die Wand angebracht werden kann. Zwar ist auch diese Standlösung erstaunlich stabil, aber das Gelbe vom Ei ist sie nicht wirklich. Die Ladezeit des JV71 beträgt etwa 5 Stunden, ein bestenfalls durchschnittlicher Wert.

Der Jimmy JV71 in seiner Ladestation

Testergebnis

Getestet von
Jonas Schlag

Der Jimmy JV71 ist ein gelungenes Produkt für die kleine Wohnung. Die Saugleistung und Versatilität überzeugen. Die Anzahl an mitgelieferten Aufsätzen ist super. Für jede Situation findet man, was man braucht. Mitgedacht haben die Entwickler bei der wirklich cleveren, niedrigen Aufhängung der Saugeinheit am Bodensaugaufsatz und der einfachen Nutzbarkeit der aktiven Aufsätze, ohne Sonderschritte, als auch bei der wirklich praktischen Steuerung. Vor allem die überzeugende Saugleistung macht einfach glücklich. Man saugt… und der Staub ist danach komplett weg. So banal das klingt, das ist doch das Wichtigste an einem Staubsauger.

Es gibt aber auch ein paar Nachteile an dem Produkt: Kleine Kritikpunkte sind das nicht überzeugende Design und die billig wirkende Ladestation. Dazu kommt, dass der Staubbehälter etwas schwierig zu Leeren ist und das Saugrohr für Leute über 1,90m zu kurz ist. Ein gravierender Nachteil für die Reinigung von Wohnungen über 60qm ist die geringe Akkulaufzeit. Das machen der Roidmi F8 und der Jimmy JV83 deutlich besser, weshalb wir diese Modelle für größere Wohnungen empfehlen würden. Für kleine Wohnungen verdient sich aber auch der Jimmy JV71 eine Kaufempfehlung.


Gesamtwertung
80%
Lieferumfang
100 %
Verarbeitung
70 %
Saugleistung
90 %
Benutzerfreundlichkeit
80 %
Akku
60 %

Preisvergleich

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*Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 28.09.2020

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