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Leica Leitz Phone 2 – Kamera-Smartphone startet in die zweite Generation

Das deutsche Traditionsunternehmen Leica dürfte vielen Fotografiebegeisterten bekannt sein. Heutzutage spielen die Produkte des Herstellers mit Sitz in Wetzlar im professionellen Bereich aber keine besonders große Rolle mehr. Stattdessen hat sich Leica in den vergangenen Jahren neben anderen Geschäftsbereichen auch mehr und mehr als Lifestyle-Marke definiert und setzt dabei unter anderem auf strategische Partnerschaften mit Smartphoneherstellern. Die Kooperation mit Sharp umfasst dabei unter anderem auch ein Leica Leitz Phone. Die erste Generation wurde 2021 präsentiert und basierte auf dem damaligen Flaggschiff-Smartphone von Sharp, dem Aquos R6.

Das Sharp Aquos R6 wurde mit Leica zusammen entwickelt

Mit dem Leica Leitz Phone 2 wurde jetzt die zweite Generation vorgestellt, die erneut nur in Japan – dem Heimatmarkt von Sharp – ab dem 18. November erhältlich ist. Das neue Premium-Smartphone bietet ebenso wie der Vorgänger einen 1-Zoll großen Kamerasensor und basiert auf dem Aquos R7, dem aktuellen Top-Modell von Sharp. Was das Smartphone sonst noch zu bieten hat, erfahrt ihr in unserer Ankündigung. Leider sind die Informationen, die Leica und die entsprechenden Vertriebspartner in Japan zu dem Gerät aktuell bekannt geben, noch nicht sehr ausführlich. Daher verweisen wir an geeigneter Stelle auch auf das Aquos R7 von Sharp.

Leica und die Smartphone-Welt

Den Einstieg von Leica in die Smartphone-Branche markierte 2016 eine Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen Huawei. Die Zusammenarbeit brachte diverse Smartphone-Modelle hervor, die bei der Kameraleistung das gebündelte Know-how der beiden Firmen widerspiegelten. Das Huawei P20 Pro (zum Test) bot infolgedessen zu seiner Zeit eine der besten Smartphone-Kameras. 2021 wurde die Partnerschaft zwischen Huawei und Leica jedoch beendet. Zwei Jahre zuvor verhängte die US-Regierung Sanktionen, die US-Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Tech-Riesen erschwerten. Daraufhin brachen die Umsatzzahlen von Huawei immens ein. Es ist wahrscheinlich, dass die Aufkündigung von seitens Leica vor diesem Hintergrund geschah.

Wie Zeiss, betreibt Leica aber auch weitere Kooperationen mit Smartphone-Herstellern. Sowohl mit Xiaomi und Sharp arbeitet der Kameraspezialist zusammen. Aus der Partnerschaft mit Xiaomi entsprang dieses Jahr das Xiaomi 12S Ultra, welches wir bereits ausführlich getestet haben. Außerdem präsentierte Xiaomi kürzlich ein Konzept-Smartphone, das die Nutzung von Leica-Objektiven ermöglicht. Mit Sharp wiederum geht die Kooperation noch weiter und umfasst unter anderem auch ein eigenständiges Leica-Smartphone. Dieses ist als Leica Leitz Phone 2 jetzt in der zweiten Generation exklusiv in Japan erhältlich.

Design und Display des Leica Leitz Phone 2

Leica Leitz Phone 2 2

Im Grunde genommen ist das Leica Leitz Phone 2 ein Sharp Aquos R7 mit anderem Gehäuse. Das Leica Smartphone bietet daher auf der Vorderseite ebenfalls ein 6,6 Zoll (ca. 17 cm) großes OLED-Display mit einer Auflösung von 2730 x 1260 Pixel (WUXGA+). Die Anzeige wird von dünnen Rändern umgeben, die auf der Unterseite zu einem leichten Kinn anwachsen. Eine Punch-Hole-Notch bietet Platz für die Selfiekamera. Eingelassen ist das Panel in einen silbernen Aluminiumrahmen, der seitlich leicht texturiert ist und auffällig eckig ausfällt. Auf der linken Gehäuseseite sind wie gewohnt der Standby-Button und die Lautstärkewippe eingelassen.

Leica Leitz Phone 2 4Die Rückseite des Premium-Smartphones besteht aus Glas und ist zu den Rändern hin leicht gewölbt. Das mittig platzierte Leitz-Logo und der “Designed by Leica Camera Germany” Schriftzug lassen das Herz von Fotografie-Fans höher schlagen. Außerdem ist ein prominent herausstehendes Kameramodul verbaut, das die beiden rückseitigen Kameras und einen LED-Blitz umfasst. Zum besseren Schutz ist eine magnetische Abdeckung erhältlich, die in ihrer Funktion an Objektivabdeckungen von klassischen Kameras erinnert.

Leica Leitz Phone 2 7Das Leitz Phone 2 misst übliche 161 × 77 × 9,3 mm und wiegt 211 Gramm. Erhältlich ist das Smartphone nur in der Farbvariante „Leica Weiß“. Zudem ist das Gerät nach IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Wir gehen davon aus, dass ebenso wie beim Sharp Aquos R7 die Vorder- und Rückseite aus Corning Gorilla Glas Victus besteht und der Bildschirm eine Bildwiederholfrequenz von beeindruckenden 240 Hz bietet. Zudem liegt die Spitzenhelligkeit des Panels laut Sharp bei herausragenden 2000 Lux. Zu diesen Punkten äußert sich Leica bisher aber nicht konkret.

Prozessor, Speicher und Akku des Leica Leitz Phone 2

Mit dem Snapdragon 8 Gen 1 bietet das Leica Leitz Phone 2 einen der leistungsfähigsten Prozessoren aus Qualcomms Portfolio. Der Octacore-Chip bietet acht Kerne, die sich in drei Cluster aufteilen. Der Prime-Core (Cortex X2) taktet mit bis zu 3,0 GHz, während die drei Performancekerne (Cortex A710) mit bis zu 2,5 GHz takten. Die restlichen vier Stromsparkerne (Cortex A510) erreichen eine maximale Taktrate von 1,8 GHz. Für grafische Aufgaben ist zudem eine Adreno 730 GPU integriert. Nur der Snapdragon 8+ Gen 1 bietet noch geringfügig mehr Leistung, welche man jedoch in der alltäglichen Nutzung nicht bemerkt.

Leica Leitz Phone 2 1

Auch die restlichen Daten sprechen für eine hervorragende Performance. 12 GB LPDDR5 RAM stehen für ausgedehntes Multitasking zur Verfügung und dank 512 GB UFS 3.1 Massenspeicher ist bereits ohne die optionale Speichererweiterung via microSD-Karte genug Speicherplatz für eine Vielzahl von Fotos und andere Dateien vorhanden. Der Akku des Leitz Phone 2 misst 5.000 mAh und lässt sich sowohl via USB-C als auch kabellos nach Qi-Standard aufladen. Das Smartphone unterstützt den Schnellladestandard Power Delivery 3.0 und soll sich kabelgebunden innerhalb von 100 Minuten vollständig aufladen lassen. Das ist im Vergleich zu anderen Schnellladetechniken wie im beeindruckend schnellen Vivo IQOO 10 Pro deutlich langsamer.

System und Konnektivität

Auf dem Leica Leitz Phone 2 läuft Android 12 mit Sharps UI Überzug. Weitere Informationen sind leider derzeit nicht bekannt. Beim letztjährigen Modell wurden dem Leitz Phone ein paar exklusive Features spendiert. Ob dies erneut der Fall ist, wird sich erst zeigen.

Das Leitz Phone 2 kann sowohl mit einer nano-SIM als auch einer eSIM betrieben werden. Richtet man sich nach dem Datenblatt des Sharp Aquos R7, sollte das Smartphone folgende 4G- und 5G-Frequenzen unterstützen:

  • 4G-LTE: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B11/B12/B13/B17/B18/B19/B20/B21/B38/B39/B40/B41/B42
  • 5G: n3/n28/n77/n78/n79/n257

Damit ist auch das LTE-Band 20 enthalten, das für eine problemlose Nutzung in den deutschen Netzen essenziell ist. Ferner funkt das Smartphone noch via WiFi 6 und Bluetooth 5.2. Auch NFC und das in Japan verbreitete mobile Zahlungssystem Osaifu-Keitai wird unterstützt. Zum verbauten GPS-Modul oder den weiteren Sensoren macht Leica bisher keine Angaben. Eine biometrische Authentifizierung ist über den Qualcomm 3D Sonic Max Fingerabdrucksensor im Display oder dank der Gesichtserkennung möglich.

Kameras des Leica Leitz Phone 2

Leica Leitz Phone 2 12Die Kameraausstattung des Leica Leitz Phone 2 umfasst zwei Kameras und einen ToF-Sensor, der für Porträtaufnahmen mit der Hauptkamera verwendet wird. Das Augenmerk beim Setup liegt ganz klar auf dem 1 Zoll großen Hauptsensor (f/1.9, 19 mm Brennweite) auf der Rückseite, der eine Auflösung von 47,2 Megapixeln bietet. Das Sharp Aquos R7 bietet laut der Produktwebseite exakt dieselbe Kameraausstattung und XDA konnte in einem Testbericht zum Aquos R7 den Hauptkamerasensor als den 50 Megapixel Sony IMX989 Sensor identifizieren. Es ist daher stark anzunehmen, dass auch im Leitz Phone 2 der Sony-Sensor zum Einsatz kommt. Die geringere Auflösung resultiert daraus, dass Leica beziehungsweise Sharp nur einen Teil der Sensorfläche nutzt.

Der Sony IMX989 wird ebenfalls im Xiaomi 12S Ultra – welches auch in Zusammenarbeit mit Leica entstand – verbaut und konnte uns im Test durch eine hervorragende Fotoqualität überzeugen. Ob das Leitz Phone 2 schlussendlich ebenso beeindruckende Ergebnisse wie die Konkurrenz liefert, lässt sich ohne einen Test nicht sagen. Auffällig ist auf jeden Fall, dass das Smartphone ansonsten nur eine Selfiekamera (f/2.3, 27mm Brennweite) mit einer Auflösung von 12,6 Megapixeln bietet. Weitere Extras wie eine UWW- oder Tele-Kamera sucht man hier vergebens. Damit sticht das Leitz Phone 2 definitiv aus der Masse der High-End Smartphones hervor.

Preis, Verfügbarkeit und Fazit

Wie bereits der Vorgänger wird das Leica Leitz Phone 2 offiziell nicht in Europa erhältlich sein. Stattdessen wird das Smartphone ab dem 18. November 2022 exklusiv in Japan über den Mobilfunk-Provider Softbank vertrieben. Ein offizieller Preis steht derzeit noch nicht fest, wir gehen aber davon aus, dass das Premium-Gerät erneut deutlich über 1000 € kosten wird. Das Leica Leitz Phone der ersten Generation schlug mit umgerechnet 1400 € zu Buche. Für den hohen Kaufpreis erhält man beim Leitz Phone 2 neben dem Prestige auch eine hochwertige Optik und eine High-End Ausstattung.

Ein Import des Leica Leitz Phone 2 lohnt sich in unseren Augen aber nicht, auch wenn das Gerät das LTE-Band 20 unterstützt. Man bekommt schlichtweg deutlich günstigere Flagship-Smartphones mit ebenfalls hervorragenden Kameras. Ein Beispiel wäre das Xiaomi Mi 11 Ultra. Weitere Empfehlungen findet ihr ansonsten in unserer Kamera-Smartphones Bestenliste.

Quellen


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Michel petrick
Gast
Michel petrick (@guest_92505)
22 Tage her

Warum präsentiert ihr Smartphones die bei uns garnicht erhältlich sein werden das ist mir schon oft aufgefallen

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre(@jonas-andre)
22 Tage her
Antwort an  Michel petrick

Servus Michel,

weil wir denken, dass ein Blick über den Tellerrand nicht schadet. Außerdem kennen wir den Sensor auch in Kooperation mit Leica aus dem Xiaomi 12S Ultra. Das könnte vielleicht als eine Art Xiaomi 13 Ultra auf uns warten :).

Beste Grüße

Jonas

Wackelohr
Mitglied
Mitglied
Wackelohr(@wackelohr)
22 Tage her

Hallo,

Zitat:

Heutzutage spielen die Produkte des Herstellers mit Sitz in Wetzlar im professionellen Bereich aber keine besonders große Rolle mehr. Stattdessen hat sich Leica in den vergangenen Jahren neben anderen Geschäftsbereichen auch mehr und mehr als Lifestyle-Marke definiert.

Zitat Ende

Diese Aussage halte ich für sehr gewagt oder gar falsch. Für viele Fotografen, die bei einer Kamera mehr als einen Automatik-Knopf bedienen können, ist eine Leica ein Traum, den sich die Meisten aber wegen der hohen Preise nicht erfüllen können. Leica-Objektive sind eine Klasse für sich und manuelle Fokussierung mit Meßsucher muß man mögen.

Gruß Georg

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