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Lenovo Cleaner X1 Staubsauger Roboter im Test

Getestet von Jonas Schlag am
Vorteile
  • starke Saugleistung
  • übersichtlich aufgebaute App
  • edles Design
  • gute Teppipcherkennung
  • braucht kaum Hilfe von Außen
  • verlässliche Navigation
Nachteile
  • kleine Unklarheiten in der App
  • teils suboptimale Routenplanung
  • durchschnittliche Wischfunktion
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Lenovo wird den meisten ein Begriff sein. Die chinesische Firma hat sich hierzulande hauptsächlich mit ihrer Laptopsparte einen Namen gemacht. Doch das Portfolio Lenovos umfasst viel mehr, etwa Smartphones, wie das Z6 Pro, Tablets und Smartwatches. Seit neustem bedient Lenovo nun auch das Smarthome Segment. Erstes Produkt ist hier der Lenovo Cleaner X1, ein Staubsaugroboter mit LDS Navigation. Was dieser kann und wie er sich im Vergleich zu der fernöstlichen Konkurrenz schlägt, wollen wir hier im Test klären.

Lieferumfang, Design und Verarbeitung

Öffnen wir den großen, schlichten, Pappkarton, in dem der Lenovo Cleaner X1 geliefert wird, kommt uns zunächst einmal viel Pappverpackung entgegen. Schön zu sehen, dass der Sauger beim Versand gut geschützt ist. Sind dann alle Pappschoner und Plastiktüten entfernt, können wir den ganzen Lieferumfang vor uns ausbreiten. Neben dem Saugroboter und dem 585ml Staubbehälter selbst, bekommen wir eine Ladestation, einen 170ml Wassertank mit vormontiertem Mikrofaser-Wischtuch, eine kleine Bürste mit integrierter Hakenklinge zum Reinigen der Walze, Anleitungen und ein Netzteil mit Adaptern für die unterschiedlichen Steckdosentypen dieser Welt. Die Anleitungen sind in gebrochenem Deutsch und Englisch verfügbar und für jeden mit minimalem Technik-Verständnis obsolet.

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Viel Spielraum bietet die Gestaltung eines Saugroboters nicht. Die Form des Lenovo X1 unterschiedet sich so kaum von anderen Saugern. Rund, hinten eine Klappe zur Entnahme des Staubbehälters, mittig der Turm für die LDS (Laserdistancesensor) Einheit. Gleiches gilt für das Gewicht und die Maße. Mit 3,6kg, einem Durchmesser von 35cm und einer Höhe von 10cm unterscheidet sich der Lenovo Cleaner X1 kaum von der Konkurrenz von Xiaomi oder Roborock. Mir gefällt der runde Roboter dennoch sehr gut. Das liegt hauptsächlich an der Farbwahl. Die Pianolack Optik mit goldenen Akzenten wirkt sehr edel und dabei schön schlicht. Hochglanz Lack ist immer anfällig für Fingerabdrücke, das gilt auch hier. Allerdings tritt man nicht oft genug mit dem Roboter in physischen Kontakt, als dass das ein Problem darstellen würde.

Oft haben fernöstliche Gadgets immer noch den Ruf des „Chinakrachers“. Dem wirken so oberflächliche Details, wie ein geschmackvolles Design, entgegen. Sehr erfreulich.

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Die Verarbeitung des Roboters ist tadellos. Die Druckpunkte der Knöpfe sind gut gewählt, die Klappe, unter der der Staubbehälter untergebracht ist, ist intuitiv zu bedienen, nichts quietscht oder knarzt. Wie üblich ist der ganz Sauger aus Plastik gefertigt, hier ist alles stabil, an keiner Stelle haben wir das Gefühl es seien Materialen von minderwertiger Qualität verbaut worden. Gleiches gilt für die Schnappverbindungen des Staub- und des Wasserbehälteres.

Einrichtung des Cleaner X1

Die physischen Komponenten des X1 sind schnell eingerichtet. Zunächst einmal wäre da die Ladestation. Diese wird über Kabel an den Strom angeschlossen. Schön zu sehen ist, dass Lenovo hier unterschiedliche Aufsätze für das Netzteil beilegt, so dass der Roboter an quasi allen Steckdosentypen dieser Welt betrieben werden kann. Ein weiteres nettes Feature ist die Klappe an der Rückseite der Ladestation. Diese kann aufgeklappt werden, um dahinter das übrig gebliebene Kabel aufzurollen. So kommt dieses dem Sauger nicht in den Weg, wenn dieser seiner Arbeit nachgeht.

Die Ladeststation, schön klein und unauffällig

Zusätzlich liefert Lenovo noch eine kleine Plastikunterlage. Diese kann vor der Ladestation auf den Boden gelegt werden, um Pfützenbildung bei Nutzung des Wassertanks zu verhindern. Wer will, kann die Klebepads an der Unterseite der Unterlage benutzen, um diese am Boden festzukleben, ein Verrutschen wird so verhindert. Das ist auch gar keine schlecht Idee, tut man das nämlich nicht, rutscht die Unterlage gerne schon mal hin und her.

Ist die Ladestation dann angeschlossen, muss nur noch der Sauger startklar gemacht werden. Dafür wird dieser in 1m Radius um die Ladestation aufgestellt und dann eine der Tasten des Roboters bedient. Dieser dreht eine Orientierungsrunde und fährt dann zur Ladestation, um aufzuladen. Jetzt ist der Lenovo Cleaner X1 einsatzbereit und kann jederzeit anfangen, seine Dienste zu verrichten.

Die App

Wer mag, kann den Saugroboter auch ganz ohne App benutzen. Hierfür stehen zwei Tasten an der Oberseite des Roboters zur Verfügung. Die vordere startet eine Reinigung des ganzen Hauses, erneuter Tastendruck lässt den X1 eine Pause einlegen. Die hintere Taste schickt den fleißigen Haushaltshelfer wieder zurück an die Ladestation.

Wer allerdings alle Features des Lenovo Saugers ausnutzen will, der muss schon zur “Lenovo Cleaner X1” App greifen. Diese gibt es sowohl für Android als auch für iOS. Zunächst einmal gilt es den Roboter in der App anzumelden. Eine Anleitung hierfür wird in der App angezeigt. Wichtig ist darauf zu achten, dass das WLAN-Netzwerk, in das der Sauger eingebunden werden soll, im 2.4 GHz Bereich funkt – 5 GHz unterstützt der X1 nicht. Sobald die Einrichtung abgeschlossen ist, kann der Sendebetrieb wieder normal auf 2.4/5 GHz umgestellt werden, der Roboter verbindet sich nun automatisch mit dem 2.4GHz Netz.

Ist der Roboter in der App angemeldet, kann es losgehen mit dem Reinigen. Zunächst einmal muss der LDS (Laser-distance-sensor) gesteuerte Roboter eine Runde drehen, um sich zu orientieren. Diese dauert etwas länger als darauffolgende Reinigungen, da der X1 den Raum um sich herum zunächst erfassen muss. Doch zu Orientierung, Zeiten und Reinigungsleistung wollen wir in der nächsten Kategorie kommen, zunächst noch einmal zur App:

Übersicht

Die App ist komplett in Englisch, allerdings sehr übersichtlich aufgebaut. Wir starten im Hauptmenü mit der Auswahl eines Roboters, wer also über mehr als einen Lenovo Staubsaugroboter verfügt, kann hier die betroffene Einheit auswählen. In diesem Kontext ist es zudem praktisch, dass man seinem Haushaltshelfer Namen geben kann, um nicht den Überblick zu verlieren. Für alle, die nur über einen Lenovo X1 verfügen ist das dann doch eher ein Gimmick, unser Sauger etwa heißt jetzt Harry.

Screenshot 20200203 202032 Lenovo Cleaner X1

Ein direktes Ansteuern über einen Sprachassistenten ist, trotz widersprüchlicher Angaben in den Weiten des Internets, leider momentan nicht möglich. Wir können „Harry“ also nicht einfach per Sprachbefehl auf die Reise schicken. Neben der Auswahl des Roboters kann in diesem Menü noch eine Liste der letzten Nachrichten des Saugers angezeigt werden. Eine Freigabe Option, über die der Sauger mit anderen Mitbewohnern geteilt werden kann, steht auch noch zur Verfügung.

Haben wir den passenden Roboter ausgewählt, kommen wir zu den eigentlich interessanten Einstellungen. Hier können wir den X1 auf Sauber-mach-Tour schicken, diese planen und den Roboter in so einigen Hinsichten konfigurieren.

Reinigungsmodi

Hauptsächlich stehen drei Varianten bereit, über die der Sauger unsere Wohnung reinigen kann:

  • „Whole-house cleaning“ reinigt das ganze Haus. Der Roboter fährt einen Raum nach dem anderen ab und saugt so die ganze zugängliche Fläche einmal ab.
  • „Specify the area“ erlaubt es einen bestimmten Bereich zu reinigen, außerdem kann ausgewählt werden, ob die ausgesuchte Fläche einmal oder zweimal gereinigt werden soll.
  • „Specify the room“ erlaubt es einen oder mehrere bestimmte Räume zur Reinigung auszuwählen.

Erst nachdem der X1 selbstständig eine komplette Reinigungstour abgeschlossen hat, steht die raumspezifische Reinigungsfunktion zur Verfügung. Bei uns hat es bis zu diesem Punkt drei Reinigungsfahrten gebraucht, da ein Anheben des X1 die Fahrt bereits unterbricht und er sie so nicht selbstständig zu Ende führen kann. Ist das dann allerdings geschafft, unterteilt die Software des Roboters die gesaugte Fläche in Räume. Diese werden in der App farblich voneinander abgegrenzt und können im Folgenden noch umbenannt werden.

Leider hat die Erkennung der Räume bei uns nicht perfekt geklappt. Ein Raum (auf den Bildern unten rechts) wurde in zwei Teile unterteilt, die nun als eigenständige Räume 6 und 8 gewertet werden. An sich kein großes Drama, leider können die Räume allerdings auch nicht manuell zusammen gelegt werden, ohne dass eine neue Bestandsaufnahme der kompletten Wohnung gemacht wird. Schade, andere Anbieter, wie etwa Roborock, bieten hier mehr Spielraum. Ein weiteres kleines Manko ist die für meinen Geschmack etwas zu undeutliche Auswahl der zu reinigenden Räume. Bei ausgewählten Räumlichkeiten wird ein Haken angezeigt und die Farbe des Raumes wird etwas stärker kontrastiert angezeigt. Für mich sind hier oft zwei Blicke notwendig, um mich zu versichern, einen Raum auch ausgewählt zu haben.

Ansonsten funktioniert die raumspezifische Reinigung sehr gut, Räume werden klar voneinander abgegrenzt, Raumgrenzen zuverlässig erkannt, der Roboter hält sich bei der Reinigung penibel an diese.

Für den bereichspezifischen Reinigungsmodus haben wir kaum Verwendung gefunden, zu selten ist es bei uns nötig, nur einen bestimmten Bereich eines Raumes zu saugen und für alles andere ist der raumspezifische Reinigungsmodus einfach praktischer.

Dennoch ist auch dieser Modus gut gemacht. Die Einzeichnung der Bereiche funktioniert intuitiv. Der Roboter hält sich sehr genau an den ausgewählten Bereich, über die zweimal reinigen Funktion ist es möglich, den ausgewählten Bereich besonders gründlich zu säubern. Praktisch ist der Modus zudem, wenn der Lenovo X1 auch zum Wischen genutzt wird. So können Räume mit Teppichen gewischt werden, ohne die Teppiche dabei zu benässen.

Sperrzonen

In dieselbe Kerbe schlägt auch die „Block off“ Funktion. Über diese können rote Quader beliebiger Größe auf der Karte der Wohnung verteilt werden. Diese meidet der Saugroboter künftig. Praktisch ist das für Bereiche mit vielen Kabeln, mit diesen hat der X1 die saugrobotertypischen Probleme.

Weiterhin ist es möglich, Bereiche nur für den Wischmodus zu sperren. In diesen wird ganz normal gesaugt, nur im „Mop Mode“ werden diese Zonen gemieden. Beides funktioniert ausgezeichnet. Der Roboter hält sich strikt an diese Zonen und schafft es diese konsequent zu meiden.

links eine generelle no-go Zone, rechts eine nicht-wisch Area

Weitere Funktionen

Neben der Auswahl der Saugmodi sehen wir in der App die Karte unserer Wohnung, live wird uns hier die Position unseres Roboters und die von ihm zurückgelegten Wege angezeigt. Dazu kommt eine Angabe der geschätzten Fläche unserer Wohnung, die Zeit, die der X1 bereits für seine Reinigung gebraucht hat und die Größe der bereits gereinigten Fläche. Leider ist zumindest die Angabe der geschätzten Wohnungsgröße nicht sehr genau.

Unter diesen Optionen sind noch vier weitere Funktionen angeordnet:

  • Charging – schickt den X1 zurück an die Ladestation
  • Go cleaning – schickt den Roboter los zur Reinigungstour
  • Auswahl der Saugmodi – Auswahl zwischen 4 Modi der Saugstärke
  • More – weitere Einstellungen

Die ersten drei Funktionen sind wohl relativ selbsterklärend, zu more gibt es jedoch noch etwas mehr zu sagen. Hier sind noch einige Funktionen zu finden, mit denen man die Saugtour nach Belieben anpassen kann:

  • Ordnen der Reinigungsreihenfolge, bei der Reinigung der gesamten Wohnung.
  • Eine Karte auszuwählen – bis zu 3 Karten, etwa von unterschiedlichen Geschossen, können eingespeichert werden.
  • Anzeigen der Reinigungshistorie, mit abgefahrenen Wegen und Zeiten.
  • Zurücksetzen der Karte.
  • Ändern des Stimmpakets, zur Wahl stehen zwei Englische und dazu noch chinesische Stimmen.
  • Softwareupdates
  • RC- Mode, hier kann der X1 ferngesteuert werden.
  • Zeitplan, erlaubt es den Roboter automatisiert zu bestimmten Zeiten auf Reinigungstour zu schicken. Zusätzlich sind die Saugstärke, Reinigungszyklen oder auszulassende Räume einstellbar.
  • Settings – noch mehr Einstellungen. Hier sind nur selten benötigte Parameter zu finden. Es ist etwa möglich, die Beleuchtung der Tasten am Roboter auszuschalten, Flächenangaben von Quadratmeter auf Quadratfuß umzuschalten, den Namen des Roboters zu verändern oder die Lautstärke, in der der X1 seine Ansagen macht, einzustellen. Das wichtigste hier ist wohl der „Carpet mode switch“, über den kann die automatische Teppicherkennung eingeschaltet werden. Standardmäßig ist diese aus.

Reinigungsleistung im Alltag

Vorweg direkt ein Hinweis. Der Lenovo glänzt vor allem dann, wenn man ihm bei der Reinigung nicht zuschaut. Er folgt seinen eigenen Roboterregeln, die uns Sterblichen teilweise einfach nicht intuitiv erscheinen. Ich wollte den Roboter immer wieder einfach hochheben und an anderer Stelle absetzen oder den Weg, den er nimmt verändern, ihm eben ein bisschen helfen. Das ist aber absolut nicht nötig, auch wenn es in einem schreit, wenn der Sauger dreimal gegen die gleiche Tür fährt. Lasst ihn einfach machen, er kann das.

Wenn man das befolgt, macht der X1 seine Sache richtig gut. Anders, als ältere Staubsaugroboter, ist der X1 „smart“. Sprich er navigiert richtig und fährt nicht einfach quer durch den Raum. Lenovo führt für die Navigation die Begriffe „LDS“, „LiDAR“ und „SLAM“ ins Feld. Um es kurz zu machen heißt das, dass der Roboter seine Umgebung misst und sich selbstständig in dieser positioniert. Dabei werden neue Daten jeder Reinigung und ein Grundgerüst, bestehend aus den Daten alter Reinigungen, genutzt. Dieses System funktioniert hervorragend. Der Roboter scheint zu jeder Zeit genau zu wissen, wo er ist und wo er lang will. Trotzdem kommt es immer mal wieder zu Zusammenstößen mit Objekten, vor allem dünnere Gegenstände wie Tischbeine werden gerne mal angebampert.

Ist aber kein Problem, denn der X1 ist mit einer ganzen Armada von Sensoren ausgerüstet. Haptische Sensoren schützen den Roboter bei Stößen mit Objekten, die zu niedrig sind, um von der Lasermessung erkannt zu werden, Infrarotsensoren registrieren Wände, ein anderer Sensor Kontakt zur Ladestation, wieder andere Sensoren die Geschwindigkeit des Roboters oder den Untergrund, auf dem er sich bewegt.

In Kombination schaffen es das Navigationssystem und die Sensorensuite den X1 souverän zu steuern. Räume werden bis in die Ecken abgefahren und bis direkt an die Wand ran gereinigt. Auch temporär aufgestellte Objekte, wie Wäscheständer oder neu positionierte Stühle, bringen den Sauger keinesfalls aus der Fassung. Hin und wieder fährt er zwar mal gegen Wände und Türen und das auch mehrmals hintereinander, aber er schafft es in allen Fällen sich wieder zu befreien. Merkt er, dass ein Widerstand beweglich ist, fährt er teilweise so oft gegen ihn, bis er dann aus dem Weg ist – Sind Gegenstände fest verankert, werden die Konturen abgefahren, bis er umrundet ist.

Umfahren, als auch umfahren – geht also beides beim X1. Generell folgt der Roboter einem klar definiertem Schema. Zunächst werden die Umrisse eines Raums gesaugt, dann in geraden Bahnen der Raum innerhalb davon. Stehen Hindernisse im Weg, wird es chaotischer, teilweise wird diesen ausgewichen und dann auf die alte Bahn zurückgekehrt, teilweise scheint der X1 komplett aus der Bahn geworfen zu werden und sich dann ganz anders zu orientieren. Dann werden Bereiche teils doppelt befahren. Wie gesagt, man sollte den Roboter wohl einfach sein Ding machen lassen und nicht versuchen in seine Logik einzutauchen.

 

Selbiges zeigt auch das Raummanagment des Lenovo Saugers. In den allermeisten Fällen werden Räume in fester (einstellbarer) Reihenfolge abgefahren, in seltenen Fällen bricht er seine Tour aber einfach ab und macht in einem anderen Raum weiter, um dann später wieder zurück zu kommen und seine Arbeit zu beenden. Da er aber genau das dann tut, ist das kaum zu kritisieren. Natürlich braucht die Reinigung so etwas mehr Zeit, aber wie gesagt, am besten lässt man den Sauger eh laufen, wenn man nicht Zuhause ist.

Steigungen sind ebenfalls kein Problem. Anders, als viele andere Staubsaugroboter schafft das Modell von Lenovo es nach einigen Anläufen über die Kufen des Wäscheständers – Test bestanden. Teppiche sind da leider schon ein etwas größeres Problem. Kurze Teppiche gehen, längere eher weniger. Sie werden zwar erkannt und der X1 schaltet automatisch auf die höchste Saugstufe, aber irgendwie verunsichern sie die Navigation des Roboters. Teile unseres Wohnzimmerteppich werden manchmal einfach ignoriert, ausgelassen, warum ist unklar. Zudem fänden wir es sinnvoller, wenn Teppiche am Stück gereinigt würden, sie werden ja erkannt. Der X1 fährt sie aber nicht als Einheit ab, sondern er bleibt auf seinen Bahnen und schaltet immer dann die Saugleistung hoch, wenn er sich auf Teppich befindet.

Die Zeiten, die der X1 braucht, sind Durchschnitt. Für die 100m² unserer Wohnung braucht er etwa 90 Minuten. Als gesaugte Fläche werden knapp 60m² angegeben. Dabei geht der Akku runter auf etwas über 20 Prozent.

Die Zeiten variieren stark danach, wie aufgeräumt die Räume sind. Saugt der Roboter nur die „einfachen“ Räume, Räume in denen lange Bahnen am Stück gesaugt werden können, schafft der X1 etwa einen Quadratmeter pro Minute – ein guter Wert. Die Akkuleistung hängt natürlich von der gewählten Saugstärke ab. Genauso die Lautstärke.

Eine der zeitlichen Bestleistungen des X1

Im niedrigsten Modus liegt diese laut Lenovo bei 55 dB, der Akku hält deutlich länger. Nach unseren Erfahrungen etwa doppelt so lange wie im Standardmodus. Trotzdem wird Staub zuverlässig entfernt. Wer seinen X1 mehrmals die Woche zu benutzen plant, für den reicht dieser Modus vollkommen aus. Wer etwa einmal die Woche saugt, sollte auf den Standardmodus wechseln, dieser ist nicht so laut, dass er übermäßig stören würde und saugt zuverlässig den Staub der Woche auf. Den Max Modus haben wir genutzt, wenn nur ein oder zwei Räume intensiv gesäubert werden sollten. Hier werden die ganzen 2200pa Saugleistung ausgenuzt, das schlägt spürbar auf den Akku und ist durchaus störend laut. Dazu säubert er nicht viel zuverlässiger als der Standard Modus. Das liegt vor allem daran, dass der Max Modus auf Teppichen ja sowieso eingeschaltet wird.

Geht dem Lenovo Cleaner mal der Saft aus, bevor fertig gesaugt hat, kehrt er automatisch zur Ladestation zurück. Die magische Grenze sind hier 20%. Sind nur noch diese übrig, fährt der X1 automatisch an den Strom. Bei 80% Akkuladung geht es dann zurück an die Arbeit. Eine Ladung von 20% auf 100% braucht etwa 3 Stunden, auch ein durchschnittlicher Wert.

Die Wischfunktion

Wie bereits angeklungen kann der Lenovo Cleaner X1 nicht nur saugen, sondern auch wischen. Damit reiht er sich nahtlos in die Reihe anderer Saugroboter der neuen Generation ein. Geräte wie der Roborock S5 Max oder der Xiaomi Mi Vacuum 2 und viele andere können das auch. Das Wischsystem ist im Vergleich Standard. Eine eigene Wasserpumpe, wie etwa im Roborock S5 Max, hat der X1 nicht. Lenovo wirbt zwar damit, dass der Wassertank nur Wasser abgeben würde, wenn auch gewollt, über welchen Mechanismus das allerdings gesteuert werden sollte, ist uns schleierhaft. In der Praxis sind es einfach zwei kleine Hartschwämme, die in Mithilfe der Gravitation Wasser aus dem Tank langsam auf den Mop durchtropfen lassen.

Der Tank selbst fasst 170ml, das reicht für das Wischen von etwa 40m² gut aus. Die Resultate der Wischfunktion sind wie erwartet. Da diese, wie bei den meisten Saugrobotern, ohne wirklichen Druck arbeitet, werden Böden zwar oberflächlich feucht abgewischt, Flecken wird der X1 allerdings nicht entfernen. Die Wischfunktion ist eher als Abschluss des Saugvorgangs zu sehen. Das Mikrofaser Mop-Tuch nimmt noch die letzten Staubreste mit, an Aufgaben, die den Einsatz eines Wischmops erfordern würden, scheitert der X1 aber allemal.

Um den Mop-mode zu starten, muss lediglich der Wassertank in das Gerät eingesetzt werden. Das klappt nach etwas Übung ohne Probleme, auch ohne Anheben des Roboters. Ist der Tank eingesetzt, setzt der X1 seine Reinigungstour automatisch im Mob Mode fort. Das bedeutet im Endeffekt einfach nur, dass die Saugleistung runtergefahren wird. Die Wischeigenschaften haben nichts mit der Software zu tun, der Sauger zieht einfach nur das Moptuch über den Boden, während dieses durch den Wassertank stetig weiter befeuchtet wird. Allerdings achtet euer Saugroboter nun darauf eingezeichnete no mop Zones zu meiden.

Insgesamt ist die Wisch Funktion ein nettes Feature, kommt aber nicht über den Status einer Spielerei hinaus.

Testergebnis

Getestet von
Jonas Schlag

Mit dem Cleaner X1 hat Lenovo einen souveränen Start ins Smarthome-Business hingelegt. Der Sauger überzeugt in allen wichtigen Bereichen. Er saugt vernünftig, die App ist übersichtlich aufgebaut, der Akku stimmt, Größe von Staub- und Wasserbehälter sind auf Augenhöhe mit denen der etablierten Konkurrenten von Xiaomi und Roborock. Doch genau da liegt der springende Punkt. Die Konkurrenz ist stark und der X1 bietet nichts, was ihn wirklich von ihr abhebt. Da wäre das Design, wem das wichtig ist, der hat hier einen Nagel im Brett. Außerdem hat Lenovo den Vorteil, dass sie in Deutschland bekannt sind.

Aber ansonsten ist der X1 eben doch nur ein guter Saugroboter. Der Roborock S5 Max aber ist ein guter Saugroboter mit besserer Wischfunktion und kostet nur 50€ mehr.

Insgesamt ist der Lenovo Cleaner X1 eine gute bis sehr gute Wahl für die heimischen vier Wände. Ob es nun aber dieser Roboter sein soll, oder der Roborock S5 Max, der S6 oder der Xiaomi Mi Vacuum 2, darüber entscheidet wohl hauptsächlich, welcher gerade im Angebot ist.


Gesamtwertung
83%
Design und Verarbeitung
100 %
Saugleistung
90 %
Wischleistung
50 %
App
90 %
Einstellungsmöglichkeiten
100 %
Navigation
70 %
Akku
80 %
Reinigunsdauer
80 %

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