Die Produkte des chinesischen Herstellers Xiaomi sind längst keine Geheimtipps oder Produkte für Technik-Freaks mehr. Xiaomi steht für sehr gute Technik, tolles Design und vergleichsweise niedrige Preise. Klar, es geht immer billiger, aber in Sachen Preis-Leistung sind die Xiaomi-Geräte in nahezu jeder Kategorie ganz vorne dabei. Bis auf wenige Ausnahmen sind wir jedes mal aufs Neue überrascht, was die Chinesen fürs Geld abliefern und wie qualitativ hochwertig günstige Technik aus Fernost mittlerweile geworden ist. So waren unsere Erwartungen an den ersten Staubsauger-Roboter von Xiaomi verständlicherweise sehr hoch. In unserem ausführlichen Testbericht zeigen wir Euch nun, ob sich die Anschaffung des Mi Robot Vacuum lohnt und was ihr von dem Gerät erwarten könnt:

Lieferumfang

Der Xiaomi Mi Robot Vacuum kommt in einer stylishen Verpackung daher und ist von passenden Styroporschalen gut geschützt bei uns aus Fernost eingetroffen. Neben dem Staubsaugroboter selbst ist noch die Basisstation im Karton, sowie ein Stromkabel, das leider einen chinesischen Stecker hat. Zum Glück ist das Kabel nicht fest an der Station angebracht und kann so sehr einfach durch ein Euro-Netzkabel direkt mit der deutschen Steckdose verbunden werden. Die beiliegende Gebrauchsanleitung ist ebenfalls in chinesisch, aber da man nichts zusammenbauen muss, benötigt man diese im Grunde ohnehin nicht. Als kleines Zubehör liegt dem Roboter noch ein kleiner Plasik-Kamm bei, den man zum Säubern der rotierenden Bürste verwenden kann. Nachdem Auspacken müssen nur ein paar Aufkleber zur Transportsicherung abgezogen werden und schon kann es mit dem Saugen losgehen.

Verarbeitung und Qualität

xiaomi mi robot vacuum

Der erste Eindruck nach der Lieferung des Xiaomi Mi Robot Vacuum war schon sehr positiv und im Langzeittest hat sich dieser Eindruck mehr als bestätigt! Der Mi Robot ist, wie bereits von anderen Xiaomi-Geräten gewohnt, insgesamt sehr hochwertig und solide verbaut und verrichtet nun seit acht Wochen munter und fleißig seinen Dienst. Der Staubsaugroboter wiegt fast 4 Kilo, was den soliden Eindruck noch verstärkt, lässt sich im Alltag aber ohne Probleme hochheben und in einen anderen Raum setzen.

Der integrierte Li-Ion Akku hat mit 5.200mAh (14.4V / 74.88Wh) genug Power für das Saugen von etwa 200 m². Je nach eingestellter Saugstufe, Bodenbelag oder Hindernissen variiert der Stromverbrauch natürlich. In unserer Wohnung braucht der Mi Robot zwischendurch nicht an seine Ladestation fahren, was bei größeren Flächen aber automatisch geschehen würde.

Positiv überrascht hat uns die intelligente Software des kleinen Saugroboters, denn dieser navigiert sich mit satten 12 unterschiedlichen Sensoren in jeder Situation sicher durch die Wohnung. Das Highlight ist sicherlich der einzigartige 360° Laser Sensor, der die Umgebung 1.800 mal in der Sekunde scannt. Dadurch unterscheidet sich der Mi Robot schonmal sehr deutlich von günstigeren Geräten aus China, wie den ILIFE V5 Pro oder V7. Diese fahren einfach chaotisch kreuz und quer durch die Wohnung, bis hoffentlich die gesamte Fläche abgefahren wurde. Beim Xiaomi Mi Robot sorgt ein ausgeklügelter Algorithmus namens SLAM (Simultaneous Localization and Mapping Algorithm) dafür, dass der Raum bei jedem Start zunächst von den Lasersensoren gescannt wird. Der Roboter fährt dann erstmal am Rand entlang, bis er den Raum vollständig erfasst hat und nimmt sich dann die Fläche in schönen geraden Bahnen vor. Bei großen Räumen, oder wenn zum Beispiel die Türen offen stehen, teilt sich der Mi Robot die Fläche selbstständig in Bereiche von etwa 15m² ein und reinigt diese Stück für Stück, nach und nach. An Treppen oder Kanten stoppt der Sauger zuverlässig, es besteht also keine Gefahr, dass er irgendwo abstürzt.

xiaomi-mi-robot-vacuum-sensors

Die Reinigungsleistung hat uns mehr als überzeugt, selbst meine Frau, die anfangs noch skeptisch war, ist sehr zufrieden wie sauber die Räume sind und es bleiben keinerlei Krümel oder Wollmäuse liegen. Selbst an den Rändern und Wänden nimmt er den Dreck durch die horizontale Elektrobürste vollständig auf!

Mit einer zweiten rotierenden Bürste holt sich der Mi Robot den Dreck auch vom Rand und saugt diesen zuverlässig ein. In kleine Nischen kommt er natürlich nicht rein, denn mit einem Durchmesser von 345 mm fährt er nur in Bereiche, die mindestens 35 cm breit sind. Aber dank seiner geringe Bauhöhe von 96mm kann er selbst unter unserer Couch und unter dem Bett (bis 10 cm Höhe) die Wollmäuse und den Staub einsammeln. Beim allerersten Start war der Schmutzbehälter dadurch erschreckend voll, denn unter der Couch oder unter dem Bett haben wir vorher nur sehr selten mit dem normalen Staubsauger gesaugt.

Bei der regelmäßigen Reinigung fällt natürlich nicht mehr so viel Dreck an, der 400 ml fassende Behälter reicht also in der Regel aus. Richtig gut ist der integrierte HEPA-Filter, der dafür sorgt, dass die Abluft keinerlei Staub mehr enthält. Der Behälter befindet sich unter einem Deckel auf der Oberseite und lässt nach dem Hochklappen einfach herausnehmen und zum Müll bringen. Dort angekommen öffnet man den Auffangbehälter und klopft diesen einfach aus.

Durch die rotierende Teppichbürste und die starke Saugleistung von maximal 1.800 Pa hat konnte der Mi Robot selbst aus frisch gesaugten Teppichen noch eine Menge Dreck herausholen und komprimiert den Dreck im Schmutzbehälter ziemlich stark. Der Saugroboter nimmt selbst hohe Teppichkanten von unserem dicken Badvorleger problemlos, wenn er auch manchmal einen zweiten Anlauf braucht oder die Antriebsreifen kurz auf den Fliessen abrutschen.

Software – Einstellungen und Funktionen der App

Über die Mi Home App, die es sowohl für iOS, als auch für Android im jeweiligen App-Store gibt, kann der Mi Robot Staubsauger bedient und konfiguriert werden. Für den Betrieb ist die App im Grunde jedoch nicht notwendig! Über die beiden Tasten auf der Oberseite (Home und Start) kann der Staubsaugroboter problemlos auch ohne App gestartet, gestoppt oder zur Basisstation geschickt werden. Die Mi Home App ist als Zentrale für sämtliche Smart-Home-Produkte von Xiaomi gedacht und ist leider nur teilweise auf englisch übersetzt. Mit etwas Übung lässt sich der Saugroboter aber problemlos auch mit dem chinesischen Interface bedienen. Zudem ist es mit dieser Anleitung aus dem Roboter-Forum möglich, die App für den Xiaomi Staubsauger komplett auf Deutsch zu übersetzen.

Installation und Einrichtung

Nach der Installation der App muss man als Standort unbedingt Mainland China auswählen, sonst kann man keine Geräte hinzufügen. Sobald der Mi Robot das erste mal eingeschaltet wurde, öffnet dieser selbst ein WLAN-Netzwerk, welchem man ohne Passwort beitreten kann. Nachdem man im WLAN des Robots ist, wird dieser in der Mi Home App erkannt und man kann sein normales WLAN nun auswählen und dem Staubsauger dessen Passwort mitteilen. Anschließend ist der Mi Robot im normalen WLAN eingebunden und kann jederzeit gestartet, pausiert oder konfiguriert werden. Als Schnellzugriff kann man nun auch eine Verknüpfung zum Robot auf den Home-Screen ablegen, dann braucht man die Mi Home App eigentlich nicht mehr zu starten. In der Praxis reicht es zudem absolut aus, den Roboter über die beiden beleuchteten Tasten auf der Oberseite zu bedienen.

Einstellungen und Optionen

Xiaomi-Mi-Robot-Vacuum-AppIn der App kann auf dem Dashboard rechts unten direkt die Saugleistung in drei Stufen eingestellt werden. In der Mitte startet man den Saugvorgang und auf dem linken Button schickt man den Staubsauger wieder zurück zum Aufladen in die Basisstation.

Außerdem sieht man auf dem Dashboard die gesaugte Fläche als 2D-Karte und in Quadratmetern, den Akkustand in % sowie die Dauer des aktuellen oder letzten Durchlaufs. Auf der 2D-Karte kann man auch sehr schön nachvollziehen, welchen Weg der Mi Robot Vacuum genommen hat, um den Raum zu säubern.

Im Zusatzmenü bei den Einstellungen kann dazu noch ein Power-Modus aktiviert werden, dann saugt der Robot mit voller Leistung, was wir insbesondere zu Beginn auf den alten Teppichen für sehr sinnvoll halten. Für die regelmäßige Reinigung reicht die unterste Stufe in der Regel vollkommen aus, dabei ist der Sauger dann auch ziemlich leise und kann die Wohnung reinigen, während man zum Beispiel Fernsehen schaut. Zudem ist es möglich, in der App einen Reinigungszeitplan zu erstellen, sodass der Roboter automatisch seine Arbeit verrichtet, wenn Ihr außer Haus seid. Ebenso lässt sich eine Ruhezeit konfigurieren, zu der der Robot Ausgehverbot hat.

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Soll die Wohnung automatisch regelmäßig gereinigt werden, kann man einfach einen entsprechenden Zeitplan hinterlegen, sowie Zeiten angeben, an denen der Sauger in keinem Fall starten soll. Im Reinigungsverlauf sieht man alle bisherigen Reinigungsvorgänge inkl. Zeit, Fläche und dem Scan des jeweiligen Raumes. Die Option Zubehör direkt über die App zu bestellen, macht für Deutsche Nutzer leider keinen Sinn, hier empfehlen wir die Bestellung über Gearbest. Auch die Videos im Punkt Handbuch sind ausschließlich für chinesische Nutzer geeignet.

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Über die App kann die Firmware des Geräts auch einfach über WLAN aktualisiert werden. Das hat bei uns sehr gut funktioniert, mittlerweile haben wir schon 5 Updates erfolgreich eingespielt.

Anfangs ist es wirklich ein bisschen komisch die App in chinesisch/englische zu benutzen, aber man findet sich schnell zurecht und ich habe mittlerweile sogar richtig Spaß an den chinesischen Sprachmeldungen aus dem kleinen Roboter.

Zusammenfassung

Wir haben den Staubsaug-Roboter extra über einen längeren Zeitraum für Euch getestet, denn 300 EUR sind kein Pappenstiel. Aber die Gute Nachricht: Der Xiaomi Mi Robot Vacuum überzeugte uns auf ganzer Linie und ist mehrmals in der Woche im Einsatz.

Mittlerweile muss ich den Robot sogar zu Freunden und Verwandten mitbringen, um deren Wohnungen zu säubern und die meisten davon kaufen sich nun selbst einen eigenen Mi Robot. Er vereint eine intelligente Navigationsstrategie mit einer sehr guten Reinigungsleistung zu einem Hammer-Preis. Er scannt während der Fahrt permanent den Raum mit seinem rotierenden Laser und reagiert dadurch auch auf Veränderungen wie verstellte Möbel oder geschlossene Türen.

Zu den reinen Anschaffungskosten muss man bei einem solchen Gerät natürlich auch die Ersatzteile berücksichtigen!

Und auch hier punktet Xiaomi auf ganzer Linie, denn im Gegensatz zu iRobot, Vorwerk und Co. sind die Verschleißteile wirklich günstig. Zwei HEPA-Ersatzfilter bekommt man für umgerechnet etwa 15 EUR, die Abdeckung für die Walzenbürste kostet 13 EUR, die Walzenbürste selbst 16 EUR, zwei der horizontalen Rotationsbürsten ca. 7 EUR. Alle Ersatzteile findet ihr günstig bei Aliexpress! Nach mittlerweile über 700 gesaugten Quadratmetern und 11 Stunden Nettolaufzeit sind die Verbrauchsmaterialien alle noch jenseits der 90% (HEP-Filter, horizontale und Teppich-Bürste):

Außerdem gibt es bei Gearbest auch eine Art virtueller Wand für etwa 15 EUR. Dabei handelt es sich um ein schwarzes Kunststoffband, das ausgelegt werden kann, um den Staubsaugroboter davon abzuhalten, in bestimmte Bereiche zu fahren.

Zum aktuellen Preis um 300 EUR können wir eine definitive Kaufempfehlung aussprechen! Der Staubsaugroboter von Xiaomi braucht sich in Sachen Qualität und Saugleistung selbst vor den deutlich teureren iRobot Roomba 980 / 780 oder Vorwerk Kobold VR200 nicht zu verstecken.

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* Preise inkl. Versand und Zoll. Zwischenzeitliche Änderung der Preise, Rangfolge, Lieferzeit und -kosten möglich. Preise zuletzt aktualisiert am 26.3.2017

90% Hervorragend

Ausgezeichnete Saugleistung, tolle Verarbeitung und sehr günstiger Anschaffungs- und Ersatzteilpreise. Der Mi Robot von Xiaomi hat uns im Test absolut überzeugt und ist in seiner Preisklasse einfach unschlagbar. Selbst gegen die wesentlich teureren Geräte von Vorwerk und iRobot muss sich der China-Saugi nicht verstecken.

Das putzige Einparken an die Ladestation und das neugierige Erkunden neuer Räume hat sogar dafür gesorgt, dass wir den kleinen fleissigen Helfer in unser Herz geschlossen haben und unser Tester den Mi Robot Vacuum wie ein Haustier behandelt.

  • Saugleistung 100 %
  • Bedienung 70 %
  • Preis-Leistung 100 %

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11 Kommentare zu "Xiaomi Saugroboter Mi Vacuum im Test"

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Marc
Gast
Marc

Hallo, wenn ich den neu starte weil sich was verfangen hatte, dann findet er die Ladestation nicht mehr. Ist das bei euch auch so?
Ansonsten bin ich wirklich sehr zufrieden mit dem Sauger

datobi2k
Gast
datobi2k

Nein, einfach entheddern und dann wieder auf den Power-Button drücken oder auf den Home-Button. Funktioniert beides tadellos.

Marc
Gast
Marc

Bei mir komischerweise nicht. Er sucht die ladestation, fährt aber dann wieder an den Punkt zurück wo ich ihn gestartet habe.

Stefan
Gast
Stefan

Hallo, wie verbindet man den Sauger denn mit dem WLAN? Bei mir funktioniert das nicht.

TrX
Gast
TrX

wie fährt er denn random oder nach Plan?
Wie ist die Saugkraft? ordentlich?

lg

datobi2k
Gast
datobi2k

Nach Plan, er scant den Raum per Laser, baut sich dann selbst quadratische Blöcke und fährt diese ab, erst einmal außen herum, dann Bahn für Bahn den Innenbereichen. Danach beginnt er den nächsten Sektor. Das ganze kann man sich auch nett auf der Handy-App ansehen. Er merkt sich jedoch die Räume nicht. D.h. wenn beim nächsten Saugen eine Tür zu ist, weiß er nicht, das er eigentlich noch nicht fertig ist. Find ich nicht schlimm, ansonsten funktioniert die Navigation bisher super. Wir haben ne 85m2 Wohnung 3zkb und er fährt alles gründlich, schnell und recht leise ab. Haben 2 Hunde und viele Haare, macht er ohne Probleme. Selbst die Türvorleger bekommt er mit der Saugleistung fast Haarfrei. Unser Dyson schafft das nicht so einfach. Bisher bin ich begeistert, nur unser Sofa müssen wir noch irgendwie um 1,5cm anheben, da kommt er nicht drunter 😉

datobi2k
Gast
datobi2k

Meiner ist heute gekommen, 13 Tage Lieferzeit bei gearbest, das ist mal Topp würd ich sagen. Es lag sogar ein Adapter für die deutschen Steckdosen bei 😉

Bisher mach er einen genialen Eindruck. Erster Test war auch sehr positiv.

Ich bin auf eure Seite gestoßen, weil ich nach ner Übersetzung für die App gesucht habe. Ihr schreibt leider nur, ihr hättet alles von uns übersetzt, ich kann es aber nirgends finden O.O – klar, ich kann auch selbst google translate nehmen, hatte aber gehofft einfach ne Anleitung daneben legen zu können.

Jürgen
Gast
Jürgen

Ihr habt geschrieben „Der Staubsaugroboter von Xiaomi braucht sich selbst vor den … verstecken.“

Da fehlt das „nicht“, denn sonst bedeutet es ja, er wäre so schlecht, dass er sich verstecken muss 😉

Joscha Becking
Editor

Danke

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