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Nokia vs. Vivo – Verkaufsverbot droht auch hier

Die Befürchtung stand schon länger im Raum: Nach Oppo, OnePlus und Realme trifft es auch Vivo. Vor Gericht hat man die Patent-Klage gegen Nokia verloren, was einen möglichen Verkaufsstopp zur Folge hat. Alle vier Unternehmen agieren unter dem BBK Electronics Konzern und werden wohl die gleiche Vereinbarung zur Nutzung der Mobilfunk-Patente genutzt haben.

Werfen wir in diesem Artikel einen Blick darauf, wie der Fall bei Vivo verlaufen ist und was die Konsequenzen sind. Über „Nokia vs. Oppo / OnePlus“ und das Gerücht, dass Oppo plant sich aus Deutschland zurückzuziehen, haben wir bereits berichtet.

Gescheitere Lizenzvereinbarung & Patentrechtsstreit vor Gericht

Nokia hält alte Patente, die sich auf Technologien für den Zugang zu Netzen neuer Mobilfunkstandards beziehen. Ende 2021 ist die bestehende Lizenzvereinbarung ausgelaufen und bisher konnte keine Einigung erzielt werden. Das finnische Unternehmen Nokia hat im Patentstreit gegen den chinesischen Smartphone-Anbieter Vivo vor dem Landgericht Mannheim am 12. April die Patent-Klage vorerst gewonnen. Vivo plant jedoch Berufung gegen das Urteil einzureichen.

In der Zwischenzeit werden bei Vivo bereits jetzt Vorkehrungen getroffen, um den Verkauf der Geräte über offizielle Kanäle auszusetzen. Sollte Nokia den Unterlassungsanspruch durchsetzen können, droht der Verkaufsstopp für Vivo in Deutschland. Da Vivo keinen messbaren Marktanteil in Deutschland hat, sollte das zunächst kein großes Problem darstellen.

Vivo wirft Nokia vor, sich bei der Einigung über eine neue Lizenzvereinbarung des Mobilfunk-Lizenzpakets nicht an die “FRAND”-Bedingungen (fair, angemessen und nicht diskriminierend) gehalten zu haben. Nokia hingegen betont, dass alle möglichen Schritte unternommen wurden, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Das Gericht gab jedenfalls Nokia recht und die “FRAND”-Bedingungen scheinen erfüllt.

Persönliche Einschätzung: Hier könnte mehr als nur etwas Geld eine Rolle spielen. Der Schaden für Oppo, OnePlus, Realme und nun auch Vivo, der bislang durch den Verkaufsstopp erfolgt ist, ist immens. Nicht nur, dass der Umsatz wegfällt, auch die erarbeitete Reputation und Bekanntheit hierzulande schrumpft.

Wie geht es weiter: der Verkaufsstopp

Oppo plant angeblich das Geschäft in Deutschland komplett aufzugeben, Realme hat sich noch nicht geäußert, aber OnePlus hat bereits mitgeteilt, dass man weiterhin die Produkte in Europa anbieten möchte. Vivo hat sich in der Pressmitteilung ebenfalls dazu geäußert und möchte weiterhin in Deutschland präsent sein. Andere Länder (in Europa) sind nicht davon betroffen. Da Vivo hierzulande wie Oppo bislang eher weniger erfolgreich war, vermuten wir, dass das hiesige Geschäft früher oder später doch aufgegeben wird.

Vivo X90 Pro Deutschland

Wie es wohl um das neue X90 Pro steht, das für 1199€ erhältlich sein sollte?

Einen offiziellen Shop auf der Vivo Deutschland Website gibt es ohnehin nicht und wie bei den anderen drei Marken, dürfen bestehende Lagerbestände bei den (Online-) Shops abverkauft werden. Zum Beispiel Amazon und MediaMarkt haben einige Vivo Smartphones direkt auf Lager. Sollte es zu keiner Einigung mit Nokia kommen, wird auch hier der Verkaufsstopp eintreten.

Unsere Einschätzung

Allem Anschein nach verlieren wir in Deutschland langsam aber sicher vier Smartphonehersteller. Den Markt werden sich ohne wirkliche Konkurrenz einfach Xiaomi, Samsung und Apple aufteilen. Google sollte man noch auf dem Schirm haben, aber ein Konkurrent zu den zuvor genannten Giganten der Hardware ist das Softwareunternehmen natürlich nicht. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und bei einer Einigung würden doch eigentlich beide Seiten gewinnen. Nokia hat eigentlich nichts davon, diese Hersteller vom Markt zu drängen und gerade Realme und OnePlus sind in Europa durchaus erfolgreich. Es gab ja offensichtlich mal eine Lizenzvereinbarung, die für beide Seiten in Ordnung war …

Quellen


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Mirko
Mitglied
Mitglied
Mirko(@mirko)
10 Monate her

Dieses Thema ist mehr als ärgerlich. Wenn Wettbewerber auf dem Markt verschwinden, gibt es logischerweise weniger Konkurrenz, die die Preise bestimmen werden. Für die Kunden und Nutzer ist das schlecht. Nokia versucht hier offensichtlich, den BBK-Konzern unter Druck zu setzen. Ich hoffe, die Beteiligten werden sich einigen. Aber solange nur der deutsche Markt boykottiert wird, ist der Druck auf BBK noch nicht so groß. Schließlich kann man im Rest von Europa noch alles verkaufen. Ich frage mich nur, warum Nokia ausgerechnet deutsche Gerichte benutzt, um die Chinesen zu erpressen. Und was anderes ist es nicht! Hätten die das nicht in… Weiterlesen »

Marc
Gast
Marc (@guest_96603)
10 Monate her

Vielleicht bildet sich Nokia ein, durch solche Aktionen mehr Verkäufe zu erzielen. Dazu müssten die aber erst noch vernünftige Smartphones herausbringen sonst wird das nichts.

Gilles
Gast
Gilles (@guest_96607)
10 Monate her
Antwort an  Marc

Die Nokia Handys werden von HMD Global hergestellt. Die brauchen nur den Nokia Namen. Die haben nichts mit der Klage zu tun.

jonas-andre
Autor
Team
Jonas Andre(@jonas-andre)
10 Monate her
Antwort an  Gilles

Ja, da hast du völlig recht. Deshalb ist es ja so verrückt, dass die sich nicht einigen :).

Beste Grüße

Jonas

Shorty
Gast
Shorty (@guest_96602)
10 Monate her

Aber Xiaomi hat was davon: BBK zu verdrängen. Xiaomi hat sich mit Nokia Norwegen geeinigt und sogar eine Kooperation und wird wohl Nokia Norwegen dazu bemühen Konkurrenz wie BBK loszuverwerden

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