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Soundcore Liberty 3 Pro im Test – guter True Wireless-Ohrhörer von Anker

Getestet von Benjamin Kalt am
Vorteile
  • starker Lieferumfang in schicker Box
  • Case von innen beleuchtet, wird via USB-C geladen
  • solider Tragekomfort der Ohrhörer
  • Bluetooth mit SBC, AAC & LDAC
  • gutes ANC
  • Mainstream-Klang mit starken Bässen
  • hohe Maximallautstärke
  • im Alltag rund 20 Stunden Akkulaufzeit
  • gutes Mikrofon für Telefonate
Nachteile
  • Ladeschale aus Plastik, Verarbeitung in Ordnung
  • seltsames Design, Case ist nicht intuitiv nutzbar
  • keine Passstücke aus Memory Foam im Lieferumfang
  • kein Wireless Charging
  • kein aptX, aptX HD & LHDC
  • Transparenzmodus ist höchstens solide
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Anker ist ein Zubehör-Gigant, sowohl in Asien und Europa, als auch in den USA. Mit der Untermarke Soundcore wollen die Chinesen auch den Audiobereich erobern, was in der Vergangenheit schon relativ gut gelungen ist. Der Over Ear-Kopfhörer Soundcore Life Q35 hat im Test überzeugt, was ebenso für den portablen Lautsprecher Soundcore 3 gilt. Preislich wird die Premium-Konkurrenz auch beim neusten Wurf von Anker unterboten. Der Soundcore Liberty 3 Pro ist nämlich ein kabelloser Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, LDAC und laut Hersteller bis zu 32 Stunden Akkulaufzeit. Was an den Versprechen dran ist, klären wir im Testbericht!

Soundcore Liberty 3 Pro 1

Design & Verarbeitung

Der Soundcore Liberty 3 Pro erscheint in vier Farbvarianten: Nachthimmel, Nebelgrau, Winterfrost und Zartlila. Übersetzt bedeutet das Schwarz, Hellblau, Weiß und Lila. Wir haben die weiße Variante im Test, die mich in einer kreativ gestalteten und hochwertigen Box erreicht hat. Dort sind die mitgelieferten Aufsätze geradezu aufgebahrt worden, was einen hochwertigen Ersteindruck hinterlassen hat. Leider sind alle Ohrpassstücke aus Silikon – Aufsätze aus Memory Foam solltet ihr euch unbedingt dazu bestellen.

Der hochwertige Eindruck endet leider bei der Box. Die Ladeschale besteht aus Hartplastik, was man auf den ersten Blick sieht und auf den ersten Touch fühlt, oder so. Der Deckel ist so dünn, dass er selbst bei geringer Einwirkung biegbar ist und das Scharnier hat für meinen Geschmack deutlich zu viel Spiel. Ich bin ehrlich – die Redmi AirDots 3 Pro haben das deutlich hochwertigere Case spendiert bekommen und die kosten gerade einmal 50 Euro.

Immerhin wird via USB-C geladen und die Innenseite der Ladeschale ist beleuchtet. Leider ist das Design der Innenseite gelinde gesagt seltsam, weswegen ich kontinuierlich Probleme dabei hatte, die Ohrhörer in der korrekten Ausrichtung in das Case zu legen. Deutlich zu oft hat ein Teil irgendwo geklemmt oder festgehangen – das sollte einfach nicht passieren. Zudem schließt das Case, selbst wenn ein Ohrhörer nicht korrekt eingelegt worden ist und klärt mich nicht über meinen Fehler auf. Nach fast 50 Prozent (!) der Ladevorgänge habe ich beim nächsten Einschalten einen vollen und einen komplett leeren Ohrhörer vorgesetzt bekommen. Das nervt und ist durch gutes Design vermeidbar.

Ohrhörer: Tragekomfort & Bedienung

Die mitgelieferten Flügel aus Silikon versprechen besonders guten Tragekomfort, über den Durchschnitt hinaus reicht er aber leider nicht. Ich habe mehr erwartet, bin aber auch nicht enttäuscht. Nach Wahl der passenden Ohrpassstücke sitzen die beiden Earbuds sicher im Ohr und fallen auch bei ruckartigen Bewegungen nicht heraus. Entspanntes Joggen ist ebenfalls kein Problem, Leistungssport würde ich mit dem Soundcore Liberty 3 Pro aber nicht betreiben.

Soundcore Liberty 3 Pro 7

Immerhin überzeugt die Bedienung über Touch-Bedienfelder auf ganzer Linie. Die jeweils auszuführende Aktion kann sogar in der App angepasst werden, was ich getan und genossen habe. Davon sollten sich andere Herstelle unbedingt eine Scheibe abschneiden. Insgesamt hat mich die App positiv überrascht, dazu kommen wir aber später noch.

Soundcore Liberty 3 Pro 6

Zusammengefasst beende ich dieses Kapitel mit gemischten Gefühlen. Design und Verarbeitung sollten zu diesem Preis besser sein und auch die Materialien sind höchstens zweckmäßig. Einen neuen Bang & Olufsen Beoplay E8 der ersten Generation könnt ihr bereits für unter 100 Euro kaufen. Dieser Ohrhörer ist dem Soundcore Liberty 3 Pro (zumindest in dieser Kategorie) haushoch überlegen.

Features: App-Anbindung des Soundcore Liberty 3 Pro

Nach dem ersten Auspacken könnte ich zwar direkt mit dem Musikhören beginnen, allerdings nur via SBC und AAC. LDAC wurde offenkundig erst mit einem Update freigeschaltet, das ich installieren muss. Auf diesem Weg zur Nutzung der App gezwungen zu werden hat einen fahlen Beigeschmack, stellt sich am Ende aber doch als Glücksfall heraus.

Die App ist nämlich wirklich gut! Zwar hat besagtes Software-Update (mit einer Größe von zwei Megabyte) fast zehn Minuten (!) zur Installation gebraucht, dann konnte ich LDAC aber auch direkt und unkompliziert aktivieren. Ebenfalls verfügbar sind diverse Equalizer-Presets, eine manuelle Einstellung für die aktive Geräuschunterdrückung und den Transparenzmodus und ein HearID genanntes Feature.

Kurz noch drei Notizen am Rande: Die Wiedergabe auf nur einem Earbud funktioniert, sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Ohrhörer. Multipoint wird ebenfalls unterstützt, aber nur bei deaktiviertem LDAC. Besonders hervorheben möchte ich zudem die sehr gute Verständlichkeit und Gesprächsqualität bei Telefonaten.

ANC & Transparenzmodus

Beginnen wir aber mit der Geräuschunterdrückung – die ist nämlich adaptiv, was ich schon aus dem Beoplay EQ von Bang & Olufsen (zum Testbericht) kenne. Das bedeutet, dass sich die Stufe des ANC an die Intensität der Umgebungsgeräusche anpasst und bei ruhiger Umgebung automatisch in die Neutralstellung wechselt.

Soundcore Liberty 3 Pro 11

Das funktioniert gut – tiefe Frequenzen werden in hohem Umfang gefiltert. Mittlere und hohe Frequenzen dringen für meinen Geschmack noch zu oft durch, da gibt es Verbesserungspotential. Der Transparenzmodus überzeugt leider ebenfalls nicht auf ganzer Linie – die Wiedergabe von Stimmen ist sehr blechern, was die Verständlichkeit aber nicht negativ beeinflusst.

Equalizer & HearID

Presets für den Equalizer sind in großer Fülle vorhanden. Spannender ist allerdings das HearID getaufte Feature, das ein persönliches Klangbild für eure Ohren erstellen soll. Das geht übrigens nur in einem ruhigen Raum, wobei gelegentliches Tippen auf dem Smartphone von der Software bereits als zu laut empfunden wird. Ihr dürft euch während der Einrichtung also quasi gar nicht bewegen. Nun werden einige Töne abgespielt und ihr müsst bestätigen oder verneinen, ob ihr diese gehört habt.

Ich habe die Prozedur über mich ergehen lassen und die visualisierte Klangkurve weicht nur minimal von der Standardeinstellung ab. Einen erheblichen Unterschied im Klang konnte ich nicht feststellen. Ein ähnliches Feature gibt es auch für die aktive Geräuschunterdrückung. Bei der Einrichtung verbietet mir die Software sogar das Schlucken – auch gut.

Sound & Abstimmung des Soundcore Liberty 3 Pro

Endlich können wir ein bisschen Musik hören. Ich verwende mein Google Pixel 6 Pro, die Tidal-App für Android und den via LDAC gekoppelten Soundcore Liberty 3 Pro. Den Einstieg bildet ein klassischer Popsong: That’s What I Like von Bruno Mars als Tidal Master (MQA). Der Soundcore Liberty 3 Pro präsentiert eine relativ breite Bühne, die von tiefen Bässen dominiert wird. Das ist wirklich eindrucksvoll, geht aber auf Kosten der Mitten, die zeitweise etwas unterdrückt klingen. Für die hohen Frequenzen gilt das glücklicherweise nicht.

Weiter geht es mit In The Shadows von The Rasmus. Die Klangfarbe wirkt leicht ins Warme verschoben, die Bässe dominieren aber weiterhin. Mir persönlich ist das etwas zu viel, da ich mehr Wert auf brillante Mitten lege. Das ist aber eine Frage des Geschmacks – bei euch kann das also ganz anders aussehen. Die Höhen sind einmal mehr solide, erreichen aber bei Weitem nicht die Auflösung und Separierung eines MW08 von Master & Dynamic. Die Unterschiede sind ohne Frage hörbar, wobei wir hier natürlich von zwei völlig unterschiedlichen Preisklassen reden.

Following The Sun von SUPER-Hi und Neeka ist ein aktueller Deep House-Titel. Hier machen die tiefen und brummigen Bässe des Soundcore Liberty 3 Pro Spaß und dank der soliden Höhen klingen auch die Stimmen gut. Scheinbar markiert elektronische Musik den Sweet Spot des Kopfhörers, was All We Got von Robin Schulz und Kiddo als Tidal Master (MQA) bestätigt. Für Jazz und orchestrale Aufnahmen ist die Abstimmung des Soundcore Liberty 3 Pro hingegen nur bedingt geeignet.

Zusammenfassung: solider Mainstream-Klang mit wenigen Schwächen

Jede Abstimmung hat Vor- und Nachteile. Mein Favorit ist eine leicht mittenbetonte Ausrichtung mit präzisen und druckvollen, aber weniger im Vordergrund operierenden Bässen. Der Soundcore Liberty 3 Pro konzentriert sich hingegen auf starke Bässe und angenehme, aber etwas angeschnittene Höhen. Damit klingen Pop und elektronische Musik wirklich gut – eher akustische Aufnahmen leiden hingegen ein bisschen. Gut gefällt mir allerdings die leicht warme Färbung.

Während der Testwiedergaben gab es übrigens drei Verbindungsabbrüche, bei denen die Musik für jeweils rund zwei Sekunden nicht zu hören war. Mein Pixel 6 Pro lag auf dem Tisch ungefähr 30 Zentimeter von den Kopfhörern entfernt. Das sollte definitiv nicht passieren.

Akkulaufzeit

Anker verspricht bis zu 32 Stunden Akkulaufzeit und acht Stunden Wiedergabezeit ohne Zwischenladen. Wie immer sind diese Werte bei idealen Bedingungen ermittelt worden. Ich habe durchgehend LDAC verwendet, was den Akku belastet und bin zwischendurch in verschiedenen ANC-Modi unterwegs gewesen. Die realistische Laufzeit bei hohen Wiedergabelautstärken liegt damit eher bei fünf Stunden pro Ladung und 20 Stunden inklusive Ladeschale. Das ist guter Durchschnitt, kann der Konkurrenz aber nicht ganz das Wasser reichen.

Soundcore Liberty 3 Pro 3

Geladen wird nur per USB-C – Wireless Charging ist nicht mit an Bord. Die Earbuds brauchen unter einer Stunde, um vom Case vollständig aufgeladen zu werden. Insgesamt kommt ihr also ohne Frage durch einige Tage, selbst wenn ihr viel Musik hört und oft telefoniert.

Testergebnis

Getestet von
Benjamin Kalt

Anker hat mit dem Soundcore Liberty 3 Pro einen wirklich tollen Kopfhörer vorgestellt. Zwar überzeugen Design und Verarbeitung nur teilweise, teilweise können die Chinesen mit Premiumherstellern aus Europa aber mithalten und dabei deren Preis deutlich unterbieten. Das fängt an bei der guten Akkulaufzeit, setzt sich in der intuitiven und umfangreichen App fort und endet beim soliden Klang.

Der Soundcore Liberty 3 Pro unterstützt mit LDAC einen der besten Bluetooth-Codecs am Markt. Sicherlich auch deswegen überzeugt er klanglich mit einer breiten Bühne und hohen Auflösung. Zwar überlagern die Bässe gerne mal die Mitten, das ist bei Ohrhörern in diesem Preisbereich aber ein typisches Problem. Besonders die angenehmen und dennoch präsenten Höhen haben mich überzeugt.

Wer im Preisbereich um 150 Euro gute TWS-Ohrhörer sucht, kommt um den Soundcore Liberty 3 Pro von Anker nicht herum. Gegenüber der teureren Konkurrenz müsst ihr zwar einige Einbußen hinnehmen, darüber tröstet der günstige Preis aber hinweg. Wir sprechen eine Kaufempfehlung aus, wenn euch die im Test genannten Probleme nicht allzu sehr stören und ihr nicht mehr Geld für bessere Ohrhörer ausgeben wollt!

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