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Was ist eigentlich Spatial Audio?

Erst kürzlich haben wir hier bei chinahandys.net für euch den neuen Anker Soundcore Motion X600 Bluetooth-Lautsprecher (zum Test) ausführlich getestet. Eine der Besonderheiten des gut klingenden Lautsprechers ist seine Unterstützung für Spatial Audio. Doch was ist Spatial Audio – häufig auch “3D Audio” genannt – eigentlich genau? Mit diesem Artikel möchten wir euch die dahinter stehende Technologie etwas näher erläutern. Vielleicht ist es euch nämlich schon aufgefallen: Spatial Audio kommt auch bei Android-Smartphones und Apple Endgeräten wie das iPhone und iPad neuerdings zum Einsatz. Was sich dahinter verbirgt und wie ihr die Funktion nutzen könnt, lest ihr hier.

Mono, Stereo und Surround

Fangen wir ganz von vorn an: Vielleicht sagen euch die Begriffe Mono und Stereo bereits etwas. Mono-Klang basiert genau genommen auf einer einzelnen Tonspur und klingt entsprechend flach. Eine räumliche Trennung von Klangquellen wie Instrumenten ist damit nicht möglich. Stereo-Klang hingegen basiert auf zwei Tonspuren und generiert im Idealfall durch ebenfalls zwei Lautsprecher einen räumlichen Klang. Viele Smartphones sind heutzutage bereits mit Stereo-Lautsprechern ausgestattet und insbesondere im Querformat ist der Unterschied zu einem einzelnen Lautsprecher deutlich zu hören. Jeder Lautsprecher wird dabei mit einer Mono-Tonspur bespielt, die unterschiedlich klingen. Ein typisches Beispiel für Stereo-Klang ist, dass ihr in einem Lied ein Instrument nur auf dem linken und ein weiteres Instrument nur auf dem rechten Ohr hört.

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Wer auf der Suche nach einem immersiven Klangerlebnis ist, wird aber keinen Weg an Surround-Sound vorbei finden. Hier kommen noch mehr Klangspuren zum Einsatz als bei Stereo-Klang. So lassen sich Instrumente oder Soundeffekt noch feiner in der Klangbühne positionieren. Ein Beispiel wäre etwa, dass in einem Film das Auto hinter euch startet und dann links an euch vorbeifährt. Das Motorgeräusch wird dabei dank ausreichend vieler Klangspuren so positioniert, dass der genannte Effekt auftritt. Klassischerweise wurde Surround-Klang durch den Einsatz von Lautsprechersystemen ermöglicht, die aus einer Vielzahl an Lautsprechern bestehen. Übliche Aufteilungen sind 5.1, 7.1 oder 8.1 Systeme. Die erste Zahl steht dabei, für die Zahl der Klangspuren und die 1 nach dem Punkt repräsentiert eine getrennte Tieftonspur. Entsprechend existieren beispielsweise 5.1-Lautsprechersysteme, die 5 Lautsprecher und einen Subwoofer umfassen. Doch was hat das alles mit Spatial Audio zu tun?

Was ist Spatial Audio?

Nun, Spatial Audio imitiert einen solchen Surround-Klang mit dreidimensionalem Effekt auf euren Kopfhörern, die ihr mit eurem Smartphone verbunden habt und steht wie bereits erwähnt auch auf einzelnen Bluetooth-Lautsprechern wie dem Anker Soundcore Motion X600 zur Verfügung. Ausgewählte Smartphones wie das Google Pixel Fold (zur Ankündigung) bieten Spatial Audio sogar über die verbauten Stereo-Lautsprecher an. Der Effekt ist hier aber erfahrungsgemäß nicht annähernd so stark ausgeprägt wie bei der Nutzung von Kopfhörern. Außerdem bieten große Over-Ear-Kopfhörer bauartbedingt schon eine größere Klangbühne als kleine In-Ear-Modelle, sodass auch hier Spatial Audio bei besser geeigneter Hardware mehr zum Tragen kommt. Im Vergleich zu Surround-Systemen stehen bei Spatial Audio dabei aber mehr Klangspuren zur Verfügung. Das Konzept ist zudem nicht unbedingt neu. Der Standard Dolby Atmos existiert schon länger und verfolgt mit bis zu 128 Klangspuren einen ähnlichen Ansatz. Spatial Audio hat aber als direkte Implementierung in Android und iOS frischen Wind in das Thema gebracht. Ein weiterer Standard, der ein ähnliches Konzept verfolgt, ist auch 360 Reality Audio von Sony.

Wie aktiviere ich Spatial Audio?

Spatial Audio 2

Die Google Pixel Buds Pro bieten auch Spatial Audio mit Headtracking

Spatial Audio steht euch sowohl auf Android-Smartphones (min. Android 13) als auch iPhones (min. iOS 14) zur Verfügung. Während bei Apple die Sache dabei recht übersichtlich ist, gibt es bei Android auf manchen Smartphones auch noch weitere Standards wie das genannte Dolby Atmos, die einen ähnlichen Effekt bieten. Samsung und Motorola setzen etwas auf die Dolby-Technologie. Welche Option euch schlussendlich auf eurem Smartphone zur Verfügung steht, lest ihr am besten auf der Website des Herstellers nach. Unter Android 13 sollte der Eintrag aber in den Systemeinstellungen unter Ton & Vibration zu finden sein.

Beim Aktivieren von Spatial Audio gilt es zu beachten, dass der Standard für den bestmöglichen Effekt auch von der jeweiligen Quelle unterstützt werden muss. Viele Streaming-Anbieter haben Spatial Audio bereits implementiert. Es gibt aber auch Ausnahmen wie etwa Spotify. In manchen Fällen wie dem Motorola Edge 40 Pro (zum Test) mit Dolby Atmos könnt ihr den 3D-Sound auch grundsätzlich aktivieren. Dann wird entsprechend ein 360 Grad Sound unabhängig von der Quelle künstlich generiert. Der Effekt ist aber nicht mit Spatial Audio vergleichbar, wo die entsprechenden Klangspuren tatsächlich vorliegen.

Spatial Audio mit Headtracking

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Zum Schluss darf Spatial Audio in Kombination mit Headtracking natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Diese Funktion unterstützen im Android-Kosmos derzeit nur wenige Kopfhörer. Zu dieser Auswahl gehören etwa die Google Pixel Buds Pro (zum Test), Sonys LinkBuds und die Samsung Galaxy Buds 2 Pro. Bei Apple lässt sich das Ganze auch nur mit ausgewählten Kopfhörermodellen wie den AirPods Pro nutzen. Beim Headtracking wird dabei durch Sensoren in den Kopfhörern erfasst, wie der Nutzer den Kopf bewegt. Klangelemente werden dann neu angeordnet, sodass schlussendlich der Klang so abgespielt wird, als ob ihr mitten im Geschehen wärt. Anders gesagt: Schaut ihr direkt auf euer Smartphone, fährt das Auto im Film vor euch vorbei. Dreht ihr hingegen den Kopf nach rechts, fährt das Auto links an euch vorbei usw. Auch Xiaomi bietet mit entsprechenden Kopfhörern und Smartphone einen sogenannten 360°-Sound an.

Ist Spatial Audio ein Muss?

Das alles führt schlussendlich zu der Frage, ob Spatial Audio ein Muss ist und ob es wirklich die von den Herstellern versprochene Revolution im mobilen Klanggenuss darstellt. Da ich in den letzten Jahren die Google Pixel Buds Pro und die AirPods Pro ausführlich genutzt habe, kann ich euch sagen, dass man bei Kopfhörern auch gut ohne Spatial Audio auskommt. Insbesondere bei Musik sehe ich keinen Mehrwert von Spatial Audio und gefühlt verschlechtert sich der Klang je nach Streaming-Anbieter durch die Funktion manchmal sogar. Spannender ist die Funktion bei Filmen und Serien. Hier kommt ein klein wenig Kinofeeling auf. Eine echte Surround-Anlage ersetzt das aber nicht. Die beschränkte Klangbühne von In-Ear-Kopfhörern lässt sich eben auch durch Software nicht vollständig ausgleichen. Bei Over-Ear-Kopfhörern fällt der Effekt hingegen etwas stärker aus. Für mich persönlich wäre die Funktion aber kein Kaufgrund. Beim Soundcore Motion X600 war ich von der Funktionalität aber beeindruckt. Der Bluetooth-Lautsprecher klingt dadurch wesentlich räumlicher als andere Konkurrenzprodukte. Es dürfte aber sicherlich noch etwas dauern, bis Spatial Audio in diesem Marktsegment weitverbreitet ist. Bisher ist die Auswahl an Lautsprechern noch überschaubar.

Was ist eure Meinung zu Spatial Audio? Nutzt ihr die Funktion vielleicht sogar schon regelmäßig? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.


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h.omer
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h.omer (@guest_98780)
11 Monate her

Früher stand auf den Verpackungen “Virtual 3D Surround Sound”. Klingt besser wie “Spatial Audio” und ist auch nur alter Wein in neuen Schläuchen. Genau wie bei “Cloud” und “KI”.

Pascal
Gast
Pascal (@guest_98771)
11 Monate her

Beim hören von Musik sehe ich ich bzw höre ich keine Vorteile. Beim gaming ist das schon gut. Thx spatial audio bietet hier Software seitig schon eine gute Implementierung. Noch besser ist dies, wenn es schon ins Game direkt mit eingebaut ist wie bei hunt showdown. Da ist der Sound und das Tracking von wo z.B. die Schritte kommen einfach Mega. Mittlerweile sogar nicht nur horizontal sondern auch vertikal.

Grüße und schönen Sonntag

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