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Amazfit GTR 3 Pro im Test

Getestet von Jens M. am
Vorteile
  • stylisches, zeitloses Design
  • drehbare Navigationskrone
  • verbesserter Pulssensor
  • verbesserte GPS-Genauigkeit
  • großer Funktionsumfang
Nachteile
  • ungünstige Temperaturmessung
  • gestiegene Preise
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Erst vor kurzem hat Amazfit die neue GT 3-Serie seiner “Flagship-Smartwatches” vorgestellt und natürlich haben auch wir wieder einen ausführlichen Test zu dieser Serie durchgeführt. Wie sich die Amazfit GTR 3 Pro in meinem Test geschlagen hat und ob sie ein echtes Update zum Vorgänger ist, erfahrt Ihr wie immer hier im Testbericht.

Design & Verarbeitung

Die echten Smartwatch-Fans unter Euch haben meine Testberichte zur Amazfit GTR und Amazfit GTR 2 sicher gelesen und kennen die Stärken und Schwächen der GT-Modelle von Amazfit. Nun hatte ich mit der Amazfit GTR 3 Pro auch das neuste Modell der Serie am Arm und konnte testen, ob es wirklich relevante Evolutionssprünge gibt.

Wie Ihr bereits meiner Ankündigung zur neuen GT 3-Serie entnehmen konntet, wird es wieder eine Amazfit GTR 3 (runde Version) und eine Amazfit GTS 3 (eckige Version) geben. Dazu kommt nun auch direkt eine Amazfit GTR 3 Pro als Premium-Version. Diese Pro-Version ist auch unser Testgerät. In der Tabelle unten seht Ihr die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen.

Die Amazfit GTR 3 Pro gibt es entweder mit schwarzem Fluorelastomer-Armband oder aber mit einem braunen Lederarmband zu kaufen. Sie ist die größte Smartwatch der drei GT 3-Modelle mit Abmessungen von 46 x 10,7 mm und einem nachgewogenen Gewicht von 57 Gramm (inklusive Kunststoff-Armband). Das Design hat sich im Vergleich zur GTR 2 nicht maßgeblich geändert. Wir haben also weiterhin eine sehr flache, runde Grundform, bei der das Display fast bis an den Rand reicht. Das Display ist nach außen hin leicht abgerundet und verfügt über keinerlei Lünetten-Beschriftung wie das noch bei der GTR 2 der Fall war. Der obere Gehäuseteil besteht aus Aluminium, während die Gehäuseunterseite aus Kunststoff gefertigt ist. Auf der rechten Gehäuseseite finden wir wieder zwei Knöpfe, was wir auch von den Vorgängermodellen schon kennen.

Amazfit GTR 3 Pro mit Krone

Hier gibt es auch direkt die erste auffällige Neuerung, die auch bei allen anderen Modellen der GT 3-Serie vorhanden ist: eine drehbare Navigationskrone. Die obere Krone kann man also nicht nur durch einen Druck auf den Kronenkopf nutzen, sondern auch mit einer Drehbewegung. Mit dieser drehbaren Krone kann man dann längere, vertikale Menüs durchblättern, was bei den älteren Modellen immer nur per Wischgeste auf dem Touchscreen möglich war. Das Ganze ist sogar so umgesetzt, dass man eine leichte Vibration bei jedem “Klick” der Drehbewegung als Feedback bekommt. Mit der Drehfunktion muss man jedoch recht feinfühlig umgehen, da man sonst mehrere Menüpunkte auf einmal überspringt, ohne auf dem gewünschten Menüpunkt zu landen. Trotzdem finde ich dieses neue Navigationsfeature absolut gelungen und sehe hier eine positive Weiterentwicklung des Produkts – gern mehr davon!

Die Armbandaufnahmen knüpfen eigentlich fast nahtlos an den Gehäusekörper an. Sie halten das 22 mm breite Fluorelastomer-Armband per Schnellverschluss sicher an dem Uhrengehäuse. Die Armbänder selbst sind ca. 8,3 cm und ca. 11,5 cm lang und werden per Dornschließe am Arm gehalten. Das Armband ist nur auf einer Seite gelocht und besitzt auf der Oberseite eine leichte Textur. Amazfit hat hier erneut eine Standard-Armbandaufnahme genutzt und somit könnt Ihr wieder sämtliche 22 mm breiten Armbänder aus dem Aftermarket für diese Smartwatch benutzen.

Die Unterseite der GTR 3 Pro sieht im Detail schon etwas anders aus als noch beim Vorgänger. Der optische Pulssensor ist nun nicht mehr durch einzelne “Öffnungen” realisiert, sondern wurde in einem runden Design umgesetzt. Dies deutet direkt auf eine weitere Neuerung der GT 3-Serie hin: Der deutlich verbesserte neue optische Pulssensor namens BioTracker™ PPG 3.0. Aber dazu später etwas mehr. Neben dem Pulssensor findet man auch wieder die Ladekontakte auf der Unterseite der Smartwatch. Seitlich auf der linken, unteren Gehäuseseite befindet sich dann der Lautsprecher und auf der gegenüberliegenden Seite auch das Mikrofon und die Öffnung für das Barometer. Während das Mikrofon primär für den Online Voice Assistenten bei allen Modellen der GT 3-Serie an Bord ist, finden wir den Lautsprecher (z.B. zur Wiedergabe von Musik) tatsächlich nur bei der GTR 3 Pro.

Amazfit GTR 3 Pro Amazfit GTR 3 Amazfit GTS 3
Bildschirmgröße 1,45 Zoll (rund) 1,39 Zoll (rund) 1,75 Zoll (eckig)
Screen Type AMOLED Ultra HD AMOLED HD AMOLED Ultra HD
Screen-To-Body Ratio 70,6% 66% 72,4%
Pixeldichte 331 ppi 326 ppi 341 ppi
Auflösung 480 x 480 454 x 454 390 x 450
Akkukapazität 450 mAh 450 mAh 250 mAh
Lautsprecher Ja Nein Nein
Mikrofon Ja Ja Ja
WiFi Ja Nein Nein
Musik-Speicher Ja Nein Nein
Bluetooth-Anrufe Ja Nein Nein
Sportmodi 150+ 150+ 150+
Navigationskrone Ja Ja Ja
Automatische Sporterkennung  Ja Ja Ja
Alexa Integration Ja Ja Ja
Offline Voice Assistent Ja Ja Ja

Das Design der runden Amazfit GTR 3 Pro hat sich im Vergleich zur Amazft GTR 2 nur marginal geändert und das finde ich persönlich genau richtig so. Man hat sich bei der neuen Version gegen die Beschriftung im Lünettenbereich entschieden, was mir hervorragend gefällt. Somit hat man einen sehr cleanen und wirklich zeitlosen Look erzeugt. Die Uhr kann, unterstützt durch das “passende” Armband, daher sowohl sehr sportlich, aber auch absolut stylisch und “seriös” getragen werden. Sie ist damit, zumindest optisch gesehen, ein Begleiter für wirklich jede Gelegenheit. Die Verarbeitungsqualität war eigentlich immer eine Stärke der Amazfit-Produkte und auch hier wurde wieder alles richtig gemacht. Die Spaltmaße stimmen und die gesamte Smartwatch wirkt einfach sehr hochwertig.

Amazfit GTR 3 Pro 01

Spezifikationen der Amazfit GTR 3 Pro

Kommen wir zu den Funktionen und der dafür nötigen Hardwarekomponenten. Die neue GT 3-Serie von Amazfit verfügt grundsätzlich über die gängigsten Sensoren, damit Ihr verschiedene Daten mit den Smartwatches tracken könnt. Mit an Bord sind folgende Sensoren:

  • optischer Pulssensor (BioTracker™ PPG 3.0)
  • Beschleunigungssensor
  • Gyroskop
  • Geomagnetischer Sensor
  • Barometer
  • Umgebungslichtsensor
  • Temperatursensor

Der Temperatursensor ist jedoch nur bei der Pro-Version verbaut und somit ist die Thermometerfunktion auch nur in der GTR 3 Pro vorhanden. Bei der Nutzung dieser Funktion musste ich jedoch eine “kleine Fehlkonstruktion” feststellen. Normalerweise trägt der Nutzer seine Smartwatch am Handgelenk. Dort zeigt meine GTR 3 Pro in einem geschlossenen Raum mit ca. 22 °C Raumtemperatur jedoch eine gemessene Temperatur von ca. 31 °C an. Dies ist natürlich die Hauttemperatur und liegt an der Position der Uhr bzw. des Sensors knapp über dem (warmen) Handgelenk. Die korrekte Raum- bzw. Umgebungstemperatur misst die Uhr leider nur dann, wenn man sie nicht am Arm trägt. Der Sensor liefert also grundsätzlich akzeptable Werte, welche jedoch durch die Position des Sensors ungünstig verfälscht werden. Witzigerweise weißt Amazfit auf diesen Umstand auch in den Produktinformationen auf deren Website hin, aber ich finde es trotzdem sehr ungünstig konstruiert. Schade Amazfit, das hätte man besser lösen können!

Gesondert erwähnenswert bezüglich der Sensorik ist sicher der neue optische Pulssensor – der BioTracker™ PPG 3.0. Amazfit entwickelt seinen Pulssensor schon seit Jahren kontinuierlich weiter, was aber nicht immer unbedingt positiv auffiel. So hatte die GTR 2 speziell beim Sportracking (Laufen) das Problem von starken Messungenauigkeiten bei den HF-Werten. Nun kommt aber die dritte Version des optischen Pulssensors und dieser hält jetzt sechs Fotodioden und zwei LEDs als Messtechnik bereit. Die Fotodioden des Sensors sind auf der Gehäuseunterseite in einem Ring mit den LEDs im Zentrum angeordnet.

Neben den oben genannten Sensoren verfügen alle Amazfit GT 3-Modelle natürlich auch über ein internes GPS. Hier werden mit GPS, GLONASS, Beidou, GALILEO und QZSS (Quasi-Zenit-Satelliten-System) nun sogar fünf verschiedene Satellitensysteme unterstützt. Dies lässt mich auf eine verbesserte GPS-Genauigkeit hoffen, was ich natürlich auch für Euch getestet habe. Aber dazu etwas später mehr.

In Sachen Konnektivität setzen auch die neuen Amazfit Modelle wieder auf den Bluetooth 5.0-Verbindungsstandard. Die Amazfit GTR 3 Pro verfügt überdies noch über ein 2,4 GHz WLAN. Wie schon bei der GTR 2, wird dieses WLAN jedoch nur für das Übertragen von Musikdateien auf die Uhr genutzt und kann nicht separat aktiviert werden. Hier sind wir auch direkt bei der nächsten Funktion, die nur die Pro-Version zu bieten hat: dem offline Musikspeicher. Auf der Uhr stehen 2,3 GB an Speicherplatz für Musikdateien zur Verfügung. In Verbindung mit dem Lautsprecher, kann so direkt von der Uhr Musik gehört werden, ohne dabei ein Smartphone mitschleppen zu müssen. Bei der Verbindung der GTR 3 Pro mit einem Bluetooth Headset, kann letztendlich auch bspw. beim Joggen bequem Musik gehört werden, ohne das Handy dabei haben zu müssen. Diese Funktion kennen wir natürlich bereits von der GTR 2/GTS 2 und ich finde es ehrlich gesagt etwas schade, dass man dieses Feature nun nur noch in der (teureren) Pro Version der GT 3-Serie geboten bekommt. Allerdings halte ich einen offline Musikspeicher für MP3-Dateien generell für eine nicht mehr sehr zeitgemäße Funktion. Diese Amazfit Smartwatches wollen modern sein und bieten dazu viele verschiedene Funktionen an. Eine Integration von Streaming-Diensten, die sich in der Musikwelt des 21. Jahrhunderts nun mal eindeutig durchgesetzt haben, ist allerdings nicht vorhanden. Auch hier sollte Amazfit zukünftig nachbessern.

Neben dem offline Musikplayer ist auch die Bluetooth-Telefonie direkt mit der Uhr ein Feature, das nur in der Pro-Version der neuen GT 3-Modelle verfügbar sein wird. Bei Verbindung mit dem Smartphone können Anrufe direkt von der Uhr gestartet oder dort angenommen werden. Über Mikrofon und Lautsprecher wird dann kommuniziert. Dies funktioniert wie gewohnt richtig gut – der Gesprächspartner ist jederzeit gut zu verstehen und der eigene Ton kommt ebenfalls sehr sauber bei der Gegenseite an.

Die Alexa Integration sowie den Offline Voice Assistant kennen wir bereits von der letzten GT-Generation. Beides funktioniert eigentlich wie gehabt und der Offline Assistant ist auch in deutscher Sprache verfügbar. Ein wirklich neues Feature ist die sogenannte “One-Tap-Messung“. Hier werden mit nur einer Messung gleich vier verschiedene Gesundheitsindikatoren gemessen: Herzfrequenz, Stress, Blutsauerstoff und Atemfrequenz. Diese Messung dauert allerdings 45 Sekunden und man muss das Handgelenk dabei wirklich absolut ruhig halten, da sonst der Messvorgang abbricht. Die Grundidee dieses Features finde ich gar nicht mal so schlecht, aber die Umsetzung mit einer Messdauer von 45 Sekunden ist meiner Meinung nach nicht wirklich praxistauglich – das dauert einfach viel zu lang. Grundsätzlich lässt sich die Blutsauerstoffsättigung (SpO2), ähnlich wie die HV-Messung, bei den neuen Modellen nun auch “dauerhaft aktivieren”. Dabei wird immer dann die Blutsauerstoffsättigung automatisch gemessen, wenn man sich etwas länger im Ruhezustand befindet. Eine echte 24-Stunden-Messung ist dies aber natürlich eher nicht.

Neben diesen speziellen Features bietet die GT 3-Serie natürlich auch wieder alle möglichen Standard-Funktionen einer Smartwatch wie:

  • Schrittzähler
  • Schlaftracking
  • 24 h Herzfrequenzmessung
  • Stress-Tracking
  • PAI
  • Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen
  • Menstruationszyklus
  • Taschenlampe, Timer, Stoppuhr, Wecker, Barometer, Kompass

Der Funktionsumfang ist insgesamt also wieder sehr umfangreich und dieses Mal geht Amazfit zudem noch einen Weg, den bereits Huawei mit der Watch GT 2 Pro gegangen ist. Über die Zepp App ist nun auch ein App-Store speziell für die Uhren verfügbar, indem man weitere Apps herunterladen und auf der Uhr installieren kann. Dort sind bereits jetzt Apps wie ein BMI-Rechner, eine Anleitung zum richtigen Zähneputzen oder ein SOS-Blinklicht verfügbar. Über ein noch nicht veröffentlichtes “App-Developer-Kit” soll es zudem in Zukunft möglich sein, bei entsprechendem Know-How auch eigene Apps für die Smartwatches zu programmieren und diese dann über den App-Store auf die Uhr zu bekommen. Mit dieser Möglichkeit der Softwareerweiterung geht Amazfit meiner Meinung nach einen längst überfälligen Weg. Jedoch darf man sich hier hinsichtlich Einbindung von Google Services etc. nicht allzu viel erwarten denke ich. Das Ganze ist trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung und lässt Amazfit in dieser Sache wieder gleichauf mit Huawei kommen.

Alle neuen GT 3-Modelle sind natürlich auch wieder bis zu 5 ATM wasserdicht und daher auch zum Schwimmen geeignet. Generell fokussiert sich Amazfit mit den neuen Smartwatches mal wieder auf ein umfangreiches Gesundheitstracking. Dazu stehen, wie beschrieben, alle nötigen Sensoren bereit und mit Funktionen wie der One-Tap-Messung merkt man, dass sich Amazfit in diesem Bereich auch noch weiterentwickeln will/kann. Ob man wirklich jede Funktion im Alltag braucht, ist selbstverständlich eine sehr individuelle Frage, aber die Funktionsvielfalt der neuen Modelle kann sich definitiv sehen lassen.

Display der Amazfit GTR 3 Pro

In der Amazfit GTR 3 Pro kommt ein 1,45 Zoll großes AMOLED Display mit einer Auflösung von 480 x 480 Pixel zum Einsatz. Die Pixeldichte beträgt 331 Pixel pro Zoll und das Display erreicht eine maximale Helligkeit von 1000 Lux. Geschützt ist das Display von einem gehärteten Glas, welches zusätzlich mit einer Anti-Fingerprint-Beschichtung versehen ist. Die Farbwiedergabe ist, wie wir es von den Vorgängern gewohnt sind, wirklich hervorragend. Wir haben satte Farben und auch ein sehr tiefes Schwarz. Die Helligkeit kann stufenlos angepasst werden und natürlich steht dank des Umgebungslichtsensors auch eine automatische Helligkeitssteuerung zur Verfügung.

Der Digitizer arbeitet absolut zuverlässig. Alle Eingaben können schnell und fehlerfrei umgesetzt werden. Das Display war auch bei den Vorgängermodellen immer ein echtes Highlight der Smartwatch und dies hat sich mit der neuen Serie nicht geändert. Ihr bekommt ein hervorragendes AMOLED Display, auf dem die Inhalte wirklich sehr ansehnlich dargestellt werden.

OS & App

Nachdem bei den älteren Amazfit Modellen bisher immer RTOS als Betriebssystem zum Einsatz gekommen war, laufen die Smartwatches der GT 3-Serie nun mit dem neuen Zepp OS. Dies baut natürlich auf RTOS auf und wirkt in der Nutzung nicht wirklich wie etwas völlig Neues, was meiner Meinung nach auch absolut Sinn ergibt.

Das Watchface ist und bleibt natürlich der zentrale Punkt des OS. Von hier aus gelangt man mit horizontalem Swipen weiterhin in die Schnellzugriff-Auswahl und zu den Verknüpfungskarten. Beides kann auf der Uhr selbst bzw. in der Zepp App nach individuellen Bedürfnissen angepasst werden. So hat man die wichtigsten Funktionen/Werte immer schnell parat und muss nicht erst lang durch die Menüs blättern. Mit einem Swipe nach unten vom Watchface aus gelangt man in das sogenannte Kontrollzentrum. Hier sind von Werk aus elf verschiedene Icons verfügbar, mit denen man wiederum schnell auf entsprechende Funktionen der Smartwatch zugreifen kann. Die Auswahl und Anordnung der Icons kann direkt auf der Uhr jetzt auch individuell konfiguriert werden. Generell hat Amazfit über die Jahre immer größeren Wert darauf gelegt, so ziemlich alle Menüs individuell konfigurierbar zu machen. Somit kann der Nutzer die Smartwatch nach seinen eigenen Bedürfnissen einstellen und muss nicht ständig durch ungenutzte Menüeinträge blättern. Ein Swipe nach oben führt schließlich wie gewohnt zu den Benachrichtigungen.

Das eigentliche Hauptmenü erreicht man über das Drücken der drehbaren Navigationskrone. Hier sind nun sämtliche “Apps” der Uhr aufgelistet. Auch diese Liste lässt sich anpassen. Mithilfe der drehbaren Krone kann man sehr bequem durch die einzelnen Einträge blättern. Generell lassen sich sowohl der obere als auch der untere Knopf auf der Uhr ebenfalls konfigurieren. So kann man z.B. einstellen, was bei einem Doppelclick auf den entsprechenden Knopf passiert. Als eingefleischter Amazfit User findet man sich sofort in dem neuen Zepp OS zurecht und kann die Software dann sehr bequem nach den eigenen Bedürfnissen einstellen. Zum Ende meines Tests lief das Zepp OS in der Version 8.21.5.1 und in der Testphase gab es bereits mehrere Updates für die Uhr.

Über Bluetooth 5.0 lässt sich die Amazfit GTR 3 Pro natürlich auch mit dem Smartphone (im Test ein Vivo IQOO 7) verbinden. Dies funktioniert Amazfit-typisch ohne Probleme und ist in wenigen Minuten erledigt. Auf dem Smartphone kommt natürlich wieder die Zepp App zum Einsatz. Wer meine Testberichte zu China-Smartwatches kennt, weiß vielleicht, dass ich bisher nicht der größte Fan der Zepp App war. Ich muss jedoch gestehen, dass die Zepp App in den letzten Jahren sinnvoll weiterentwickelt wurde und ich aktuell eigentlich sehr zufrieden damit bin. Es gibt weiterhin die drei Hauptseiten “Startseite, “Gesundheit” und “Profil” und auch hier kann man wieder große Teile der App ganz individuell konfigurieren. In die Einstellungen zur Smartwatch gelangt man über die Profil-Seite und dort lässt sich dann wie gehabt bspw. die Gesundheitsüberwachung oder auch die Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen konfigurieren. Die App-Benachrichtigungen funktionieren gewohnt zuverlässig und die Darstellung von Emojis hat sich zum Vorgängermodell nicht wirklich geändert.

Einige Emojis z.B. aus WhatsApp werden dargestellt, aber viele andere auch nicht (siehe Beispiel). Auf Benachrichtigungen bspw. aus WhatsApp kann weiterhin nicht direkt über die Smartwatch geantwortet werden. Laut Amazfit wäre das jetzt zwar grundsätzlich technisch möglich, ist aber aktuell noch nicht umgesetzt. Ob es hier mal zu einer größeren Änderung kommt, bezweifle ich jedoch stark. Ich persönlich sehe hier maximal ein Antworten mit vorgefertigten Standard-Antworten, ähnlich wie es bei manchen Garmin Uhren möglich ist, kommen – wenn überhaupt. Ich gehe in meinem Test bewusst nur auf die Nutzung der Zepp App ein, aber Amazfit-User wissen natürlich, dass z.B. die “Notify for Amazfit & Zepp” App schon immer ein gern genutzte Alternative zur “Haus-App” von Amazfit war. Diese wird sicher auch wieder für die neuen GT 3-Modelle nutzbar sein.

Insgesamt kann mich sowohl das neue Zepp OS als auch die Verwendung der Zepp App immer mehr überzeugen. Die Nutzung ist intuitiv und die unzähligen Möglichkeiten der individuellen Konfiguration möchte ich nochmals loben.

Sporttracking mit der Amazfit GTR 3 Pro

Wie auch schon bei meinen letzten Tests zu den Amazfit-Smartwatches habe ich die Amazfit GTR 3 Pro wieder beim Sport ausführlich getestet. Ganz konkret hatte ich sie bei einigen Läufen im Freien mit dabei. In der Vergangenheit hatten die Amazfit-Modelle leider hauptsächlich mit der fehlenden GPS-Genauigkeit zu kämpfen und im letzten Jahr kam dann auch noch eine schlechte HF-Messung beim Sportracking dazu. Mit dem neuen Pulssensor und der Unterstützung von gleich fünf Sattelitensystemen bei der neuen GT 3-Serie, sollten diese Probleme doch hoffentlich der Vergangenheit angehören. Insgesamt werden auf den neuen Amazfit-Modellen über 150 Sportarten unterstützt und somit kann die Smartwatch inzwischen bei so ziemlich jeder Sportart Daten für Euch sammeln. Über die Einstellungen direkt auf der Uhr könnt Ihr vor dem Nutzen des Trackings einstellen, welchen GPS-Mode Ihr nutzen wollt. Hier stehen “Genauigkeit”, “ausgewogener Modus” “Stromsoarmodus” und “Benutzerdefiniert” zur Auswahl. Ihr könnt also selbst entscheiden, welche GPS-Satellitensystem-Kombination (“Benutzerdefiniert”) Ihr wählt oder aber auch generell Wert auf “Genauigkeit” oder aber auf die Akkulaufzeit (“Stromsparmodus”) legen. In meinem Test habe ich den Mode “Genauigkeit” genutzt. Natürlich verfügt auch die neue GT-Serie wieder über die automatische Trainingserkennung. Hier kann man vorab die Empfindlichkeit der Auto-Erkennung konfigurieren. Ich habe das mal für “Gehen” ausprobiert und dies hat doch recht gut geklappt.

Lauf Km Garmin Km Amazfit GTR 3 Pro Abweichung km der GTR 3 Pro in % Ø-HF Garmin Ø-HF Amazfit GTR 3 Pro Abweichung Ø-HF der GTR 3 Pro
1 10,55 10,46 -0,9 137 136 1
2 10,28 10,22 -0,6 144 143 1
3 10,36 10,23 -1,3 149 149 0
4 10,08 9,96 -1,2 144 140 4

Aber zurück zum eigentlichen Sporttracking. Wie gewohnt hatte ich die GTR 3 Pro auf mehreren Läufen dabei. Vor jedem Lauf muss man warten, bis der GPS-Fix gefunden wurde und der “Go” Button schließlich von Orange auf Grün wechselt. Dies dauerte in meinem Test meist so um die 30 Sekunden, was ich absolut vertretbar finde. Vor der Einheit kann man auch noch allerhand Einstellungen speziell für das Tracking vornehmen. So lassen sich die Datenseiten, also die Darstellung der getrackten Werte während des Trainings, sehr einfach individualisieren. Ihr könnt wählen, wie viele und welche Werte angezeigt werden sollen. Aber auch verschiedene Trainingsassistenten kann man vor dem Lauf wählen. Neu dabei ist nun der sogenannte Virtual Pacer. Hier stellt man eine Pace ein, mit dem der Virtual Pacer gewissermaßen “mitläuft” und immer dann ein Signal gibt, wenn man zu schnell oder langsam ist. Nutzer von Garmin oder Polar Sportuhren kennen solche Features natürlich bereits und nun sind diese Funktionen auch bei den Smartwatches von Amazfit angekommen. Man kommt hier also immer dichter an den Leistungsumfang einer “echten Sportuhr” heran.

Wenn man dann alle Einstellungen erledigt hat, kann der Lauf auch endlich losgehen. Mit dem offline Musikplayer und per Bluetooth verbundenen Ear Buds kann man nun sogar noch Musik hören, ganz ohne sein Smartphone dabei haben zu müssen. Während des Laufs wird die Smartwatch wie gewohnt über die Knöpfe bedient. Auch hier ist die drehbare Navigationskrone wieder ganz hilfreich. Aber wie sieht es denn nun mit der Qualität der getrackten Daten aus? In der Tabelle findet ihr die wichtigsten Daten zu meinen vier Testläufen. Die getrackte Strecke wich bei allen vier Einheiten gerade einmal zwischen 0,6 und 1,3 % zu meinem Vergleichsgerät (Garmin FR 645 Music) ab. Generell gelten Abweichungen von bis zu 2% als völlig normal für solche Uhren und daher hat sich die GPS-Genauigkeit bei der neuen Amazfit GT 3-Serie meinen Tests zufolge eindeutig verbessert! Endlich sind die Amazfit-Watches auf einem sehr akzeptablen Niveau was die GPS-Genauigkeit angeht. Auch beim Blick auf die durchschnittliche Herzfrequenz kann ich positives vermelden. Die Probleme der GT 2-Serie sind definitiv verschwunden und die getrackten HF-Werte während des Trainings weichen nur minimal von denen meiner Garmin Sportuhr ab.

Insgesamt ist die Amazfit GTR 3 Pro ein guter Begleiter für jede Art von sportlicher Aktivität. Sie unterstützt das Tracking von 150 Sportarten und lässt bei den meisten Sportarten auch noch zahlreiche Einstellungen für die Trainingsaufzeichnung zu. Endlich ist auch die GPS-Genauigkeit auf einem wirklich guten Niveau und die HF-Mesung während des Sporttrackings arbeitet ebenfalls absolut zufriedenstellend. Für den sportlichen Einsatz kann ich die GTR 3 Pro also absolut empfehlen.

Akkulaufzeit

Der Akku der Amazfit GTR 3 Pro hat eine Kapazität von 450 mAh und soll damit in einem “typischen Nutzungsszenario” auf bis zu 12 Tage Akkulaufzeit kommen. Die GTR 3 erreicht mit gleicher Kapazität angeblich sogar 21 Tage und die GTS 3 bei nur 250 mAh ebenfalls 12 Tage.

In meinem Akku-Test habe ich folgendes Setup genutzt:

  • aktive 24 HF-Messung (im 5-Minuten Intervall)
  • ganztägige Stressüberwachung aktiv
  • Auto-Helligkeitsmode
  • eingeschaltete Bildschirmdauer von 10 Sekunden
  • aktive Anruf-, SMS- und App-Benachrichtigungen
  • Handgelenk drehen zum Aktivieren des Bildschirms inaktiv
  • Always-On-Display inaktiv

Mit diesem Setup habe ich eine Akkulaufzeit von sogar 15 Tagen erreicht. Bei meinem zweiten Test habe ich zum oben genannten Setup auch noch das GPS-Sporttracking circa 3-mal pro Woche genutzt und kam selbst damit auf eine Laufzeit von 11 Tagen. Die Herstellerangaben von 12 Tagen konnte ich während meines Tests also erreichen und somit ist die Akkulaufzeit der GTR 3 Pro in Ordnung.

Amazfit GTR 3 Pro 13

Geladen wird wie gehabt über das mitgelieferte magnetische Ladekabel. Der Magnet könnte dabei ruhig etwas stärker sein. Ein vollständiger Ladevorgang dauert in etwa eine Stunde. Somit ist die Uhr doch recht schnell wieder voll einsatzbereit.

Testergebnis

Getestet von
Jens M.

Hat Amazfit mit der neuen GT 3-Serie den “Next Step” geschafft? Naja, es kommt wohl darauf an, auf was man als Nutzer Wert legt. Die getestete Amazfit GTR 3 Pro ist in Sachen Design ein echter Hingucker. Ein zeitloses, schlichtes Design wurde wieder einmal in beeindruckender Verarbeitungsqualität umgesetzt – hier gibt’s für mich überhaupt nichts zu meckern. Auch die Hardware-Ausstattung ist gewohnt üppig und bis auf NFC zum kontaktlosen Bezahlen ist eigentlich alles an Bord. Ob man neue Features wie die “One-Tap-Messung” wirklich braucht, ist natürlich sehr subjektiv aber offensichtliche Fehlkonstruktionen wie die Temperaturmessung sollte eine Uhr in diesem Preissegment eigentlich nicht haben. Sehr überzeugend sind dagegen der verbesserte optische Pulssensor sowie die deutliche Verbesserung bei der GPS-Genauigkeit.

Während Features wie der offline Musikplayer, die Temperaturmessung oder die Bluetooth-Telefonie bei der GTR 2 & GTS 2 bereits vorhanden waren, findet man diese Funktionen jetzt nur noch bei der Pro-Version. Amazfit hat hier also, zumindest was diese speziellen Features angeht, schon ganz ordentlich an der Preisschraube gedreht. Wer auf diese “Sonder-Features” verzichten kann, wird aber sicher auch mit der GTR 3 oder GTS 3 glücklich werden und spart sogar noch 50 EUR.

Insgesamt kann ich Euch die neue GT 3-Serie von Amazfit empfehlen – hauptsächlich im Vergleich zu den Vorgängermodellen. Design und Funktionsumfang wurden (leicht) verbessert und die Akkulaufzeit ist unverändert auf gutem Niveau. Die Verbesserung der GPS-Genauigkeit und der optischen Pulsmessung sind meiner Meinung nach aber gute Gründe, sich für die neusten Modelle aus dem Hause Amazfit zu entscheiden.

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Markus Wolf
Gast
Markus Wolf (@guest_82845)
12 Tage her

Wird es noch eine GTS 3 Pro geben ?

Eduard Jahn
Gast
Eduard Jahn (@guest_82841)
12 Tage her

Kann man Sprachaufnahmen machen? Also seine Art Notizen aufzeichnen?

HARALD MANNEL
Gast
HARALD MANNEL (@guest_82832)
12 Tage her

danke für den umfangreichen Bericht! Ich mache täglich 1 Stunde Sport und höre dabei Musik über die Bluetooth Kopfhörer. Mich würde interessieren, ob das Bluetooth Signal besser ist als bei der GTR 2, die ich jetzt nutze. Da habe ich öfter mal das Problem, das die Musik abbricht! Das habe ich mit verschiedenen Bluetooth Kopfhörern probiert. Weiter ist es so, das der Akku sich wesentlich schneller leert, als ohne Musik über Kopfhörer. Bei zukünftigen Tests kann man das Musikhören über Bluetooth Kopfhörer bei der typischen Akkulaufzeit vielleicht irgendwie mit einbeziehen. Z.b. Das Hören von Musik über Bluetooth Kopfhörer für 1… Weiterlesen »

Otakufrank
Gast
Otakufrank (@guest_82821)
13 Tage her

Abgesehen vom größeren Display und der Temperatur Messung kann die auch nicht mehr als mein Huami Band 5 für 29 Euro.

Dolph
Gast
Dolph (@guest_82958)
6 Tage her
Antwort an  Otakufrank

Ja, irgendwie “nette” Hardware, aber halt mit der wie immer extrem ranzigen Amazfit-Software…

Andy
Gast
Andy (@guest_82818)
13 Tage her

Wäre ein interessanter Nachfolger für meine Samsung Galaxy Watch. Leider (oder gut so) läuft deren Akku auch nach drei Jahren noch wie am ersten Tag. So kommt halt ein Wechsel doch noch nicht in Frage.

Der Speicherplatz für Musik finde ich übrigens ein wichtiges Kaufkriterium. Habe kein Streamingabo und möchte auf der Joggingrunde ohne Handy nicht auf Musik verzichten.

Marc1974
Gast
Marc1974 (@guest_82814)
13 Tage her

Hallo ,
Ich möchte ja nicht zur sehr auf den Tisch hauen, aber, der Herr Tester schreibt hier von einer falsch verbauten Stelle des Temperatur Sensors . Die haben schon die richtige Stelle gewählt, es soll nämlich die Hauttemperatur gemessen werden und nicht die Umgebungstemperatur!! Das gleiche und das vorweg gilt ebenfalls für die neue huawei gt3 !! Dies hier entspricht lediglich meiner Meinung!

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