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Xiaomi Air Purifier 4 Luftreiniger im Test

Getestet von Lukas Winkel am
Vorteile
  • spürbar bessere Luft
  • H13 HEPA-Filter und Ionisator
  • geringe Lautstärke (in den niedrigen Modi)
  • viele Automatisierungen über die App möglich
  • Anbindung an Alexa und Google Assistant
Nachteile
  • teure Filter
  • kaum Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger
  • großes Gerät
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Luftreiniger gibt es von Xiaomi zwischenzeitlich ja beinahe so viele wie Smartphones. Einen Überblick darüber haben wir vor wenigen Wochen bereits in unserem Vergleichsartikel geschaffen. Vorgestellt haben wir dort hauptsächlich die neue 4er-Modelle der Xiaomi Luftreiniger. Einen Vertreter dieser Serie haben wir nun im Test – den Xiaomi Air Purifier 4. Ich war sehr dankbar, dass ich dieses Testgerät bekommen habe, denn in den letzten Jahren hat sich bei mir eine starke Pollenallergie entwickelt. Zumindest in der Wohnung sollen alle Xiaomi Luftfilter Pollen filtern können und versprechen beschwerdefreies Atmen. Ob das Testgerät diesem Versprechen auch gerecht wird, lest Ihr im folgenden Bericht. Außerdem finden wir heraus, ob es wirklich etwas besser macht als sein Vorgänger – der Air Purifier 3H – den wir ebenfalls schon im Test hatten.

Xiaomi Air Purifier 4 Luftreiniger Test 2

Design, Lieferumfang und Aufbau

Xiaomi Air Purifier 4 Luftreiniger Test 10Viel Zubehör braucht so ein Luftreiniger nicht, deshalb ist dieser Punkt schnell abgearbeitet. Sicher in Styropor gepolstert, finden sich im Karton neben dem Luftreiniger selbst noch ein Ladekabel und eine Bedienungsanleitung.

Auch der Aufbau gestaltet sich simpel. Zunächst muss der Filter entnommen und aus seiner Verpackung befreit werden. Nach dem Einsetzen wird das Netzkabel angesteckt und damit ist der Xiaomi Air Purifier 4 betriebsbereit. Wer analog unterwegs ist, kann sich nun zurücklehnen und die saubere Luft genießen.

Dabei nimmt das Gerät einen Raum von 25 x 25 x 55,5 cm ein – minimal mehr als sein Vorgänger. Optisch hat sich hingegen wenig geändert. Weiterhin besteht der Luftreiniger aus einem weißen eckigen Gehäuse mit abgerundeten Ecken, das in der unteren Hälfte sowie auf der Oberseite mit Lüftungsschlitzen versehen ist. Auf der Vorderseite ist ein rundes Display verbaut. Hinten sind die Klappe für den Filter sowie der Anschluss für das Netzkabel und ein Sensor zum Messen der Luftverschmutzung platziert.

Bedienung und Einrichtung

Xiaomi Air Purifier 4 Luftreiniger Test 3Zur analogen Steuerung stehen drei Tasten am Gerät zur Verfügung. Zwei auf der Vorderseite, direkt unterhalb des runden Displays, die dritte Taste versteckt sich auf der Rückseite. Vorne lässt sich das Gerät zunächst ein- und ausschalten. Der zweite Knopf dient zum Wechseln zwischen den verschiedenen Modi. Zur Verfügung stehen Nachtmodus, Automatikmodus, die Stufen 1 bis 3 und eine individuell einstellbare Intensität. Die Taste auf der Rückseite dient dazu, die Helligkeit des Displays einzustellen. Dafür stehen zwei Helligkeitsstufen und die Option “Aus” zur Verfügung. Wird die Modi-Taste und die Helligkeits-Taste gleichzeitig gedrückt, lässt sich das WLAN (de)aktivieren.

Das ist nötig, um von den smarten Funktionen des Luftreinigers Gebrauch zu machen. Auch das ist zum Glück nicht kompliziert. Nötig ist die Xiaomi Home App, die sowohl im Play Store als auch im App-Store verfügbar ist. Nach dem Download ist dazu zunächst eine Anmeldung in der App nötig. Anschließend lässt sich der Xiaomi Air Purifier 4 unkompliziert verbinden. Dazu müssen Bluetooth, GPS und WLAN aktiv sein. Sofern das WLAN des Luftreinigers ebenfalls aktiv ist, erkennt die App das Gerät automatisch und verbindet sich mit einem Tippen.

Funktionen der App

Nach der Einrichtung ist der Luftreiniger als normales Gerät in der App hinterlegt. Auf der entsprechenden Seite wird oben der Reinheitsgrad der Luft angegeben. Dies geschieht in µg/m³, wobei der maximale Wert 999 und der theoretische ideale Wert 000 ist. Darunter wird links die Temperatur und rechts die Luftfeuchtigkeit angezeigt.

Unterhalb der Werte finden sich nun eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten zur Einstellung. Zunächst gibt es ebenfalls die oben genannten Modi – der einzige Unterschied ist, dass der individuelle Modus sich hier auch tatsächlich einstellen lässt. Dies geschieht mittels Schieberegler und einer kleinen Anzeige, für welche Raumgröße die Intensität gerade optimal ist. Diese Option ist auch die Einzige, bei der sich die volle Power des Air Purifier 4 ausnutzen lässt – zulasten der Lautstärke, denn bei Vollgas klingt das Gerät beinahe wie ein startender Helikopter 😉

Ferner bietet die App die Möglichkeit, den Ionisator zu deaktivieren. Standardmäßig ist dieser aktiviert und soll dafür sorgen, dass sich negativ geladene Ionen an Staubpartikel binden, diese schwerer machen und sie so zu Boden ziehen – zugunsten besserer Luft. Diese Funktion ist tatsächlich akustisch in Form eines leisen Fiepen wahrnehmbar. Gleichzeitig ist die Ionisierung das Einzige, was den Air Purifier 4 vom Vorgänger absetzt – dieser hatte noch keinen Ionisator.

Die App verfügt außerdem über eine Kindersicherung, welche die Steuerung direkt am Luftreiniger deaktiviert. Zudem zeigt sie die geschätzte Lebensdauer des Filters an. Am wichtigsten ist aber wohl die Automatisierungsfunktion. Hier lässt sich das “Einschalten/Ausschalten planen”. Das funktioniert einmalig, jeden Tag oder angepasst an bestimmte Wochentage. Aktiviert wird dabei jeweils nur die aktuell eingestellte Stufe des Luftreinigers. Wer noch mehr Kontrolle haben und auch die Stufen bei bestimmten Ereignissen verändern möchte, findet diese Funktion in den “Smart Scenes“. Hier lassen sich einfache “Wenn – Dann” Regeln festlegen. Dafür stehen hier unglaublich viele verschiedene Funktionen zur Verfügung. Die simpelste ist natürlich der Timer, alternativ lassen sich aber auch die Messwerte des Gerätes (z.B. Temperatur, Feuchtigkeit oder der µg/m³-Wert) anzapfen. Wer noch mehr Geräte aus dem Xiaomi Universum hat, kann auch deren Funktionen verwenden. In meinem Fall ist das der Xiaomi Smartmi Fan 3, dessen Sensoren ich anzapfen oder den ich mit Messwerten des Air Purifier Ein-/Ausschalten kann.

Die Xiaomi Home App lässt sich übrigens auch mit Alexa oder dem Google Assistant verknüpfen, sodass der Luftreiniger per Sprachsteuerung bedient werden kann.

Wirkung des Xiaomi Air Purifier 4

Die Funktion des Gerätes ist sehr einfach erklärt. Die untere Hälfte des Gehäuses besteht komplett aus einem runden Filter, der von einem eckigen Gehäuse umgeben ist. Letzteres ist rundherum luftdurchlässig. Im oberen Bereich dreht ein Ventilator, der Luft von unten ansaugt. Diese wird durch den Filter gezogen, dort gereinigt und schließlich oben wieder ausgestoßen.

Xiaomi Air Purifier 4 Luftreiniger Test 6

Wie bei allen Luftreinigern, die wir bisher im Test hatten, ist eine objektive Beurteilung der Wirkung hier ohne Messgeräte nicht möglich. Die einzigen Messwerte, die uns zur Verfügung stehen, sind die des Gerätes selbst. Hiervon bin ich tatsächlich überrascht, denn schon beim ersten Einschalten zeigte das Gerät einen Wert von lediglich 7µg/m³ an – ziemlich wenig dafür, dass wir eigentlich bereits in der Pollensaison sind und ich in der Stadt direkt an einer Straße mit Dauerbetrieb wohne. Auch im späteren Verlauf stieg die Zahl nie über diesen Wert – obwohl ich zum Testen Kissen, Decken, Schuhe und alles, was irgendwie stauben kann, direkt neben dem rückseitig angebrachten Laser-Sensor ausgeschüttelt habe. Um tatsächlich über 10 zu kommen, musste ich den Inhalt meines Staubsauger-Beutels direkt in den Sensor auf der Rückseite pusten (Ja, das habe ich tatsächlich getan :D).

Xiaomi Air Purifier 4 Luftreiniger Test 4Ob der Sensor also so akkurat funktioniert, wage ich zu bezweifeln. Fakt ist aber, dass meine Heuschnupfen-Symptome in der Wohnung seither deutlich zurückgegangen sind. Das kann auch ein Placebo-Effekt sein, aber solange ich keine drei Tempo-Packungen pro Tag mehr brauche, ist mir das ziemlich egal. Auch Gerüche (z.B. von Bauteilen meines Resin 3D-Druckers) entfernt der Xiaomi Air Purifier 4 problemlos. Obwohl die Zahlen nicht wirklich aussagekräftig zu sein scheinen, ist also auf jeden Fall eine Funktion feststellbar. Die Stiftung Warentest hat zu Beginn des Jahres außerdem Luftreiniger getestet und der Xiaomi Air Purifier Pro war der einzige mit der Wertung “gut – 1,8” bei der Luftreinigung (Zum Test bei Stiftung Warentest).

Wie viel das Gerät bei mir tatsächlich bewirkt hat, werde ich Euch nach der Pollensaison in einem kurzen Update berichten. Birke und Hasel sind schon um, in den nächsten 4 Wochen dürften die Gräser kommen, dann wird es bei mir richtig spannend. Schon jetzt merke ich jedoch eine echte Verbesserung gegenüber den letzten Jahren. Tagsüber steht der Luftreiniger in meinem Büro, abends nach dem Lüften im Schlafzimmer (das zusätzlich mit Pollen-Fliegengittern ausgestattet ist).

Filter & Ersatzfilter

Der Filter des Xiaomi Air Purifier 4 ist identisch mit dem des 3H, den wir bereits im Test hatten. Das ist zunächst gut, denn so ist sichergestellt, dass auch zukünftig Filter verfügbar sein werden – selbst für die alten Geräte.

Xiaomi gibt an, dass ihr eigener Filter noch besser sei als herkömmliche HEPA Filter. An anderer Stelle wird der gleiche Filter aber ebenfalls als HEPA verkauft. In jedem Fall besteht er aus drei Schichten: Der grobe Primärfilter aus Polyethylen filtert Haare und anderen groben Schmutz. Im zweiten Schritt filtern ein “Hochleistungsfilter” der Klasse H13 in Kombination mit einem Aktivkohlefilter Staub und Gerüche aus der Luft. Mit diesem Setup soll der Luftreiniger nach Angaben von Xiaomi 99,97% aller Partikel mit einer Größe von minimal 0,3μm aus der Umgebungsluft filtern. Im Air Purifier 4 tut er das mit einem maximalen Durchsatz von bis zu 400m³/h – je nach Einstellung.

Die Handhabung des Filters ist sehr einfach. Einmal eingesetzt, hält er laut Xiaomi 6 bis 12 Monate, bevor er getauscht werden muss. Diese Zeitangabe hängt freilich auch von der Luftqualität in der Wohnung ab. Der angezeigte Wert ist also höchstens als Empfehlung zu verstehen. Wer seinen Filter hin und wieder absaugt, kann ihn bestimmt auch länger nutzen – nach knappen zwei Wochen bei mir im Test sammelt sich beim Ausklopfen auf jeden Fall doch schon ein kleiner Haufen Staub.

Wenn doch einmal Nachschub nötig ist, bekommt Ihr von Xiaomi neben dem serienmäßigen HEPA-Filter auch einen Anti-Formaldehyd-Filter (entfernt Gerüche besser) sowie eine spezielle antibakterielle Version. Günstiger als bei Amazon sind die Filter bei eBay oder direkt aus China von AliExpress.

Testergebnis

Getestet von
Lukas Winkel

Die Verarbeitung des Xiaomi Air Purifier 4 ist gut – die Spaltmaße sind gering, der Kunststoff fühlt sich hochwertig an und nichts quietscht oder knarrt. Die Einbindung ins Smart Home über die Xiaomi Home App funktioniert ebenfalls problemlos und die Leistung kann sich absolut sehen lassen.

Zu bemängeln wäre höchstens die Anzeige, die doch sehr optimistisch wirkt und trotz offensichtlich staubigen Aktivitäten einen sehr geringen Wert anzeigt. Dieser Anzeige nach zu urteilen, wird Staub zuverlässig entfernt. Wie im Bericht schon erwähnt, ist es für mich ohne Testequipment nicht möglich, genaue Werte dafür zu bestimmen. Stattdessen muss ich mich auf mein Gefühl verlassen. Hier kann ich dem Gerät auf jeden Fall eine gute Funktion bescheinigen. Meine Heuschnupfen-Symptome sind deutlich zurückgegangen und auch Gerüche sind nicht mehr wahrnehmbar, nachdem das Gerät seine Arbeit verrichtet hat.

Aus diesem Grund kann ich den Xiaomi Air Purifier 4 auf jeden Fall empfehlen. Nicht nur Allergiker können sich ihre Leben damit einfacher machen. Auch alle, die empfindlich gegen Gerüche sind oder in einem Gebiet mit hoher Feinstaubbelastung wohnen, bekommen hier für ca. 190€ ein gutes Gerät für Räume bis 48m².

Den Vorgänger bekommt Ihr teilweise schon etwa 100€. Das einzige, worauf Ihr hier verzichten müsst, ist der Ionisator. Außerdem ist die Leistung mit 380m³/h minimal geringer als beim neuen Modell. Einen direkten Vergleich habe ich natürlich nicht, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich diese Unterschiede groß in der Praxis bemerkbar machen. Wenn Ihr etwas sparen wollt, könnt Ihr also guten Gewissens zum alten Modell greifen (hier geht’s zum Testbericht).

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