Mit dem neuen Xiaomi Mi Pad 4 Plus, das bald bei uns seinen Test antritt, stellt sich die Frage nach Konkurrenz. Das Huawei MediaPad M5 erschien schon Anfang des Jahres 2018, ist aber noch immer der Bestseller bei Amazon. Für 350€ bekommt man (fast) alles geboten, was der Tablet Nutzer heute erwartet. Das MediaPad M5 bietet alles, was an Entertainment möglich ist – gleichzeitig ist es dafür vorbereitet, auch unterwegs das Arbeitsgerät zu sein und ersetzt das schwere Notebook.

Huawei MediaPad M5 Testbericht Sample 1 Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 1

Mit dem höheren Preis ist es die direkte Alternative zum Einsteiger-iPad von Apple, nur eben mit Andoid statt iOS. Dazu kommen der starke Kirin 960 Octa-Core, 4+32GB Speicher, ein geniales 10,8 Zoll großes 2K Display, Fingerabdrucksensor, Harmon Kardon Lautsprecher und alles, was der Tablet User gebrauchen könnte. Außer einem Stylus, ähnlich dem Apple Pencil, denn den gibt es erst mit dem MediaPad M5 Pro und für einen satten Aufpreis. Das Huawei MediaPad M5 stand mich nun 2 Wochen lang als täglicher Begleiter zur Seite – wie schlägt es sich im Vergleich zum Xiaomi Mi Pad 4 & Mi Pad 4 Plus?

Konkurrenz zum MediaPad M5

Klar könnte man hier nun ein günstigeres Tablet nennen, denn auch vielen würde auch ein Chuwi Hi9 Pro genügen, schaut man sich aber in der Preisliga um, dann steht auch ein Anspruch an das Tablet im Raum. Samsung schießt hier mal wieder den Vogel ab: das Samsung Galaxy Tab S4 ist zwar besser, aber über 500€ ist ein Tablet heute nicht mehr wert. Das neue Galaxy Tab A kostet so viel wie unser Huawei MediaPad M5, ist aber wesentlich schlechter ausgestattet – Stichwort Snapdragon 450 für stolze 300€. Die wahre Konkurrenz findet man bei Apple und „Chinas Apple“ – das Einsteiger iPad und das Xiaomi Mi Pad 4 Plus.

Xiaomi Mi Pad 4 Plus 5

Beim iPad kann man die Leistung nicht vergleichen mit Android-Tablets, aufgrund von iOS. Preislich geht es hier auch bei 329€ (im Angebot) los. Was hingegen deutlich mehr kostet, ist das Zubehör: Kabel, Hüllen, Tastaturen, der Apple Pencil und auch Apps schlagen deutlich höher zu Buche. Bei den Apps zahlt man für gute Programme schon mal 5€, bekommt dementsprechend aber auch was geboten. Zu Gute halten möchte ich aber die Updatepolitik von Apple und auch die hohen Halbwertspreise. Es ist ein komplett anderes System und das Apple-Universum ist definitiv nicht jedermanns Sache, einen Blick wert aber trotzdem.

Auf der anderen Seite haben wir das Xiaomi Mi Pad 4 Plus – quasi ein Mi Pad 4 mit 10 Zoll Display und Fingerabdrucksensor. Der Importpreis ist noch teuer, dürfte aber noch fallen – zurzeit liegt er bei 290€ für die 64GB Version mit LTE. Als System gibt es MIUI, das sich für ein Tablet gut abstimmen lässt. An Zubehör muss man auf Drittanbieter zurückgreifen, die zwar günstig sind, aber qualitativ nicht auf Augenhöhe mit Originalqualität.

Versionen des Huawei MediaPad M5

Das Huawei MediaPad M5 bekommt ihr in insgesamt 4 Versionen. An Speicher gibt es überall 4GB Arbeitsspeicher plus 32GB Systemspeicher und beim Prozessor bleibt der HiSilicon Kirin 960 Octa Core stehen. Anstatt überteuerte Versionen mit mehr Speicher anzubieten, lässt sich in das M5 Tablet einfach eine MicroSD Karte einlegen – finde ich persönlich besser. Das Display löst je in 2K mit 2560 x 1600 Pixeln auf: beim 8,4 Zoll großen Display etwas schärfer mit 359 PPI, wobei die 280 PPI unserer 10,8 Zoll Variante immer noch gestochen scharf sind.

Huawei MediaPad M5 – 10,8 Zoll – WiFi MediaPad M5 – 10,8 Zoll – LTE MediaPad M5 – 8,4 Zoll – WiFi MediaPad M5 –8,4 Zoll – LTE
359€ 419€ 299€ 369€

In China bekommt ihr das MediaPad M5 noch in der Farbe champagner gold – vorne weiß hinten gold – sowie mit mehr Speicher: 64GB & 128GB. Bei Amazon nur 32GB (LTE oder WiFi) und auch nur schwarz / grau.

Dazu kommen auch noch das Huawei MediaPad M5 Pro und das M5 Lite. Das Huawei MediaPad M5 Pro zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass ihr einen Apple Pencil ähnlichen Stylus benutzen dürft und auch mitgeliefert bekommt. Für den Mate Pen 2 hat das M5 einen Digitizer an Bord. Dazu kommt, dass das MediaPad M5 nicht bei den üblichen Händlern zu kaufen gibt – wer also etwas professioneller zeichnen möchte, der überlegt sich zweimal, ob es Huawei werden soll. Notizen auf Dokumenten oder Präsentationen in der Uni klappen beim normalen Huawei MediaPad M5 mit einem herkömmlichen Stylus zielsicher. Den Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem Kirin 960s und dem Kirin 960 des M5 Pro könnt ihr vernachlässigen: bei 3D Mark sind sie gleichauf und bei AnTuTu sind es 7% Mehrleistung. Beim Speicher sind es ebenfalls 4GB RAM, aber statt 32GB gleich 64GB Speicherplatz.

Das Huawei MediaPad M5 Lite ist eine deutlich abgespeckte Version, die lediglich 70€ weniger kostet. Das Display löst nicht mit 2K auf, der Chip ist langsamer, der RAM kleiner … ABER es bietet den Support für einen Hauseigenen Stylus inklusive Digitizer und verschiedener Druckstufen – da versteh einer die Produktphilosophie. Im M5 Lite kommt der HiSilicon 659 zum Einsatz, der im Systembetrieb noch ausreichend Leistung liefert, dafür auf dem Papier deutlich hinter dem Kirin 960 liegt – gut 120% Mehrleistung stehen hier.

Design und Verarbeitung

Mit dem 10,8 Zoll großen Display im 16:10 Format kann das M5 gar nicht so kompakt sein: es misst 258,7 x 171,8 x 7,3mm und bringt 498g auf die Waage. Dagegen ist das MediaPad M5 mit 8,4 Zoll entsprechend kompakter und recht ähnlich zum Xiaomi Mi Pad 4: 212,6 x 124,8 x 7,3mm misst es bei 316g. Das Huawei MediaPad M5 setzt beim Material auf einen Mix aus Glas auf der Front und einem Metall-Unibody sowie einer tadellosen Verarbeitung. Mit dem abgerundeten 2,5D Glas und dem nahtlosen Rahmen liegt es spitze in der Hand – Spaltmaße oder jegliche Instabilität sucht man vergebens.

Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 4 Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 3

Das Panel wird auf der Front durch einen schwarzen Rahmen eingefasst, der etwas breiter ausfällt, als man es von Full-Screen-Smartphone vielleicht schon gewöhnt ist. An allen Seiten misst er 12,1mm. Hält man das Tablet im Landscape Modus, liest sich an der unteren Seite der Huawei Schriftzug und der Fingerabdrucksensor bzw. Multifunktionsbutton liegt recht in der Mitte. Letzteren erreicht man perfekt mit dem Daumen und er misst 15,5 x 5,5mm. Auf der Front findet sich noch oben eine Selfiekamera.

Einen gesonderten Rahmen gibt es nicht, aber der Unibody wirkt wie aus einem Guss. Alle wichtigen Elemente befinden sich auf der rechten Seite: unten der USB-C Port, Kartenslot für eine MicroSD Karte oder zusätzlich einer Nano SIM Card in der LTE Version. Darüber liegen Powerbutton und die Lautstärkewippe, die zwar hochwertig sind, aber sich schlecht drücken lassen, wenn das Tablet auf dem Tisch liegt. Am Rahmen sind lediglich noch Teile des Empfangsstreifen sichtbar, der aber hauptsächlich auf der Rückseite verläuft.

Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 5 Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 6

Die dunkelgraue Rückseite wirkt in sich sehr stimmig: oben und unten verlaufen die Löcher für die insgesamt vier Lautsprecher in einer Linie, oben direkt auf dem Empfangsstreifen und unten sind noch drei goldene Kontakte für das Keyboard eingebunden. Oben rechts ragt die Kamera mit 1,5mm leider recht weit heraus. In der Mitte des Rückens findet man nochmals den Huawei Schriftzug und darunter das harman / kardon Logo für die Speaker.

Ich wüsste nicht, was man viel besser machen soll hinsichtlich des Designs oder der Verarbeitung bei einem Tablet. Vorder- und Rückseite sind sehr stabil, mit den abgerundeten Kanten liegt gut in der Hand und mit dem Design / Material sieht es klasse aus und fühlt sich toll an. Dass ein 10 Zoll Tablet kein Fliegengewicht ist, sollte klar sein.

Lieferumfang

  • Huawei MediaPad M5Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 2
  • SIM Pin
  • EU Netzteil: Huawei Super Charge
  • USB-C Kabel
  • USB-C auf 3,5mm Klinkenadapter
  • Anleitung etc.

Display

Im Huawei MediaPad M5 verbaut man ein 10,8 Zoll großes IPS Panel im 16:10 Format. Dieses löst mit 2560 x 1600 Pixeln auf und erreicht eine Pixelpunktdichte von 280 PPI. Der Touchscreen registriert bis zu 10 Punkte gleichzeitig und leuchtet mit bis zu 430 cd/m² hell. Beim Displayglas wird keine chemische Härtung genannt (Gorilla Glas z.B.) und die großen Tabletdisplays sind bekanntlich anfälliger gegenüber Kratzern, aber unser Exemplar sieht noch super aus. Unser Testgerät ist schon durch einige Testerhände gewandert (Release April 2018), aber es finden sich maximal 2-3 Mikrokratzer. Überzeugen können die Farbdarstellung und Brillanz des hochauflösenden Displays. Farben werden kräftig dargestellt und auch das klare Weiß gefällt. In den Einstellungen lässt sich der Farbmodus noch einstellen auf „Normal“ und „Lebhaft“ sowie die Farbtemperatur (Standard, Warm, Kalt). Dazu kommen Features wie Augenschonen und Smarte Auflösung: letzteres schaltet zwischen Full-HD und 2,5K um und soll Strom sparen.

Huawei MediaPad M5 Testbericht Display 3 Huawei MediaPad M5 Testbericht Display 1 Huawei MediaPad M5 Testbericht Display 2

Bei all dem Lob für das starke Display kommt leider auch etwas Kritik auf das MediaPad M5 zu: das IPS Panel sollte recht Blickwinkelstabil sein, ist es aber bei niedriger Helligkeit nicht wirklich. Das fällt bei einem Tablet auch viel schneller auf als beim Smartphone, da man das Tablet mal auf den Schoß legt, es irgendwo anlehnt oder es schräg hält für Eingaben. Mit steigender Helligkeit des Displays wird es besser, aber ankreiden muss man es dem „Premium“ Tablet trotzdem.

Huawei MediaPad M5 Testbericht Screenshots 4Die Bedienung funktioniert astrein: Eingaben gehen super von der Hand, die Finger gleiten ohne Widerstand über das Glas und präzises Surfen, auch bei der winzig-dargestellten Desktop-Variante einer Website, ist kein Problem. Standardmäßig wird Android über die drei On-Screen-Buttons bedient. Die Leiste kann man anpassen, verstecken, wenn sie nicht benötigt wird, oder die Position anpassen (Links, Mitte, Rechts). Während meiner Testzeit habe ich den Fingerabdrucksensor als Multifunktionsbutton genutzt – das hat natürlich den Vorteil, dass mehr Platz für die Inhalte bleibt. Dafür ist die Positionierung des Sensors schon fast zu gut, denn oft kam ich aus Versehen drauf im Landscape Mode. Um zum Homescreen zu gelangen, lässt man den Finger kurz auf dem Fingerabdrucksensor ruhen, was nicht immer auf Anhieb gelingen wollte. Für mich ist es die bessere Möglichkeit zur Systemnavigation, aber beim Honor View 10 oder Honor 10 hat es besser geklappt.

Leistung

Den Takt gibt im Huawei MediaPad M5 der Kirin 960s an. Der Octa Core setzt sich aus vier Cortex-A73 mit 2.1 GHz und vier A53 Cores mit 1.8 GHz zusammen. Zusätzlich steht noch eine NPU, Neural Processing Unit, bereit und beschleunigt, wenn möglich, einige Aufgaben im Hintergrund. Als Grafiklösung steht die Mali G71 GPU bereit.

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Im Vergleich zum Kirin 960 (ohne s) taktet dieser mit 2.4GHz zwar etwas schneller, dafür steht eben die NPU bereit. Die Geschwindigkeit dieser ist nicht wirklich messbar. Der Grafikchip bleibt derselbe. Letzterer steht auch immer etwas im Schatten von Adreno, die GPU in Snapdragon Qualcomm Prozessoren. Damit ist auch der erste Flaschenhals gefunden, in näherer Zukunft zumindest.

Noch stemmt das Huawei MediaPad M5 alle Aufgaben mühelos: das neue Asphalt 9 kann man auf höchsten Details genießen und es läuft butterweich. Irgendwann wird die GPU limitieren, aber der Prozessor wird noch lange genügend Leistung liefern. Im Vergleich zum Snapdragon 660 des Xiaomi Mi Pad 4 liegt dieser nur bei den Benchmarks ein wenig zurück und auch beim 3D Mark kann er nicht, wie erhofft, aufholen. Einen Unterschied bei der Geschwindigkeit kann man bei der Benutzung eigentlich nicht ausmachen. Hier ist es wichtiger, dass das System optimiert und abgestimmt wurde auf die Hardware – das haben sowohl EMUI als auch MIUI drauf.

Der Arbeitsspeicher misst im MediaPad M5 4GB und ist 4,3 GB/s schnell. Der Systemspeicher ist 32GB groß: hier kommt eMMC Speicher zum Einsatz, der 265 MB/s read und 135 MB/s write erreicht. Klar könnte beides schneller sein – UFS loben wir hier stets. Dies merkt man beim Laden großer Apps, Installieren von neuen Programmen und auch ein bisschen beim Umschalten im Multitasking.

System

Huawei MediaPad M5 Testbericht Screenshots 2 Huawei MediaPad M5 Testbericht Screenshots 1

Unser Huawei MediaPad M5 kam mit Android 8.0 bei uns an und EMUI in der Version 8.0 – nach einem OTA Update waren wir dann auch schon auf dem neusten Stand: Build Nummer CMR-AL09 8.0.0161(C432). Das Mediapad M5 begrüßt uns mit der gewohnten Oberfläche, die wir auch schon vom Smartphone kennen. Leider sehe ich an der Stelle auch keine Veränderungen für das Tablet. Man landet auch dem Homescreen, kann sich in den Einstellungen aussuchen, ob man die Apps alle auf dem Homescreen haben möchte oder in einem App-Drawer. Für den Tabletbetrieb habe ich mir dann noch ein paar Widgets nach vorne geholt, wie das Wetter, Kalender oder den Spotify Player zum Steuern der Multiroom Speaker. Das kennen wir so auch schon von den anderen Tablets, denn auch bei MIUI begrüßt einen die typische Oberfläche und unter iOS hat man auch alle Apps dort einfach geordnet. EMUI läuft sehr fix mit dem Kirin 960s OctaCore: alle Animationen laufen butterweich, die Navigation macht richtig Spaß und Programme starten sehr zügig. Android lebt nun mal von seinen installierten Apps.

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Über Widevine haben wir ja bereits groß berichtet und an der Stelle wird es Zeit, das Thema noch mal breit zu schlagen. Angeblich sollte das Mediapad M5 ja per Update das Widevine Level L1 bekommen, mit dem man dann in der Lage wäre, auf dem 2K Display Netflix und Amazon Prime in Full HD, oder sogar noch besser, zu schauen. War wohl nix: bei uns zeigt er auch mit dem neusten Update noch L3 an und Video Streaming macht mit Pixeln kein Spaß. Das OnePlus 5T musste man damals ja auch extra einschicken, wobei es auf dem Smartphone nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Wenn jemand einen Trick kennt, dann bitte mal in die Kommentare schreiben – oder wenn es bei einem M5 Nutzer schon klappt.

Kamera

Huawei MediaPad M5 Testbericht Screenshots 13Die Kamera bekommt bei einem Tablet nicht viel Beachtung und wenn ich ein Tablet mal unterwegs mit dabeihabe, macht man trotzdem mit dem Smartphone Fotos. Trotzdem sind die Sensoren nicht schlecht, die man im Huawei MediaPad M5 bekommt. Auf der Rückseite steht die Kameraeinheit recht weit aus dem Gehäuse raus: es ist ein 13MP Sensor mit einer Blende von f/2.2. Auf der Vorderseite stehen 8MP und ebenfalls f/2.2 auf dem Papier. Die Qualität geht in Ordnung, wobei ich auch keine großen Anforderungen an eine Tablet-Kamera stelle: ja sie sollte da sein und funktionieren, vielleicht auch mal ein Dokument / Tafelbild scannen können & die Frontkamera für Skype taugen – aber mehr ist kein Muss. Dafür qualifiziert sich das MediaPad M5 auf jeden Fall und für den ein oder anderen Schnappschuss reicht es auch.

Als App findet man eine abgespeckte Version der EMUI Kamerasoftware vor. Es sind Modi dabei wie Nachtaufnahme, HDR, Profi-Foto, Video, Zeitraffer, Panorama – aber ich sehe das MediaPad M5 nicht als Fotoapparat. Dafür kann die Frontkamera mit Hilfe der Software Bokeh-Sefies schießen, was auch ordentlich gelingt.

Konnektivität

Das Huawei MediaPad bekommt ihr für einen gewissen Aufpreis auch inklusive mobilem Internet. In den SIM Slot passt neben der Speicherplatzerweiterung via MicroSD (bis 256GB) eine Nano SIM Karte. Folgende Frequenzen unterstützt das Huawei MediaPad:Huawei MediaPad M5 Testbericht Produktfotos 7

  • 2G (B2/​B3/​B5/​B8)
  • 3G (B1/​B2/​B5/​B8)
  • 4G (B1/​B2/​B3/​B4/​B5/​B8/B12/B19/​B17/​B20/​B38/​B39/​B40/B41)

Falls es irgendwen interessiert, auch wenn es trivial ist, LTE ist in der Ausbaustufe CAT6 verbaut. Der Empfang ist dank der vielen Frequenzen stets gegeben – vor allem wenn man LTE hat, macht das Surfen unterwegs und im Café viel Spaß. Daneben sind auch die Telefon- und SMS Funktionen freigeschalten. Heißt, wenn ihr eine Multi SIM Karte habt, müsst ihr nicht zwischen Tablet und Smartphone wechseln, um einen Anruf entgegen zu nehmen. Hier greift man dann entweder auf die Freisprecheinrichtung zurück oder hat ein Headset angeschlossen.

Huawei MediaPad M5 Testbericht Screenshots 15Zur Navigation stehen GPS, A-GPS, GLONASS und BeiDou bereit. Der Empfang ist gut – nicht so gut, wie bei manchem Smartphone und bis die Position bestimmt wird, dauerte es bei uns ein wenig. Dafür wird man auf 5m genau bestimmt, in Gebäuden sind es noch 30m. Über den E-Kompass bestimmt ihr zusätzlich noch die Richtung. Wer will, kann sich das MediaPad auch im Auto installieren und sich so über den großen Screen navigieren lassen. Hierfür ist der Lautsprecher schön laut und der Akku ausdauernd genug. Empfangsprobleme hatten wir unserem Gebiet nicht. In lokale Netzwerke kommt man mit Dual Band 2.4 & 5.0 GHz im ac-Standard – Bluetooth ist in der Version 4.2 verbaut und auch aptX wird unterstützt. An Sensoren vermissen wir auch grundsätzlich nichts in der Liste: Lage, Licht, ein Hallsensor, der Kompass und ein Gyroskop. Dass ein Näherungssensor Schwachsinn wäre, ist klar, aber Gyroskop hätten sie auch der WiFi Version lassen können, da es doch manche Games voraussetzen. Grundsätzlich kommt die WiFi Versionen mit denselben Verbindungsstandard, wie unsere LTE Version, nur A-GPS, das Gyroskop fehlen und natürlich der mobile Empfang.

Zu dem besten, was Lautsprecher in mobilen Geräten bieten können, gehören einfach die vier Speaker des Huawei MediaPad M5. Mal ungeachtet des harmon / kardon Schriftzug auf der Rückseite, macht es richtig Spaß mit dem Huawei Tablet Filme, YouTube und On-Demand-Serien zu schauen. Der Klang ist differenziert und klar, sehr räumlich – der Stereo Effekt kommt bei den Ohren klar an – und dynamisch. Natürlich fehlt der Bass, bzw. er kann es nicht mit einem Bluetooth-Speaker aufnehmen, aber in Nuancen und bei verschiedenen Soundeffekten ist er im Ansatz vorhanden, was dem Gehör schon meist reicht. Dass der Lautsprecher zu überzeugen weiß, ist auch wichtig, denn es fehlt ein 3,5mm Klinkenanschluss und dadurch die Möglichkeit mal schnell Kopfhörer anzuschließen. Es liegt ein USB-C auf 3,5mm Klinkenadapater bei, der seinen Job auch ordentlich erledigt und mit dem man auch auf Soundeffekte des von EMUI zurückgreifen kann, aber einen Mehraufwand stellt der Adapter irgendwie immer dar.

Neben der Funktion als Multifunktionsbutton lässt es sich mit dem Fingerabdrucksensor auch das Gerät entsperren. Das funktioniert im direkten Test auch bei 10 von 10 Versuchen, aber es braucht etwas „Wille“ dazu. Der Fingerabdrucksensor ist länglich oval und will zu einem gewissen Teil bedeckt werden. Daher reicht es nicht aus, flüchtig drüber zu huschen, wie z.B. beim OnePlus 6, sondern man muss den Finger „gewillt“ auflegen. Kein Manko, denn man hat es schnell verinnerlicht. Auf die Entsperrung über die Frontkamera / Face ID muss man leider verzichten beim Huawei MediaPad M5.

Akkulaufzeit

Huawei MediaPad M5 Testbericht Screenshots 14Damit das Huawei Mediapad M5 auch entsprechend lange läuft, ist es mit einem 7500 mAh großen Akku ausgestattet. Im Vergleich zum Xiaomi Mi Pad 4 mit 8 Zoll Display oder Mi Pad 4 Plus mit 8620mAh und 10 Zoll, ist das nicht viel, aber das Huawei Tablet ist entsprechend dünner und liefert trotzdem Saft für einen langen Tag. Bedeutet: das Smartphone sollte unbedingt den ganzen Tag durchhalten, aber das Tablet hat man einfach nicht so lange in Betrieb und man muss auch nicht über dieses erreichbar sein – Telefonanrufe, Mails, Push Nachrichten habe ich ja schon auf dem Smartphone. Egal, mit den 7500 mAh hält das MediaPad M5 7:45 im Battery Benchmark durch. Und auch im normalen Gebrauch kommt man auch gute eine halbe Woche hin mit 2 Stunden Nutzung am Abend auf der Couch. Beim Videostreaming ist es mit 8 bis 9 % pro Stunde auch genügsam.

Um die 7500mAh auch wieder voll zu bekommen, steht Huaweis Schnellladetechnologie SuperCharge dem MediaPad M5 zur Verfügung. In unter einer Stunde ist es bereits zur Hälfte vollgeladen, bei 1:45 sind wir bei 90% und die letzten 10% dauern bekanntlich etwas länger, trotzdem stehen am Ende 2:10 zu Buche – für 7500mAh eine Glanzleistung.

Fazit und Alternative

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Erik Zürrlein:

Das Huawei MediaPad M5 ist definitiv ein sehr gutes Tablet geworden und gerade, wenn ich öfter in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs wäre oder gar mit dem Zug reisen würde, wäre die LTE Version eine Wohltat. Denn das M5 Tablet ist leistungsstark, edel & super verarbeitet, bietet eine volle Ausstattung und ausdauernd bzw. wieder sehr schnell vollgeladen. Es ist einfach im hiesigen Land die wohl beste Alternative zum Einsteiger iPad.

Klar hat das ganze dann auch seinen Preis und mit mindestens 350€ ist es nicht billig. Aber mit Stylus und Tastatur kann man sich eventuell das Notebook sparen für unterwegs. Hingegen können wir Widevine nicht schönreden – es nervt und gehört abgeschafft. Daneben wird es interessant, wie sich das Xiaomi Mi Pad 4 Plus bei uns schlagen wird. Wer hingegen das perfekte Tablet für die Couch sucht, wird mit dem kleinen Mi Pad 4 mit 8 Zoll großem Display für gerade mal 180€ glücklich.

84%
  • VERARBEITUNG UND DESIGN 100 %
  • DISPLAY 80 %
  • BETRIEBSSYSTEM UND PERFORMANCE 85 %
  • KONNEKTIVITÄT UND KOMMUNIKATION 90 %
  • KAMERA 70 %
  • AKKULAUFZEIT 80 %

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Aleks
Gast
Aleks

Habe gelesen dass das Problem mit Netflix HD behoben wurde und man nun problemlos auch Netflix in HD schauen kann.

Ben
Gast
Ben

Die Billigversion kann einen Stift nutzen.
Die teure Version kann einen Stift nutzen.
Aber das was die Leute kaufen, kann keinen Stift nutzen. Genial. Welcher Depp hat sich das ausgedacht? Würde die Normalversionen Stiftunterstützung haben, würde sie innerhalb der nächsten zwei Minuten bestellt sein, so suche ich halt weiter.

Alucard
Gast
Alucard

Ich finde man sollte das Galaxy Tab A nicht direkt aus der Konkurrenz ausschließen.

Das Tab A 10.1 bekommt ja noch Android 8 und ist derzeit oft für ~150€ zu haben.

Es bietet eine geniale Leistung, trotz 2GB Ram.
Daher ist es in meinen Augen die bessere Wahl, wenn man ein Allrounder Tablet sucht, aber noch auf den Preis achten muss/will.
Auch hat dieses Widevine 1. HD schauen also möglich.

Vielleicht könntet ihr das ja mal testen, wo ihr schon Samsung Handys getestet habt. Wäre eine tolle Ergänzung des Bereichs.

Ich habe übrigens die aktuelle Version des Tab A 10.1 mit 32 GB Speicher.

Klaus
Gast
Klaus

Also ich hab hab das M5 LTE mit 64GB,und habe L1. Kann also HD schauen. Als Software läuft auch bei mir die 161er Version…