EasyAcc ist ein recht junges Unternehmen mit Sitz in Honkong und war mir bis dato auch noch völlig unbekannt. Im Prinzip stellen sie eine ähnliche Produktpalette wie beispielsweise ANKER bereit und verkaufen weltweit. Gleichzeitig versucht man aber auch, in andere Sparten Fuß zu fassen. Was läge da besser, als die Gaming-Welt für sich zu gewinnen?

Das G1 Gaming Headset ist dabei ein Neuankömmling im westlichen Markt und versucht in einem niedrigen Preisbereich von bis 40 € eine ansprechende Qualität zu bieten. Beworben wird auch eine Vibrationsfunktion, die für noch mehr Immersion sorgen soll. Ob das Headset von EasyAcc mit den etablierten Marken wie Logitech mithalten kann und ob sich hier vielleicht sogar ein Preistipp verbirgt, erfahrt ihr im Test.

Design / Verarbeitung / Lieferumgang

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EasyAcc hat mit dem G1 Gaming Headset den Zahn der Zeit getroffen, hält sich aber mit dem übermäßigen Bling, Bling zurück. Die verwendeten Materialien kommen dabei nicht nur aus der Ramschkiste. So sind zwar überwiegen Kunststoffelemente verbaut, aber auch Kunstleder und ein gewisser Teil an Metall finden ihren Weg in das G1. Nichts was nicht wackeln soll wackelt, die Verarbeitung kann man somit als gut verbuchen. Angeschlossen wird das G1 Gaming Headset über USB. Ein Adapter auf Klinke liegt nicht bei.

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Der leuchtende Anteil am G1 wird durch drei Lichtquellen generiert. Zum einen ist das Mikrofon beleuchtet und zeigt dem User dadurch, ob die „Mute-Funktion“ aktiv ist oder nicht (leuchtend heißt Mikrofon aktiv, nicht leuchtend heißt im Umkehrschluss inaktiv), zum anderen die beiden Ohrmuscheln. Diese haben außen in der Mitte ein Logo integriert, das rot beleuchtet wird. Das Ganze wirkt nicht besonders aufdringlich und hält sich noch im Rahmen. Ein Lichterfest muss man also wie gesagt nicht fürchten. Die Beleuchtung lässt sich nicht abschalten und leuchtet auch dann weiter, wenn der PC aus ist.

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Der Bügel des G1 ist an vier kurzen Seilen befestigt und besteht aus einem elastischen Gummi, der an der Unterseite mit gepolstertem Kunstleder ausgestattet ist. Die Seile dienen dazu das G1 flexibel an die Kopfgröße anpassen zu können, gleichzeitig kann man das Headset auf eine angenehme Größe dehnen, um es über den Kopf zu stülpen.
Das Mikrofon des G1 hat eine gute Länge und lässt sich frei positionieren beziehungsweise hochklappen. Etwas unangenehm in den ersten Minuten ist die rote LED an der Spitze des Mikrofons, die immer im Augenwinkel leuchtet. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich jedoch daran oder findet einen passenden Winkel. Leider fehlt die Funktion, das Mikro beim Hochklappen automatisch abzuschalten. Dies wiederum wird durch eine recht groß geratene Fernbedienung realisiert. An dieser lässt sich auch die Lautstärke über ein drehbares Rad anpassen. Neben einem Mute Knopf findet sich auf dieser auch der Knopf für die zusätzliche Vibration. Später dazu mehr.

Tragekomfort

Die Ohrmuscheln des G1 Gaming Headset sind zwar auf den Over Ear Einsatz ausgelegt, bei großen Ohren könnten sie aber eher als On-Ear durchgehen. Gerade für Personen mit Ohrringen oder Piercings drücken die G1 immer genau an die falschen Stellen. Hier hilft wohl nur Ausprobieren obs passt. Des Weiteren ist der Anpressdruck für meinen Geschmack zu hoch. Über die Test-Zeit hinweg lockerte sich der Feste griff etwas. Wer aber verwöhnte Ohren hat, wird den Druck als unangenehm und sehr gewöhnungsbedürftig empfinden. Das G35 von Logitech ließ sich von Beginn an mit mehr Komfort tragen, saß aber nicht so sicher an seinem Platz.
Der Bügel des G1 ist wie eingangs beschrieben mit ausgepolstertem Kunstleder bezogen. Dies passt sich sehr gut an die Kopfform an und verteilt das Gewicht von 316 Gramm der Kopfhörer über eine große Fläche.

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Aufhängung mit Seilen

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Grundsätzlich taugt das G1 Gaming Headset auch für längere Sessions, wenn man die passende Position gefunden hat. Wer ein Headset mit festem Sitz sucht, wird definitiv nicht enttäuscht.

 

Lieferumfang

Der Lieferumgang fällt recht mager aus. Neben den Kopfhörern liegt nur eine Treiber CD bei.

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Soundqualität

Viel erwarten kann man ja in den unteren Preissegmenten normalerweise nicht. Umso mehr hat mich dieses Headset überrascht. Man sollte sich klar sein, dass man mit dem G1 Gaming Headset keine Hifi-Kopfhörer erhält. Für unseren Vergleich muss daher das G35 erneut herhalten. Einige Preisklassen drüber müsste es dem G1 davonrennen. Tut es aber nicht. Das G1 findet sich sehr gut in seinem Einsatzgebiet „Gaming“ zurecht. Der Bass kommt druckvoll und recht präzise, die Höhen werden etwas vernachlässigt aber Mitten klingen klar. Einem Gespräch zwischen verschiedenen Spielern zu folgen funktioniert ebenso gut wie die Gegnerortung. In Battlefield 4 / 1 lässt sich sehr genau bestimmen, aus welcher Richtung der Gegner gerade anstapft und ob ein Hindernis dazwischen liegt oder nicht. Sehr bombastisch kommt in diesen Spielen auch der bereits gelobte Bass zu tragen. Die Explosionen werden zusätzlich und ganz frei nach Bedarf mit zwei Vibrationsmotoren verstärkt. Somit fühlen sich die Explosionen wirklich „erschütternd“ an. Der Effekt hat mir gut gefallen und hätte sogar noch etwas ausgeprägter sein dürfen. Um den Motor zu aktiveren, bedarf es aber sehr tiefer Bässe. Kleinere klanglich höhere liegende Detonationen reichen oft nicht, obwohl dem Charakter im Spiel trotzdem alles um die Ohren fliegt.
Aber auch für weniger bombastische Titel ist das Headset geeignet. Der Vibrationseffekt tritt dann nur nicht so stark auf.

Die Kommunikation mit Teamkameraden funktioniert dabei einwandfrei. Wie schon erwähnt werden Mitten gut abgebildet, man versteht seinen Partner im TeamSpeak sehr gut und wird durch das Mikrofon auch selbst gut verstanden. Störgeräusche werden ordentlich herausgefiltert, ein Tastenklicken ist also auch nicht zu hören, wenn’s mal wieder etwas wilder zugeht.

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Die einzige Kategorie, in der das G1 Punkte verliert, ist der musikalische Genuss. Ja, man kann Musik hören. Ja, es reicht auch für Charthits und die Begleitmusik in Spielen. Beim reinen Musikhören von Stücken, in denen die Höhen aber ein Groß des Gesamtbildes ausmachen, wird man aber wenig Spaß haben.
Hier kann sich zum ersten Mal auch das G35 etwas vor das G1 schieben. Bei Bässen und der allgemeinen klanglichen Güte liegt bisher das G1 vorne. Die Mikrofonqualität beider Headsets ist ungefähr gleichwertig. Doch die Höhen bekommt das G35 eine Nuance besser hin, immer noch weit entfernt davon wirklich hoch aufzulösen aber eben etwas besser als die Konkurrenz.

Das G1 Gaming Headset ist somit genau das, was es sein will. Ein Gaming Headset. Nicht gedacht dafür Opernarien und orchestrale und epische Stücke mit präzise zu ortenden Instrumenten abzubilden. Umso besser weiß es den Bombast-Effekt eines zusammenfallenden Wolkenkratzers zu untermalen. Davon bekommt die Außenwelt wenig bis nichts mit, denn das G1 schirmt den Spieler sehr gut mit seiner geschlossenen Bauweise ab.

Treiber

Heutzutage etwas kurios anmutend ist die beigelegte Treiber CD. Meist wird ja auf so ein fast schon antikes Stück verzichtet und selbst in Spiele-Schachteln sind manchmal keine Installations CDs mehr vorhanden. So ist auch die Version der Software auf der CD nicht die aktuellste. Auf der Herstellerseite lässt sich eine etwas aktuellere Version herunterladen. Große Unterschiede sollte man aber nicht erwarten. Auf der beiliegenden CD (oder eben über den Download) erhält man eine an das G1 angepasste Treibersoftware. Diese ist leider nicht so umfassend ausgefallen wie erhofft. Hauptsächlich wird ein Equalizer gestellt, mit dem die klanglichen Vorlieben an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Besser als nichts. Der Equalizer ermöglicht auch das anlegen von Klangprofilen, die gespeichert und jederzeit wieder aktiviert werden können. Zu empfehlen ist die Option für den Bass-Boost. Dieser verleiht den knackigen Bässen des G1 eine extra Portion Würze und führt nebenbei auch dazu, dass die Vibrationsfunktion etwas öfter ausgelöst wird.

Der Treiber ist kein muss, das G1 funktioniert auch mit den Windows Standardtreibern. Das gilt auch für die Vibration. Diese lässt sich, wie bereits erwähnt, an der Fernbedienung an und abschalten, ist also auch nicht treiberabhängig.

Fazit und Alternative

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Max Drechsel:
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