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Kameravergleich: Vivo X60 Pro vs. Sony Xperia 1 III

Vivo hat mit dem X60 Pro ein sehr teures Smartphone in die obere Mittelklasse entlassen. Das Sony Xperia 1 III betitelt sich selbst sogar als High End-Modell und unterstreicht das mit einem hohen Preis von 1.300 Euro. Wir schauen uns an, ob die Japaner für deutlich mehr Geld das bessere Kamera-Setup verbaut haben als die Marke aus China. Dafür betrachten wir erst einmal die Spezifikationen und schauen danach anhand einiger Aufnahmen, welches der beiden Smartphones den Sieg im Kameravergleich davonträgt!

Vivo X60 Pro vs Sony 1 III Kameravergleich Banner

Kamera-Spezifikationen

Sony setzt ausschließlich auf hauseigene Sensoren, während Vivo nur bei der Hauptkamera auf Technik der Japaner setzt. Beide Hersteller kooperieren für die Objektive außerdem mit Zeiss.

  • Vivo X60 Pro
    • Hauptkamera: 48 Megapixel (Sony IMX598), 1/2 Zoll, Objektiv mit 26 Millimeter Brennweite und f/1.5-Blende, optische Bildstabilisierung
    • Ultraweitwinkel: 13 Megapixel (Samsung S5K3L6), 1/2,8 Zoll, Objektiv mit 16 Millimeter Brennweite und f/2.2-Blende, 120˚ Blickwinkel
    • Tele: 13 Megapixel (Samsung S5K3L6), 1/2,8 Zoll, Objektiv mit 50 Millimeter Brennweite und f/2.5-Blende
    • Selfie: 32 Megapixel (Samsung S5KGD1), 1/2,8 Zoll, Objektiv mit 26 Millimeter Brennweite und f/2.5-Blende
  • Sony Xperia 1 III
    • Hauptkamera: 12 Megapixel, 1/1,7 Zoll, Objektiv mit 24 Millimeter Brennweite und f/1.7-Blende, 82° Blickwinkel, optische Bildstabilisierung
    • Ultraweitwinkel: 12 Megapixel, 1/2,5 Zoll, Objektiv mit 16 Millimeter Brennweite und f/2.2-Blende, 124° Blickwinkel
    • Tele: 12 Megapixel, 1/2,9 Zoll, Objektiv mit 70 Millimeter (f/2.3-Blende, 34° Blickwinkel) & 105 Millimeter (f/2.8-Blende, 23° Blickwinkel) Brennweite, optische Bildstabilisierung
    • Selfie: 8 Megapixel, 1/4 Zoll, Objektiv mit f/2.0-Blende, 78° Blickwinkel

Zusätzlich zu den hier genannten Kameras verbaut Sony einen Sensor für Tiefeninformationen, auf den Vivo beim X60 Pro verzichtet.

Hauptkamera

Auf der linken Seite seht ihr die Aufnahmen des Vivo X60 Pro, auf der rechten Seite sind die Bilder des Sony Xperia 1 III. Grundsätzlich sind die Fotos des Vivo-Modells etwas heller und dynamischer, was dem automatischen HDR-Modus geschuldet ist. Auf dem ersten Vergleichspaar sind etwa die Strukturen an der Statue besser erkennbar, während sich das Xperia 1 III für eine neutrale und nüchterne Herangehensweise entschieden hat. Die Skulptur steht im Schatten und ist dementsprechend dunkler als das Gebäude dahinter.

Teilweise gefallen mir die Bilder des Sony besser, beispielsweise beim dritten Vergleichspaar von unten. Der HDR-Modus macht beim Belichten des Himmels einen besseren Job und die eher schattig liegende Straße wirkt deutlich authentischer. Das Vivo X60 Pro entscheidet sich zudem in einigen Fällen für einen etwas zu warmen Weißabgleich – beispielsweise beim Bild mit der Eiscrème wirkt das unpassend. Das Xperia 1 III hat zudem häufig die stärkeren Kontraste, was die Bilder etwas dramatischer und farblich überzeugender wirken lässt.

Trotz oder vielmehr aufgrund der niedrigeren Sensorauflösung sehe ich bei der Bildschärfe meistens das Xperia 1 III vorne – die Unterschiede fallen aber nur bei unnatürlicher Betrachtungsweise mit starkem Zoom auf. Insgesamt sind beide Hauptkameras tagsüber stark, mit klarer Tendenz zum Sony wegen natürlicher Farben, eines besseren Weißabgleichs und stärkerer Kontraste.

Wenn es dunkel wird, greift die Software des Vivo X60 Pro merklich in das Bild ein und tut alles dafür, den Dynamikumfang zu wahren. Der Lichtschein der Lampe auf den unteren Bildern ist beim Xperia 1 III ausgebrannt. Beim Vivo X60 Pro wirkt er hingegen zu homogen und verschmolzen mit dem Rest des Hauses – immerhin war es stockdunkel und das Licht ziemlich hell. Das Xperia 1 III stellt die Situation auf den unteren Bildern weitaus natürlicher dar, nimmt dafür aber in Kauf, das dunkle Bildbereiche gnadenlos absaufen.

Ultraweitwinkel

Bei den Ultraweitwinkelkameras setzt sich mein Eindruck fort. Das Vivo X60 Pro (links) setzt auf eine hellere Belichtung, mehr Dynamik und einen teilweise zu warmen Weißabgleich. Das lässt die Bilder fröhlich wirken, teilweise aber auch unnatürlich und für meinen Geschmack etwas zu verspielt. Das Xperia 1 III ist erneut natürlicher unterwegs und verlässt sich auf starke Kontraste und sehr ansprechend wirkende Farben.

Bei der Bildschärfe und beim Detailgrad sind beide Smartphones gleichauf – das Vivo X60 Pro ist vielleicht minimal besser. Beim Sony Xperia 1 III gefällt mir dafür die Darstellung feiner Strukturen deutlich besser. Beide Ultraweitwinkelkameras haben Probleme mit abnehmender Schärfe am Bildrand, das Sony zudem mit leichten chromatischen Abberationen. Insgesamt sehe ich die Ultraweitwinkelkamera des X60 Pro technisch etwas vorne – die Bilder des Xperia 1 III gefallen mir persönlich aber etwas besser.

Auch wenn es dunkel wird, bleiben die Charakteristika von der Hauptkamera bestehen. Vivo bügelt alles für meinen Geschmack etwas zu glatt und stellt Dynamik um jeden Preis vor eine natürliche Aufnahme. Das sorgt für relativ helle Bilder, die aber Ankerpunkte und Blickfänger vermissen lassen. Sony sollte hingegen unbedingt am Umgang mit dunklen Bildbereichen arbeiten, die weiterhin absaufen und wie eine undefinierbare Masse wirken. Ehrlich gesagt bekleckern sich beide Smartphones bei Ultraweitwinkelaufnahmen im Dunkeln nicht mit Ruhm. Da Vivo zumindest die helleren Bilder zaubert, geht der Punkt an das X60 Pro.

Tele-Zoom

Ganz links haben wir die Bilder des Vivo X60 Pro, das einen zweifachen Zoom (Brennweite: 50 Millimeter) bietet. In der Mitte sind Aufnahmen des Xperia 1 III mit 2,9-fachem Zoom (Brennweite: 70 Millimeter) und ganz rechts sind Bilder des Sony-Modells mit 4,4-fachem Zoom (Brennweite: 105 Millimeter). Sony nutzt bewegliche Elemente in der Telelinse, um zwei Brennweiten mit nur einem Sensor abzudecken. Allein deswegen kriegt Sony schon einmal Pluspunkte, denn zwei (deutlich längere) Brennweiten sind besser als eine. Außerdem ist zweifacher Zoom auch digital mittlerweile kein allzu großes Problem mehr – ein optischer Zoom auf 105 Millimeter ist da schon weitaus sinnvoller.

Kommen wir zu den Bildern. In dieser Kategorie trägt Sony den klaren Punktsieg davon. Zwar rauschen die Bilder des Xperia 1 III etwas mehr, was aufgrund der kleineren Blendenöffnung aber kein Wunder ist. Bei der Schärfe liegen beide Modelle ungefähr gleichauf, Sony zaubert aber die insgesamt ansprechender wirkenden und kontrastreicheren Bilder. Zudem könnt ihr dank der längeren Brennweite natürlich deutlich näher heranzoomen und mehr Details ins Bild zaubern. Die Zoom-Fotos des Vivo X60 Pro sind insgesamt ebenfalls hervorragend, wegen der verschiedenen Brennweiten sehe ich Sony aber ohne Frage vorne.

Die Zoom-Aufnahmen bei Nacht des Vivo X60 Pro sind einmal mehr deutlich heller, dank der längeren Brennweite bieten die Bilder des Xperia 1 III dennoch mehr Details. Hier einen Sieger zu küren, wäre schwierig – in der Gesamtwertung der Telekameras ist Sony aber definitiv vorne.

Portraitmodus

Bei der Kantenerkennung in Aufnahmen mit Portraiteffekt macht Sony eigentlich so gut wie niemand etwas vor. Das Vivo X60 Pro ist allerdings ebenfalls sehr stark – auch bei der Charakteristik der künstlichen Unschärfe. Beim Sony gefallen mir die Hauttöne und der Weißabgleich besser. Es ist ein knappes Rennen, aber insgesamt würde ich dem Xperia 1 III den Punkt in dieser Kategorie gewähren.

Selfies

Auf dem ersten Vergleichspaar gefallen mir die Belichtung und die Farbwiedergabe des Sony Xperia 1 III (rechts) besser. Auf den unteren Bildern überzeugt hingegen die stärkere Dynamik des Vivo X60 Pro. Zudem haben die Selfies der Chinesen eine höhere Bildschärfe und mehr Details, weswegen der Punktsieg an das X60 Pro geht.

Fazit

Bei Aufnahmen mit der Hauptkamera und Ultraweitwinkelkamera wissen beide Smartphones zu überzeugen, wenn auch teilweise in anderen Bereichen. Beim Zoom ist Sony mit seinen zwei Brennweiten der klare Sieger und auch bei Portraitaufnahmen sehe ich die Japaner vorne. Selfies gefallen mir hingegen beim Vivo X60 Pro besser, das zudem über alle Sensoren hinweg hellere Aufnahmen bei schlechtem Licht zaubert, die dann aber eher unnatürlich wirken.

Wer viel bei Nacht unterwegs ist, dürfte mit dem Vivo X60 Pro besser beraten sein. Wer die Vielseitigkeit von insgesamt vier Brennweiten schätzt und zudem ein Freund natürlicher Farben und angenehmer Kontraste ist, sollte zum Sony Xperia 1 III greifen. Mit dem Preisunterschied im Hinterkopf, ist es allerdings überraschend und erschreckend, wie nah beide Modelle in vielen Kategorien beieinander liegen.



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Shorty2020
Gast
Shorty2020 (@guest_81159)
1 Monat her

Hmm, alles schön anschaulich, aber kauft sich jemand überhaupt so teure Smartphones, bzw. diese wenn er soviel Geld über hat oder diese Summe für ein Smartphone ausgeben möchte? Bei den Preisen erwarte ich top quali ohne Überraschung.
Ich denke Fotovergleiche in der 300€ Klasse sind interessanter, da gibt’s dann auch paar positive Überraschungen