Neben Spezialisten für Outdoorsmartphones wie AGM oder Nomu hat mittlerweile fast jeder China Hersteller ein Outdoor-Smartphone im Programm. Während die meisten Hersteller sich eher auf eine „schnelle“ Hardwareausstattung konzentrieren, verfolgt Cubot einen gänzlich anderen Ansatz. Der Name Cubot KingKong verspricht ein dickes und schweres Handy, aber leistungsstark wie ein Gorilla ist das Handy nicht wirklich. Mit einer waschechten Low-Budget Ausstattung richtet sich Cubot an Outdoor-Kunden, die das nötigste suchen und ihr „richtiges“ Smartphone bei etwaigen Aktivitäten nicht gefährden wollen. Für unter 90€ gibt es mit dem Cubot King Kong einen Quad-Core Prozessor, 2/16GB Speicher, ein 5 Zoll HD-Display, ein Android 7 System, ein robustes Gehäuse mit IP68 Zertifizierung und sogar einen Kompass. Wer unbedingt 4G LTE braucht, kann hier dann schon mit dem Lesen aufhören, alle anderen werden sich wundern, was Cubot im Low-Budget Outdoor Bereich so auf dem Kasten hat.

Design und Verarbeitung

Zunächst mal ein großes Lob für Cubot, die Angaben bei den Abmessungen des Cubot KingKong können wir mit 153 x 80 x 15mm exakt bestätigen. Besonders bei der Dicke lassen die China Kollegen gerne 1-2mm weg. Damit ist das Outdoor-Monster weder schlank, noch bietet es irgendeine tolles Display zu Gehäuse Verhältnis. Auf der Vorderseite gibt es ähnlich viel Kunststoff und schwarzes Glas zu sehen wie Display. Screen-to-Body Ratio von knapp 50% sichert Cubot den letzten Platz im Ranking; Spaß beiseite. Links und rechts zum Display sind 8,5mm große Ränder und oben 20 und unten 24mm Platz. Damit ist das 5 Zoll Smartphone so groß wie ein 6 Zoll großes Redmi 5 Plus, wobei das 5 Plus sogar noch schmäler, aber dafür etwas länger ist. Mit 246g ist KingKong natürlich kein Leichtgewicht, aber im Vergleich zu anderen Outdoor-Gefährten ist das Handy sogar recht leicht.

Cubot KingKong Lieferumfang Cubot KingKong Rückseite

Gesteuert wird das Cubot Outdoor Handy mit klassischen Android Sensortasten, was mich gefreut hat, denn auch wenn sie langsam aussterben, bin ich weiterhin ein großer Fan dieser kapazitativen Tasten. Der Druckpunkt des Power-Button und der Laustärkeregler, die sich rechts außen befinden, ist äußerst unangenehm. Die Tasten sitzen zwar sicher im Gehäuse, sind aber sehr schwergängig. Ansonsten schreit das Design an allen Ecken und Kanten nach OUTDOOR. Das gesamte Gehäuse bestehe aus hartem Kunststoff mit zwei metallenen Elementen links und rechts am Smartphone. So wirklich überstehende Kanten zum Schutz vor Glasbruch bietet das Cubot Smartphone leider nicht. Mehrere Stürze aus Hüfthöhe machten dem Cubot King Kong jedenfalls nichts aus. Leider verzichtet Cubot auf eine Benachrichtigungs-LED. Schade!

Cubot KingKong Design und Verarbeitung 2 Cubot KingKong Design und Verarbeitung 1 Cubot KingKong Design und Verarbeitung 3 Cubot KingKong Design und Verarbeitung 5

Ein klassischer Micro-USB Anschluss sitzt weit genug an der Oberfläche, um alle üblichen Kabel zu akzeptieren. Allerdings durfte ich meinen Micro-SIM Adapter auspacken und dieser lag schon länger im Schrank. Im Cubot KingKong findet 2 x Micro-SIM Platz und mit einem extra Micro-SD Slot kann der Speicher um bis zu 128GB erweitert werden.

passende MicroSDs auf

Um die Slots zu erreichen, müssen 2 Schrauben auf der Rückseite gelöst und ein kleiner Deckel abgelöst werden. Ein klassischer Klinkenaschluss findet gemeinsam mit dem Micro-USB Anschluss Platz unter einem Gummistöpsel an der Oberseite. Mit IP68 Zertifizierung ist das Cubot King Kong absolut staubdicht und auch gegen dauerndes Untertauchen geschützt. Ein 30-minütiges Wasserbad machte dem Gerät rein Garnichts aus.

Display

Mit einem 5 Zoll Display gehört das KingKong zu den kleinen Vertretern seiner Klasse, auch wenn das Gerät durch die enormen Gehäuseabmessungen auf Niveau eines normalen Smartphones mit 5,5 Zoll Display liegt. Die Auflösung fällt mit 1280 x 720 Pixel gut aus und die 294 Pixel pro Zoll zeichnen ein scharfes Bild. Die Farben sind kräftig und die Helligkeit auch für den Außeneinsatz ausreichend. Spiegelungen im direkten Sonnenlicht vermasseln gelegentlich das Bild. Aber grundsätzlich kann das Cubot KingKong gut im Freien verwendet werden. Einzig die Blickwinkelstabilität ist trotz IPS Display nicht perfekt und weiße Flächen verfärben sich bei seitlichen Blickwinkel deutlich. Auch hat das Display in den Standardeinstellungen einen leichten Rotstich, diese lässt sich aber durch eine kühlere Farbeinstellung problemlos korrigieren. Über MiraVision lässt sich die Darstellung des Displays individuell anpassen.

Cubot KingKong Display Vorderseite Cubot KingKong Display

Überraschend viele Berührungen gleichzeitig verarbeitet das Display. Ganze 10 Berührungen können erkannt werden und das ist für diese Preisklasse sowohl für Outdoor als auch bei normalen Smartphone sehr ungewöhnlich. Cubot selbst war scheinbar überrascht und die Marketingabteilung überfordert. Auf der Webseite liest man nun „10 Points Touch à Better Gaming Experience“. Das Cubot KingKong kann vieles, aber für Gaming ist das Smartphone denkbar ungeeignet. Eingaben auf der Tastatur gelingen jedenfalls genau, wenngleich ein kleiner Input-Lag immer erhalten bleibt. Für Turbo-Tipper ist das KingKong nicht die beste Wahl, allerdings sind die hier ohnehin im falschen Preisbereich. Da KingKong ja bekanntlich ein Gorilla ist, sollte das Display auch durch Gorilla Glas geschützt sein. Leider nicht, aber kratzresistent ist das Display trotzdem. Cubot gibt gehärtetes LONGJI Glas an und unser Schraubenziehertest verlief problemlos. Keine Kratzer und auch 10 Stürze machten dem mutierten Gorilla nichts aus.

System und Leistung

Cubot KingKong Antutu Cubot KingKong 3D Mark Cubot KingKong Speicher Geschwindigkeiten

Das für diese Preisklasse ausreichend aktuelle Android 7.0 System wird von einem in die Jahre gekommenen Mediatek MT6580 Prozessor befeuert. Naja, befeuert ist vielleicht etwas übertrieben, das Cubot KingKong glüht vielleicht ein wenig. Der Quad-Core ist so alt, dass er nicht mal mehr LTE unterstützt. Doch Cubot gilt als Meister der alten Prozessor und schafft es durch ein gut optimiertes System, dass es im Vergleich kaum auffällt. Die 4 Cortex-A7 Kerne takten mit 1,3GHz und bringen ähnliche Benchmarks wie der Snapdragon 425 des Redmi 5a zustande. Insbesondere bei der Systemperformance gibt es wenig zu meckern, man muss eben etwas Geduld haben mit dem Cubot KingKong. 2GB RAM stehen zur Verfügung, mehrere Aufgaben gleichzeitig mag das System allerdings gar nicht. Sobald 3-4 Prozesse im Hintergrund laufen, wird das Gerät deutlich langsamer. Der RAM ist mit 1,5 GB/s langsam und die Übertragungsraten beim Speicher (28MB/s) sind selbst für den Low-Budget Bereich zu wenig.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis

Standard Games aus dem Playstore wie Subwaysurf oder Temple-Run stemmt KingKong noch locker. Die Mali-400 GPU gerät aber schon bei Snapchat an ihre Grenzen. Bei anspruchsvollen 3D Spielen ist auch nichts mehr zu machen. Das System ist komplett sauber und weder Malwarebytes noch der Dr. Web Virenscanner fanden irgendwelche Bedrohungen. Updates gibt es via OTA direkt auf das Handy, aber ein OREO Update sollte man nicht erwarten.

Cubot KingKong System Android 7 3 Cubot KingKong System Android 7 1 Cubot KingKong System Android 7 2 Cubot KingKong Spam Viren Bloatware Malware 1 Cubot KingKong Spam Viren Bloatware Malware 2

Kamera

Im Cubot KingKong kommt ein 13 Megapixel Sensor auf der Rückseite und ein 8 Megapixel Sensor auf der Vorderseite zum Einsatz. Beides sind aber nur die interpolierten Werte, nativ hat die Rückkamera 8 und die Frontkamera 5 Megapixel. Kameras in Outdoor-Smartphones sind meist nicht sonderlich gut und an die Ergebnisse eines Meizu M6 oder Redmi 5a kommt das Cubot KingKong bei Weitem nicht heran. Die Auslösezeit ist sehr träge und auch der Fokus ist nicht schnell. Trotzdem ist es möglich, mit dem Smartphone im Freien ansehnliche Bilder zu produzieren, die für ein 90€ Outdoor-Handy überdurchschnittlich gut sind. Die Farben sind sehr kräftig und auch die Schärfe ist noch in Ordnung. An den Rändern ist jedoch immer ein Rauschen wahrnehmbar und sobald man in Innenräumen oder bei weniger Licht im Freien fotografiert, geht es mit der Qualität drastisch bergab. Fotos mit dem LED Blitz gelingen aber überraschend gut. Die Selfie Aufnahmen sind OK für den Preis, aber mehr auch nicht.

Bei Videos kann weder Bild noch Sound überzeugen. Anstatt 30 FPS gibt es häufig nur 20 und die Aufnahmen sind stark verwackelt. Auch der Fokus tut sich bei Videos sichtlich schwer.

Konnektivität und Kommunikation

Cubot KingKong Netz Empfang 1 Cubot KingKong Netz Empfang 2

Durch den alten MT6580 Prozessor, den nur noch Cubot im Keller hat, unterstützt das KingKong leider kein LTE:

3G: UMTS: 850 MHz / 1700 MHz / 1900 MHz / 2100 MHz

2G: GSM: 850 MHz / 900 MHz / 1800 MHz / 1900 MHz

Die Gesprächsqualität ist OK, wenn auch etwas dumpf beim Gesprächspartner. Dies liegt wohl an der Abdichtung für eindringendes Wasser. Durch die Position des Mikrofons wird die Stimme aber stets sehr laut übertragen. Der Freisprecher kann aufgrund eines starken Echo nicht gut genutzt werden. Der Empfang ist stark, wie man es von einem Outdoor-Smartphone auch erwartet. Band 20 Diskussion kann man sich hier sparen, denn LTE gibt es hier einfach gar nicht.

Cubot KingKong WIFI geschwindigkeitDas WIFI arbeitet mit n-standard kritikfrei. Es wird nur das 2,4 GHz Netz unterstützt und die Geschwindigkeit und Reichweite sind sehr gut. Bluetooth 4.0 leistet das, was man erwartet. Die Verbindung zu Bluetooth-Lautsprechern und zur Freisprecheinrichtung im Auto verliefen problemlos.

Der interne Lautsprecher ist auf der Rückseite platziert und extrem laut. Die Qualität ist aber nicht das Gelbe vom Ei, für Benachrichtigungen und Anrufe bei Outdoor-Aktivitäten aber bestens geeignet. Der Klinkenanschluss liefert eine ausreichend hohe Lautstärke und zufriedenstellende Qualität.

 

Cubot KingKong GPS test 2Der GPS Empfang ist grundsätzlich ein wichtiger Aspekt bei einem Outdoor Gerät und Cubot kann auch hier überzeugen. GLONASS wird zwar nicht unterstützt, im Freien findet man aber schnell bis zu 10 Satelliten, die die Position auf 4-5m genau bestimmen. Im Auto gab es keinerlei Probleme bei der Navigation und als Fußgänger hilft der Kompass. Wobei letzterer nicht perfekt, aber ausreichend funktioniert, wenn er ab und zu kalibriert wird. An Sensoren gibt es ansonsten noch die 3 Standards mit Beschleunigung-, Näherungs- und Helligkeits-Sensor.

Akkulaufzeit

Cubot KingKong Akkulaufzeit 1 Cubot KingKong Akkulaufzeit 2

Im Cubot KingKong steckt ein 4400 mAh Akku und das können wir auch genauso bestätigen. Die Akkugrößte sorgt auch für die absurd lange Ladezeit von 4,5 Stunden. Dafür hält eine Akkuladung aber auch locker 2-3 Tage durch, oder eben einen Tag Hardcore-Dauernutzung bei einer Outdooraktivität.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Im PCMark Akkutest schaffte das Cubot gute 11,5 Stunden. Somit ist das Gerät einem Nomu S10 Pro oder M6 deutlich überlegen. An die Akkulaufzeiten der teuren Outdoor Handys kommt man aber nicht ganz heran. Ein ganzer Tag im Wald oder auf dem Berg ist für das KingKong absolut unproblematisch.

Fazit und Alternative

jonas-andre
Jonas Andre:

Das Cubot KingKong ist das erste Outdoor Smartphone des Herstellers und man geht sofort einen sehr interessanten Weg. Brauchen Outdoor-Nutzer wirklich einen Spiele-fähigen Prozessor und LTE Empfang? Wer das Cubot kauft, sagt zu beidem schon mal Nein. Minimalistisch geht Cubot an das Outdoor Thema heran, auch ohne irgendwelche ausgefallenen Sensoren, die eigentlich niemand braucht. Dafür denkt man aber an den Kompass, der durchaus sehr praktisch sein kann. Das KingKong kann beim Empfang durchaus überzeugen, sowohl GPS, Netz als auch WIFI sind problemlos zu nutzen. Das Gehäuse ist robust, wasserdicht ist es natürlich auch. Auf der Rückseite lassen sich sogar 2 Simkarten und gleichzeitig noch eine Micro-SD unterbringen (3-Slots). Die Kamera reicht nur für den Notfall, dafür hält der Akku wiederum problemlos den ganzen Tag. Man muss beim Cubot KingKong Abstriche machen, was für 80€ auch nicht anders zu erwarten war. Wer ein Zweithandy für Outdooraktivitäten sucht, für den ist das Cubot Smartphone auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Als Alternative könnt ihr euch das Nomu S10 Pro oder Nomu M5 mal genauer anschauen.

75%
  • Design und Verarbeitung 80 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 60 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 70 %
  • Akku 90 %

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armin
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armin

Hallo allerseits! Habe zu Weihnachten ein KingKong bekommen. Leider bekomme ich AldiTalk nicht ans Laufen. Was kann ich tun?

Volker
Gast
Volker

wo ist eigentlich die SD-Karte abgelegt, kann meine Musik nicht finden

Gerd
Gast
Gerd

Habe mir heute das Cubot King Kong zugelegt.
Möchte nur telefonieren und beim Laufen Musik hören.
Stelle also keine großen Ansprüche und für diesen Preis sowieso nicht.
Aber was ich mir eingehandelt habe ist grass.
Egal was ich mache, sofort meldet sich das System mit System UI geschlossen.
Es ist echt zum Kotz…
Ich habe mich nun quer durch Google gegoogelt um eine Lösung zu finden.
Es gibt viele Lösungen nur keine funktioniert.
King Kong hat Android 7.0 und wie ich gelesen habe soll das ein Custom Rom sein.
Stimmt das, soll ich das Handy wieder zurück senden?
Dann geht es nach China und die werden sich freuen.
Oder gibt es eine funktionierende Lösung?

Joschbo
Admin
TeamMitglied
Joscha Becking

Wo haben Sie das Handy denn gekauft?

Enzio
Gast
Enzio

Klingt komisch, aber für mich das bisher interessanteste Outdoor-Smartphone. Wie im Test bereits erwähnt, benötigt man einfach keine schnelle CPU oder Grafikeinheit in so einem Gerät, denn es soll im Grunde nur stabil sein und gut navigieren können. Alles andere ist stark sekundär. Und wer den Mediatek MT6580 für langsam hält, hat offensichtlich noch nie ein “echtes” Outdoor-Navi (Garmin Etrex-Reihe und Co.) benutzt. Die dort verbauten Taschenrechner-CPUs benötigen mitunter mehrere Sekunden, nur um auf der mäßig deatillierten Karte mit ihrem winzigen Display ein Stück weiter zu ruckeln, kosten aber ab 200€ aufwärts. Dagegen ist das langsamste, älteste Smartphone noch eine Mittelstreckenrakete. ^^