Der Viomi V2 Saugroboter erreicht uns in Europa in einer internationalen Version (mit CE-Zertifizierung und EU-Netzstecker + deutsche Bedienungsanleitung) und kann in die Xiaomi Home (Mi Home) App integriert werden. Der smarte Staubsaugerroboter protzt mit hoher Saugleistung, zumindest auf dem Papier und ein Laser sorgt für eine reibungslose Navigation, zumindest in der Theorie. Zunächst ein paar Worte zur Firma hinter dem Staubsaugroboter, die Roborock und Xiaomi Konkurrenz machen will.

Der Smart-Home Hersteller Viomi ist in China ganz groß und in Europa völlig unbekannt. Das börsennotierte Unternehmen bietet Kühlschränke, Waschmaschinen, Mixer und alles, was man so für Zuhause braucht, an – nur eben mit einer smarten Anbindung. Auch wenn Xiaomi unter anderem von chinesischen Onlineshops immer wieder im Zusammenhang genannt wird, ist Viomi nicht mehr als ein Partner und Xiaomi hält natürlich auch Anteile am Unternehmen. Sämtliche smarten Geräte von Viomi werden über die Xiaomi Home App ins Smart-Home integriert. Der Viomi V2 tritt mit seiner Ausstattung in direkte Konkurrenz zum Mi Robot 1S und Roborock S5/S6.

Die Staubssaugroboter des Jahres 2019 im Vergleich

Roborock S6

Roborock S6 Titelbild

Mi Robot (1S)

Xiaomi Vacuum

Viomi V2

Viomi V2 Artikelbild

Xiaowa E35

Xiaowa E35 Test

Roborock S5

Roborock Sweep ONE Xiaomi Testbericht Titelbild

Saugleistung 2000pa 1800pa (1S: 2000pa) 2150pa 2000pa 2000pa
Abmessungen 35,0 x 9,6 cm 34,5 x 9,6cm 35 x 9,5cm 35 x 9cm 35 x 9,6cm
Gewicht 3,6kg 3,8kg 3,3kg 3kg 3,5kg
Lautstärke 60 68 70 70 60
Wischfunktion
Staubbehälter 500 ml 420 ml 600ml 640 ml 500 ml
Akkugröße 5200 mah 5200 mah 3200 mah 5200 mah 5200 mah
Laufzeit 150 150 90 150 150
Reinigungsfläche 250 250 150 200 250
Appsteuerung Mi Home Mi Home Mi Home Mi Home Mi Home
Mapping
Navigation Laser Laser Laser Gyroskop Laser

Design / Verarbeitung / Lieferumfang

Wie oben bereits kurz angeschnitten, existiert bereits eine Global Version des Viomi V2 Staubsaugroboter. Diese Version ist CE-zertifiziert und wird mit einem EU-Netzstecker geliefert. Die Ladestation ist mit 15 * 7,5 * 10cm (l x b x h) angenehm klein geraten. Trotzdem kann das Kabel in die Unterseite integriert werden. Sonderlich stabil steht die Station aber nicht auf dem Boden.

Abmessungen Viomi V2

Der Roboter dockt über 2 große Kontaktflächen zum Ladevorgang an. Das klappt in der Praxis auch zuverlässig. Im weiteren Lieferumfang befinden sich 2 Seitenbürsten, 2 Wischmopps, die Bedienungsanleitung (englisch und deutsch) und der separate Wassertank (560ml). Der Schmutzbehälter mit 600ml Fassungsvermögen und die rotierende Hauptbürste an der Unterseite sind bereits vorinstalliert. Im Roboter selbst befindet sich noch eine Halterung für ein kleines Messer, das zum Entfernen von Haaren aus der Bürste genutzt werden kann.

Viomi V2 Lieferumfang Test Lieferumfang Viomi V2 Messer

Der Viomi V2 ist ein typischer, runder Saugroboter mit einem Durchmesser von 35 cm. Der Saugroboter ist 8cm hoch (9,5cm mit Laserturm). Die Bodenfreiheit beträgt 2,5cm und im Test konnte der Roboter 2cm hohe Absätze gerade so überwinden. Das schwarz-silberne Design des Viomi V2 wirkt modern und hochwertig.

Vorder Rückseite Viomi V2 Test 1 Vorder Rückseite Viomi V2 Test 2

Gesteuert wird das Gerät über zwei Tasten an der Oberseite. Einschalten, Zurück zur Station und der Reinigungsbeginn ist darüber möglich. Hält man beide Buttons für 10 Sekunden gedrückt, kann anschließend das WLAN konfiguriert werden. Die eigentlich umfangreichen Funktionen erhält man natürlich erst über die Xiaomi Home App, dazu aber später mehr. Die Tasten, Schmutz- und Wasser-Behälter und der gesamte Viomi V2 Sauger bestehen komplett aus Kunststoff. Alles fühlt sich nicht so hochwertig an wie bei einem RoboRock oder Xiaomi Sauger, aber das spürt man auch nur im direkten Vergleich. Die Verarbeitung würde ich im Vergleich als befriedigend bezeichnen, mehr aber auch nicht.

IMG 5046

Praxiseinsatz des Viomi V2

Viomi protzt mit einer Saugleistung von 2150pa. Das ist aktuell der höchste Wert, den ein Hersteller für seinen Saugroboter angibt. Der erste Mi Vacuum hatte 1800, der aktuelle 1S hat 2000pa, ebenso wie der Roborock S5 und der neuste S6. Im Praxistest kann man kaum einen Unterschied bei der Saugleistung ausmachen. Für den Test habe ich 80g Schmutz (bestehend aus Haferflocken, Sand und gemischten Müsli) in der Küche verteilt. Der Viomi V2 sammelte 68g ein, der Roborock S5 69g und der Mi Vacuum 1S 72g. Das ist letztendlich auch einfach Glückssache, da alle Sauger manchmal unglücklich den Schmutz mit der rotierenden Seitenbürste in den Raum schleudern. Das Reinigungs-Ergebnis für die doch recht starke Verschmutzung kann sich sehen lassen. Auch auf dem Teppich sind die Ergebnisse von den drei benannten Saugern vergleichbar. Eine höhere Saugleistung in der Praxis kann man dem Viomi keinesfalls zuschreiben.

Der Viomi V2 ist zusammen mit dem Roborock S5 einer der günstigsten Sauger mit Wischfunktion auf dem Markt und bringt gleichzeitig einen 560ml Wassertank mit. Das hat klare Vor- und Nachteile. Normalerweise wird Wasser in den Wischmophalter unter dem Sauger gefüllt und tränkt dann das Moppinpad entsprechend. So kann man beim Roborock S5 und S6 gleichzeitig saugen und wischen. Beim Viomi V2 belegt der große Wassertank den Platz für den Schmutzbehälter und es kann nur noch gewischt werden. Dafür wischt der Viomi V2 spürbar länger und feuchter als bei der Konkurrenz. Da aber auch hier kaum Druck ausgeübt wird, ist das Ergebnis ähnlich ernüchternd wie beim S6. Der Boden wird lediglich angefeuchtet und die Wischfunktion ist und bleibt hauptsächlich Augenwischerei. Die Sauberkeit eines Raumes wird im Vergleich zum einfachen Saugen vielleicht um 10-20% gesteigert. Einem wirklichen Wischen mit Druck von oben kommt das Ergebnis in keiner Weise gleich. Man kann allerdings in die App die Stärke des Wasserdurchflusses in 3 Stufen konfigurieren (niedrig, mittel und hoch), wobei nur die stärkste Einstellung für ein dauerhaft feuchtes Moppingpad sorgt. Sobald man den Wassertank befüllt hat, verliert dieser durchgehen Wasser, was äußerst unpraktisch ist. Da der Viomi V2 nur moppt und nicht saugt in diesem Modus, ist der Akkuverbrauch deutlich geringer im Vergleich zum Roborock S5/S5. Nach 40 Minuten wischen hatte der Viomi immer noch 80% Akku parat.

Auch bei der Arbeitszeit kann sich der Viomi mit der Konkurrenz messen. Durch die intelligente Laser-Navigation fährt der Roboter zuverlässig und schnell durch den Raum. Ein schwerwiegender BUG sorgt aktuell allerdings dafür, dass mein Wohnzimmer mit 40m² nicht gereinigt werden kann. Der Raum ist zu groß für den Viomi V2 und das Gerät verirrt sich unterwegs einfach. Schaut euch die Screenshots an.

Viomi V2 Problem mit großen Räumen 1 Viomi V2 Problem mit großen Räumen 2

Hier handelt es sich allerdings um einen Software-Bug, den Viomi problemlos fixen kann. Auch weitere Sensoren sind natürlich verbaut, im Allgemeinen kann man sagen, dass sich der Viomi V2 sehr vorsichtig durch die Wohnung bewegt und nur selten mal etwas stärker anstößt. Da ist ein alter Mi Vacuum 1 schon wesentlich gröber zum Mobiliar.

Xiaomi Home App – Funktionen und Einrichtung

Viomi V2 Mi Home App einbindenZum Testbeginn war es nicht möglich, den Viomi V2 in der Xiaomi Home App zu finden. Das sollte sich ggf. nun geändert haben. Falls nicht, könnt ihr euch über den Facebook-Support freischalten lassen. Hierzu einfach eine Nachricht ans Viomi Facebook Team mit eurer Xiaomi ID senden. Anschließend könnt ihr den Roboter sowohl in den China-Server, als auch in den EU Server einbinden. Die deutsche Übersetzung ist aktuell vollkommen unverständlich und man sollte hier definitiv Englisch nutzen. Dort sind alle Funktionen verständlich aufgelistet, wenngleich auch hier noch nicht alles reibungslos funktioniert.

 

 

Karte der ReinigungDer Viomi V2 ist durch den Laser in der Lage, eine detaillierte Karte zu erstellen, die sowohl die Umrisse des Raumes, als auch den Weg des Roboters abzeichnet. Diese Karten können auch gespeichert werden, allerdings nur, wenn der Roboter von der Ladestation gestartet wird und danach wieder dorthin zurückfährt. Hat man solch eine Karte gespeichert, kann man mit der No-Go Area Funktion auch ganze Räume oder bestimmte Bereiche abtrennen. Auch eine Absperrband-Funktion soll es dann geben, diese ist aktuell in der Xiaomi Home App aber nicht verfügbar. No-Go Areas (Bereiche, die der Saugroboter nicht reinigt) lassen sich aktuell auch nur einzeichnen, wenn man den Saugvorgang erst kurz startet und dann auf den Button für das Absperrband tippt.

 

Zone-Cleanup steht auch zur Auswahl, hier lassen sich Bereiche definieren, die anschließend gereinigt werden sollten. Alle anderen Bereiche lässt der Viomi V2 dann einfach in Ruhe und fährt nur die eingezeichnete Fläche ab. Auch hier gibt es Probleme, da man nicht an die Karte heranzoomen kann und diese ziemlich klein dargestellt wird.

Man kann in der App den Wischmodus aktivieren, dann läuft der Roboter flüsterleiste durch die Wohnung und wischt, bzw. feuchtet den Boden bei Bedarf leicht oder stark an. Irgendwie stehen viele Leute auf diese eigentlich überflüssige Funktion, aber etwas sauberer ist der Raum nach dem Wischen schon. Teppicherkennung oder sonstige Spezialfunktionen für das Mopping gibt es jedoch nicht.

Einstellungen Viomi V2 1 Einstellungen Viomi V2 2 Einstellungen Viomi V2 3 Einstellungen Viomi V2 4

Der Viomi V2 erkennt keine einzelnen Räume, das heißt, die sogenannte Mehrraumreinigung ist nicht möglich, wie wir sie vom Roborock S6 und Mi Vacuum 1S kennen. Ansonsten ist der Standard aber mit dabei, bzw. wird über Updates nachgeliefert. Dazu gehören ein DND Modus (Zeitraum in denen der Robo auf keinen Fall startet), Fernsteuerung, Kartenspeicherung, 3 Saugstufen, 3 Wischstufen, Zoned-Cleanup (Reinigung ausgewählter Bereiche), Kantenreinigung (der Sauger fährt nur die Ränder und Ecken des Raumes ab) und die Doppelreinigung (Secondary Cleaning).

Verglichen mit den Funktionen und Einstellungen, die aktuell bei Roborock und Xiaomi problemlos funktionieren, steckt die Software von Viomi noch in den Kinderschuhen. Eine coole Funktion ist aber noch vorhanden. So kann man im Optionsmenü einen Modus für eine 2-fache Reinigung aktivieren, dann fährt der Roboter immer 2 mal die gesamte Reinigungs-Fläche ab.

Akkulaufzeit und Reinigungsfläche

Kompakte Ladestation mit Kabelführung

Der Viomi V2 ist im Vergleich zur Konkurrenz nur mit einem 3200 mAh starken Akku ausgestattet. Nach 30 Minuten Saugen auf höchster Leistungsstufe verliert der Viomi 30% Akku. Beim Mopping gehen für die gleichen 30m² nur 7% Akku verloren. Geht man in den Standard Modus beim Saugen, verliert der Robo nur noch 25% Akku. Also 1,5 Stunden Einsatz sind möglich, damit reinigt der Roboter knapp 100m² Wohnfläche, wenn man zuvor den Raum entsprechend vorbereitet hat. Sollte der Roboter trotzdem mal während dem Saugvorgang leer gehen, fährt der Viomi V2 natürlich automatisch zur Station zurück und lädt sich innerhalb von 4 Stunden wieder voll auf. Danach wird die restliche Fläche automatisch gereinigt.

Fazit und Alternative

jonas-andre
Jonas Andre:

Alles dreht sich mal wieder um Xiaomi. Sowohl bei Roborock, als auch bei Viomi hat der Hersteller seine Finger im Spiel. So kommt es auch, dass gleich drei neue Saugroboter erscheinen und alle von den einschlägigen Onlineshops als Xiaomi Produkte beworben werden. Was am besten funktioniert, wird letztendlich von Xiaomi adaptiert und der Mi Vacuum 1S ist nach wie vor der empfehlenswerteste der drei Sauger. Die Software bietet High-End Funktionen und die Standards beherrscht der Mi Vacuum 1S aus dem Effeff. Roborock bringt beim S6 eigentlich nur 2 neue Features, die man auch dem alten per Software hätte beibringen könnte, und verlangt nun unverschämte 500€ für den Roboter. Also auch hier bleibt der Vorgänger, der Roborock S5 die deutlich bessere Wahl.

Der Viomi V2 versucht mit vielen Features und sehr günstigen Preis zu glänzen. Teilweise geht das Gerät schon für um die 300€ über die Ladentheke. Die auf dem Papier höchste Saugleistung gelingt dem Sauger aber nicht wirklich in der Praxis. Der “nur Wischen“ Modus ist ganz cool, aber ohne Druck bringt einen auch das benässen von Oberflächen nicht wirklich weiter. Aktuell ist die Software außerdem der absolute „pain in the ass“ und man sollte dieses Vorgehen von Viomi nicht unterstützen, bis man es fixed. Ein Saugroboter sollte zumindest Grundfunktionen bei der Auslieferung beherrschen. Das Gerät wird aktuell von einigen Händlern direkt aus der EU verkauft und viele Kunden scheitern bereits bei der Einbindung in die App.

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