Dashcam

Kennt ihr diese Compilations mit Verkehrsunfällen auf YouTube, häufig aus Russland oder Polen? Diese Länder sind nicht unbedingt deswegen so stark in solchen Videos vertreten, weil dort keiner Autofahren kann oder weil es dort viel mehr Verkehrsunfälle gibt. Wobei, letzteres vielleicht doch. In Deutschland gab es 2019 beispielsweise 3.059 im Straßenverkehr Gestorbene, in Polen waren es 2018 2.862. Polen hat aber weniger als die Hälfte der Einwohner von Deutschland.

Der Hauptgrund, warum diese Länder bei Crash Compilations ganz vorne mit dabei sind, ist die extrem hohe Verbreitung von Dashcams. In Russland beispielsweise sind viele ältere Autos gar nicht versichert. Wenn es also zu einem Unfall kommt und das eigene, teuere Auto durch einen alten Wagen beschädigt wird, kann es zu einem Zahlungsausfall durch den Unfallverursacher kommen. Das gilt besonders dann, wenn Aussage gegen Aussage steht. In diesem Fall sind Dashcams prozessentscheidend – in Russland sind sie als Beweismittel nämlich uneingeschränkt zulässig.

In Deutschland ist das nicht ganz so. Die Rechtslage ist deutlich komplizierter und die Verwendung von Dashcams ist nur unter besonderen Auflagen erlaubt. Deswegen ist die Verbreitung auch viel geringer. Außerdem sind Kfz-Versicherungen hierzulande Pflicht, wenn man sein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen will.

Welche Auflagen muss eine Dashcam in Deutschland erfüllen?

Was ist denn nun, wenn ich trotzdem eine Dashcam einsetzen möchte? Der folgende Abschnitt ist hinreichend mit Quellen belegt, stellt aber ausdrücklich keine Rechtsberatung dar.

Spätestens seit der Einführung der DSGVO kann man nicht mehr “auf gut Glück” den Straßenverkehr filmen, da ja ein Unfall passieren könnte. Dafür bräuchte man das Einverständnis aller gefilmten Verkehrsteilnehmer. Das ist in der Praxis natürlich nicht umsetzbar. Dennoch sind Dashcams mittlerweile unter der Prämisse gestattet, dass die alten Aufzeichnungen regelmäßig überschrieben werden und nur die Passagen endgültig gespeichert werden, in denen tatsächlich Unfälle passieren.

Dafür ist es sinnvoll, wenn die Dashcam einen Beschleunigungssensor und einen Erschütterungssensor an Bord hat. Viele der von uns getesteten Kameras bieten diese Features und sollten deswegen auch in Deutschland verwendet werden dürfen. Eine aktuelle Bestenliste der Modelle aus China findet ihr an dieser Stelle.

Worauf muss man beim Kauf einer Dashcam sonst noch achten?

In den Grundzügen sind Dashcams ja auch erstmal nur Kameras. Deswegen solltet ihr auf die Videoauflösung, die maximale Bildwiederholrate und auch auf die Bildqualität achten. Letzteres ist in unseren Testberichten ausführlich beschrieben und mit Beispielen unterfüttert.

Einige Dashcams bieten außerdem eine App, über die ihr die Kamera einstellen und auf Videodateien zugreifen könnt. Manche Modelle werden aber auch komplett über ein eingebautes Display gesteuert. Das trifft zum Beispiel auf die AUTO-VOX A1 zu, die nebenbei auch noch als Rückfahrkamera fungiert.

Ihr merkt schon – die Auswahl verschiedener Bauformen, Modelle und auch Hersteller ist relativ groß. Deswegen findet ihr folgend ausführliche Berichte zu allen Dashcams, die wir bereits getestet haben. Viel Spaß!