Bis wir unsere Smartphones falten und in die Hosentasche stecken können, wird es noch etwas dauern. Bis dahin dürfen wir uns noch über interessante Konzepte aus dem BBK Electronics Konzern freuen. Unter den Marken Oppo und Vivo ballert der Hersteller eine Weltneuheit nach der anderen auf den Markt. Angefangen mit der Waterdrop Notch, hin zu ausfahrbaren Selfie Kamera beim Vivo Nex und gegipfelt in der voll motorisierte Kameramodul des Oppo Find X. Auch Honor und Xiaomi mischen mit interessanten Slider Lösungen mit.

Vivo Nex Dual Display Hand 2Vivo Nex Dual Display Hand 1

In diesem Testbericht wird es aber um das Vivo Nex Dual-Display gehen, dass wiederum einen neuen Weg geht, um das Full-Screen Ideal zu erreichen. Ja, es gab auch schon das Meizu Pro 7 / 7 Plus mit dem Fenêtre Display oder das Nubia X, aber dort war es leider kaum möglich, das Gerät irgendwie international zu nutzen. Das sieht beim Vivo Nex nun anders aus. Für Selfies nutzt man einfach die Hauptkamera und Vivo verbaut hinten ein „einfaches“ Full-HD Display. Im Hause BBK-Electronics finden sich mittlerweile auch preiswerte Smartphones von Realme oder OnePlus. Flagships von Vivo und Oppo liegen aber jenseits der 600€ Marke und dort findet sich nun auch das Vivo Nex Dual Display wieder.

Unsere Bestandaufnahme und Ausblick zur Displayentwicklung könnt ihr in diesem Artikel verfolgen. Das Vivo Nex Dual Display, die Loch-Im-Display-Notch des Honor View 20 und ggf. faltbare Smartphones sind der nächste Schritt. Dabei hat jeder Hersteller eigentlich nur ein Ziel: Wohin mit der Selfie Kamera, wenn man nur noch Display auf der Vorderseite will?

fullscreen smartphones vergleich watermarked

Design und Verarbeitung

Der Auftrag der Vivo Designer ist nach Einschalten des Displays klar ersichtlich: Die Ränder um das Display auf ein Minimum reduzieren. Die Ränder links und rechts zum Display betragen 2,5mm, über dem Display sind es 3mm und darunter ebenfalls geringe 4,5mm. Die Abmessungen des Nex Dual Display betragen vergleichsweise kompakte 157 x 75 x 8,5mm (Vivo Nex S im Vergleich: 162 x 77 x 7,98mm), denn das Hauptdisplay ist auf 6,4 Zoll geschrumpft. Das hohe Gewicht von 200g sorgt für ein wertiges Gefühl, aber das Smartphone ist damit alles andere als leicht. An Farben steht Rot oder Blau zur Auswahl, wobei die Global Version momentan nur in Blau erhältlich ist. Der Rahmen besteht aus Metall und ist sehr sorgfältig verarbeitet. Der Power-Knopf für das Hauptdisplay sitzt unter dem Lautstärkeregler wie gewohnt auf der rechten Seite. Der Button für das zweite Display sitzt links im Rahmen. Je nachdem wie rum man das Vivo Nex hält, aktiviert man mit dem rechtem Daumen das richtige Display.

Vivo Nex Dual Display Anschlüsse 4 Vivo Nex Dual Display Anschlüsse 2 Vivo Nex Dual Display Anschlüsse 1 Vivo Nex Dual Display Anschlüsse 3

Da das Hauptdisplay die komplette Front einnimmt, ist das Design der Rückseite deutlich gewagter. Dort sitzt ein 5,5 Zoll FHD Display mit ebenfalls sehr kompakten 2,5mm Rändern links und rechts zum Display. Oben und unten sind die Ränder entsprechend riesig. Unterhalb findet man einen Nex-Schriftzug und die blaue Farbe des Rahmens strahlt in den schwarzen Bereich hinein. Das sieht sehr schick und ansprechend aus. Über dem Display finden die 2 Kameras, der einzelne LED Blitz und ein TOF Sensor (Time of Flight) ihren Platz.

Vivo Nex Dual Display Rückseite Kamera 1

Dabei sind die beiden Hauptsensoren etwas herausgehoben aus dem Glas und der daraus entstehende Ring ragt in das Display. Irgendwie eigenartig gelöst und auch etwas störend. Warum man hier ein riesiges 5,5 Zoll Display und nicht ein kleines Display wie damals beim Meizu Pro 7 verbaut, bleibt fraglich. Der Einsatzzweck in der Praxis beschränkte sich im Test auf Selfies und dafür ist ein voll funktionsfähiges Zweitdisplay eigentlich nicht von Nöten. Auch eine Ohrmuschel (durchgängig) sitzt auf der Rückseite, ebenso wie auf der Vorderseite.

Vivo Nex Dual Display Vivo Nex Dual Display hinten 1

Unten am Rahmen sitzen der moderne USB-Type-C Port (nur USB 2), der einzelne Lautsprecher und der Simkarten-Einschub (Dual-SIM). An der Oberseite glänzt das Vivo Nex Dual Display mit einem noch vorhanden 3,5mm Klinkenanschluss, der für Flagschiffs eigentlich schon unüblich ist. Zum Entsperren steht sowohl ein Fingerabdrucksensor im Display, als auch Face UNLOCK zur Verfügung. Allerdings nur eine Methode pro Seite 😊. Auf der Rückseite kann man mit Face-UNLOCK über die Kamera sein Gerät schnell und sicher entsperren und selbst bei wenig Licht funktioniert das Ganze noch gut. Das Hauptdisplay entsperrt sich durch das Fehlen einer Frontkamera nur durch den Fingerabdrucksensor im Display. Dieser ist leider jedem normalen Sensor unterlegen was die Genauigkeit angeht.

Vivo Nex Dual Display Ensperren vorne hinten 1Vivo Nex Dual Display Ensperren vorne hinten 2

Entsperrt wird in 0,5 Sekunden, aber die Erkennungsrate liegt leider nur bei 7/10 in der Praxis und man muss sich daran gewöhnen, recht fest aufzudrücken. Da haben sowohl das Oneplus 6T als auch das Mi8 Pro die Nase vorne.

Die RGB Benachrichtigungs-LED befindet sich auf der Rückseite. Um genau zu sein, leuchtet der obere Halbkreis über der Dual-Kamera bei eingehenden Benachrichtigungen an verschiedenen Stellen auf. Daher sollte man sich daran gewöhnen, dass das Vivo Nex Dual Display auf der Vorderseite abzulegen.

Vivo Nex Dual Display Buttons 2 Vivo Nex Dual Display Buttons 1

Zusammenfassend ist die Verarbeitung absolut gelungen und das Gerät extrem verwindungssteif. Bei zwei Displays ist das ein wichtiger Punkt. Auch Gorilla Glas 5 wird genannt, allerdings nur explizit für die Rückseite, was etwas komisch erscheint. Auch die Hauptseite bestand den Kratztest jedenfalls problemlos. Der herausgearbeitete Kamera-Ring ist eher störend und erfüllt keinen sinnvollen Zweck. Für mich persönlich war die ausfahrbare Kamera des normalen Vivo Nex das interessantere Feature. Durch die großen Ränder des 5,5 Zoll Display und das alte 16:9 Verhältnis fühlt man sich beim Einschalten der Rückseite irgendwie 2 Jahre zurückversetzt. Gleichzeitig ist aber das Full-Screen Ideal mit dem Hauptdisplay erreicht. Das Vivo Nex Dual Display ist ein klares Konzept-Smartphone und soll für Aufmerksamkeit sorgen. Sinnvoll in der Praxis ist das Design nicht wirklich.

Lieferumfang des Vivo Nex Dual Display

Vivo Nex Dual Display Lieferumfang

Wer 700€ für ein Smartphone investiert, sollte auch mit viel Zubehör entschädigt werden. Vivo arbeitet hier vorbildlich und legt allerlei Zubehör in die hochwertige Verpackungsbox. Da wäre zunächst ein Quick-Charge Adapter (VOOC Charging) mit 22,5 Watt und ein passendes USB-Type-C Kabel. Den Ladeadapter gibt es in der internationalen Version nur als UK Stecker für Hong Kong. Ein paar brauchbare Kopfhörer legt Vivo auch noch mit ins Paket.

Vivo Nex Dual Display Hülle 3 Vivo Nex Dual Display Hülle 1 Vivo Nex Dual Display Hülle 2

Die Hülle ist ziemlich innovativ, wenngleich nicht so schützend, denn das Display auf der Rückseite bleibt komplett frei und nur bei den Rändern des Smartphones wird dick aufgetragen. Mit Hülle wirkt das Vivo Nex Dual Display deutlich wuchtiger, aber durch die überstehenden Ränder sind die beiden Display besser geschützt als ohne. Zu guter Letzt liegt auch noch eine Sim-Nadel mit im Lieferumfang. Für beide Displays ist bereits eine Displayschutzfolie ab Werk vorinstalliert.

Displays des Vivo Nex Dual Display

Vergleicht man das Display-zu-Gehäuse-Verhältnis mit der Konkurrenz, spielt das Vivo Nex Dual Display in einer eigenen Liga. Alle Konkurrenten fallen automatisch unter 50% und das Vivo liegt noch deutlich darüber – in der Theorie zumindest. Zum Einsatz kommt vorne ein 6,4 Zoll AMOLED Display, was zwar etwas kleiner als beim normalen Vivo Nex ist, aber immer noch riesig. Das Hauptdisplay ist im modernen 19,5:9 Verhältnis gehalten und löst mit 2340 x 1080 Pixel auf. Das resultiert hier dann in 403 Pixel pro Zoll und alle Inhalte erscheinen gestochen scharf. Das zweite Display steht der Auflösung mit 401 Pixel pro Zoll eigentlich in nichts nach, nur handelt es sich hier um ein Display im alten 16:9 Verhältnis.

Vivo Nex Dual Display Haupt 2 Vivo Nex Dual Display hinten 1

Der Kontrast ist nahezu perfekt, denn Schwarz ist einfach so richtig Schwarz. AMOLED-typisch ist die Farbwiedergabe bei beiden Display nicht sonderlich akkurat, sondern eher übersättigt. Daran ändert auch die Displayeinstellung nicht viel, denn lediglich ein Slider von Kalt nach Warm steht zur Verfügung. Die Einstellungen werden immer für beide Displays übernommen, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. An zusätzlichen Einstellungen steht natürlich auch ein Lesemodus bereit. Die Helligkeit beider Displays lieg bei 700cd/m², wobei das hintere sogar noch etwas heller ist mit 750cd/m². Die Lesbarkeit im Freien ist bei beiden Displays exzellent.

Vivo Nex Dual Display Haupt 1 Vivo Nex Dual Display hinten 2

Beide Displays erkennen bis zu 10 Berührungen gleichzeitig und reagieren sehr schnell und genau. Zusammenfassend liefert Vivo gleich zwei wirklich gute AMOLED Displays aus dem Hause Samsung, mit leider unrealistischer Farbdarstellung. Bei der Software hätte ich mir mehr Einstellungsmöglichkeiten gewünscht, insbesondere eine unabhängige Anpassung der Displays. Auch werden viele Apps beim Wechsel zwischen den Displays auf der Rückseite mit schwarzen Balken links und rechts angezeigt, wegen des 16:9 Verhältnis. Hier existiert zwar eine Option im Menü, diese hat aber leider keine Funktion. Auf dem Hauptdisplay werden die Apps wenn möglich komplett auf das schöne Display gestreckt. Widevine L3 verhindert wie üblich bei den meisten China Geräten die Nutzung von Netflix und Amazon in FHD Auflösung.

Leistung und System

Vivo Nex Dual Display Antutu BenchmarkDas Vivo Nex Dual Display läuft ebenso wie das Vivo Nex S mit dem pfeilschnellen immer noch aktuellen Snapdragon 845 Prozessor. Nur beim normalen Vivo Nex muss man aufpassen, denn dort ist „nur“ ein Snapdragon 710 verbaut. Im Jahr 2019 erwartet uns nun endlich das Upgrade mit dem Snapdragon 855, aber seien wir mal ehrlich: Kaum eine App kann einen Snapdragon 845 an seine Grenzen bringen. Insbesondere die bärenstarke Adreno 630 GPU sorgt für flüssige Spiele, egal wie anspruchsvoll. Der Prozessor arbeitet mit seinen 4 Kryo 385 Gold Kernen (@2,7GHz) und 4 Kryo 385 Silber Kernen (@1,7GHz) so schnell und energieeffizient wie eh und je. Dem Nex Dual Display stehen in der stärksten Version auch noch komplett überdimensionierte 10GB RAM und gute 256GB Speicher zur Seite. Unsere Testversion läuft mit 10/128GB Speicher.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Vivo Nex Dual Display SpeicherIn den Benchmarks liefert das Dual Display Smartphone exakt das, was man von einem High-End Smartphone erwartet. Spitzenpositionen im Geekbench, 3DMark und Antutu sind kein Problem. Der RAM bringt es auf sehr gute 18GB/s Übertragungsgeschwindigkeit und der Speicher bringt es auf 722/194MB/s Lese-/Schreibgeschwindigkeit. Auch wenn wir in den nächsten Monaten höhere Benchmarkwerte sehen, viel schneller kann ein Smartphone speicherlimitiert nicht laufen. Hier wird dann erst UFS 3.0 Speicher wieder einen Schub geben. In der Praxis öffnet das Vivo Nex Dual Display Apps pfeilschnell und das Installieren neuer Apps aus dem Playstore ist durch den UFS 2.1 Speicher kaum wahrnehmbar. Aktuelle Spieletitel laufen perfekt ohne Ruckler oder Verzögerungen. Nach einer Stunde Gaming wird das Vivo allerdings vergleichsweise recht warm mit 41° an der wärmsten Stelle, das sei hier auf jeden Fall noch erwähnt. Störend für die Hand ist das nicht, aber man merkt es eben.

Vivo Nex Dual Display mit Funtouch OS

Das Vivo Smartphone läuft mit Funtouch OS auf Android 9 Basis. Das System gehört zu den sehr stark angepassten Systemen und ist sehr deutlich an Apples iOS angelehnt. Das beginnt bei der iOS Optik, selbst bei einzelnen Apps und endet bei der Android Schnellstart-Leiste, die wie bei Apple von unten nach oben hochgezogen wird. Vivo geht hier recht schmerzbefreit und dreist zur Sache. So gibt es sogar iThemes, iMusic und so weiter.

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Auf der internationalen Version (unserem Testgerät) ist eine offizielle Global ROM mit Playstore und Google Services vorinstalliert. Nur diese Version sollte auch bestellt werden. Zusätzlich liefert der Hersteller einen Haufen an chinesischer und englischer Bloatware mit aus, die sich aber überwiegend deinstallieren lässt. Nur mit den Vivo i-Apps muss man letztendlich leben. Man kann diese aber einfach in einen Ordner verbannen und ihre Rechte komplett blockieren. Das Management von Benachrichtigungen und Rechten ist wie bei den meisten chinesischen System sehr übersichtlich und umfangreich gestaltet. Zusätzlich gibt es auch einen Virenscanner und Akku-Optimierer. Die schiere Unmenge an Einstellungsmöglichkeiten wirkt überfordernd und auch wenn das System zu 95% auf Deutsch übersetzt ist, weiß man mit vielen Einstellungen nicht wirklich, was gemeint ist. Auch das Aussehen lässt sich problemlos individuell im Theme Center gestalten. Der Launcher kann hier auch einfach gewechselt werden, was beim Vivo Nex so nicht möglich war!

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Nun zum zweiten Display, denn hier konnte man tatsächlich viel mit der Software spielen. Die Enttäuschung meinerseits war groß, nachdem die erste Freude über das zweite Display vergangen war. Leider ist die Software sehr schlecht angepasst und neben unsinnigen Spielereien findet sich nur wenig Sinnvolles. Die Möglichkeit Selfies zu machen ist schön und gut umgesetzt, aber das war es dann auch fast. Man kann noch ein Always-On Display unabhängig von beiden Displays nutzen. Ansonsten kann man nicht mal einen anderen Hintergrund als auf dem Hauptbildschirm einstellen. Dabei wäre ein weiteres Android-System (zumindest was die Anordnung der Apps betrifft) hinten schön und eigentlich auch sehr einfach gewesen. Dreht man das Vivo Nex DD während man gerade ein Spiel spielt, kann man das Handy nutzen und anschließend einfach weiter Spielen.


Vivo bringt ein Smartphone mit einem aufsehenerregenden Feature, reizt aber die Software hierfür nicht wirklich gut aus. Vielmehr als das Always On Display und die Selfie-Funktion habe ich im Testzeitraum nicht genutzt. Unabhängig davon läuft das System verdammt schnell und alltägliche Grundfunktionen laufen wie sie sollen. Man muss mit dem etwas unübersichtlichen System zurechtkommen und vielleicht liefert Vivo auch noch das ein oder andere Feature nach. Da es sich hier um ein begrenzt verfügbares Modell handelt, sollte man darauf aber nicht wetten.

Kamera

Auf der Rückseite, oder vielmehr der zweiten Vorderseite des Vivo Nex Dual Display befinden sich drei Kamerasensoren an der Zahl. Den Hauptkamerasensor kennen wir bereits vom Xiaomi Mi Mix 3, denn hier steckt ein Sony IMX363 12 Megapixel Sensor mit einer f/1,8 Öffnung und PDAF Autofokus drin. Wie für ein Flagship üblich, gibt es natürlich auch den OIS mit dazu. Da der gleiche Sensor auch im Vivo Nex S steckt, ist die Bildqualität identisch. Einzig bei Selfies gibt es einen Unterschied, denn auch dafür ist der Hauptsensor in diesem Fall verantwortlich. Die beiden weiteren Sensoren sind ein 2 Megapixel Sensor (nur für Tiefenunschärfe) und ein TOF Sensor. Die Kamera App bieten wie das System auch einen Haufen an Einstellungsmöglichkeiten und zusätzlichen Features, manche wiederum 1:1 von Apple übernommen.

Das Vivo Nex DD kann ebenso wie das Vivo Nex S anständige Bilder produzieren. Die Aufnahmen sind scharf, detailreich und nun auch farblich besser abgestimmt (nicht so unnatürlich übersättigt wie noch beim Vivo Nex). Aber schon bei der dynamischen Reichweite ist das Vivo den Top-Kamera Smartphone sichtbar unterlegen und mehr als eine durchschnittliche Wertung bei Tageslicht kann man dem Nex DD einfach nicht geben. Gleiches gilt für Aufnahmen bei weniger Licht, auch hier stellt sich dann recht schnell Rauschen ein, wenn ein Mix 3, P20 Pro oder OnePlus 6T noch saubere Aufnahmen liefern.

Im Vergleich mit Redmi Note 7, Oneplus 6 und Honor View 20

Dual Kamera Features

Vivo Nex Dual Display Rückseite Kamera 2

Das Vivo Nex verfügt über 2 Sensoren um den Vorder- vom Hintergrund zu trennen. Der TOF Sensor ist ein Distanzsensor, der problemlos schon alleine den Vorder- vom Hintergrund trennen müsste. Wie so oft hört sich das aber in der Theorie besser an, als es letztendlich ist. Die Aufgabe des 2 Megapixel Sensors ist ohnehin fraglich, wenn doch ein TOF Sensor verbaut ist…

In der Praxis sind die Bokeh/Portrait Aufnahmen akzeptabel aber nicht im Ansatz besser als bei der Konkurrenz, sondern eher schlechter. Damit ist für mich das Vivo Nex Dual Display in dieser Kategorie schonmal durchgefallen.

Bei der Selfie-Kamera kann Vivo dann nochmals etwas Boden gut machen. Der einzige Grund für das zweite Display war es ja, mit der Hauptkamera Selfies aufzunehmen und der Zuwachs an Details, exaktem Fokus und Schärfe ist hier definitiv wahrnehmbar. Videoaufnahmen gelingen mit bis zu 30FPS bei 4K und auch hier arbeitet noch der OIS, wobei das Video alles andere als ideal gelingt. Scheinbar hat der Fokus hier irgendwelche Probleme, aber der Bewegung wird recht gut entgegengewirkt. Bei 1080p Aufnahmen arbeitet zusätzlich noch ein EIS und die Aufnahmen zeigen ein sehr gelungenes Bild mit einer Schwäche bei der dynamischen Reichweite.


Konnektivität und Kommunikation

Beim Empfang kann Vivo definitiv glänzen: genutzt können zwei Nano-SIM Karten gleichzeitig und das Vivo Nex deckt auch weltweit sehr viele Frequenzen ab:

China Version:

2G GSM/GPRS/EDGE: 850/900/1800/1900 ;
2G CDMA:BC0/BC1/BC10;
3G TD-SCDMA/TD-HSPA:B34/B39;
3G WCDMA/HSPA:B1/B2/B4/B5/B8 ;
4G TDD-LTE: B34/B38/B39/B40/B41 ;
4G FDD-LTE:B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B12/B17/B18/B19/B20/B25/B26/B28A/B28B

Global Version: 

2G GSM: B2/B3/B5/B8

3G WCDMA: B1/B5/B8/B19

4G FDD-LTE: B1/B3/B5/B7/B8/B19/B28

4G TDD-LTE: B38/B39/B40/B41

Leider verzichtet Vivo bei der Global Version auf LTE Band 20, wodurch O2 und Vodafone Kunden mit Problemen beim 4G Empfang rechnen müssen. Die Gesprächsqualität ist beidseitig gut und die durchlässige Ohrmuschel eine spaßige Idee. Man kann also auf beiden Seiten telefonieren.

Vivo Nex Dual Display GPS Test Fix 2WIFI mit ac-Standard und Bluetooth 5.0 gehören in dieser Preisklasse zum guten Ruf und das Vivo macht hier keine Ausnahme. Einzig auf NFC muss man mal wieder verzichten. Das WIFI funkt mit hoher Reichweite und starkem Empfang im Netz, gleiches gilt auch für das Bluetooth Modul. Auch beim GPS zeigen sich keinerlei Probleme bei der Navigation (GALILEO, BeiDou und GLONASS). Der Fix ist in wenigen Sekunden erledigt und auf 3-4m genau. Zusätzlich hilft ein Kompass bei der Fußgängernavigation.

An Sensoren gibt es neben den 3 Standardsensoren (Beschleunigungs-, Helligkeits- und Näherungs-Sensor) auch noch ein Gyroskop. OTG wird unterstützt und trotz USB Type-C gibt es noch einen Klinkenstecker (3,5mm). Der Type-C Anschluss ist wie so häufig nur USB 2.0 fähig, was VIVO aber immerhin ehrlich in den Specs mit angibt.

Der Medienlautsprecher am Vivo Nex Dual Display gehört zu den Lauteren seiner Art. Zwar nur ein Mono Speaker und eigentlich frei von Bässen. Aber die Lautstärke ist hoch und bis zur höchsten Stufe auch klar und differenziert. Über den 3,5mm Klinkenanschluss gibt es ebenfalls lauten und sauberen Sound.

Akkulaufzeit

Vivo Nex Dual Display Akkulaufzeit 2Vermutlich bedingt durch die beiden Displays muss das Vivo Nex DD mit einem 3500 mAh Akku auskommen (beim Vivo Nex S sind es 4000 mAh). Trotzdem ist die Akkulaufzeit für ein Flagship verdammt gut. Im PCMark Akkutest bringt es das Handy auf solide 11 Stunden und 15 Minuten Laufzeit. In der Praxis musste das Gerät nur alle 2 Tage mit 8-9 Stunden DOT an die Steckdose. Aktiviert man allerdings das Always On Display, werden es schnell mal 10% weniger Laufzeit. Also im Gesamten ist die Akkulaufzeit für ein Smartphone mit 2 Displays der Hammer, wobei man auch sagen muss, dass es kaum Momente gibt, in denen auch beide aktiviert sind.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Punkten kann Vivo mit dem 22,5W Charger, der aber auch in der Global Version nur für UK geeignet ist. Mit diesem pumpt man sein Vivo Smartphone in einer Stunde und 10 Minuten von 0 auf 100%. Wer zwischendrin kurz nachladen mag, erhält in 15 Minuten 30% Akku und in 30 Minuten entsprechend 60%, solange man sich zwischen 10 und 90% befindet. Wireless Charging ist displaybedingt natürlich nicht möglich.

Fazit und Alternative

jonas-andre
Jonas Andre:

Das Vivo Nex Dual Display hat den WOW-Effekt, den ein echtes Premium-Smartphone eben so braucht. Gleichzeitig gibt es Features, die auch wirklich Freude bereiten: Echter Full-Screen Genuss ohne Frontkamera im Weg. Der Klinkenanschluss ist eine Überraschung und auch die Detailverliebtheit im Design definitiv überzeugend. Die Kamera ist im Gesamten eine echte Spaßbremse, denn das können die anderen einfach deutlich besser. Auch das Display ist nicht auf absolutem Flagship Niveau und das chaotische System gehört zumindest nicht zu meinen Favoriten. Man kann sich über Vieles hinwegtrösten mit einem zweiten Display auf der Rückseite, aber 200€ mehr als ein Vivo Nex S ist das Gerät einfach nicht wert. Bei 700€ sollte man nur wenige Kompromisse eingehen und die unausgereiften Dual-Display Funktionen reichen hier eigentlich schon. Gut, dass Vivo in den Köpfen landet und als Werbemaßnahme kommt das Handy auch an, aber eine Kaufempfehlung können und wollen wir hier nicht aussprechen.

Es gibt da die schönen Alternativen auch aus dem eigenen BBK-Electronics Lager, wie das Vivo Nex S und das Oppo Find X, die beide günstiger sind, wenngleich letzteres nicht viel. Und dann wäre da noch ein Xiaomi Mix 3 und ein Honor Magic 2, die mit einem Slider arbeiten. Die Alternativen für abgefahrene Smartphones sind jedenfalls groß!

83%
  • Design und Verarbeitung 100 %
  • Display 80 %
  • Leistung und System 70 %
  • Kamera 70 %
  • Konnektivität 90 %
  • Akku 90 %

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Olaf
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Olaf Koch

Super innovatives Gerät, nicht zu Ende gedacht.

Im Test wurde zwischen “China” und “Global” Version teilweise unterschieden. Was hier dringend in dem Test ergänzt werden sollte ist, dass nur die “China”Version über LTE Band 20 verfügt, die “Global”-Version nicht.

Ich war stark am überlegen dieses Smartphone zu kaufen, da mein OP3 nun langsam aber sicher in die Jahre kommt, ich habe mich aber letztendlich wegen dem fehlenden LTE Band 20 in der “Global”-Version, sowie dem schlechten OS Fun Touch dagegen entschieden und werde auf das OP7 warten.

Uwe
Gast
Uwe

Interessantes Gerät aber noch nicht ganz zu Ende gedacht. Die Möglichkeiten der zwei Displays werden völlig verspielt, da wäre viel Innovatives drin gewesen. Und der aktuelle Preis wird keine China-Handy Fans anlocken (siehe die Kommentarvielfalt 🙂 ) oder irgendeinen Apple Jünger konvertieren. Dazu sind die Innovationen zu wenig ausgeprägt (könnte man noch updaten – wer weiß ?) und der Coolness-Faktor zu wenig vorhanden – eigentlich schade…