Honor Magic 2 Testbericht

Getestet von Jonas Andre am Bewertung: 85%
Vorteile
  • schickes Slider Design
  • spitzenmäßiges AMOLED Display
  • viel und schneller Speicher
  • Android 9 und top Leistung (Kirin 980)
  • starker Empfang (Netz, WLAN, GPS)
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • guter Fingerabdrucksensor im Display
Nachteile
  • kein LTE Band 20
  • Verarbeitung nicht Premium
  • Kameras nicht auf Flagship Niveau
  • noch sehr teuer
Springe zu:
CPUKirin 980
RAM6 GB RAM, 8 GB RAM
Speicher128 GB, 256 GB
GPUMali-G76
Display2340 x 1080, 6,4 Zoll (AMOLED)
Betriebssystem9.0 Pie, EMUI
Akkukapazität3500 mAh
Speicher erweiterbar Nein
Hauptkamera16 MP + 24MP (dual)
Frontkamera16 MP
USB-AnschlussUSB Type-C
KopfhöreranschlussNein
EntsperrungFingerabdruck, Face-ID
LTEJa - 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 19
NFCJa
SIMDual - nano
Gewicht210 g
Maße157 x 75 x 8,6 mm
Antutu273000
Benachrichtigungs-LEDNein
Hersteller
Getestet am13.12.2018

Mit dem Honor Magic 2 steht nun neben dem Mix 3 ein weiteres Slider Smartphone zum Test bereit. Innerhalb von nur einem Jahr entwickeln sich die chinesischen Handyhersteller von der einfachen Kopie der Apple Notch zur Waterdrop-Notch und nun stellen Slider Smartphones ohne Notch das aktuellste Konzept dar. Das Xiaomi Mi Mix 3 erntete hier am meisten Anerkennung, aber vielleicht stammt das Konzept für den manuellen Slider auch von Honor, die das Honor Magic 2 Hals über Kopf auf der IFA präsentierten. Wer jetzt hier wen kopiert hat, sei einmal dahingestellt und hängt davon ab, ob man bei Xiaomi oder Huawei nachfragt. Das Preisschild in China für ein Honor Magic 2 zeigt 3800 RMB, also ca. 485€. Damit liegt es über dem Xiaomi Mix 3 und das muss das Gerät bei uns im Test auch rechtfertigen können. Dazu greift die Huawei Tochter zum hauseigenen HiSilicon Kirin 980, der unter anderem auch die Huawei Flagships wie das Mate 20 X und Mate 20 Pro antreibt. Neben dem mechanischen Slider ist noch der Fingerabdrucksensor unter dem Display an dieser Stelle nennenswert.

fullscreen smartphones vergleich watermarked

Nach meinen Wochen mit dem Oppo Find X, dem Xiaomi Mi Mix 3 und nun auch noch mit dem Honor Magic 2 findet ihr hier einen Artikel zum Full-Screen Trend mit einem kleinen Ausblick, wo die Reise meiner Meinung nach hingeht.

Design und Verarbeitung

Wie zum Teufel Honor auf die Idee kommt, Kunststoff zu verbauen, ist mir absolut schleierhaft. Auch wenn die Rückseite angeblich aus Glas besteht, lässt sich diese in der Mitte deutlich eindrücken, das hat in diesem Preisbereich absolut nichts verloren. Im Gegensatz zum Mix 3 ist der Slider-Mechanismus anders aufgebaut. Beim Honor Magic 2 bewegt sich nicht nur das Display, sondern der gesamte Rahmen samt USB-Type-C, Medieanlautsprecher und Mikrofon aus dem Smartphone heraus. Der Slider-Teil des Rahmens ist ebenfalls aus Kunststoff und fühlt sich auch so an. Soll das keiner merken? Im Vergleich zum Mix 3 wirkt das Gerät in der Hand einfach weniger wertig. Darüber hinweg tröstet vielleicht das wunderschöne Twilight Farbspiel, in unserem Fall Blau, aber auch Rot steht zur Auswahl. Das Honor Magic 2 ist mit 210g auch ein sehr schweres Smartphone, aber nach wenigen Tagen hat man sich problemlos an das Gewicht gewöhnt. Im Vergleich zum Mi Mix 3 ist das Honor Magic mit 8,6mm minimal dünner und die weiteren Abmessungen liegen bei 157 x 75mm.

Honor Magic 2 Rückseite

Damit bleibt das Honor Magic 2 ein großes Smartphone, aber das 6,39 Zoll Display kann komplett und ohne Einschränkungen verwendet werden. Links und rechts hat man nur einen schmalen 3mm Rand, oben sind es ebenfalls nur 3mm und unter dem Display 5,5mm. Wer nur ein Stück Display in der Hand halten will, ist mit dem Honor Magic bestens bedient. Auch der Fingerabdrucksensor befindet sich unter dem Display und entsperrt das Handy in unter 0,5 Sekunden aus dem Stand-By. Die Genauigkeit ist perfekt. Im direkten Vergleich ist das Mix 3 schneller, aber dort befindet sich der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, also wie so oft ist das Ganze hier einfach Geschmackssache. Ich persönlich würde den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite der technischen Spielerei im Display vorziehen. Aber ich weiß auch, dass viele den Fingerabdrucksensor hinten nicht mögen. Wer sein Smartphone häufig aus der Hosentasche nimmt, fährt mit dem Sensor hinten deutlich besser. Liegt das Smartphone auf dem Tisch, ist der Sensor vorne der Gewinner. Face-Unlock (3D) steht als Alternative zur Verfügung und funktioniert mit genügend Licht schnell und gut. Allerdings kannibalisieren sich die neuen Slider Funktionen und der Face-UNLOCK noch. Richtet man den Face-Unlock ein, muss man die Funktion des Sliders auf „keine“ setzen, sonst startet nur die Kamera-App und es findet kein UNLOCK statt.

Honor Magic 2 Design Verarbeitung 2 Honor Magic 2 Design Verarbeitung 1

Gesteuert wird das Honor Magic 2 mit Standard On-Screen-Tasten, aber im System stehen auch alternative Wischgesten zur Auswahl, die dann eben Zurück-, Home und Multitasking ersetzen. Das Ganze funktioniert bei Honor ebenso gut wie bei Xiaomi oder Apple. Auf eine Benachrichtigungs-LED muss man leider verzichten und leider bietet Honor auch keine gute Alternative. Das Always-On-Display (Anzeige stets aktiv) zeigt nur verpasste SMS und Anrufe an. Außerdem ist es ein Stromfresser sondergleichen. Der Vollständigkeit halber erwähne ich an dieser Stelle auch das IPX2 Rating, welches Honor ausdrücklich auf der Webseite erwähnt. Dabei ist das Gerät vor „schräg (15°) einfallendem Tropfwasser“ geschützt. Wie einfach jedes andre Smartphone dieses Planeten auch! Power Knopf und Lautstärkeregler sind rechts im Metallrahmen angebracht, haben einen guten Druckpunkt und sitzen sicher im Gehäuse. Der Simkarteneinschub links außen und fasst zwei Nano-Simkarten (Dual SIM).

Honor Magic 2 Buttons Honor Magic 2 Simkarteneinschub Honor Magic 2 Slider 1 Honor Magic 2 Slider Frontkamera

Noch ein paar Worte zum Slider: Man merkt einen deutlichen Unterschied zwischen dem Slider des Mix und des Honor Magic 2. Sobald man beim Xiaomi einen gewissen Punkt überschritten hat, drückt sich der Slider spürbar von selbst auf. Beim Honor Magic hingegen hat man deutlich weniger Widerstand und der Slider kann auch in mittlerer Position fixiert werden. Ansonsten haben beide Slider leichtes Spiel nach links und rechts und sind in der Praxis ähnlich gut zu verwenden. Bei Selfies nervt nur der kleine Finger unter dem Display, da dieser den Slider immer etwas hochdrückt.

Honor Magic 2 Display

Zusammenfassend hat das Honor Magic einen hervorragend umgesetzten, fast einzigartigen Slider Mechanismus. Bei der Materialwahl zeigt sich Honor aber nicht dem Preis angemessen. Der Kunststoff an der Unterseite und die billig wirkende Rückseite sind alles andere als Premium. Aber eine hochwertige Hülle befindet sich im Lieferumfang und man kann dann problemlos über die Rückseite hinwegsehen. Was Honor bei der Pflicht vermurkst, macht man durch den Fingerabdrucksensor im Display und das schicke Farbenspiel wieder weg. Zumindest je nach Geschmack.

Lieferumfang des Honor Magic 2

Display

Das 6,39 Zoll große AMOLED Display des Honor Magic 2 schindet nach dem ersten Einschalten umgehend Eindruck. Mit einer FHD+ Auflösung von 2340 x 1080 Pixel bringt es das Display auf scharfe 403 Pixel pro Zoll. Beim Farbmodus kann man zwischen „normal“ und „lebhaft“ wählen: einmal AMOLED typisch übersättigt und einmal dann eher die Farbdarstellung, die man von IPS Displays gewohnt ist. Mir gefällt „lebhaft“ durchaus gut, auch wenn die Farben nicht wirklich akkurat sind. Es ist einfach schöner als die Realität. Zusätzlich kann man auch noch die Farbtemperatur mit 3 Pre-Sets (Warm, Kalt, Standard) oder stufenlos selbst anpassen. Ein terminierbarer Lesemodus steht auch bereit. Unter der Option smarte Displayauflösung verbirgt sich dann noch ein mega Feature. Solange man keine FHD Inhalte nutzt, reduziert das System automatisch die Displayauflösung und verlängert damit die Akkulaufzeit. Mehr dazu später unter Akkulaufzeit im Test.

Honor Magic 2 Display 2

Der Kontrast ist AMOLED typisch exzellent und eine Notch muss man ja auch nicht ausblenden. Die Helligkeit sorgt mit 600cd/m² auch im direkten Sonnenlicht noch für eine gute Lesbarkeit. Das Display ist nicht nur ebenso groß wie beim Mix 3, sondern die Displays sind in Punkto Schärfe, Kontrast und Helligkeit nahezu identisch. Das Display ist ebenso HDR Ready und liefert bei entsprechenden Inhalten einen überragenden Kontrast und tolle Farben. Wer jetzt denkt, bei Honor gibt es Widevine L1, ist leider falsch gewickelt. Widevine L3Auch Honor bietet nur L3 und damit bleiben Amazon Prime und Netflix in HD verwehrt.

Der 10 Punkt Touchscreen macht einen hervorragenden Job und ist extrem genau und schön spritzig bei jeder Angabe. Irgendeine Antifingerprint Beschichtung sorgt hier tatsächlich für weniger Abdrücke als beim Mix 3 und kratzresistentes Glas kommt auch zum Einsatz. Genaue Versionsnamen oder gar den Markennamen „Gorilla Glas“ behält sich Honor aber vor.

Honor liefert im Magic 2 ein echtes wunschlosglücklos Full-Screen Display ab. Bis auf den fehlenden Widevine Standard erhält man hier eines der besten Displays auf dem gesamten Smartphone-Markt.

Leistung und System

Honor bekommt im Magic 2 den aktuell schnellsten Huawei Prozessor zur Verfügung gestellt. Der HiSilicon Kirin 980 ist einer der ersten 7nm gefertigen SoCs, ebenso wie der A12 aus dem iPhone XR / XS und kommt bislang nur im Huawei Mate 20, 20X und Mate 20 Pro zum Einsatz. Der Prozessor schließt die Lücke zum Snapdragon 845 in Punkto Rechenleistung, aber die Mali-G76 GPU kann es auch mit dem hauseignen „GPU-Turbo“ nicht mit der Adreno 630 aufnehmen. Davon abgesehen wird Qualcomm im Januar mit dem Snapdragon 855 zurückschlagen und wenn die Leistungssteigerung der Vorstellung wirklich in der Praxis ankommen, dann wird Qualcomm deutlich gewinnen. Von der Konkurrenz einmal abgesehen, arbeitet der Octa-Core Prozessor in 3 Clustern. Im Leistungscluster arbeiten 2 Cortex-A76 Kerne mit 2,6 GHz Takt, im Standard-Cluster sind es ebenfalls 2 Cortex-A76 Kerne, aber nur mit 1,9 GHz Takt und dann noch ein Stromsparcluster mit 4 Cortex-A53 @ 1,8GHz. In der Praxis gibt es kein Spiel, das nicht perfekt flüssig läuft und im hauseigenen Magic UI-System (leicht verändertes EMUI auf Android 9 Basis) ist die Performance zu jeder Zeit smooth und blitzschnell.

Antutu Ergebnis Geekbench Multi Ergebnis Geekbench Single Ergebnis 3D Mark Ergebnis

Auch beim Speicher lässt das Honor Magic 2 keine Wünsche offen. Die erste Version (unser Testgerät) startet bereits mit 6GB RAM und 128GB Speicher. Dann stehen auch noch 8/128GB und 8/256GB zur Auswahl. Der LPDDR4X RAM ist mit 22GB/s einer der schnellsten, die ich je in einem Smartphone hatte und auch unsere 6GB sind über Multitasking kaum auszureizen. Der interne UFS Speicher liefert eine solide Lese/Schreibgeschwindigkeit von 612/188 MB/s. Also auch hier gilt: Apps installieren und öffnen sich pfeilschnell. Stottern oder Lags kennt das System einfach nicht. Auch das Energiemanagement ist vorbildlich, denn nach einer Stunde Gaming (PubG mobile) ist das Gehäuse nur ganz leicht erwärmt. Also die Angst vor einem Kirin 980 kann ich auch Snapdragon-begeisterten nehmen, denn einen Geschwindigkeitsunterschied zum SD845 wird man kaum feststellen. Trotzdem: wenn Qualcomm nächstes Jahr den SD855 wirklich für das Xiaomi Mi Mix 3 bereitstellt, würde ich den stärkeren Prozessor vorziehen, auch wenn es zunächst kaum Vorteile gibt.

Betriebssystem: Magic UI – das modifizierte EMUI

Magic UI System Android 9 Honor Magic 3 Magic UI System Android 9 Honor Magic 4 Magic UI System Android 9 Honor Magic 1 Magic UI System Android 9 Honor Magic 2

EMUI kennen wir alle von sämtlichen Huawei und Honor Smartphones. Da das internationale Release des Honor Magic noch aussteht, handelt es sich bei unserem Testgerät um die chinesische Version. Bei Honor und Huawei Geräten macht dies aber keinerlei Probleme, denn die Geräte sind ab Werk mit der deutschen Sprache ausgestattet und auch bereit für Google. Das bedeutet, man muss lediglich die Google Playstore apk herunterladen mit dem Smartphone sowie installieren und dann anschließend den Google Account in den Einstellungen hinterlegen. Alles Weitere geht dann von selbst, denn die Google Services wie der Contact Sync sind bereits vorinstalliert auf dem Honor Magic 2. Auch Updates erhält man ganz normal über OTA direkt aufs Smartphone. Eins gab es bereits für die Funktionen des Slider, aber es fehlen trotzdem noch ein paar Spielereien, um den Slider besser zu individualisieren.

Gesten 2 Always On Display App Drawer aktivieren Gesten

Bei Auslieferung herrscht absolutes Chaos im Magic UI System. Die Anzahl an Bloatware ist nahezu unendlich und es lässt sich auch leider nicht alles deinstallieren. Zu den „gratis“ Games und Apps, die man deinstallieren kann (15 an der Zahl) gesellen sich noch einige hauseigene Apps, die zwar bleiben müssen, aber letztendlich auch nicht stören. Das sind Dinge wie Huawei Video, Huawei Galerie, Huawei Musik-App, Books, HiCare, Game-Center und so weiter. Bis auf Books und Musik sind aber sogar alle in Deutsch. In der Theme-App kann man Designs herunterladen, Schriftart und Hintergrund wechseln und noch vieles mehr anpassen. Magic UI ist ist bis auf optische Unterschiede und die zusätzlichen Slider-Optionen 1:1 ein EMUI System. So landen im Standard auch alle Apps auf dem Home-Screen und den App-Drawer (Übersichtseite mit allen Apps) kann man sich über die Einstellungen zurückholen, wenn man das möchte. Einzelne Apps können minuziös mit Berechtigungen für Zugriffe ausgestattet werden und es gibt eine schier endlose Anzahl an zusätzlichen Optionen gegenüber Stock-Android zu entdecken. Mir persönlich fehlt hier nur das Allways on Display, denn wenn man auf eine Benachrichtigungs-LED schon verzichtet, dann wäre wenigstens das schön gewesen.

Wer EMUI schon kennt, muss sich vor Magic UI nicht fürchten. Für Neueinsteiger ist die schiere Flut an Apps und Zusatzfunktionen zunächst überfordernd, aber man kann sich schnell daran gewöhnen und nach ein paar Stunden hat man das System beschnitten und individuell gestaltet. Das Honor Magic 2 bietet ein topaktuelles Android 9 System, regelmäßige Updates, einen aktuellen Google Sicherheitspatch und mit nur einem Klick auch einen zertifizierten Playstore.

Kamera

Nachdem der Endnutzer gemerkt hat, dass es bei Handykameras auf mehr ankommt als nur hohe Megapixelzahlen, haben die Handhersteller es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Kameras im Handy zu verbauen. Das Honor Magic 2 hat nun ganze 6 an der Zahl und zwar 3 vorne und 3 hinten. Im Praxiseinsatz sorgten die Kameras vor allem für eins: Ernüchterung.

Honor Magic 2 Triple Kamera

Die 3 Kameras auf der Rückseite liefern letztendlich sogar einen annehmbaren Mehrwert, zumindest auf dem Papier. Für stinknormale Fotos (wer macht denn sowas überhaupt noch?) steht ein 16 Megapixel Sensor mit f/1.8 Linsenöffnung bereit. Unterstützt bei Bokehs wird dieser durch einen 24 Megapixel Schwarz/Weiß Sensor mit ebenfalls f/1,8 Linsenöffnung. Zu guter Letzt gibt es auch noch einen 16 Megapixel Sensor mit einer f/2,2 Linsenöffnung und 117° Weitwinkel Linse. Also neben normalen Fotos kann man native Schwarz/Weiß Aufnahmen mit 24 Megapixel tätigen und zusätzlich auch ziemlich coole Weitwinkelaufnahmen. Bei Bokeh/Portrait Aufnahmen hilft dann der 24 Megapixel Sensor, den Hintergrund zu bestimmen. Natürlich gibt es einen tollen AI Button und dieser sorgt ggf. für etwas stärkere Farben und insbesondere bei Nacht für hellere Bilder. Videos können mit dem Hauptsensor in 4K mit bis zu 60 FPS aufgezeichnet werden und sind mit einem AIS stabilisiert. AIS? Was war doch gleich? Huawei versteht darunter Artificial Image Stabilisation, also vermutlich eine intelligente Kombination aus EIS und hoffentlich OIS. In der Praxis ist das System noch nicht auf Flagship Niveau und z.B. einem Mix 3 sichtbar unterlegen, hier sollte aber ein Update Abhilfe schaffen. Doppelzoom Aufnahmen sind dann auch noch möglich, aber hier nur per Software umgesetzt.

EMUI Kamera App 1 EMUI Kamera App 2 EMUI Kamera App 3 EMUI Kamera App 4

Zu der App muss man auch ein paar Worte verlieren. Es gibt unfassbare viele Funktionen und das UI ist auf den ersten Blick unübersichtlich. Es gibt Blende, Portrait, Foto, Video, AR Objektiv (ziemlich lustiger Modus für Augmented Reality), Zeitlupe, Nacht, Panorama, Monochrom, Lichtmalerei, HDR, Zeitraffer, Filter, 3D Panorama, Wasserzeichen, Dokumente und Künstlermodus. Obendrauf noch einen Pro Mode und je nach Modi tauchen noch zusätzliche Symbole auf, die irgendwas am Bild verändern. Der Autofokus ist nicht gerade der beste und neigt insbesondere bei Portraitaufnahmen zum Verspringen. Auch die ein oder andere komplett unscharfe Aufnahme konnte ich nicht verhindern.

Nun aber endlich zu den Fotos und Videos im Speziellen. Das Honor Magic tut sich auch mit AI aktiviert verdammt schwer mit der Farbdarstellung. Die Aufnahmen sind allesamt etwas trist und kein Vergleich mit einem Mix 3 (mit und ohne AI aktiviert). Schärfe und Detailanzahl sind ebenfalls nicht auf Flagship Niveau und der hohe Preis für das Smartphone muss mehr bieten. Die Spielerein sind gut umgesetzt, aber alles ändert nichts an den Standardfotos auf dem Niveau der gehobenen Mittelklasse. Noch schlimmer wird das Ganze dann bei Videos, denn der AIS zeichnet unschöne Ruckler ins Video und auch die Qualität bei 4K ist unangemessen für ein so teures Smartphone. Einfach zu wenig Kraft bei der Farbdarstellung.

Scharfe Selfies zu produzieren ist gar nicht so einfach, denn häufig werden die Aufnahmen mit der Frontkamera einfach nicht scharf. Für das Bokeh (Portrait-Selfie) setzt Huawei dann auf zwei zusätzliche Tiefensensoren. Keine Ahnung was das soll, denn die Selfies bleiben insbesondere bei der Farbdarstellung sehr bescheiden. Und wie man schon öfter gesehen hat, reicht bei Selfies auch die Software für schöne Bokeh Aufnahmen vollkommen aus. Zu guter Letzt gelingen Bokeh Shots halbwegs zuverlässig und sehen auch ganz passable aus. Die Weitwinkelaufnahmen liefern einen schönen Mehrwert, sind dann aber am PC schon deutlich unschärfer als normale Aufnahmen.

Also es tut mir tatsächlich leid für Honor, aber die Kameraleistung ist für den Preis und für ein High-End Flagship einfach in allen Belangen zu schlecht. Einzig die vielen Funktionen sind positiv zu vermerken, aber dafür können keine dem Preis angemessenen „normalen“ Fotos und Videos gemacht werden. Falls hier ein Update kommt, werden wir den Bericht natürlich an dieser Stelle überarbeiten.

Xiaomi Mi Mix 3 vs. Honor Magic 2

Die Bilder des Xiaomi Mi Mix 3 zeigen eindeutig einen besseren Kontrast und sind schärfer. Bei der Farbwiedergabe ist das Mix 3 manch einem vielleicht schon zu aggressiv, aber das Magic 2 zeigt auch mit aktivierter AI zu kraftlose Farben. Gleiches gilt auch für Videos. Das Mix 3 gewinnt bei der Stabilisierung problemlos und die 4K Aufnahmen sind detailreicher und farblicher besser abgestimmt. Ein weiteres Problem des Magic 3 betrifft Farbartfakte im Bild, die man allerdings erst sieht, wenn man in das Bild hereinzoomt.

Konnektivität und Kommunikation

Das Honor Magic 2 ist ein Dual-SIM Smartphone und gehört ganz klar zu den weltweit einsetzbaren Smartphones. Kaum eine 2G, 3G oder 4G Frequenz fehlt hier, aber LTE Band 20 für Deutschland ist leider nicht mit dabei. Das wird sich dann erst bei der EU Version ändern, ob diese erscheint ist aber noch offen.

FDD-LTE 4G: B1/B2/B3/B4/B5/B6/B7/B8/B12/B17/B19

TD-LTE 4G: B34/B38/B39/B40/B41

UMTS 3G: B1/B2/B4/B5/B6/B8/B19

TD-SCDMA: B34/B39

CDMA: BC0

GSM 2G: B2 /B3/B5/B8

Der Empfang ist stark und die Gesprächsqualität hervorragend. Theoretisch sollte auch WIFI-Calling und VoLTE unterstützt werden, ebenso wie beim Honor Play. Aber die Menüpunkte konnte ich leider im System nicht finden. Ob hier auch noch ein Update folgt, bleibt abzuwarten.

Bluetooth 5.0 und WLAN mit ac-Standard im 2,4 und 5GHz Netz sind hier zu erwarten und liefern in der Praxis gute Werte. Auch aptX HD Unterstützung ist für das Honor Magic 2 natürlich kein Fremdwort.

Der einzelne Medienlautsprecher (Mono) an der Unterseite ist weder schlecht noch erwähnenswert gut. Die Lautstärke und Qualität sind durchschnittlich und für ein Flagship allemal OK. Einen Klinkenanschluss gibt es nicht, dafür aber den Adapter von Type-C auf 3,5mm direkt im Lieferumfang. Die Soundqualität mit Mittelklassekopfhörer ist super und die Lautstärke hoch.

GPS test Fix Honor Magic 2 1 GPS test Fix Honor Magic 2 2

Navigiert wird neben GLONASS auch mit GALILEO und das Ergebnis ist hervorragend. Auch der Kompass zeigt keine Probleme und die Genauigkeit lag beim GPS immer auf 2-3m, auch im Auto. An Sensoren gibt es neben den obligatorischen Näherungs-, Beschleunigungs- und Helligkeits-Sensor, auch noch ein Gyroskop und Kompass. Der Hall Sensor ist zwar vorhanden, reagiert in diesem Fall aber nicht auf smarte Hüllen, sondern auf den Slider. Auch NFC und OTG werden unterstützt, Google Pay steht damit nichts im Weg.

Akkulaufzeit

Das Honor Magic 2 verfügt über einen 3500 mAh starken Akku und dieser sorgt in Kombination mit dem smart-Display Feature (hohe Displayauflösung nur wenn nötig) und dem sparsamen 7nm Prozessor für eine hervorragende Laufzeit. Der Stand-By Verbrauch ist astrein optimiert und über Nacht (8 Stunden) verliert man nur 5% Akku. Eine Stunde Youtube bei 200 cd/m² kostet 315 mAh (9% Akkuanzeige) und im PCMark Akkutest hält das Honor Magic 2 sehr gute 12 Stunden am Stück durch. In der Praxis kam ich immer auf 2 Tage Nutzung mit einer DOT (Zeit mit eingeschaltetem Display) von 7-8 Stunden. Und selbst dann hatte ich noch über 20% Restakku.

Akkulaufzeit Ergebnis Einheit: Std

Screenshot 20181207 111217 com.futuremark.pcmark.android.benchmarkDie Ladezeit gibt Honor mit 55 Minuten an und mit dem mitgelieferten Ladeadapter und dem mitgelieferten USB-Kabel erreicht man tatsächlich eine Zeit von 0 auf 100 in nur 60 Minuten! Dabei werden mit dem 10V Netzteil 4A in den Akku gepresst. Dem muss auch das spezielle Ladekabel standhalten. Wer also wirklich von dieser Geschwindigkeit profitieren will, muss das USB-Type-C Kabel und den Ladeadapter immer dabeihaben. Mit anderen Quick Charge Adaptern und Kabeln liegt die Ladezeit im Test bei 1,5 Stunden und ist damit nichts Besonderes. Ein Mix 3 macht 2 Stunden auf einem Qi Wireless Charging Pad und das Magic 2 unterstützt dieses Feature nicht mal. Trotzdem lädt kein Smartphone schneller als das Honor Magic 2!

Testergebnis

Getestet von
Jonas Andre

Das Honor Magic 2 steht nicht nur optisch in direkter Konkurrenz zum Xiaomi Mi Mix 3. Auch der Preis liegt mit 485€ nicht wirklich weit darüber. An zusätzlichen Features erhält man im Vergleich zum Mix 3 einen Fingerabdrucksensor im Display. Das Mix 3 hingegen kontert mit Wireless Charging und LTE Band 20. Ansonsten sind die Smartphones in einigen Punkten sehr ähnlich. Das Xiaomi Mix 3 wirkt deutlich mehr wie ein Premium-Smartphone und bei der Kamera ist Xiaomi ebenfalls deutlich überlegen. Etwas Boden gut macht Honor beim Akku, aber auch beim Mix 3 ist die Laufzeit alles andere als schlecht. Nachdem der Bericht so lang geworden ist, nun das kurze Fazit: Es gibt absolut keinen Grund ein Honor Magic 2 zu kaufen, wenn schon ein Xiaomi Mix 3 existiert.


Gesamtwertung
85%
Design und Verarbeitung
90 %
Display
100 %
Leistung und System
80 %
Kamera
70 %
Konnektivität
80 %
Akku
90 %

Preisvergleich

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Michael BehlingUwejonas-andreIkeRune Fritzsche Letzte Kommentartoren
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Michael Behling
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Michael Behling

Beim Mi Mix 3 stört der Slider definitiv beim spielen, ich habe schon sämtliche Reviews gesehen die es gibt. wenn man mit dem Mi Mix 3 quer spielt wackelt der Slider recht stark hin und her. übrigens wird in jedem anderen Review erwähnt das die Sliderlösung beim Honor Magic 2 wesentlich stabiler und besser gelöst ist da das Slider Teil vom Handy richtig umfasst wird und der Mechanismus auch sanfter beweglich ist. Mit dem Design kann das Mi definitiv nicht mithalten. also wem die Kamera sehr wichtig ist der sollte das Mi nehmen. Für Design und Akkulaufzeit und manch anderen Dingen würde ich das Honor nehmen. Bei mir weckt das Mi Mix 3 leider keinen Kaufwunsch. Ich warte noch auf den Test von Lenovo Z 5 Pro GT wobei mir das Design hinten auch nicht so gefällt, auf das erscheinen des Honor View 20 und einem eventuellen Sondermodell. Da das Honor View 20 leider ein Display Loch hat und vor allem hinten einen Fingerabdruck Sensor find ich es nicht ganz perfekt aber die Kamera ist mindestens so gut wie beim Mi Mix 3. Das One Plus 7 soll auch Notchless werden wie Honor Magic.

Michael Behling
Gast
Michael Behling

Erst mal sieht das Honor Magic 2 besser aus als das Mi Mix 2. Was bei jedem ander Review auch hervorgehoben wird. Ausserdem ist die Rückseite nicht aus Plastik sondern aus Aluminium. Fast alle sagen Glas aber falls die Rückseite wirklich nachgibt wird es wohl dann Aluminium sein. Übrigens ich habe ein Mi 5 Pro. Jeder der es angefasst hat sagte das wäre Plastik obwohl es aus Keramik ist. Mir gefällt das Honor Magic 2 weit besser, schade das die Kamera nicht ganz so gut ist wie beim Mi Mix 3. Trotzdem ist mir das Design wichtiger da ich von xiaomi schon leicht gelangweilt bin. Fingerabdrucksensor hinten mutet für mich zu altmodisch an, deswegen würde ich das Magic nehmen.

Rune Fritzsche
Gast
Rune Fritzsche

Wie ihr hier die Verarbeitung bemängelt, beim Mi Mix 3, welches ein größeres Slider-Spiel sowie eine größere Lücke zwischen den beiden Elementen und einen Plastikrahmen um dem kompletten oberen Teil hat dagegen eine bessere Bewertung gebt kann ich nicht nachvollziehen. Es wirkt, als würde euch Xiaomi bezahlen…

Ike
Gast
Ike

In allen einschlägigen Vergleichstests magic 2 vs mi mix 3 auf youtube wird das ähnlich gesehen. Der Slider des mi wird stets bemängelt. Der Plastikrahmen ist deutlich sichtbar, der Slider hat Spiel und der Teil mit dem Screen klickt auf die Unterseite beim Tippen auf den Screen. Lediglich die Kameras des magic 2 führen zu Abwertungen.

Da ich Kameras kaum nutze wäre für mich die Entscheidung zugunsten des magic 2 klar.

Sam
Gast
Sam

Die Bewertung von 85% kann so nicht erfolgen. Wer für knapp 700 Euro kein Band 20 anbietet darf hier keine 85% bekommen.

Bei günstigeren Anbietern um 100 Euro wird dies auch genauso als Negativ ausgelegt. Dabei ist Band 20 Standard und muss es zwingend sein. Wer mehr verlangt als 150 Euro muss das drin haben oder dicken Abzug bekommen oben drauf.

Uwe
Gast
Uwe

Das ist jetzt aber sehr heftig: Die Telefone sind zum Großteil gar nicht für den deutschen Markt konzipiert (und werden auch nicht offiziell angeboten) und nur da ist Band 20 wichtig (aber auch nicht überlebenswichtig). Wenn das Telefon beim Elektronikdiscounter “um die Ecke” angeboten wird, erwarte ich auch Band 20 und sollte bei Niuchtvorhandensein zum Abzug führen. Aber bei den vielen China Phones, die man sich über verschiedenste Quellen besorgen kann (oder muß), sollte ein Hinweis (ohne Abzug) genügen: Du mußt es ja nicht kaufen…

Pedar
Gast
Pedar

“Dafür kommt das Mi Mix 3 aber als Global Version und ungeduldige können auch direkt die Xiaomi.EU ROM von MIUI 10 aufspielen.”

Könnt ihr diese Info bestätigen? Dass das Mi Mix 3 als Global Version früher oder später erscheint ist denke ich klar, aber kann man jetzt schon die Xiaomi.EU ROM aufspielen? Ich finde dazu leider nirgendwo etwas.