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Videos mit dem Handy – Anleitung für gute Vlogging, Reise- und Familienvideos

In diesem Artikel geht es darum, wie Du unterwegs oder zu Hause gute Videos aufnehmen kannst. Ob Du die Videos für einen YouTube-Kanal oder nur zur privaten Verwendung aufzeichnest, ist dafür vorerst irrelevant. Hier soll es primär darum gehen, wie sich relativ kostengünstig hochwertige Videos mit dem Handy produzieren lassen und welches Equipment du dafür benötigst.

Die Anleitung zum Aufnehmen teilt sich in drei Abschnitte. Im ersten Teil gibt es ein wenig Hintergrundwissen zum Unterschied von Smartphones und Kameras für Videoaufnahmen. Dann schauen wir uns einige Smartphones an, die besonders gut für Videos und Fotos geeignet sind. Und schließlich gibt es noch ein paar Tipps, wie Du Deine Videoaufnahmen mit wenigen Kniffen verbessern kannst. Viel Spaß beim Lesen.

Handy vs. Systemkamera – Vorteile und Nachteile

Smartphone vs DSRL für Videos

Bevor wir uns den praktischen Dingen widmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Unterschiede zwischen Smartphone-Kameras und DSLRs/DSLMs. Wenn Du es eilig hast, kannst du diesen Abschnitt überspringen. Allerdings ist es gut, auch ein paar Dinge über die allgemeinen Stärken und Schwächen deines Handwerkszeugs zu kennen, bevor Du loslegst.

Wenn man einen Blick auf YouTube Videos der großen Vlogger wirft, kann man in der Beitragsbeschreibung häufig das verwendete Equipment finden. Bei den Preisen für die Hardware wird einem schnell ganz schön schwindelig. Das wiederum kann ziemlich entmutigend sein, wenn man vorhatte, in das semiprofessionelle Aufnehmen von Videos einzusteigen. Die gute Nachricht ist aber, dass man zum Aufnehmen von ausgezeichneten Videos eigentlich kein teures Equipment benötigst. Natürlich gibt es aber ein paar Unterschiede zu DSRM oder Camcorder-Aufnahmen, die Du auch kennen solltest, um deine Möglichkeiten besser einschätzen zu können.

Nachteile von Handyvideos:

  • Nachtaufnahmen: Die größte Schwäche von Handys sind Aufnahmen bei wenig Licht. Da der Sensor sehr klein ist, können bei Nacht keine guten Aufnahmen mehr produziert werden. Gute Handykameras schaffen allerdings bei Dämmerlicht, eine gute Videoqualität aufrechtzuerhalten.
  • Kein optischer Zoom: Im Gegensatz zu DSLR Objektiven hast du keine Möglichkeit, stufenlos und verlustfrei zu zoomen. Zwar haben alle Handykameras einen Digitalzoom, hierbei nimmt aber die Qualität beim Reinzoomen ab. Mittlerweile gibt es allerdings schon einige Handys mit Telekamera, also einer Kamera gezielt für Zoomaufnahmen. Dies ist definitiv ein cooles Tool, allerdings ist auch damit kein fließender Wechsel wie bei einer DSLR möglich. Stattdessen beträgt der Zoomfaktor genau 2x, 3x, 5x etc.
  • Hohe Schärfentiefe: Da Smartphone-Kameras wesentlich kleiner sind, haben die Aufnahmen eine höhere Schärfentiefe. Der angenehm weichgezeichnete Hintergrund, den man von vielen Video- und Fernsehaufnahmen kennt, ist damit schwer umzusetzen.

Vorteile von Handyvideos:

  • Verfügbarkeit: Ein altes Sprichwort unter Fotografen lautet: „Die beste Kamera ist die, die du dabeihast“. Und genau hier liegt der Vorteil von Handykameras. Sie sind immer zur Hand, ohne dass Du ein großes Gerät mit dir herumschleppen musst.
  • Bessere Stabilisierung: Da Smartphones über deutlich mehr Rechenpower verfügen, sind Videos von Handykameras teilweise exzellent stabilisiert. Dies ist ein großer Vorteil, wenn du Videos in Bewegung aufzeichnen möchtest.
  • Kleinere Dateigröße: Ebenfalls bedingt durch die stärkere Rechenleistung sind Smartphone-Videos oftmals deutlich besser komprimiert und verbrauchen daher weniger Speicherplatz.
  • Kostengünstiger: Für 300 bis 500€ bekommst Du ein Smartphone, mit dem sich wirklich hochwertige Videos erstellen lassen. In diesem Preisbereich brauchst Du auf dem DSLM-Markt gar nicht erst anzufangen zu suchen.

Qualitätsunterschiede zur klassischen Kamera

Es ist natürlich schwierig, die Qualitätsunterschiede zwischen Smartphone- und DSLM-Videos pauschal zu beurteilen, da es zu viele Kameras und Smartphones auf dem Markt gibt. Generell kann man sagen, dass Systemkameras bei Nachtaufnahmen einen Vorteil haben. Bei Tageslicht hingegen sieht dies schon ganz anders aus. Hier können Smartphones oberhalb der 300€ häufig mit mehr als doppelt so teuren Kameras mithalten. Zudem erlauben Smartphones häufig stabilisierte Aufnahmen von 4K-Videos. Wer so hochauflösende Videos mit einer DSLR machen will, muss schon ziemlich tief in die Tasche greifen.

In dem folgenden Bild sehr Ihr einen Vergleich des Redmi Note 9 Pro für etwa 160€ mit meiner Canon EOS 200D, die vor etwa 3 Jahren 500€ gekostet habt. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die Farben beim Redmi Note 9 Pro deutlich kräftiger, es gibt mehr Details und auch eine höhere Dynamik.

Redmi Note 9 Pro vs. Canon EOS 200D

Gleiches lässt sich auch über aktuelle DLSM-Kameras sagen, wenn man sie mit High-End Smartphones der letzten 2 Jahre vergleicht. Hier seht Ihr Bilder der Nikon Z50 mit Kit-Objektiv (aktuelle Top-Empfehlung der Stiftung-Warentest für günstige DSLM-Kameras) und dem Xiaomi 11 Pro.

Natürlich gibt es auch einige Situationen, in denen aktuelle Kameras wesentlich bessere Möglichkeiten haben als Smartphones. Lasst Euch aber nicht von selbsternannten Hobbyfotografen erzählen, dass Smartphones einfach grundsätzlich viel schlechter sind als DSLM-Kameras. Das ist nämlich nicht wahr.

Nachdem wir nun die Stärken und Schwächen von Smartphone-Videos beleuchtet haben, widmen wir uns endlich dem praktischen Teil.

Das richtige Smartphone wählen

Smartphone-Kameras haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Um ansprechende Videos aufzunehmen, brauchst du daher auch ein relativ neues Modell. Ich liste Dir im Folgenden ein paar Merkmale auf, die dein Smartphone haben sollte. Danach empfehle ich Dir ein paar Modelle. Du solltest auf keinen Fall den Fehler machen, einfach ein irgendein Smartphone zu kaufen, sondern dich explizit erkundigen, wie gut das Smartphone für Videoaufnahmen geeignet ist. Insbesondere im Preisbereich unter 300€ gibt es hier teilweise gigantische Unterschiede. Um dich zu erkundigen, kannst Du Dir natürlich unsere Testberichte anschauen oder auf YouTube nach Kamera-Tests suchen.

Nun kommen wir zu der Frage: Welche Eigenschaften sollte Dein Smartphone mitbringen, wenn Du gute Videos aufzeichnen willst?

Kamera-Features für gute Videos

  • Namhafter Hersteller: Gute Videos sind eine Frage der Software. Diese ordentlich zu optimieren, gelingt kleinen Herstellern fast nie gut. Hierzu zählen leider auch viele chinesische Marken wie Cubot, Ulefone, Umidigi oder Doogee. Ebenfalls zählen hierzu auch viele hierzulande bekannten Marken wie Lenovo, Motorola und Nokia. Wirklich gute Qualität bekommt man leider nur bei den Big Players: Samsung, Apple, Honor, Huawei, Xiaomi, OnePlus, Realme, Oppo, Google und Asus. Wer ein Smartphone im günstigen Preisbereich sucht, muss aber aufpassen. Gerade Marken wie Samsung, Honor und Huawei haben einige günstige Geräte im Programm, die für Videos ganz und gar nicht zu gebrauchen sind.
  • gute Sensoren: Die meisten Smartphones heutzutage haben mehrere Kameras auf der Rückseite. Wichtig für gute Videos ist vorrangig der Hauptsensor. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass nahezu alle guten Modelle heutzutage auf Pixel-Binning setzen und daher Sensoren mit sehr viel Megapixel haben. Die meisten Modelle haben 48, 64 oder 108 Megapixel. Eine Ausnahme stellen hier eigentlich nur Apple und die Google Pixel Smartphones dar. Zudem gilt zu beachten, dass die IMX Sensoren von Sony meist eine bessere Qualität als Samsung-Sensoren haben, insbesondere im günstigen Preisbereich.
  • Die Ultraweitwinkel-Kamera: Videoaufnahmen haben immer einen Zoom, weshalb der Bildbereich kleiner ist als bei der Aufnahme von Fotos. Diese Beschneidung der Bildfläche nennt man “Crop”. Sie ist nötig, um eine gute Stabilisierung zu gewährleisten. Bei Aufnahmen von kleinen Objekten oder Objektiven in weiter Ferne ist dies nicht wirklich relevant. Wer aber Personen oder Gebäude aus der Nähe aufzeichnen möchte, wird feststellen, dass er einige Meter von der Person entfernt stehen muss, um diese ganz aufs Bild zu bekommen. Das ist im Alltag nicht immer möglich (z.B. wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt) und zudem auch umständlich. Wenn Ihr vorhabt, gute Ganzkörper-Personen-Aufnahmen aus der Nähe zu machen, dann benötigt Ihr eine gute Ultraweitwinkel-Kamera. Diese gibt es leider erst bei teureren Modellen. Auch hier erkennt man die gute Ultraweitwinkel-Kamera meist an der hohen Megapixelzahl (z.B. 40MP und mehr).
  • Stabilisierung: Absolut notwendig ist eine gute Stabilisierung. Die beste Aufnahmequalität bringt nämlich nichts, wenn das Video wackelt wie ein Kuhschwanz. Achte darauf, dass dein Smartphone stabilisierte Videos mit 4K-Qualität aufnehmen kann. Zudem ist es von Vorteil, wenn auch die Videos über die Frontkamera stabilisiert werden, wenn du Videos im Selfie-Format aufzeichnen möchtest. Diese Punkte werden in unseren Testberichten immer erwähnt.
  • Wechsel der Kamera-Linsen während der Aufnahme: Einige teurere Smartphones unterstützen den Wechsel zwischen Linsen während der Aufnahme. Dies ist im Alltag sehr praktisch, denn du bekommst mehr Spielmöglichkeiten bei deinen Aufnahmen.

Gute Smartphones für Videoaufnahmen

In der folgenden Liste findest du aktuelle Smartphones verschiedener Preisbereiche, die sich ausgezeichnet für die Aufnahme von Videos eignen.

Wenn Ihr aktuelle Tipps zum Kauf eines neuen Smartphones für Videoaufnahmen wissen wollt, kommentiert einfach unter diesen Artikel mit Eurem Wunschpreis und einer Beschreibung, welche Aufnahmen ihr machen wollt. Ich werde Euch dann innerhalb von 1-2 Tagen eine Empfehlung geben.

Unter 200€

Xiaomi Redmi Note 10 Pro
Vorteile / Nachteile
  • schickes Design (dünner und leichter)
  • exzellentes 120Hz FHD AMOLED Display
  • guter Stereo Sound
  • grundsolide Performance
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Kameras (Haupt und Selfie)
  • NFC, Dual-SIM & Speichererweiterung
  • 4K Videos nicht stabilisiert
  • nur "Sometimes-On-Display"
  • schnellerer Prozessor wäre das i-Tüpfelchen
  • Kamera steht sehr weiter heraus
Zusammenfassung
Was Xiaomi mit dem Redmi Note 10 Pro für um die 250€ abliefert, scheint für keinen anderen Hersteller aktuell möglich zu sein. Die Kritikpunkte sind schnell benannt. So funktioniert das Always-On Display nicht wie es soll und die MIUI-Kameraapp stabilisiert keine 4K Videos. Ein etwas schnellerer Prozessor hätte dem Gerät noch den letzten Schliff verliehen, aber das ist Meckern auf allerhöchstem Niveau. Das Note 10 Pro läuft nämlich...

Smartphones unterhalb der 200€ Grenze sind oftmals nur bedingt für gute Videoaufnahmen geeignet. Der Grund dafür ist, dass die meisten dieser Handys keine stabilisierten 4K-Aufnahmen machen können. Zudem kommen meistens keine besonders hochwertigen Sensoren zum Einsatz. Wer ein Smartphone unterhalb der 200€ kaufen möchte, ist daher recht eingeschränkt in der Auswahl. Unser Top-Favorit ist hier das Redmi Note 10 Pro. Das Smartphone hat einen ausgezeichneten 108 Megapixel Sensor. Zudem kann man sich sehr einfach die Google Camera App auf das Smartphone installieren und bekommt dann stabilisierte 4K-Aufnahmen. Das Redmi Note 10 Pro ist hier auch der neuen Redmi Note 11 Pro Generation voraus: Die Bildqualität bei Fotos ist besser und der Gcam Mod erlaubt Videos in 4K-Qualität.

Unter 300€

Samsung Galaxy A52s 5G
Vorteile / Nachteile
  • exzellentes 120Hz FHD AMOLED Display
  • sehr gute Fotoqualität
  • exzellente Videoaufnahmen
  • IP67 Schutzklasse
  • Kopfhörer-Anschluss & Speichererweiterung
  • mehr Leistung als beim Vorgänger
  • langsamer Fingerabdruck-Sensor
  • nur 15 Watt Netzteil im Lieferumfang
  • Kunststoff-Gehäuse wirkt billig
Zusammenfassung
Das Samsung Galaxy A52s 5G kann in unserem Test voll überzeugen. Der Hersteller hat an den richtigen Stellen kleine Verbesserungen zu den Vorgängern A52 und A52 5G erzielt: Die Systemleistung ist jetzt besser und Videos lassen sich nun auch stabilisiert in 4K-Auflösung aufzeichnen. Die Stärken bleiben zum Glück erhalten: Eine IP-Zertifizierung und eine Hauptkamera mit OIS sind Seltenheiten in dieser Preisklasse. Zudem hat das Samsung A52s...

Das Samsung Galaxy A52s ist wahrscheinlich die beste Wahl für Videos bei den Smartphones unter 300€. Der Grund dafür ist einfach: Die Videoqualität ist hervorragend. Es gibt einen optischen Bildstabilisator (OIS), der Ruckler zusätzlich zur Software vermeidet. Außerdem kann man während der Aufnahme zwischen den Sensoren wechseln, was in diesem Preisbereich ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist. Bei so einem so runden Gesamtpaket empfiehlt auch Chinahandys.net das Samsung Galaxy A52s ohne Einschränkungen.

Hinweis: Auch beim Samsung Galaxy A52s gilt: Das Smartphone ist besser als das Samsung Galaxy A53. Der “Nachfolger” hat einen langsameren Prozessor und kann keine stabilisierten 4K-Aufnahmen aufzeichnen. Die Chipkrise lässt grüßen. Kauft Euch also einfach den günstigeren Vorgänger.

Unter 500€

Xiaomi Mi 11 Pro
Vorteile / Nachteile
  • exzellente Hauptkamera
  • hohe Performance (SD888, UFS 3.1, DDR5)
  • ausgezeichnetes WQHD 120Hz Display
  • kabelloses und kabelgebundenes Laden mit 67W
  • starker Empfang und viele Sensoren
  • gute Stereo-Speaker
  • China-Version mit allen Netzfrequenzen
  • schwache Ultraweitwinkel-Kamera
  • nur USB 2 Anschluss
  • durchschnittliche Akkulaufzeit
  • SD888 überhitzt in Benchmarks
Zusammenfassung
Das Xiaomi Mi 11 Pro kostet in China regulär 680€ in der 8/256GB Version. Wer sich das Smartphone aus Fernost bestellt, kommt mit zollfreiem Versand von Tradingshenzhen auf rund 750€ Gesamtkosten. Unter diesen Umständen würde ich die Pro-Version jederzeit dem “normalen” Xiaomi Mi 11 hierzulande vorziehen und mir das Smartphone aus China importieren. Wer sich ein Flagship kauft, tut dies insbesondere wegen der besseren Kamera....

Im Bereich um 500€ gibt es schon viele Smartphones, die sich gut für Videoaufnahmen eignen. Wenn Ihr ein bestimmtes Modell im Auge habt, könnt Ihr uns einen Kommentar hinterlassen und uns nach unserer Meinung fragen. Unser Geheimtipp für eine exzellente Video- und Fotoqualität in diesem Preisbereich ist aktuell das Xiaomi 11 Pro. Auch hierbei handelt es sich um ein Smartphone, das eine bessere Bildqualität liefert als die aktuelle Xiaomi 12 Reihe. Der Grund dafür ist der enorm große Samsung GN2 Sensor, der in unserem Kameravergleich mit der Nikon Z50 sogar eine DSLM-Kamera ins Schwitzen brachte. Die Videos des Xiaomi 11 Pro sind dementsprechend einfach ein Traum und auch der Rest des Smartphones ist hervorragend.

Unter 700€

Xiaomi Mi 11 Ultra
Vorteile / Nachteile
  • rasante Performance (SD888, UFS 3.1, DDR5)
  • exzellentes 120 Hertz 2K AMOLED Display
  • kabelloses und kabelgebundenes Laden mit 67W
  • exzellente Videos und Fotos mit allen Kameras
  • starker Empfang und reichlich Sensoren
  • China Version mit allen Netzfrequenzen!
  • zweites Display bringt Vorteile
  • nur USB-C 2 Anschluss
  • durchschnittliche Akkulaufzeit
  • SD888 überhitzt bei Benchmarks
Zusammenfassung
Das erste Ultra Smartphone aus dem Hause Xiaomi kommt nach Europa. Der China-Preis und LTE Band 20 machen das Gerät aber auch für Import-Fans attraktiv. Die Kamera ist den meisten Smartphone-Nutzern mit Abstand am wichtigsten und genau da setzt das Xiaomi Mi 11 Ultra an. Ein einfaches Xiaomi Mi 11 bietet fast alles vom Mi 11 Ultra, nur eben die drei mächtigen Kameras fehlen. Auch die IP-Zertifizierung könnte für einige ein Highlight sein,...

Im Preisbereich um 700€ wird es schon schwer, Smartphones zu finden, die sich nicht ausgezeichnet für Videoaufnahmen eignen. Deshalb gibt es auch hier nur einen Tipp für das unserer Meinung nach besten Smartphone für Videos: Das Xiaomi Mi 11 Ultra ist nicht nur bei den Kameraspezialisten von DXOMark auf dem dritten Platz der Smartphone-Bestenliste, sondern bietet mit einem rückseitigen Zweit-Display noch eine enorm coole Funktion für Vlogs und Selfies: So lassen sich für Videos in der Selfie-Perspektive nicht nur die Selfie-Kamera, sondern vor allem die ausgezeichnete Haupt- und Ultraweitwinkel-Kamera verwenden. Zudem bietet das Smartphone eine exzellente Qualität mit allen drei rückseitigen Kameras für Zoom, Ultraweitwinkel und Standard-Weitwinkel.

Einstellungen beim Videoaufnehmen

Jetzt haben wir die Frage geklärt, welche Smartphones sich gut für Videoaufnahmen eignen. Kommen wir nun zu ein paar praktischen Tipps für das Aufzeichnen von Videos:

  • Verwende immer die Kamera-App des Herstellers. Verzichte auf Aufnahmen über die Apps von Whatsapp, Instagram oder Gimbal-Apps. Eine Ausnahme stellt hier der Google Camera Mod dar, falls dieser für Euer Smartphone verfügbar ist.
  • Wenn Dein Smartphone stabilisierte 4K-Aufnahmen machen kann, wähle als Auflösung 4K mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS).
    • Falls du wenig Speicherplatz hast und dein Rechner zum Schneiden des Videos nicht viel Leistung hat, kannst du Videos natürlich auch in Full-HD-Auflösung aufzeichnen. Allerdings sehen diese Videos auf einem großen Bildschirm oder Fernseher einfach wesentlich schlechter aus.
    • Falls du viel Speicherplatz und einen starken Rechner hast, und dein Handy zudem stabilisierte 4K Videos mit 60FPS aufzeichnen kann, dann ist dies natürlich auch eine Option. Allerdings brauchen die Videos wirklich sehr viel Speicher und enorme Rechenleistung beim Rendern und Bearbeiten.
  • Zeichne Videos im Landscape-Format auf, also mit dem Smartphone waagerecht in der Hand. Aufnahmen im Portrait-Format eignen sich nicht zur Wiedergabe auf Fernsehern, Laptops oder Fernsehern.
  • Vermeide den Anfängerfehler, die Position des Smartphones während der Aufnahme vom Landscape ins Portrait-Format zu wechseln.
  • Falls du kein Gimbal benutzt, um Ruckler möglichst zu vermeiden: Bewege dein Smartphone beim Aufnehmen nur langsam und vermeide hektische Bildwechsel.
  • Filme Personen nicht im prallen Sonnenlicht. Das gibt hässliche Schatten im Gesicht. Personenvideos solltest du besser in einer hellen, aber schattigen Umgebung aufnehmen.
  • Achte darauf, dass Du Personen entweder ganz filmst oder mit dem Oberkörper im Goldenen Schnitt. “Abgeschnittene Füße” oder den Kopf im unteren Drittel der Aufnahme machen sich auf Videos und Bilder nicht gut.
  • Spiele mit Perspektiven: Deine Videos bekommen mehr Abwechslung, wenn Du auch mal von unten oder oben filmst oder Schwenks in die Aufnahmen einbaust. Übertreibe es damit aber nicht.
  • Experimentiere mit Hintergrundmusik. Es gibt im Internet eine große Auswahl an lizenzfreier Musik, die Du in ruhigen Szenen zur Untermalung einspielen kannst.

Ausrüstung zum Aufnehmen von Vlogs und Videos

Im Folgenden gehen wir auf die wichtigste Ausrüstung neben dem Smartphone ein. Auch hier habe ich wieder einen echten Geheimtipp, der dir den Kauf mehrerer Geräte erspart.

Der wichtigste Begleiter: Das Gimbal

Ein Gimbal ist das Nonplusultra zum Aufnehmen von guten Videos. Es dient dazu, deine Videos zu stabilisieren und Ruckler in den Aufnahmen zu beseitigen. In Kombination mit der Stabilisierung durch dein Smartphone lassen sich so im Optimalfall wunderbar glatte Aufnahmen aufzeichnen. Zudem hast du die Möglichkeit, sehr geschmeidige Kameraschwenks in deine Aufnahmen zu integrieren. Im Vergleich mit den typischen Amateuraufnahmen bekommst du durch ein Gimbal den größten Mehrwert.

Selfie-Stick

Falls du Videos im Selfie-Format aufnehmen möchtest, ist ein Selfie-Stick eine große Hilfe, da du einen wesentlich größeren Bildbereich auf deine Aufnahme bekommst. Statt nur deinem Gesicht bekommen die Zuschauer so auch einen Blick für die Szenerie, in der Du Dich bewegst.

Tripod

Falls Du die Kamera aufstellen möchtest, um dich selbst zu filmen, benötigst du einen Tripod. Dieser erlaubt es Dir, das Smartphone richtig auszurichten und eine Aufnahme zu machen, ohne dabei das Handy festzuhalten.

Der Geheimtipp: Zhiyun Smooth X

Das Zhiyun Smooth X Gimbal ist ein wahrer Alleskönner, denn es ist ein Tripod, ein Selfie-Stick und ein Gimbal in einem. Zudem nimmt es zusammengeklappt kaum mehr Platz ein als ein Smartphone. De facto hast Du mit diesem Gerät also nicht nur die Möglichkeit, deine Videos zu stabilisieren, sondern kannst es gleichzeitig als Tripod oder Selfie-Stick verwenden. Im Vergleich mit herkömmlichen Selfie-Sticks hat es zudem den Vorteil, dass es deine Videos stabilisiert. Da nur sehr wenige Selfie-Kameras über eine Stabilisierung verfügen, ist auch das ein echtes Bonbon für deine Videoaufnahmen. Insgesamt kann ich nur die wärmste Empfehlung für dieses 3-in-1 Gerät aussprechen. Im folgenden Video seht Ihr ein paar Aufnahmemöglichkeiten, die Euch das Gerät bietet.

Das Zhiyun Smooth X ist wirklich günstig und du kannst es unkompliziert bei Amazon kaufen. Der Hersteller hat inzwischen auch den „Nachfolger“ Zhiyun Smooth XS auf den Markt gebracht. Allerdings sind beide Geräte bis auf minimale Unterschiede identisch. Kaufe also einfach das aktuell günstigere Produkt der beiden.

Lavalier-Mikro – Der Ton macht die MusikSaramonic Blink500 b5 mikrofon

Ein gutes Mikro ist allgemein nicht so wichtig wie ein Gimbal. Aber wenn du wirklich gute Aufnahmen machen möchtest, dann solltest du dabei auch den Ton nicht unbeachtet lassen. Smartphones haben nämlich nur ein sehr kleines Mikro, das meist einen ziemlich flachen Sound liefert. Diesem Umstand kannst du mit einem Lavalier Mikro entgegenwirken. Hierbei hast du drei Möglichkeiten:

  1. Funk-Mikro: Hierzu musst du etwas tiefer in die Tasche greifen. Mit dem Saramonic Blink 500 Set bekommst du ein hochwertiges Lavalier-Mikro, das deine Stimme drahtlos an das Smartphone überträgt. Der Preis ist mit etwa 190€ allerdings ziemlich hoch.
  2. Bluetooth Lavalier-Mikros: Theoretisch lässt sich der Sound auch via Bluetooth auf das Smartphone übertragen. Der Vorteil ist, dass entsprechende Geräte wesentlich günstiger sind. Allerdings zeigte unser Test, dass die meisten Geräte nicht mit den Kamera-Apps der Smartphone-Hersteller harmonisieren. Hier musst du also ggf. etwas ausprobieren und nicht funktionierende Geräte wieder zurückschicken.
  3. Lavalier-Mikros mit Kabel: Lavalier-Mikros mit Kabel sind wesentlich günstiger. Achte allerdings darauf, dass du ein Modell mit USB-C und nicht mit 3,5mm Klinke kaufst, da diese in der Regel besser mit Smartphone-Kamera Apps harmonisieren. Lavalier-Mikros mit USB-C findest du auf Amazon ab etwa 35€.

Bearbeitung

Wenn Du Deine Videos gedreht hast, musst Du sie natürlich noch schneiden. Auf das Thema, welche Software Du dazu verwenden solltest, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Schließlich gibt es zahlreiche kostenpflichtige und kostenlose Programme, über die ich keinen Überblick habe. Große Beliebtheit haben sicher die Tools von Adobe wie etwa Adobe Premier Elements, aber das sind natürlich nicht die einzigen Möglichkeiten.

Falls du die Videos schonmal auf dem Handy bearbeiten möchtest, habe ich übrigens einen kleinen Tipp für dich. Die kostenlose App Quick von GoPro ermöglicht es dir, mit wenig Zeitaufwand sehr coole Clips zusammenzustellen, wie z.B. mein oben verlinktes Video zum Zhiyun Smooth X Gimbal. Du solltest lediglich darauf achten, in den Einstellungen 4K oder Full-HD zu aktivieren und als Layout “klassisch” zu wählen. Solche Clips lassen sich auch wunderbar in längere Videos einbinden.

Fazit

Videos mit dem Smartphone aufzunehmen, kann sehr viel Spaß machen. Wenn du dabei ein paar Dinge beachtest, kannst du auch mit einem vergleichsweise niedrigen Budget optisch sehr ansprechende Aufnahmen machen. Für den Gelegenheits-Filmer ist es insofern nicht notwendig, sich nach einer teuren Systemkamera oder einem professionellen Camcorder umzuschauen.

Wie sind deine Erfahrungen beim Filmen mit Smartphones? Hast du auch ein paar Tipps, die Du der Community mitteilen willst? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar!


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Hardy
Gast
Hardy (@guest_89146)
27 Tage her

Danke für den sehr gelungenen 5-Sterne-Artikel! Ich verwende auf einem Xiaomi Redmi Note 10 Pro “Nikita GCam Version 1.8 mit 4K 60FPS und Videostabilisierung”. Damit bekommt man schon ganz ordentliche Filmchen hin.

Shorty
Gast
Shorty (@guest_89063)
29 Tage her

Realme 9pro+ , leider nur die Hauptkamera zu gebrauchen, aber diese ist echt sehr gut. Stabilisierung der 4K-Videos nun auch per Update gut, für 300€ ist das schon ein Schnäppchen für diese Kamera

dani
Mitglied
Mitglied
dani (@dani)
30 Tage her

Klasse Artikel, vielen Dank dafür. Und gerne mehr davon!

Dipnicker
Gast
Dipnicker (@guest_89040)
30 Tage her

Danke Joschka für den Beitrag, hat mir geholfen, doch den einen oder anderen Fehler zu vermeiden bzw. Kauftechnisch nicht einzugehen. Ich finde es schade, dass man nicht einfach den Daumen hoch liken kann hier bei Chinahandys. Was ich immer schon Mal sagen wollte: Ich finde es insbesondere gut, dass Du solche “Grundsatzartikel” machst, hardware nah aber mehr mit dem Fokus “was kann ich mit der Technik anstellen?”. Trifft bei mir auf den Nerv, da die Hardware Fortschritte sehr überschaubar geworden sind.

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