RAVPower ist ein chinesischer Hersteller, der sich auf Amazon.de mittlerweile mit zahlreichen Bestsellern etabliert hat. In diesem Testbericht werfen wir einen Blick auf die RAVPower 25000mAh Solar-Outdoor Powerbank. Wie gut ist dieser portable Energie-Speicher und vor allem: Lässt sich wirklich nur mit Sonnenlicht genügend Energie zum Aufladen des Smartphones speichern? Im Folgenden findet Ihr es heraus.

Design und Verarbeitung

RAVPower Solar Powerbank 2

Bei der RAVPower Solar Powerbank handelt es sich zweifelsfrei um ein Gadget, das für den Einsatz im Freien konzipiert wurde. Dies offenbart schon das Design, welches mit seiner Kunststoffummantelung für mehr Stabilität und Schutz gegen Beschädigungen sorgt. Zudem sind die Anschlüsse der Powerbank mit Gummi-Kappen versehen, um die Powerbank gegen Wasser zu schützen. So richtig wasserfest ist die Powerbank damit laut Hersteller nicht. Man sollte die Powerbank bei Regenschauern also besser in den Rucksack packen und das Gerät auch nicht mit ins Schwimmbecken nehmen. Gegen leichten Regen oder Schlamm bei Tracking-Touren ist die Powerbank aber gewappnet. Das Solar-Panel ist etwa einen halben Zentimeter in das Gehäuse eingelassen und somit gut vor Kratzern und Aufschlägen geschützt. Seitlich von der Powerbank befinden sich ein USB-Type C Anschluss und ein Micro-USB Anschluss in der ersten Buchse und in der zweiten Buchse zwei normale USB-Anschlüsse. Auf der Rückseite der Powerbank gibt es einen Powerbutton, der bei einfachem Betätigen den Ladestand mit 4 LED Lichtern in 25% Schritten anzeigt. Drückt man den Button länger, wird die Taschenlampe an- oder ausgeschaltet. Diese hat eine überdurchschnittlich große Birne und kann bei Nacht auf kurzer Distanz für eine gute Helligkeit sorgen.

RAVPower Solar Powerbank 6RAVPower Solar Powerbank 4

 

Die Maße der Powerbank betragen 17,5 x 8,5 x 2,8cm bei einem Gewicht von 554 Gramm. In der Handtasche oder dem Rucksack macht sich die Powerbank damit durchaus bemerkbar und ich würde mir durchaus überlegen, ob ich ein so schweres Gerät mit auf eine längere Wanderung mitnehmen würde. Andererseits bietet die Powerbank mit 25.000mAh allerdings auch ordentlich Ladekapazität für unterwegs.

Ladefunktion

RAVPower Solar Powerbank 5Wie immer müssen wir zu Beginn dieses Abschnitts mit einem weitverbreiteten Mythos aufräumen. Hierbei handelt es sich um die effektiv zum Laden von Endgeräten vorhandene Kapazität. Die meisten Käufer von Powerbanks glauben schließlich, dass eine Powerbank mit 25.000mAh auch genau so viel Energie an Ihre Smartphones weiterleitet. Dies stimmt allerdings nicht, denn bei der Umwandlung und Übertragung des Stroms geht einiges verloren. In unserem Test konnte die RAVPower knapp 16.000mAh an Endgeräte weitergeben, womit etwa 65% zur effektiven Nutzung zur Verfügung stehen – ein durchschnittlich guter Wert.

RAVPower Solar Powerbank 9Was die Stromstärke beim Aufladen von Geräten angeht, hält die Powerbank, was sie verspricht. Über den normalen USB-Anschluss werden Smartphones mit bis zu 5V/2,4A geladen. Der zweite Port verfügt über Qualcomms Quick-Charge Technologie und liefert 5-6,5V/3A, 6,5-9V/2A, 9-12V/1.5A. Dies entspricht dem Quick-Charge 2.0 Standard. Bei einer Powerbank im Wert von knapp 50€ sollte eigentlich schon der 3.0 Standard vorhanden sein. Immerhin wird die Quick-Charge 2.0 Geschwindigkeit voll übertragen und das Aufladen eines QC-kompatiblen Smartphones mit 3000mAh Akku ist nach etwas mehr als 1,5 Stunden abgeschlossen. Die gleiche Geschwindigkeit konnte auch erreicht werden, während der zweite USB-Port zum Aufladen genutzt wurde.

Ebenso kann die Powerbank über den USB-Type C Anschluss Geräte aufladen. Diese Funktion wird allerdings für die wenigsten Nutzer von Relevanz sein, da der Ausgangsstrom nicht genügt, um ein Notebook oder MacBook über den Type-C Port aufzuladen. An Ausgangsstrom gibt es hier: 5V/3A über USB Type C und Quick-Charge 2.0 über den Micro-USB Anschluss.

Zum Aufladen der Powerbank benötigt die RAVPower über den Quick-Charge Micro-USB Anschluss etwas mehr als 9 Stunden. Verkürzen kann man die Ladezeit, indem man den USB Type C Port ebenfalls an ein Netzteil anschließt. Dann dauert der gesamte Ladevorgang etwa 6 Stunden. Vorraussetzung hierfür ist natürlich ein entsprechendes Netzteil mit genug Ausgangsstärke. Benutzt man nur einen einfachen Smartphone-Charger mit 5V/2A, kann der Ladevorgang gut und gerne den ganzen Tag dauern.

Solar-Ladefunktion

Nun kommen wir zur wirklich spannenden Frage: Ist das Aufladen mit Sonnenlicht wirklich eine Alternative zur herkömmlichen Aufladung per Stromanschluss? Im Gegensatz zu den zahlreichen gekauften Amazon-Rezensionen und Fake-Review Websites haben wir diese Funktion wirklich getestet und können Euch sagen: Das Aufladen per Sonnenlicht bringt so gut wie gar nichts. Wie auf bei einem Solar-Panel von nur 15,5 x 6cm. Nach zwei Tagen bestem Juli-Wetter mit knapp 30° wurden sage und schreibe 420mAh in unser Smartphone gepumpt. Der Hersteller verspricht, dass die Powerbank innerhalb einer Woche wieder vollständig aufgeladen sein kann, wenn genug Sonne vorhanden ist. Scheinbar geht er davon aus, dass der Käufer in Mitten der Sahara wohnt, denn auch das Produktbild auf Amazon zeigt eindeutig Wüstensand:

RAVPower Solar Aufladefunktion

Doch jetzt Spaß beiseite: Hier im mitteleuropäischen Klimazonen kann man etwa 2 Wochen warten, bis etwa 3000mAh für eine Smartphone-Ladung gesammelt wurden. Bis die Powerbank einmal vollständig geladen ist, vergehen mindestens (!) 2 Monate.

Fazit und Alternative

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Joscha Becking:

Die RAVPower Solar Powerbank bietet eine ordentliche Verarbeitung, sowie mit Quick-Charge 2.0 auch eine gute Ladegeschwindigkeit. Allerdings ist die Solar-Ladefunktion in unseren Breitengraden vollkommen nutzlos. Dies ist keine Schlamperei des Herstellers, sondern liegt schlicht und ergreifend an dem kleinen Solarpanel und dürfte sich somit auf nahezu alle Solar-Powerbanks übertragen lassen (Auch wenn zahlreiche „Testportale“ natürlich etwas anderes erzählen).

Können wir der RAVPower Solar Powerbank also eine Kaufempfehlung aussprechen? Die Antwort ist zumindest bei dem derzeitigen Preis von 50€ definitiv „Nein“. Für einen deutlich niedrigeren Preis erhält man schließlich Powerbanks mit Quick-Charge 3.0 und einer ähnlichen Kapazität von Anker oder Aukey. Sollte der Preis allerdings auf etwa 30€ fallen, lässt sich über einen Kauf durchaus nachdenken. Die robuste Bauweise und die Solar-Ladefunktion sind immerhin kleine Pluspunkte der RAVPower.

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